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Viveport Infinity: Virtual Reality im Abo

Virtual Reality erlaubt euch, mehr denn je in künstliche Welten abzutauchen. Das erweckt einen ungemeinen Erforschungsdrang. Doch so gerne man VR-Anwendungen ausprobiert: Nicht jede kann einen wirklich fesseln. HTC stellt ab dem 2. April eine Flatrate für Virtual Reality zur Verfügung, mit der ihr nach Herzenslust ausprobieren könnt, welche VR-Anwendungen euch zusagen.

Mehr als 600 Apps und Spiele bei Viveport Infinity

Für 14,99 Euro im Monat oder 114 Euro im Jahr, dürfen sich die Abonnenten von Viveport Infinity über ein riesiges Virtual Reality Angebot freuen. Über 600 Apps und Spiele umfasst der Dienst bereits zum Start. Dazu gehört unter anderem auch das neue Angry Birds VR: Isle of Pigs. Darüber hinaus profitieren Mitglieder von exklusiven Vorteilen, wie etwa überarbeiteten Viveport Video-Anwendungen.

Bestehende Mitglieder von Viveport, sowie neue Mitglieder, die sich bis zum 2. April anmelden, profitieren außerdem bis Ende 2019 noch von ihrem niedrigeren Preis.

Viveport Infinity ist hardwareunabhängig

Viveport Infinity wird sowohl für das HTC eigene Vive, sowie auch für Oculus Rift verfügbar sein. Kompatible Titel funktionieren auch für jedes Headset, das auf der WAVE-Plattform von Vive basiert.

Mit diesem hardwareunabhängigen Ansatz, möchte man nicht nur die Reichweite des Service vergrößern, sondern auch die der Entwickler erweitern.

„Wir haben ein neues Modell für VR entwickelt, damit Nutzer die enorme Vielfalt an VR-Inhalten genießen können, die diese Branche entwickelt hat“, sagt Viveport-President Rikard Steiber. „Wir glauben, dass dieses Modell den Wünschen der Verbraucher entspricht. Gleichzeitig erhöhen wir die Reichweite und das Umsatzpotential von Entwicklern.“

Um dieses Umsatzpotential anzukurbeln, erhöht Viewport den Anteil am Netto-Umsatz für Entwickler. 80 statt zuvor 70 Prozent sollen ab dem 1. April an die Entwickler gehen.

Aktionen für Mitglieder

Mitglieder von Viveport Infinity profitieren nicht nur von der Flatrate, sondern auch von exklusiven Vorteilsaktionen. Das können Wochenend-Angebote für ausgewählte Titel, kostenlose Geschenke oder monatliche Coupons sein. Jeden Monat gibt es außerdem einen Gutschein von 10 Prozent für einen Einkauf im Viveport Store.

Jetzt eine HTC Vive VR-Brille kaufen, um die VR-Flatrate genießen zu können. (Provisionslink)


Image by HTC Vive

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Skillshare – Lernen im 21. Jahrhundert

Schon seit geraumer Zeit steht in meinem Zimmer diese wunderschöne Western-Gitarre. Mit 17 hatte ich mir in den Kopf gesetzt, in Zukunft Gitarre spielen zu wollen. Und von dort an folgte eine zweijährige Odyssey durch das Internet, auf der Suche nach dem perfekten Gitarrenkurs. Heute kann ich sagen: Ich habe meinen Meister gefunden. In der App Skillshare.

Die meisten Seiten und Apps, die ich vorher probierte, riefen bei mir nichts als Frustration hervor. Natürlich ist es theoretisch möglich, allein anhand von YouTube-Videos ein Instrument zu lernen, aber die schiere Menge an Videos hat mich dann doch überrumpelt. Dazu kam noch, dass gefühlt jeder selbsternannte Gitarren-Guru im Netz wieder seine eigene Herangehensweise an das Thema hatte. Zu oft landete die Gitarre nach einer kurzen Lern-Session wieder in der Ecke. Bis ich eben auf diese wundersame App traf.

Ambivalent und abwechslungsreich

Skillshare gibt es auch als Website. Dort habe auch ich dieses außergewöhnliche Konzept kennengelernt. Die Idee hinter der Website bzw. App ist, dass Lehrer aus der ganzen Welt einen Online-Kurs mit Videos, Arbeitsblättern und sogar dazugehöriger Software erstellen können, den die User von Skillshare sich dann ansehen können. Gegen eine monatliche Gebühr von 14 Euro kann man als User auf tausende von Online-Kursen zugreifen. Und diese tauchen in allen Formen und Facetten auf.

Grob unterteilt sind die Kategorien auf Skillshare in Creative, Business, Technology und Lifestyle. Und zu jeder übergeordneten Kategorie gibt es dann noch einmal viele, viele Unterkategorien mit entsprechend vielen Videos. Egal, ob man ein Instrument lernen will, oder sich die Grundpfeiler des Zeichnens aneignen will, oder seinen Schreibstil verbessern möchte. Ich war selbst wirklich überrascht, wie viele interessante Kurse es gab, bei denen ich sofort auf „Follow“ klicken wollte.

Und wie lernt es sich so?

