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Zehn Irrtümer zum Einsatz digitaler Medien in Unternehmen

Jelly Atlanta Coworking @ Octane (adapted) (Image by Mike Schinkel [CC BY 2.0] via Flickr)

Wir stecken mitten im Wandel der Arbeitswelt durch die Digitalisierung. Die Drei-Tage-Arbeitswoche wird kommen. Nicht alle finden das toll. Viele Menschen haben derzeit Angst vor den sich abzeichnenden Veränderungen – aus sehr unterschiedlichen Gründen. Vor allem im deutschsprachigen Raum, da wir viel zu verlieren haben. Für einen Vortrag zur Sensibilisierung bei einem Kunden griff ich die 10 Irrtümer zum Einsatz digitaler Medien in Schulen von Christian Spannagel auf – und passte sie für Unternehmen an. Hier ein paar meiner Überlegungen.

Zehn Irrtümer zum Einsatz digitaler Medien in Unternehmen

Irrtum Nummer Eins: Digitale Themen sind nur was für (möchtegern) junge Menschen.

Die so genannten „Digital Natives“ gibt es gar nicht, das wissen wir heute. Sie pflegen maximal einen entspannteren Umgang mit digitalen Technologien. Wenn überhaupt. Aber es gibt keinen kausalen Zusammenhang zwischen Alter und Netzkompetenz: Sie müssen genauso lernen, wie Buchhaltung im Rechner funktioniert. Oder kollaboratives Arbeiten. Oder: Datenschutz und ein kooperatives Urheberrecht. Oder im Video einen Spannungsbogen aufbauen, der auch für Mutti funktioniert.

Das liegt alles nicht in den Genen der jungen Menschen. Sie müssen es lernen, wie Ältere auch.

Irrtum Nummer Zwei: Die Führungsspitze ist zuständig für die Marke in der digitalen Zukunft.

Diesen Kurzschluss von „Social Media = Marketing“ haben Marketer erfolgreich in den Köpfen implementiert. Aber er ist deutlich zu kurz gegriffen. Er entspricht altem Denken: Man hat irgendein Produkt und muss es “nur” in den Markt drücken.

Heute wissen wir: Die Menschen da draußen haben Probleme und Bedürfnisse und man muss es schaffen, ihnen zeitgemäße Lösungen anzubieten. Das war im Prinzip schon immer so. Nur ist heute der Wettbewerb ein anderer und Branchenfremde denken die Geschäftsmodelle ganz neu.

Da sich zudem Bedürfnisse und Probleme fortlaufend ändern, müssen sich meist auch die Lösungen ändern. Dazu gibt es jede Menge berühmter Beispiele, wie sich heute erfolgreiche Firmen im Laufe der Zeit verändert haben: Nokia startete als Papierfabrik; Starbucks als Espresso-Maschinenanbieter, Suzuki als Webstuhl-Anbieter.

Diese radikalen Veränderungen verlangen eine gehörige Offenheit in der Belegschaft und auch eine kreative, kooperative Zusammenarbeit im Team oder Unternehmen. Es geht demnach nicht nur um Vermarktung, sondern um eine Lösungsorientierung, die von innen heraus gelebt werden muss. Dabei können digitale Technologien helfen.

Irrtum Nummer Drei: Das Unternehmen muss im Netz die Kontrolle bewahren.

Es herrscht in vielen Unternehmen die Angst nicht zu wissen, wer was wo macht. Diese Angst ist begründet, wenn die interne Stimmung schlecht ist. Dann werden Social-Media-Guidelines und interne Abstimmungsprozesse definiert, die versuchen aufzufangen, was publiziert wird.

Die Wirkung des Unternehmens verläuft jedoch von innen nach außen, und zwar in die sozialen Netzwerke hinein – dort entscheidet sich der Erfolg der meisten Unternehmen. Sowohl im B2C- als auch im B2B-Bereich, was heute lieber H2H genannt wird: „From Human to Human“.

Stimmen also intern die Prozesse mit flacheren Hierarchien und transparenteren Kommunikationskanälen, wo jeder sieht, was der andere macht, können sich Mitarbeiter/-innen effizienter austauschen und ein gemeinsames Bild entwickeln und nach außen vermitteln.

Das Unternehmen atmet dann. Es braucht weniger Kontrolle darüber, was die Mitarbeiter/-innen sagen, sondern muss „nur“ darauf reagieren, was die Kunden sagen.

