Lohnen sich die Netflix Games?

Vielleicht ist euch ja auch schon aufgefallen, dass Netflix euch nicht nur Filme und Serien, sondern auch Spiele anbietet. Dafür gibt es in der App sogar eine eigene Kategorie zur Auswahl. In dieser finden sich vor allem Mobile-Spiele, aber auch einige, die ihr im Browser auch am PC spielen könnt. Doch lohnen sich die Netflix Games überhaupt.

Genau der Frage geht dieser Artikel nach. Zugleich ordnen wir aber auch ein, warum Netflix überhaupt auf Videospiele setzt und wie zukunftsfähig da Gaming für den Streamingdienst ist.

Was genau sind die Netflix Games?

Netflix Games sind eine eigene Kategorie innerhalb der Netflix App, über die ihr eine Auswahl von über 100 Spielen innerhalb der App spielen könnt. Diese sind vorwiegend Mobiles Games und Teil des ganz normalen Netflix-Abos.

Auch wenn sich viele noch nicht wirklich über das Spieleangebot bewusst sind, können sich die Downloadzahlen trotzdem sehen. Bevor das namhafte GTA: San Andreas im Dezember 2025 aus dem Line-Up verschwand, verzeichnete es fast 60 Millionen Downloads in der App.  

Wie kann man Netflix Games nutzen?

Egal über welche Plattform Netflix nutzt, ihr findet die Spiele immer unter den Kategorien, in denen ihr auch bewusst „Filme“ oder „Serien“ auswählen könnt. Über Smartphone werden die Apps letztlich über den jeweiligen Store runtergeladen.

Auf Fernsehgeräten fehlt natürlich die Leistung, um die Apps auf dem Gerät auszuführen. Dort könnt ihr eine kleinere Auswahl an spielen aber auf euer Gerät streamen. Wenn kein Controller zur Hand ist, könnt ihr per QR-Code auch euer Smartphone zum Controller machen. Wegen dem Streaming solltet ihr aber kleinen Eingabe-Verzögerungen rechnen.

Auf PC läuft es ähnlich wie auf dem Smart TV oder TV-Stick ab. Allerdings müsst ihr Netflix dafür in einem Browser öffnen, der offiziell unterstützt wird. Das sind aktuell nur Google Chrome und Microsoft Edge. Mit Firefox, Opera oder Safari könnt ihr zwar Filme und Serien streamen, jedoch keine Netflix Games spielen.

Warum Netflix überhaupt auf Games setzt

Dass Netflix ausgerechnet ins Gaming-Geschäft eingestiegen ist, wirkt zunächst wie ein ungewöhnlicher Schritt. Schließlich fehlt dem Unternehmen die jahrzehntelange Spielehistorie von Nintendo, Sony oder Microsoft. Aus Sicht von Netflix ist die Konkurrenz allerdings ohnehin größer als Disney+ oder Amazon Prime Video. Der Streamingdienst konkurriert letztlich mit allen Angeboten um die begrenzte Freizeit seiner Nutzer – und Videospiele nehmen davon einen erheblichen Teil ein. Games im eigenen Ökosystem ergeben daher durchaus Sinn.

Zum Einstieg 2021 investierte das Unternehmen übrigens nicht nur in Mobile Games, sondern kaufte und gründete auch eigene Entwicklerstudios. Zeitweise deutete vieles darauf hin, dass Netflix langfristig selbst zu einem größeren Spiele-Publisher werden wollte. Dazu zählte auch ein neugegründetes AAA-Studio unter den Namen Team Blue. Dies schloss Netflix jedoch bereits 2024, noch vor der Veröffentlichung des ersten Spiels.

Aufgegeben hat Netflix das Gaming damit nicht. Stattdessen hat sich der Schwerpunkt lediglich verschoben. Statt mit hohen Investitionen direkt gegen etablierte Publisher und Konsolenhersteller anzutreten, konzentriert sich Netflix stärker auf Spiele, die zum eigenen Streaminggeschäft passen. Dazu gehören Titel zu bekannten Netflix-Marken, zugängliche Party- und Casual-Games sowie ausgewählte Spiele externer Entwickler. Neben vielen einfachen Mobile Games gehören auch ein paar ausgewählte Schwergewichte zum Lineup.

Ein spannendes Feld ist dabei das Streamen über die TV-Apps. Während PC-, Konsolen und Mobilegeräte bereits einen riesigen Konkurrenzkampf haben, ist der Fernseher als solches noch ein relativ offener Markt. Während ein Mobile Game zunächst heruntergeladen werden muss, besitzt Netflix auf Millionen Fernsehern bereits genau die Benutzeroberfläche, über die das Unternehmen seine Spiele anbieten möchte.

Was kann das Lineup?