Ich hatte bereits vor einiger Zeit, als ich Skillshare 30 Tage kostenlos getestet habe, mit einem Musik-Theorie Kurs angefangen, bei dem der Lehrer eine kostenlose Software benutzt hatte, anhand derer man Musikstücke Note für Note analysieren konnte. Er gab seinen Schülern immer eine Art „Hausaufgabe“ in Form von einem Arbeitsblatt, das man sich herunterladen konnte. Jeder Lehrer gestaltet seinen eigenen Kurs natürlich anders. Außerdem kann nicht jeder einfach Lehrer werden. Man muss, wenn man selbst einen Kurs auf Skillshare anbieten möchte, nachweisen, dass man qualifiziert ist. Der Anteil, den man als Lehrer bekommt, ist jedoch allgemein nicht so hoch, dass er unbedingt Betrüger anlocken würde, die nur schnell Geld verdienen wollen.

Auch mit meinem Gitarrenkurs bin ich bis jetzt sehr zufrieden. Nach nur zwei Wochen täglichen Übens kann ich schon zwei Lieder ganz gut spielen. Ich bin jetzt mit Skillshare schon deutlich weiter gekommen, als mit meinen monatelangen Versuchen auf YouTube. Besonders gut gefällt mir, in welchem Tempo die Lernfortschritte auf Skillshare vermittelt werden. In jedem Kurs, in den ich bis jetzt hereingeschaut habe, hat der Lehrer seine „Unterrichts-Einheiten“ in sinnvolle Teilschritte zerlegt und auch immer wieder auf Schwierigkeiten und Tipps hingewiesen. Toll finde ich außerdem, dass Skillshare das erste Online-Lern-Tool ist, bei dem ich bei jeder Fähigkeit, die ich lernen wollte, sehr schnell erste Erfolgserlebnisse hatte. Das finde ich besonders wichtig, da meine Frustrationstoleranz allgemein nicht so hoch ist. Natürlich bleibt es am Ende nicht aus, dass man sich selbst hinsetzen und üben muss. Gitarre spielen, oder Zeichnen lernen geht schließlich nicht rein durchs Zugucken.

Was bleibt noch zu sagen?

Wenn ihr einen passenden Kurs sucht, lohnt es sich auch die Bewertungen der anderen User anzusehen. Es wird wahrscheinlich nicht jeder Kurs so professionell sein wie die, in die ich bis jetzt reingeschnuppert habe. Aber die Bewertungen haben mich bis jetzt noch nie im Stich gelassen. Außerdem gibt es bei Skillshare eben nicht nur kreativ-Kurse, sondern auch Kurse die euch helfen können, eure berufliche Laufbahn voranzutreiben. Oder einen erfolgreichen Blog zu eröffnen, oder euch selbstständig zu machen. Oder, oder, oder. Die meisten Kurse sind dabei in Englisch, aber wer genau sucht, der wird auch einige deutsche Kurse finden.

Ich muss selbst zugeben, dass ich mir Skillshare nur geholt habe, weil ich Gitarre lernen wollte. Mal eben in einem Monat alle Lektionen des Gitarrenkurses durchgucken und Skillshare schnell wieder deabonnieren, bevor die nächste Abrechnung kommt. Das war mein Plan. Aber beim Stöbern durch die App, die es übrigens für Android und iOS gibt, sind mir viele tolle Kurse aufgefallen, die ich mir unbedingt noch angucken will. Wieso denn nicht lernen wie mein ein professionelles Video mit dem iPhone aufnimmt, oder wie man tolle Kurzgeschichten schreibt? Und seit ich wieder Gitarre spiele kam in mir auch wieder der Wunsch hoch, mir eine E-Gitarre zuzulegen und diese ebenfalls spielen zu lernen. Wie praktisch, dass es auch dafür einen passenden Kurs auf Skillshare gibt.


Image by The_Creative_Exchange / unsplash.com

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Der Verkauf von Abos über Apple wird für Herausgeber einfacher

Tablet (Image by niekverlaan (CC0_Public Domain) via Pixabay)

Vor einigen Tagen wurden bei der jährlichen WWDC-Konferenz Softwareneuheiten vorgestellt. Wir konnten einen Einblick in die Vorhaben erlangen, der für Herausgeber von großem Interesse sein wird.

In einem der seltenen Vorgespräche zur WWDC-Konferenz mit Phil Schiller, dem stellvertretenden Leiter der Abteilung für internationales Marketing bei Apple, verkündete dieser, dass Apple in absehbarer Zeit das Finanzausgleichmodell für Apps verändern wird. Während die bekannte 70/30-Aufteilung weiterhin bestehen bleiben wird, werden Entwickler, die einen Langzeitabonnenten für länger als ein Jahr halten können, nur noch 15 Prozent ihrer Einnahmen an Apple abführen müssen. Die Möglichkeit zum Verkauf von Abonnements wird zudem allen Entwicklern und nicht nur ausgewählten Apps zur Verfügung stehen. Schiller äußert sich dazu mit den Worten: „Jetzt werden wir alle Kategorien öffnen und diese Öffnung schließt auch Spiele ein. Diese stellen eine immens große Kategorie dar.“

Der erste Teil davon stellt den wichtigsten Aspekt für Nachrichtenherausgeber dar: Als die Firma Apple verkündete, dass sie im Jahr 2011 zahlungspflichtige Abonnements einführen wolle, wurde dies mit großer Spannung von einigen Nachrichtenunternehmen erwartet. Diese sahen diese Möglichkeit als einen Weg dafür, die regulären Vertriebserlöse aus ihrem Print-Geschäft auf die digitale Ebene zu übertragen. Im Zusammenspiel mit der Herausgabe des iPads ein Jahr zuvor wirkte dies als Ansporn zu großen Bemühungen durch große Unternehmen (Beispielsweise bei „The Daily“: möge das Projekt in Frieden ruhen) bis hin zu Startups von Einzelunternehmern (wie beispielsweise The Magazine: Möge es in Frieden ruhen). Wie das „Ruhe in Frieden“ bereits andeutet, distanzierten sich die Verleger nach einiger Zeit aus zahlreichen Gründen von der Idee. Zu ihnen gehörten beispielsweise: Unvollständige Nutzerdaten, Schwierigkeiten bei der Akquise neuer Abonnenten oder dem Festhalten an Konzepten wie dem nicht mehr bespielten „Newsstand“-Ordner auf dem Start-Bildschirm.