Irrtum Nummer Vier: Maschinen lösen die Menschen ab (und machen Menschen überflüssig).

Jeremy Rifkin hat auf seiner Vortragstour zu seinem neuen Buch Die Null-Grenzkosten-Gesellschaft angeführt, dass es noch zwei Generationen braucht bis Maschinen die unliebsame Arbeit übernehmen und wir uns den wichtigeren, sozialen Fragen zuwenden können.

Die Maschinen übernehmen also unsere derzeitige Arbeit – was aber gar nicht schlimm ist. Es braucht bis dahin „lediglich“ eines neuen Gesellschaftsvertrages, um die Produktivitätsgewinne gerechter zu verteilen.

Bis zu diesem Zeitpunkt gilt es, diese Veränderungen als Herausforderung zu sehen. Wir müssen uns alle weiter entwickeln – niemand bringt das von Haus aus mit. Außerdem müssen wir die zwischenmenschlichen Qualitäten suchen, um diese als USP der intelligenten, empathischen, kreativen Menschheit weiterzuentwickeln. Daraus entstehen dann neue Berufsbilder, die heute noch völlig unbekannt sind.

Irrtum Nummer Fünf: Digitale Medien sind eher ein Freizeit-Instrument.

Bis heute ist die Nutzung von Facebook und sozialen Medien in Firmen oft verboten, weil sie primär als private Werkzeuge wahrgenommen werden. Daher stammt das Vorurteil, digitale Medien dienten vorrangig dem Spaß und Vergnügen.

Diesem Verständnis liegt ein alter Medien-Begriff zugrunde – zumindest in der westlichen Welt, die mit Medien einen Konsumbegriff verbinden. Das ist ein fataler Irrtum, denn Digitalien stellt vor allem einen umfassenden Werkzeugkoffer für die Arbeit zur Verfügung, in den immer wieder neue Werkzeuge rein gelegt werden. Das ist erst der Anfang. Und die Werkzeuge werden immer einfacher zu handhaben, so dass selbst die Arbeit Spaß machen kann.

Jedoch halten Institutionen meist zu lange an ihren alten, teuren Systemen fest, obwohl sie kaum jemand nutzt. Dann nutzen die Leute lieber ihre aus dem Privatleben bekannten Dienste – auch teilweise illegal, weil diese es einem eben bequemer machen. Dropbox zum Beispiel, oder Skype, oder eben Facebook. So kursieren Dokumente und Gespräche im offenen Netz, wo wirklich niemand mehr die Kontrolle hat – außer der NSA …

Das kann man als Firma nicht verhindern. Man kann nur ein Problembewusstsein schaffen – und eine zeitgemäße Arbeitsumgebung.

Irrtum Nummer Sechs: Digitale Medien lösen analoge ab (und es braucht keine neuen Konzepte).

Digitalien ist mehr als nur ein paar bunte Bildchen und Multimedia. Das Neue ist der soziale, interaktive Charakter mit Netzwerk-Effekten. Daraus leiten sich neue Business-Konzepte ab – komplett neue, die alte Konzepte auf eine neue Stufe hieven. Erst recht, wenn wir das Potenzial von Smartphones mitdenken, wenn erst einmal das Bandbreiten-Problem gelöst ist.

Schauen wir uns die Musikindustrie an: Heute sind Konzerte wieder total in. Weil Musikhören im Alltag nichts mehr kostet, entwickeln sich neue Geschäftsmodelle.

Es ist soviel denkbar, wenn man sich kreativ darauf einlässt. Die entscheidende Frage heute ist nicht mehr: Wie kann ich dem Kunden möglichst viel verkaufen? Sondern zentral ist heute: Wie können wir unserem Kunden noch mehr helfen? Dazu braucht es die kollektive Intelligenz der gesamten Belegschaft. Also lieber zusammen arbeiten und immer wieder neue Ansätze testen.

Wir leben in einer Übergangsphase. Wir müssen testen, wie die Zukunft ausschauen könnte. Es ist wichtig, dass jeder mitdenkt und sich einbringt.

Irrtum Nummer Sieben: Ich muss mich mit diesen Technologien jetzt noch gar nicht auseinandersetzen (und ich gehe auch bald in Rente).

Schauen wir zurück: Wann wurde das erste iPhone auf den Markt gebracht? Wann Facebook wurde gegründet, wann Google? Alles noch ganz frisch – und das war erst der Anfang. Niemand weiß, wie die Welt schon sehr bald aussieht. Wir können das allesamt nicht denken – niemand.