Unter den Action & Adventure-Spielen finden sich die wohl namhaftesten Spiele im Abo. Mit Sonic Mania Plus, Street Fighter IV Champion Edition, Oxenfree oder den Western-Klassiker Red Dead Redemption, finden hier selbst Gaming-Veteranen interessante Titel. Eine wahre Perle ist dabei allerdings das Netflix-exklusive „Layla‘s Horizon“. In dem Spiel macht ihr zwar eigentlich nichts anderes, als elegant durch die Welt zu gleiten – doch die entspannte Musik und die kleinen Aufgaben machen das Spiel zu einem richtigen Cozygame-Kleinod, dass ihr nur bei Netflix findet.

Ansonsten bestehen die Spiele etwa aus Geschicklichkeitsspielen, Kartenspielen und sonstigen eher kleinen Spielen. Im Lineup finden sich dabei aber auch einige Klassiker wie World of Goo, Cut the Rope Daily – mit einem täglich neuen Rätsel und die digitale Adaption des beliebt-verrückten Kartenspiel „Exploding Kittens“. Zu letzterem hat Netflix auch eine Mini-Animationsserie herausgebracht.

Da immer wieder Spiele neu ins Abo kommen oder aus dem Netflix-Programm rausfallen, bekommt ihr auf der offiziellen Netflix-Seite einen Überblick der Spiele nach Genres.

Lohnt sich Netflix Games für Hardcore-Gamer?

Wer ohnehin bereits eine aktuelle Konsole oder einen halbwegs passablen Gaming-Rechner besitzt, findet in Netflix sicherlich keine neue Heimat zum zocken. Ein paar überraschende Hits wie Red Dead Redemption 1 und Oxenfree gibt es zwar, doch der Fokus hat sich eindeutig auf einfachere Spiele verlagert. Hier fährt man mit gekauften Titeln oder spezialisierte Abos wie dem Xbox Game Pass deutlich besser.

Das fängt bei der Grafik an, wo Mobile Apps deutlich limitierter sind und geht bei den Eingabeverzögerungen weiter, die einfach noch zum Cloud Gaming dazugehören. Manche Titel werden aber etwa in der TV-App gelistet, geben euch aber nur einen QR-Code, um sich die App auf dem Mobilgerät zu installieren.

Lohnt sich Netflix Games für Casual- und Mobile-Gamer?

Ganz anders sieht der Eindruck für Gelegenheits-Spieler und Mobile-Gamer aus. Hier spielt das Angebot seine Stärken besonders gut aus. Ein klarer Pluspunkt dabei: Die enthaltenen Mobile Games kommen entgegen kostenloser Spiele aus dem Store ohne Werbung aus. Man erhält also durch Netflix einen anständigen Katalog an Spielen, bei dem man nicht von ständigen Werbespots genervt ist.

Die Möglichkeit ausgewählte Titel am Fernseher und mit Smartphone als Controller zu spielen ist auch ein spannender Mittelweg. Wenn Netflix diesen konsequent weiterverfolgt, könnten sie zu einer interessanten Cloud Gaming-Alternative für Casual Games werden.

Auch hier gilt es allerdings die Eingabeverzögerung etwas besser in den Griff zu bekommen, was sich insbesondere bei LEGO Party bemerkbar macht. Der Mario Party-Konkurrent ist eigentlich perfekt für die Plattform geschaffen, doch Verzögerungen machen die Geschicklichkeits-Spiele unnötig schwer.

Ist das überhaupt nötig?

Aktuell sind die Netflix Games in einer schwierigen Position. Auf der einen Seite ist es Feature, dass Abonnenten ohne weiteren Aufpreis nutzen können. Auf der anderen Seite finanziert sich Netflix Games natürlich durch die Abonnenten – von denen nur wenige die Spiele nutzen. Bei einem Geschätzten Anteil von 5 bis 10 Prozent des Gesamtbudget, wendet Netflix für die Games-Sparte immerhin noch üppige 1 bis 2 Milliarden US-Dollar auf. Lohnt sich das für Netflix und seine Kunden?

Die 5 bis 10 Prozent dürften sich kaum auf den Preis des Netflix-Abo niederschlagen. Bei der jüngsten Preiserhöhung um 2 Euro (sogar das günstige Abo mit Werbung ist von 4,99€ auf 6,99€ gestiegen) ärgert man sich dann vielleicht trotzdem. Immerhin sind das Inhalte, die aus der Sicht vieler Abonnenten problemlos gestrichen werden könnten, um das Preisniveau zu halten. Für andere sind sie aber womöglich der Grund, zähneknirschend die Preiserhöhung hinzunehmen. 

Vielleicht würde Netflix besser damit fahren, Netflix Games in einem optionalen Zusatzabo anzubieten, es aber kostenlos ins Premium-Abo zu integrieren. Allerdings dürfte die Option nach der jüngsten Preiserhöhung auch erstmal vom Tisch sein. Es ist der denkbar schlechteste Zeitpunkt, zusätzlich Inhalte aus den Abos zu streichen – selbst wenn sie nicht jeder nutzt.


Image via ChatGPT (KI-generiert)

Das Internet ist sein Zuhause, die Gaming-Welt sein Wohnzimmer. Der Multifunktions-Nerd machte eine Ausbildung zum Programmierer, schreibt nun aber lieber Artikel als Code.


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