Während Newsstand mittlerweile Vergangenheit ist, besteht doch weiterhin eine Beschwerde: Apple hat von allen Umsätzen aus Abonnements 30 Prozent abgezogen – dies war einigen App-Herausgebern zu hoch.

Die Verkündung Schillers bedeutet daher, dass dieser Abzug nur innerhalb des ersten Jahres eines Abonnements bestehen wird und danach dann auf 15 Prozent sinken solle. Wenn Sie einem Kunden für ein monatliches Abonnement über iOS 9,99 US-Dollar berechnen, wird Ihr Umsatz im zweiten Jahr um 21 Prozent ansteigen (von 82,92 US-Dollar auf 101,90 US-Dollar). John Gruber fügt hinzu, dass diese Veränderung in einem Sinne auch rückwirkend greifen wird: Bestehende Apps, die bereits ein Jahr dabei sind, werden von der 85/15-Aufteilung in wenigen Tagen und nicht erst in einem Jahr profitieren.

Und noch weitere interessante Fakten dazu:

  • Von nun an kann man in den verschiedenen Vertriebsländern angepasste Werbung schalten. Somit könnte beispielsweise die New York Times Lesern in Indien weniger – oder auch mehr – berechnen als Lesern in den USA.

  • Sie werden „die Möglichkeit bekommen, bestehende Abonnenten den gleichen und neuen Abonnenten einen höheren Preis zu berechnen.“

  • Erneuerungsphasen können ab nun nicht nur monatlich oder jährlich, sondern auch alle zwei, drei oder sechs Monate durchgeführt werden.

  • Es ist zudem ab jetzt auch einfacher, mehrschichtige Abonnements innerhalb einer einzelnen App anzubieten. (Auch wenn das schon zuvor möglich war; die Times bietet in ihrer aktuellen App beispielsweise mit dem digitalen Abonnement für 15 US-Dollar im Monat und dem Times Insider für 25 US-Dollar im Monat diese beiden Optionen an.) Von einer Form zur anderen zu wechseln wird für Nutzer problemlos möglich sein.

Ein weiterer wichtiger und nennenswerter Punkt: Sie können die Entscheidung treffen, den Preis für ein Abonnement für einen bestehenden Kunden anzuheben. Dieser Kunde wird dann eine Benachrichtigung über die Tarifänderung erhalten und die Möglichkeit haben, die Preiserhöhung anzunehmen. Wenn er diese nicht annimmt, endet das Abonnement. Diese Möglichkeit in Anspruch zu nehmen, sollten Sie also sorgsam bedenken.

Ironischerweise erweist sich der Teil der Neuregelungen, die am wenigsten über eine direkte Verbindung zu Herausgebern verfügen, als besonders negativ für diese. Abonnements waren zuvor nur für bestimmte Arten von Apps verfügbar (Nachrichten, Cloud-Services, Dating-Apps sowie Audio-/ Video-Streaming-Apps wie Spotify oder Netflix). Jetzt werden sie für alle Apps erhältlich sein. Die Absicht dahinter ist, dass Entwicklern die Möglichkeit gegeben werden soll, beständigere Umsatzmodelle für komplexe Apps entwickeln zu können – und das, ohne zuvor einen hohen Preis dafür verlangen zu müssen. (Denken Sie an dieser Stelle an Ihre Adobe Creative Suite oder Ihre Microsoft Office-Apps, die heute über ein jährlich zu zahlendes Abonnement bezahlt werden. Vor gerade einmal fünf Jahren hätten Sie sie in Form eines einmalig zu zahlenden Paketes erwerben müssen.)

Diese neue Verfügbarkeit bedeutet, dass viele weitere Apps mit hoher Wahrscheinlichkeit ihre Abonnements kostenpflichtig gestalten werden – dazu gehören auch Produktivitäts-Apps für Geräte wie beispielsweise den iPad Pro und für zahlreiche Spiele. In dieser Umgebung stelle ich mir die Frage, ob Konsumenten eine Nachrichten-App nicht vielmehr als einfach eine weitere monatliche Rechnung sehen und diese dann im Wettbewerb steht mit Candy Crush PRO 3.11 für Arbeitsgruppen oder Two Dots Elite.

Die Vorhersagen sind eindeutig:

Das sind jedoch nur Vermutungen meinerseits. Apple hat versucht, seinen Hauptumsatz von fast ausschließlich einmaligen, kostenaufwändigen Anschaffungen (wie ein neues iPhone!) zu wiederholen, regelmäßigen Zahlungen zu verschieben (wie den Apple Music! iCloud-Speicher!). Es ist also sinnvoll, wenn Entwickler einen ähnlichen Weg einschlagen sollen. Nachrichten-Apps waren schon immer an Abonnements gekoppelt (da Herausgeber Nachrichten auf einer täglichen Basis veröffentlichen; Spielentwickler können hingegen langfristig von einer sich mehrheitlich nicht verändernden App profitieren). Aber die Abo-Party wird zunehmend belebter werden.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “Nieman Journalism Lab” unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image Tablet by niekverlaan (CC0_Public Domain)