Außer der wirklich genialen Faith Popcorn:

Die Technologien entwickeln sich also immer weiter und wir als Gesellschaft humpeln hinterher. Politik, Sozialsysteme – alles humpelt mindestens genauso wie wir.

Meine These: Nur wer mitmacht, kann die zukünftige Kultur mitgestalten. Wir müssen uns generationenübergreifend darüber austauschen – immerfort – was anstrengend sein wird. Manche bringen dabei mehr technologische Affinität mit, andere dafür mehr Erfahrung. Wenn man offen herangeht, können wir alle wechselseitig voneinander lernen und voran kommen – für uns und die nächsten Generationen.

Positiv nach vorne denken, was uns hier bekanntlich schwer fällt. Auch hart errungene, emanzipatorische Gewinne müssen grundlegend neu gedacht werden, was wieder hart sein wird. Wir müssen alle neu denken lernen.

Irrtum Nummer Acht: Mit der nachrückenden Manager-Generation ändert sich alles.

Heutzutage klagt jede/-r über die anderen. Es ist aber nicht so, als ob es nur an den Mitarbeiter/-innen läge, dass es in vielen deutschen Unternehmen nicht voran geht. Vor allem viele Führungskräfte haben Angst davor, ihre mühsam erarbeiteten Privilegien zu verlieren. Zu Recht! Angst davor, etwas falsch zu machen, weil sie ja auch nicht wissen, wie die Zukunft genau ausschaut – wie keiner von uns.

Dann erfolgt oft der Rückzug in die Arroganz. Statt sich auf Augenhöhe zu begegnen. Aber ein Wiki, in dem die falsche Eingabe eines Vorgesetzten nicht korrigiert werden darf, macht keinen Sinn. Damit wird die kollektive Intelligenz ausgeschlagen, die es in jedem Unternehmen gibt. Die Leute am Kunden sind meist diejenigen, die diese besser kennen.

Kluge Firmen wissen das und geben die Verantwortung ab. Bei Apple können die Mitarbeiter im Laden beispielsweise direkt darüber entscheiden, wie sie mit Reklamationen umgehen. Sie haben offensichtlich eine Wertebasis vermittelt bekommen. (Immer freundlich, immer kulant – eben kundenfreundlich – und die Leute rennen ihnen die Bude ein!)

Irrtum Nummer Neun: Zeit, die ich heute in digitale Medien stecke, spare ich später.

Das hoffen wir immer alle, aber es funktioniert wegen der dynamischen Entwicklungen nur bedingt. Man kann sich heutzutage sehr effizient organisieren und spart zunächst auch Zeit. So habe ich mir einmal einen ganzen Tag die Zeit genommen, mein E-Mail-System komplett neu zu organisieren und größtenteils zu automatisieren. Weil ich Dringendes von Mache-ich-wenn-ich-Zeit-habe getrennt habe, habe ich sehr viel freie Zeit gewonnen. Das hilft gegen den Informationsoverload – jedenfalls eine Weile, denn die Technologien treiben uns in gewisser Hinsicht. Vieles lässt sich immer weiter vereinfachen und überflüssige Arbeitsschritte können sinnvoller strukturiert werden – nur wir Menschen bleiben gleich.

Es ist ohne Zweifel mühsam, sich immer wieder mit neuen Tools und Prozessen zu beschäftigen. Das gilt für nahezu alle! Aber es wird seitens der Technologien immer einfacher. Die Maschinen lernen mit uns Menschen umzugehen.

Insofern erleichtern digitale Medien mittelfristig die Arbeit – aber man muss erst über den Berg, um die Aussicht genießen zu können – bis das nächste, bessere Tool am Straßenrand winkt. Dieser Irrtum stimmt also nur auf lange Sicht – mittelfristig stimmt die Aussage. Wir müssen immer weiter machen – und immer wieder neu beginnen.

Irrtum Nummer Zehn: Ich kann das nicht (weil ich das schon immer anders gemacht habe).

Doch! Jede/-r kann – davon bin ich überzeugt – wenn er oder sie will!