 

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Runtastic: Wie die Adidas-Tochter App-Abonnenten gewinnen will

Running Man (Image: Kyle Cassidy [CC BY SA 3.0], via Wikimedia Commons .jpg

Seit der 220-Millionen-Euro-Übernahme des Paschinger Fitness-App-Start-ups Runtastic durch den Sportriesen Adidas ist mehr als ein halbes Jahr vergangen. Ein halbes Jahr, in dem die Firma rund um CEO Florian Gschwandtner einen deutlichen Fokus an den Tag legt. Wurden zuvor am laufenden Band neue Apps auf den Markt geworfen (es gibt sogar eine namens “Butt Trainer” für knackige Hintern), wurde seit der Runtastic-Übernahme genau eine App veröffentlicht: Results. Die Software für Bodyweight-Training (man trainiert mit dem eigenen Körpergewicht überall, wo man will, und muss nicht ins Fitnesscenter) ist prinzipiell kostenlos, hat aber ein großes Ziel: Den Nutzer zum monatlich zahlenden Kunden zu machen.

Das neueste Update für Results bietet dem Nutzer einen neuen Trainingsplan für zwölf Wochen, HD-Videos mit Übungen und einen Ernährungsplan. 60 Euro bezahlt man pro Jahr mindestens, wenn man in den vollen Genuss der Inhalte kommen will und wie die Testimonials Franz, René, Julia oder Ana Fett ab- und Muskeln aufbauen will. In drei Monaten, so verspricht die Adidas-Tochter, soll man sich mit Hilfe der App eine herzeigbare Strandfigur erarbeiten können.

Mit Freemium zum konstanten Revenue Stream

Das Freemium-Modell (Basisversion gratis, Vollversion im kostenpflichtigen Monatsabo) gilt gerade bei Apps als vielversprechend – Vorbild sind erfolgreiche Firmen wie Spotify, Dropbox und selbst Google mit dem Online-Speicher Drive, die Premium-Nutzer monatlich zur Kasse bitten. Für Runtastic, das sich bei Results ordentlich vom Münchner Start-up Freeletics inspirieren ließ und dessen App (80 Euro/Jahr in der Vollversion) preislich unterbietet, bedeutet dieses Modell bei Erfolg einen steten Revenue Stream. Anstatt ständig Apps auf den Markt zu werfen zu müssen, für die man einmalig einen kleinen Download-Preis bezahlt, sollen künftig im Monatsrhythmus Einnahmen generiert werden. Am Ende gibt der Nutzer viel mehr Geld für das Abo aus, als er je für Einzel-Apps berappt hätte.

Eine theoretische Rechnung: Würden zehn Prozent der weltweit 80 Millionen registrierten Runtastic-Nutzer das Results-Abo um 60 Euro/Jahr nehmen, würde die Adidas-Tochter damit pro Monat 28 Millionen Euro Umsatz machen.

Apple und Google als Herrscher über die beiden mit Abstand wichtigsten App-Marktplätze mögen solche Freemium-Modelle natürlich auch ganz gern. Während sie bei Gratis-App wie Facebook, das in seinen Apps mit Werbung Milliardenumsätze macht, durch die Finger schauen, bekommen sie bei den Abos, die als In-App-Käufe abgewickelt werden, 30 Prozent der Umsätze. Kein Wunder, werden vor allem in Apples App Store den Usern immer wieder Freemium-Apps empfohlen.

Nächste Ausbaustufe IoT

Von einer Verzahnung von Runtastic- und Adidas-Produkten ist bis dato noch nichts zu merken. Weder die Uhren-Kollektion “Moment” (TrendingTopics.at berichtete) von Runtastic noch der mit Sensoren und Bluetooth ausgestattete micoach Smart Ball von Adidas hat mit Diensten oder Produkten der jeweils anderen Firma etwas zu tun. Da Adidas seine Tochter aber als Plattform für die Vernetzung von Bällen, Handgelenkgeräten, Bekleidung oder Schuhen sieht, wird im Hintergrund aber wohl bereits an einer Integration gearbeitet.

Und da heißt es Gas geben: Adidas reagierte mit dem Runtastic-Kauf einerseits auf den Hauptkonkurrenten Nike, der mit seinen Nike+-Produkten immer mehr in Richtung vernetzte Sportgeräte geht, andererseits auf Under Armour, das die Apps Endomondo (85 Mio. US-Dollar und Myfitnesspal (475 Mio. US-Dollar) übernommen hat. Der nächste Rivale im Ring ist die japanische Sportfirma Asics: Sie kaufte sich erst vor wenigen Tagen den Runtastic-Konkurrenten Runkeeper um 85 Mio. US-Dollar.


Image “Running Man” by Kyle Cassidy (CC BY SA 3.0)


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Die New York Times setzt verstärkt auf Newsletter

The New York Times (adapted) (Image by Alec Perkins [CC BY 2.0] via Flickr)

In einem Bericht von Lucia Moses auf digiday.com wird deutlich, wie viele Gedanken sich die New Yorker Tageszeitung machen muss, damit die Newsletter-Abonnenten weiterhin interessiert bleiben und eventuell sogar zu einem zahlenden Abonnenten werden. Da die vergangenen Newsletter eher wie Erweiterungen der einzelnen News-Bereiche waren, decken die neuen Newsletter noch eine größere Bandbreite an Themen ab und sind vor allem persönlicher gestaltet.