Ich habe meinem Vater letztes Jahr empfohlen, statt des sperrigen Computers, lieber auf ein Tablet zu setzen. Es hat einige Zeit gebraucht bis er sich mit dem Gedanken angefreundet hat. Heute geht er nirgends mehr ohne das Tablet hin. Seitdem wählt er seine Hotels nur noch nach WLAN-Empfang aus. Er fotografiert auf einmal. Und seit neuestem bewegt er sich auf Facebook – noch etwas unbeholfen und ich habe auch etwas Angst, aber er wächst da langsam rein.

Ohne Druck – und nur so kann es funktionieren. Ohne mühsame Klassenräume. Einfach machen – und nicht viel Privates preisgeben. Die sozialen Netzwerke sind unsere gesellschaftlichen Arbeitsräume. Dort verhandeln wir unsere Zukunft – idealerweise gemeinsam!

Fassen wir zusammen:

  • Der Erfolg eines Unternehmens im digitalen Zeitalter kommt von innen nach außen – und das wird unterstützt durch digitale Technologien.

  • Es müssen alle ran: Führung, IT, Mitarbeiter/-innen. Alle gemeinsam und möglichst kooperativ.

  • Wenn man intern eine moderne, gemeinsame Online-Umgebung auf Augenhöhe pflegt, entwickeln sich neue Konzepte und eine Aufbruchstimmung. Die Zukunft lässt sich mitgestalten.

  • In diesem Sinne: Auf geht’s!


Image (adapted) „Jelly Atlanta Coworking @ Octane“ by Mike Schinkel (CC BY 2.0)


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Crowd Union: Gewerkschaften als Plattform

Die Digitalisierung der Arbeitswelt stellt auch traditionelle Organisationsformen wie Gewerkschaften in Frage. // von Prof. Dr. Dr. Ayad Al-Ani

Mobile Worker (Bild: junpinzon, via PicsaStock)

Erstaunlicherweise werden die Effekte der Digitalisierung bislang vor allem aus Unternehmenssicht betrachtet. Dabei beeinflussen soziale Medien auch die Art und Weise, wie wir uns zusammenschließen und so politische Meinungen und Interessen kundtun und auch politische Issues lösen werden. Die neuen digitalen Mechanismen der politischen Organisation folgen dabei den generellen Prinzipien der Netz-Kollaboration: Individuen identifizieren ihre Aufgaben und steuern ihren Arbeitseinsatz selbstständig. Und sie agieren vor allem auch gemeinsam mit anderen handlungsorientiert – im Sinne des Paradigmas „To resist is to create“.

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Faszination Coworking

coworking (adapted) (Image by janelleorsi [CC BY 2.0] via Flickr)

Coworking ist eine Faszination für sich. Es bedeutet nicht einfach nur in einem Großraumbüro mit anderen Menschen zu arbeiten, sondern es ist eine neue, dynamische, unstrukturierte und spaßige Form des Arbeitens. Coworking ermöglicht Freiheit, Unabhängigkeit und Gemeinschaft miteinander zu verbinden und so eine kreative, inspirierende und gemütliche Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Dies zeigen die mehr als 200 Coworking Spaces in Deutschland und eine neue Studie des Fraunhofer-Instituts.

Shhared, die gemeinschaftsorientierte Coworking Community

Ende September eröffnete der Brite und ehemals bei Apple angestellte Alex Ahom mit Shhared bereits den zehnten Coworking Space in Hamburg. Auf mehr als 400 Quadratmetern bietet dieser genug Raum, um kreative und innovative Ideen umzusetzen. Dafür ist Shhared als internationale Coworking Community konzipiert, wo man mit inspirierenden Menschen arbeiten und sich vernetzen kann. Besonders wichtig sind hierbei die Gemeinschaft und das Umfeld, da diese der Schlüssel zu Produktivität und Wohlbefinden seien. Aus diesem Grund hat Ahom die Gemeinschaft von Grund auf aufgebaut und Shhared mit Hilfe von dem Feedback der Mitglieder gestaltet.

“Ich bin glücklich mich mit Shhared der Gruppe an Spaces anzuschließen, die es Leuten ermöglicht das zu tun, was sie lieben und sie dabei zu ermutigen. Ebenfalls möchte ich, dass sich Männer und Frauen gleichermaßen wohlfühlen wie auch die, die sich selber jünger oder älter als die durchschnittlichen Coworker (34 Jahre alt) fühlen. Entrepreneure, Freiberufliche und Büroangestellte, die nach einem Durchbruch, Meeting- oder Brainstorming Space suchen und alle Startups sind herzlich willkommen.”, meint Alex Ahom. Shared bietet seinen Mitgliedern neben einer großen Anzahl an Arbeitsplätzen, WLAN, Drucker und einen Konferenzraum, auch ein eigenes Café, in dem unter anderem auch Snacks angeboten werden. Dieser Punkt war Ahom wichtig, da “Essen und Trinken ein großer Teil von unserem sozialen Leben ist”.