Neben diesen Themen bezogenen Newslettern fokussiert sich die New York Times mit einem Newsletter sogar nur auf eine einzelne Person, den Kolumnisten Nicholas Kristof. Für Dork Alahydoian, den Executive Director der New York Times, war es Zeit, dass Newsletter mehr als nur die Nachrichten abdecken. Also haben sie sich Gedanken gemacht, wie man auch diejenigen ansprechen könnte, die sich für andere Themen interessieren.

Am Ende standen zwei verschiedene Denkansätze zur Diskussion. Der erste Gedanke war, über die schon bestehenden Themen hinauszugehen, sprich auch in Bereiche wie beispielsweise LifeStyle. Der andere Ansatz war, eher einen schmaleren Pfad einzuschlagen. „Es ist nicht mehr so, dass ein Format allen gefällt“, so Alahydoian.

Die Mühe zahlt sich aus

Die New York Times veröffentlicht nicht die Anzahl der Newsletter-Abonnenten, teilte aber eine andere Zahlen mit, die einem einen Eindruck vom Erfolg macht: die Anzahl an Abonnenten ist in den letzen sechs Monaten um 14 Prozent gestiegen. Laut Lucia Moses bedeutet das im Bezug auf den Newsletter, dass aus zehntausenden von Abonnenten einige Millionen geworden sind. Es wird geschätzt, dass wöchentlich 50 Prozent der Newsletter auch wirklich geöffnet werden. Von einigen der neueren Newsletter werden wohl sogar bis zu 70 Prozent geöffnet. Zum Vergleich: die durchschnittliche Newsletter-Öffnungsrate von Medienunternehmen liegt bei 38,5 Prozent.

Zwar verdient die New York Times auch durch Werbung in den Newslettern, aber noch wichtiger sei es, dass sich die Menge an Lesern vergrößert, da sie sehr abhängig von zahlenden Abonnenten ist. Die Newsletter sind der Schlüssel dazu: es ist doppelt so wahrscheinlich, dass ein Leser der New York Times ein zahlender Abonnent wird, wenn er oder sie sich vorher für einen Newsletter eingetragen hat.

Hochwertige Qualität ist das A und O

Da es jedoch immer mehr Newsletter von den unterschiedlichsten Unternehmen gibt, ist es besonders wichtig, seinen Lesern etwas hochwertiges bereitzustellen. Dafür hat die New York Times extra ein zwölfköpfiges Team, das sich genau darum kümmert. Um die Nutzer auf die Newsletter aufmerksam zu machen, wurde mit Social-Media-Posts das Interesse der Leser geweckt. Für den Kristof-Newsletter zum Beispiel haben sich inzwischen 50.000 Nutzer eingetragen, nachdem er sechs Monate lang auf den Social-Media-Kanälen und der Website promotet wurde.

Ein anderer Aspekt, den die New York Times in den Newsletter mit hineinbringt ist, dass sie weg von dem RSS Feed ähnlichen Design, hin zu einem selbst geschriebenen Newsletter gegangen ist, wodurch diese persönlicher wirken. Außerdem ist die New York Times drauf und dran, neue Designs und Layouts auszutesten, die alles noch ansprechender machen sollen.


Image (adapted) “The New York Times” by Alec Perkins (CC BY 2.0)


 

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Das „Spotify-Problem“ und wie man es lösen kann

Spotify Feb 2012 (adapted) (Image by the_studios [CC BY 2.0] via Flickr)

Spotify ist großartig für Nutzer und katastrophal für die Künstler. Doch dabei wäre es so einfach, den Streaming-Dienst für alle gleich ansprechend zu machen. Das Spotify-Problem lässt sich leicht darauf herunterbrechen, dass Musiker für ihre Musik nicht angemessen bezahlt werden. Darüber wird nicht erst seit dem medienwirksamen Rückzug von Taylor Swift  in den Medien diskutiert. Alle waren damit beschäftigt, den Nutzer vom illegalen Download von Musik abzuhalten – mit Spotify und Co. ist dies endlich gelungen. Allerdings ist das daraus entstandene Geschäftsmodell zu sehr zugunsten der Nutzer ausgefallen. Doch während sich alle einig sind, dass sich etwas daran ändern muss, gibt es nur wenig konstruktive Vorschläge, wie man dieses Problem lösen kann, wie die Seite Startupmusician zeigt.

Schritt 1: Neue Musik entfernen

Spotify kann sehr viel von der Filmindustrie lernen. Aktuelle Kinofilme findet man logischerweise bei Netflix zum Beispiel nicht – klar, wer würde denn sonst noch für einen Kinobesuch Geld ausgeben. Trotzdem, obwohl Netflix also keine aktuellen Filme hat, nutzen über 50 Millionen zahlende Abonnenten den Dienst. Spotify hat im Vergleich 40 Millionen Nutzer insgesamt, von denen nicht alle zahlen, aber trotzdem immer die aktuellste Musik geboten bekommen. Spotify sollte sich an Netflix orientieren und alle Musik, die jünger als sechs Monate ist, entfernen. Dadurch kaufen die Konsumenten das Album entweder, oder besorgen es sich auf anderem Weg, worauf ich später noch eingehen werde.

Schritt 2: Schluss mit der Umsonstmentalität

Wie bereits erwähnt hat Spotify 40 Millionen Abonnenten – davon zehn Millionen zahlende und 30 Millionen, die den Dienst kostenlos nutzen. Es wäre natürlich sehr einfach jetzt zu sagen, wenn die 30 Millionen auch zahlen, kann jeder Künstler fair bezahlt werden. Ganz so einfach ist es zwar nicht, aber ganz in die falsche Richtung ist dies auch nicht gedacht. Denn die zehn Millionen zahlenden Premium-Nutzer generieren jeweils zehn US-Dollar beziehungsweise Euro im Monat, während der Betrag aus den Werbeeinnahmen der kostenlosen Nutzer gerade einmal bei zwei US-Dollar im Monat liegt. Es ist also ein sehr großes Ungleichgewicht, bei dem ein Viertel der Nutzer durch die Premium-Gebühren den Großteil der Einnahmen generiert, während die große Masse, also drei Viertel der Nutzer, gerade einmal auf ein Fünftel dieses Betrages kommen.

Spotify zahlt keinen festen Betrag pro Stream, sondern ermittelt diesen variabel, unter Berücksichtigung der monatlichen Einnahmen, der Streams des jeweiligen Künstlers im Verhältnis zu der Gesamtanzahl an Streams und der 30 Prozent Gebühr, die Spotify für sich behält. Dies ergibt einen durchschnittlichen monatlichen Betrag pro Stream von 0,00521 US-Dollar. Die kostenlosen Nutzer verwässern also die Einnahmen aller Künstler. Natürlich kann Spotify nun nicht einfach die kostenlosen Accounts abschaffen, in der Hoffnung dass dann alle Nutzer zu einem Premium-Zugang greifen. Was Spotify aber dringend benötigt, ist ein ausgewogeneres Verhältnis von zahlenden und kostenlosen Nutzern. Dies könnte auf zweierlei Art erreicht werden.

 1: Zugang der kostenlosen Nutzer limitieren

Momentan haben Nutzer mit einem kostenlosen Konto Zugriff auf den vollen Spotify-Katalog. Genauso, wie auch Nutzer, die für einen Premium-Zugang zehn Euro im Monat zahlen. Der Unterschied zwischen den beiden Kontoarten ist also lediglich eine gelegentliche Werbeeinblendung. Also muss der Unterschied zwischen kostenlosem und zahlendem Kunden deutlich größer werden.

2: Exklusive Inhalte

Spotify braucht letztendlich so etwas wie House of Cards bei Netflix. Was wäre wohl passiert, wenn Taylor Swift ihr Album nicht komplett zurückgezogen, sondern exklusiv nur bei Spotify angeboten hätte? Wenn man nun noch Schritt eins umgekehrt anwendet und Spotify Premium für sechs Monate die Exklusivrechte an neuen Alben bekannter Musiker erhält (natürlich lässt sich Spotify dies etwas kosten), bevor diese dann bei iTunes und Co. zu finden sind, dürften die Premiumnutzerzahlen massiv ansteigen.

Schritt 3: Spotify VIP

In Schritt eins haben wir alle Musik von Spotify entfernt, die neuer als sechs Monate ist. Die Konsequenz wäre, dass Konsumenten das Album nun kaufen müssten, oder Spotify VIP abonnieren. So zumindest die Idee von Startupmusician: Für zehn Dollar (bzw. Euro) im Monat können Nutzer einen VIP-Status buchen, der unabhängig vom Premium-Status ist. Dafür erhält der Nutzer exklusiven Zugang zu den neuesten Alben, exklusiven Spotify-Sessions und dem gesamten Back-Katalog der Künstler in der eigenen Top 5-Liste. Von diesen zehn Dollar behält Spotify 1,50 Dollar und die Künstler die restlichen 8,50 Dollar – das würde für jeden Künstler in meiner Top 5-Liste einen Betrag von 1,70 Dollar pro Monat bedeuten. Natürlich soll der Nutzer in der Lage sein, diese Liste jeden Monat zu ändern. Wenn also zum Beispiel Taylor Swift für sechs Monate in meiner Top 5-Liste bleibt, würde sie 10,20 Dollar erhalten, also so viel, wie auch der Download des Albums gekostet hätte. Nach sechs Monaten wandert das neue Album dann in den Back-Katalog und ist dort auch für Premium-Nutzer verfügbar.

Realistisch?

Dieses Gedankenspiel ist vor allem eins, hochinteressant. Denn zum einen würden die Konsumenten nun die Künstler, die sie hören, direkter unterstützen können und zudem könnten die Künstler auf diesem Weg ihren Lebensunterhalt bestreiten. Dabei geht es natürlich nicht nur um Superstars wie Taylor Swift, sondern auch um die abertausend unabhängigen Musiker, die auf eine angemessene Bezahlung für ihre Werke hoffen. Zugegeben, das Spotify VIP-Modell von Startupmusician ist etwas sehr optimistisch gedacht. Realistischer wäre sicher, wenn kostenlose Nutzer keinen Zugriff auf Musik der letzten sechs Monate hätten, Premium-Nutzer dafür aber schon. Der VIP-Zugang könnte dann für einen geringeren Preis hinzugebucht werden. Aber dies ändert nichts daran, dass die Grundidee sehr gut ist und durchaus realistisch klingt.

Die Kritik an Spotify in den letzten Monaten und Jahren ist also nicht ganz richtig. Spotify ist nicht von Grund auf das Ende der Musikindustrie – vielmehr birgt Spotify viel Potenzial, vorausgesetzt die Strukturen werden geändert. Es gibt also eine Lösung für das Spotify-Problem. Doch wie kann man diese Lösung umsetzen? Zunächst einmal könnten alle Künstler ihre Musik von Spotify und Co. zurückziehen um Druck auf das Unternehmen auszuüben – Geld verdienen sie mit dem Dienst ja derzeit eh nicht. Wie realistisch dies ist, sei mal dahin gestellt. Spotify steht allerdings bereits ohnehin unter Druck, denn wenn das Unternehmen nicht etwas ändert um die Künstler zufriedener zu stimmen, wird ein anderer Anbieter dieses oder ein ähnliches Konzept umsetzen, mit dem Erfolg an Spotify vorbeiziehen und es am Ende wie Myspace dastehen lassen.