Neben diesem Aspekt ist Shhared seiner Meinung aufgrund “der Leute, Gesinnung, Location und Atmosphäre, dem Fokus auf die Benutzerfreundlichkeit sowie unserer Mission” anders als viele andere Coworking Spaces. Zudem betont Ahom, dass Shhared einzigartig ist, “da die Geschichte wie und warum Shharred entstanden ist, sich in meiner persönlichen und professionellen Laufbahn wiederfindet (die genauso einzigartig ist, wie ich selbst)”. Somit ist Shhared zum Wohle von Coworking, der Creator, Innovatoren und Leuten mit Ideen da.

Zahlreiche Coworking Spaces in Deutschland

Shhared ist nur ein Beispiel für die zahlreichen Coworking Spaces, die sich von Lohe-Rickelshof an der Nordsee bis hin zum Bodensee erstrecken. Nicht nur in den Startup–Hochburgen Berlin, Hamburg oder Köln gibt es Coworking Spaces. Auch in vielen kleineren Städten und sogar auf dem Land bilden sich immer mehr dieser kreativen Orte zum Arbeiten. Insgesamt existieren in Deutschland ungefähr 230 Spaces. Weltweit sind es zurzeit 2.500 – Tendenz steigend.

Seit der Erfindung der Coworking Spaces im Jahr 2005 hat sich die dadurch entstandene neue Art des Arbeitens zu einem Trend entwickelt, der bis heute ungebrochen anhält. Kein Wunder, denn sie bieten für Freiberufler und kleine Startups das ideale Arbeitsumfeld, in dem die Coworking Spaces ihnen Probleme wie Nebenkosten oder Sauberkeit abnehmen und dazu die Möglichkeit bieten, Arbeit und Privatleben zu trennen. Außerdem gibt es zahlreiche Angebote, die sie nutzen können. Zusätzlich, und das sieht die neueste Studie des Fraunhofer Institut über Coworking als sehr wichtig an, schafft Coworking eine Community von Gleichgesinnten, mit denen man sich austauschen und gegenseitig unterstützen kann, wovon am Ende alle profitieren. Schließlich treffen in den Coworking Spaces eine Vielzahl an Spezialisten aufeinander, wodurch laut dem Fraunhofer Institut eine “Anzahl von Einzelkämpfern ein leistungsfähiges und flexibles Netzwerk” bilden. Damit ergibt Coworking auch aus der ökonomischen Perspektive Sinn.

Coworking und Unternehmen

Doch nicht nur für Freiberufler und Startups sind Coworking Spaces interessant. Auch für Unternehmen können diese ein Potential sein, wie die Fraunhofer-Studie zeigt. Dabei hat die Studie ganze acht Berührungspunkte zwischen Unternehmen und Coworking Spaces ausfindig gemacht. So bieten das Mieten von Räumen in den Spaces für Veranstaltungen, Coworking statt Homeoffice und Accelerator- und Inkubatorprogramme jede Menge zu nutzendes Potential, sowohl für die Unternehmen als auch für die Coworking Spaces. Beispielsweise können Unternehmen diese als Orte der Weiterbildung nutzen oder Mitarbeiter der Unternehmen treffen auf hochqualifizierte Fachkollegen, mit denen es möglich ist, sich auszutauschen.

Somit können nicht nur Freiberufler und Startups vom Coworking profitieren, sondern auch Unternehmen, denn die Coworking Spaces bieten ein kreatives, inspirierendes und gemeinschaftliches Umfeld, wie es keine andere Arbeitsform schafft. Damit ist jedem empfohlen, einmal in einem Coworking Space vorbeizuschauen.


Image (adapted) „Coworking“ by janelleorsi (CC BY 2.0)


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5 Lesetipps für den 2. September

In unseren Lesetipps geht es heute gleich zweimal um Geld verdienen im Journalismus, Selfies, die Tyrannei der E-Mail und Kommentare auf Süddeutsche.de. Ergänzungen erwünscht.