Image (adapted) „Spotify Feb 2012“ by the_studios (CC BY 2.0)


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5 Lesetipps für den 26. August

In unseren Lesetipps geht es heute um die Akquise von Twitch durch Amazon, die New York Times, WhatsApps Höhenflug, China und ein Interview mit Hal Varian. Ergänzungen erwünscht.

  • TWITCH Golem: Amazon schnappt Google Twitch weg: Dass das Streaming-Portal Twitsch an dem interessanten Projekt DERP teilnahm (wir berichteten), ließ erahnen, welchen Wert die Nutzerdaten haben. Das passte in die Gerüchte, dass Google seit Monaten das Unternehmen aufkaufen möchte, doch gestern vor Börsenschluss gab es Überraschung. Amazon kaufte Twitch für 970 Millionen US-Dollar, was abseits vom WhatsApp-Kauf, wirklich viel Geld ist. Dafür bekommt der Online-Versandhandel Zugang zu 55 Millionen Nutzer pro Monat, die sich in einem Monat mehr als 15 Milliarden Minuten Spiele-Übertragungen ansehen. Um sich das so bequem wie möglich zu machen, werden die Nutzer sicher bald bei Amazon das passende Zubehör finden.

  • NEW YORK TIMES Re/code: New York Times’ Digital Subscription Growth Story May Be Ending: Vor vier Jahren machte sich die New York Times zum Vorreiter von Paywalls, also den ach so beliebten Bezahlschranken um Inhalte im Internet. Zeitgleich ließ der Verlag von einer Unternehmensberatung ermitteln, wie viele Abonnenten denn bereit wären, einen Abo-Preis zwischen 15 und 30 US-Dollar zu bezahlen. Lange Rede, kurzer Sinn: das beeindruckende Wachstum der New York Times könnte zu Ende sein. Die Zeitung hat die prophezeiten 800.000 bis 900.000 Online-Abonnenten erreicht. Mehr ist wohl nicht drin, das Wachstum zu Ende, außer der Verlag kommt mit der nächsten Ideen um die Ecke. Die kürzlich vorgestellte und äußerst schicke „NYT Now“-App scheint es aber wohl nicht zu sein.

  • WHATSAPP Digital Trends: WhatsApp hits 600 million active users: Die sogenannte German Angst ist eher ein Standortvorteil für die Sicherheitsindustrie als ein globaler Wirtschaftsfaktor. Während sich hierzulande einige nach der Übernahme von dem überhaupt nicht Datenschutz-freundlichen WhatsApp durch das ebenso nicht Datenschutz-freundliche Facebook von dem Messenger verabschiedeten, wächst WhatsApp international weiter. Gestern verkündete Firmenchef und Gründer Jan Koum in einem Tweet, dass auf WhatsApp nun mindestens 600 Millionen Nutzer aktiv sind.

  • CHINA PandoDaily: China works to improve its operating systems to reduce dependence on Western companies: Noch kurz vor Abgabefrist hat Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel ein paar Textstellen in die letzte Woche vorgestellte Digitale Agenda einbauen lassen, die direkt an die mächtigen Internet-Konzerne aus den USA gerichtet waren. Mehr Schein als Sein, denn Gabriel weiß genau, dass er nicht einfach so globale Internet-Unternehmen auf deutschem Boden zerschlagen kann, ohne das sowieso hinterherhinkende Land endgültig auf eine Ebene mit Nordkorea hinab zu stoßen. Aber das Volk ließt solche Sätze gerne, zumindest glaubt wohl Gabriel das. Ganz anders reagiert eine andere Wirtschaftsmacht auf diese Dominanz der Technologie-Firmen aus den USA. China lässt ein eigenes Betriebssystem für seine Bürger entwickeln. Das hat in einer Diktatur natürlich auch andere Gründe und Folgen, ist aber wirtschaftlich gesehen der bessere Weg als ihn unser Wirtschaftsminister gewählt hat.

  • HAL VARIAN FAZ: Interview mit dem Google-Chefökonomen Hal Varian: Vergangene Woche war Googles Chefökonom Hal Varian in Berlin und hielt in Googles Berliner Büro seinen viel beachteten Vortrag über die Ökonomie der Zeitungsbranche. Im Raum saßen die Vertreter von wohl fast allen großen Zeitungen des Landes, Netzpiloten-Kolumnist Nico Lumma und ich. Besonders interessant fand ich die vielen Fragen der anwesenden FAZ-Journalisten, neugierig auf die Ausführungen des berühmten Wirtschaftswissenschaftler und mit Fragen ohne das Wort Angst, oft typisch für einen FAZ-Artikel über Google. Dafür haben es Patrick Bernau und Corinna Budras dann im Interview mit Varian gleich sechs Mal unter bekommen und trotzdem ein interessantes Gespräch führen können.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

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Soundcloud: Streaming-Rennen gegen YouTube, Apple & Co.

Day 18, Project 365 - 11.7.09 (adapted) (Image by William Brawley [CC BY 2.0], via flickr)

Das Berliner Start-up macht Ernst bei der Monetarisierung: Künftig will man sich Werbeeinahmen mit Musikern und Labels teilen, während User sich von den Ads gegen eine Monatsgebühr freikaufen können. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Auch die Google-Tochter YouTube und Apple mit seinem Einkauf Beats Music werden den Markt für Musik-Subscriptions bald intensiv beackern.

Das Rennen um die Vorherrschaft am Musik-Streaming-Markt ist in vollem Gange: Die Ankündigung von Soundcloud aus Berlin, künftig seinen Dienst mit Werbung und zusätzlichen kostenpflichtigen Accounts für User monetarisieren zu wollen, kommt nur auf den ersten Blick überraschend. Soundcloud will sich, vorerst nur in den USA und mit eingeladenen Partnern (Labels, Musiker) die Werbeeinnahmen teilen, und wer keine Werbung hören will, der kann künftig einen Monatsbetrag für die werbefreie Version zahlen. Dieses Freemium-Modell (Kunstwort aus „free“ und „premium“) kennt man bereits von Musik-Diensten wie Deezer oder Spotify. Bei letzterem zahlen 25 Prozent der 40 Millionen aktiven Nutzer für die werbefreie Version, um ungestört ihrer Lieblingsmusik lauschen zu dürfen.


Wochit berichtet, dass u.a. Red Bull und Jabuar zu den ersten Werbetreibenden auf Soundcloud gehören:


Schafft Soundcloud mit eigenen Angaben zufolge 175 Millionen Nutzern eine ähnliche Conversion-Rate, dann könnte die Firma von Alexander Ljung und Eric Wahlforss mittelfristig neben den Pro-Accounts für Künstler (mehr Speicherplatz, Analytics, bessere Sichtbarkeit ab 3 Dollar/Monat) und den Werbeeinnahmen relevante Einnahmen erzielen. Einfach wird das nicht: Denn niemand geringerer als YouTube mit mehr als einer Milliarde User will ebenfalls in den Markt für Musik-Streaming-Subscriptions. Wie die Webseite Android Police erfahren haben will, bereitet die Google-Tochter mit YouTube Music Key ebenfalls einen Streaming-Dienst um 9,99 Dollar/Monat vor, der zusätzliche Funktionen wie Offline-Support für mobile Geräte und Werbefreiheit bietet.

Wie Nutzer YouTube Music Key wahrnehmen werden, muss man noch abwarten. Denn Google hat mit Google Play Music All Access bereits Musik-Streaming um 9,99 Euro sowie mit Google Play Music einen MP3-Download-Shop im Portfolio, der mit dem iTunes Store konkurriert. Womit wir schon beim nächsten Konkurrenten anglangt sind, der Musik-Streaming ganz groß machen will: Apple. Mit der Übernahme von Beats Music Anfang 2014 hat der iPhone-Hersteller ebenfalls einen Streamer im Programm, der vor allem mit von Experten kuratierten Playlists lockt. Dem wiederum hält Google mit der Übernahme von Songza entgegen, wo Musikkenner Playlisten für die Hörerschaft zusammenstellen (z.B. Sunday Morning, Workout, Cocktail, Beach, etc.), und Spotify forciert derzeit ebenfalls die Playlist-Idee.

Soundcloud ist nicht wie iTunes, Pandora oder Spotify„, meint Fred Wilson, der mit seiner Risikokapitalfirma Union Square Ventures in Soundcloud investiert hat. „Es ist ein Peer-Netzwerk wie Twitter oder Tumblr mit einer sozialen Architektur, die Engagement und Sharing betont. Es ist, als würden Musiker, Fans und Marken alle auf der selben Party abhängen.


Michael Wolf interviewt Jim Colgan von SoundCloud über zukünftige Vorhaben des Unternehmen (zwar älter, aber noch teilweise aktuell):


Ob sich Soundcloud gegen seine mächtigen Konkurrenten durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. Zuerst muss das Berliner Start-up ohnehin einmal die großen Labels und die Werber an Bord holen. Soundcloud zufolge gibt es bereits Deals mit Sony/ATV und BMG sowie mit Brands wie Red Bull Jaguar oder Comedy Central. Die Kooperationen vor allem mit den Musikern und Labels ist für Soundcloud enorm wichtig, um Copyright-Fragen im Vorfeld zu klären. Da bei dem Dienst jeder Musik hochladen kann bzw. viele Remixes von Hits veröffentlicht werden, werden Urheber sehr schnell mit Klagen sein, wenn Soundcloud diese Inhalte mit Werbung kapitalisiert. Sich die Werbeeinnahmen mit den Rechteinhabern zu teilen, ist da eine schlaue Idee.


Image (adapted) “Day 18, Project 365 – 11.7.09“ by William Brawley (CC BY 2.0)


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Golem.de testet bezahlten Content

Golem Pur (Screenshot: Daniel Peter, via Golem.de)

Beim IT-Portal Golem.de wird derzeit ein neues Bezahlmodell ausprobiert. Für 2,50 Euro monatlich kann man jetzt alle Artikel ohne Werbung und Tracking genießen. // von Lars Sobiraj

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Bei der Berliner Klaß & Ihlenfeld Verlag GmbH wurde gestern ein neues Experiment gestartet. „Golem pur“ kostet pro Monat 2,50 Euro. Dafür sind alle Artikel des IT-Newsportals Golem.de ohne Werbung oder Tracking verfügbar. Zudem kann man zahlreiche Videos nicht nur anschauen, sondern auch direkt herunterladen. Mehrseitige Beiträge werden bequem auf einer Seite angezeigt, der RSS-Feed wird ungekürzt als Volltext ausgeliefert. Weitere Features sollen folgen. Ob genug Leser anbeißen werden? Weiterlesen »

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