  • JOURNALISMUS I Fachjournalist: Journalistische Start-ups (Teil 1): Werbung macht’s möglich: Auf Fachjournalist.de schreibt unsere Autorin Katharina Brunner über journalistische Startups. Im ersten Teil ihrer zweiteiligen Artikelserie steht die Finanzierung durch Werbung im Vordergrund. Am Beispiel von Da Hog’n und Mobilbranche.de zeigt sie, dass Geld verdienen mit Journalismus sich immer noch moralischer Kritik ausgesetzt sieht, aber auch in der Nische gut funktionieren kann.

  • SELFIES BBC: Health and life expectancy revealed through analysis of a ‚Selfie‘: Die Forschungsgruppe „Face Aging Group“ der Universität von North Carolina hat ein Programm entwickelt, dass mit zusätzlichen Infos hochgeladene Selfies analysiert und Aussagen zum Alter und Gesundheitszustand macht. Wäre das ein privates Unternehmen, hätte ich dieses Projekt wohl als Datenmagnet kritisiert, aber unter dem Aspekt der Forschung ist es interessant, dass etwas, was man wirklich einmal ab und zu machen sollte, sich selber im Spiegel begutachten, mithilfe von Selfies und Algorithmen vielleicht sogar förderlich für unsere Gesundheit sein kann.

  • ARBEIT 2.0 NYTimes.com: End the Tyranny of 24/7 Email: Gestern war in den USA der Tag der Arbeit, also Zeit für einen Artikel, der vor allem mit dieser Überschrift auch im Feuilleton der F.A.Z. hätte stehen können: Beendet die Tyrannei der 24/7 E-Mail. Worum es aber Clive Thompson geht, ist ein ähnliches Schutzniveau von modernen Arbeitern, wie es unsere Vorfahren in der Vergangenheit erkämpft haben. Gewerkschaftliche Errungenschaften wie die 35-Stunden-Woche sind in Zeiten von E-Mails alles andere als praktikabel durchzusetzen. Sie sind aber wichtig, denn Forschungen zeigen, dass wir ohne genügend Ruhephasen ganz einfach kaputt gehen. Solche sozialdemokratischen Forderungen aus dem letzten Jahrtausend mögen in Zeiten der digitalisierten und globalisierten Arbeitswelt unpassend klingen, sie sind aber wichtig, weshalb wir uns mehr mit unserem Arbeitsalltag auseinandersetzen sollten.

  • KOMMENTARE Süddeutsche.de: Lassen Sie uns diskutieren: Auf Sueddeutsche.de stellt Daniel Wüllner, Redakteur für den Leserdialog, die kommende Umgestaltung der Diskussionsforen und des Leserdialogs vor. Direkter, konzentrierter und besser moderiert will die SZ künftig ins Gespräch mit ihren Lesern kommen. Statt der klassischen Kommentarfunktion unter Artikeln soll es Debatten zu drei Themen des Tages geben. Neue Debattenwege sollen ebenso ausprobiert werden. Eine spannende Entwicklung, denn die Kommentarkultur im Internet ist etwas, dass wirklich sehr viele Schattenseiten haben kann, besonders bei kontroversen Themen. Ein intensiverer Dialog mit Lesern ist aber für ein Medium heutzutage eine Notwendigkeit des Community-Managements. Es wird spannend zu sehen sein, wie sich die SZ dem annimmt.

  • JOURNALISMUS II Online Marketing News: Wie sich der Journalismus durch Klicks und Traffic verändern wird: Das Viralität im Journalismus an Bedeutung gewinnt ist kein neuer Trend, aber bisher wurden diese Auswirkungen meist nur negativ betrachtet. Es würde solchem Journalismus an Substanz fehlen. Doch guter und viraler Journalismus kann für die Menschen, die ihn praktizieren auch ein Gewinn werden, wie Roger Taiber erklärt. Die USA zeigen da mal wieder den Weg. Dort werden Praktikanten schon jetzt nach Page Views bezahlt. Das bedeutet, dass Journalisten noch mehr nach ihrem Wert als Marke bezahlt werden könnten und die Orientierung an Klickzahlen eine nachvollziehbare und leistungsorientierte Bezahlung ermöglicht. Trotzdem wird es noch klassische Bezahlmodelle brauchen, damit Viralität nicht das einzige Kriterium wird.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

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5. “Berliner Hinterhofgespräch”: Zukunft der Arbeit

Im 5. „Berliner Hinterhofgespräch“ gehen wir der Frage nach, wer oder was die Zukunft der Arbeit ist – digitale Prolos oder hacking Entrepreneurs?

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Mobil, flexibel und immer „on“ – mit dem digitalen Wandel gehen tiefgreifende Veränderungen der Gesellschafts- und Arbeitsverhältnisse einher. Digitales Arbeiten erlaubt es uns, unseren Tätigkeiten selbstständiger, flexibler und ortsunabhängig nachzugehen. Gleichzeitig lösen sich mit der Infrastruktur Internet aber auch gewohnte Strukturen wie feste Arbeitszeiten und Arbeitsplätze auf. Ständige Erreichbarkeit und Kommunikationsdruck können die Freiheit des digitalen Arbeitens leicht zur Überforderung werden lassen.

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Björnfunding: Jobsuche auf die kreative Art

Job search (adapted) (Image by [CC BY 2.0] via Flickr)

Der Schwarm kann (nicht nur) im Netz viel bewirken: Ob Inhalte via Crowdsourcing zusammengefasst oder Geld für Projekte mit kleinen Beträgen beim Crowdfunding gesammelt werden müssen – die große Masse hilft.

Björn Braune, Berliner Social Media-Berater und Kreativkopf, versucht sich nun an einem weiteren Aufgabenfeld für das „Neuland“ – und begibt sich mit einer äußerst kreativen Idee auf Jobsuche. Die Idee, mittels Blog und Social Media auf Job-, Wohnungs- oder Ticketsuche zu gehen und die viralen Effekte auszunutzen, ist nicht neu. Das haben bereits viele vorher versucht und sind dabei mehr oder minder erfolgreich gewesen. So, wie es Braune nun mit seiner Seite Björnstarter.de* versucht, hat aber sicher noch niemand nach einer neuen Arbeitsstelle gesucht.

Björnstarter ist das namentliche Pendant zur Crowdfunding-Seite Kickstarter und demnach auch optisch in dem Stil einer passenden Projektseite gehalten: Ein Video, eine ausführliche Beschreibung und in der Seitenleiste die bereits gesammelte Summe, die verbleibende Laufzeit und die Prämien beim erfolgreichen Abschluss des Projekts.

Der Unterschied bei Braunes Seite ist aber, dass es keine Summe gibt, die gesammelt werden muss – hier wird mit £ikes bezahlt. Das Ziel von 50.000 £ikes in den nächsten 34 Tagen ist vermutlich sehr optimistisch und mit einem dicken Augenzwinkern vormuliert, aktuell zählt Braune knapp 400.

Ab wann ist der Björn verfügbar? Der Björn ist ab dem 1. August 2013 verfügbar, nachdem das Crowdbjörning vorbei ist. Natürlich kann man einen Testlauf oder ein Gespräch im Vorfeld bestellen“, beschreibt er das crowdzubjörnende „Projekt“. Zudem gibt es Infos zu „Hardware“, „Software“ und den „Spezifikationen“ – „Extras“, wie etwa die „Teilnahme Kontaktstudiengang Popularmusik 2005“ inklusive.

Diese Seite ist ein Beispiel meiner Arbeitsweise, um ein Beispiel meiner kreativen Arbeit zu demonstrieren“, schreibt Braune im ernstgemeinteren Teil seiner Jobsuche. Ein weiteres Beispiel für das Schaufensterprinzip in der Onlinewelt. Ein themenspezifisches Blog zu führen, kann potenzielle Auftraggeber auf einen Aufmerksam machen – ein Crowdbjörning zu starten, potenzielle Arbeitgeber. In diesem Sinne: Viel Erfolg bei der Jobsuche.


Image (adapted) „Job search“ by Kate Hiscock (CC BY 2.0)


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Intrexx Share: Neue Social Business Plattform für Unternehmen

Das Freiburger Unternehmen United Planet versucht mit einer neuen Social Business Plattform namens Intrexx Share das Prinzip von sozialen Netzwerken in Unternehmen zu tragen.

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Die sozialere Version eines Intranet basiert auf der Softwarelösung Intrexx und versucht die Mitarbeiter von heute in einem ihn vertrauten Umfeld zu mehr Zusammenarbeit zu motivieren. Wir konnten uns für Netzpiloten.de Intranexx Share einmal genauer ansehen und uns so einen Eindruck von dem „Facebook für Unternehmen“ machen.

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