Das Gigaset GS4 im Test – schickes Einsteigersmartphone

Für sehr viel Geld ein brauchbares Smartphone zu bekommen, ist mittlerweile nicht mehr all zu schwer. Natürlich gibt es in den Spitzenbereichen unterschiede und nicht jedes Smartphone eignet sich für jeden. Wer aber bereit ist, über 600 Euro auszugeben, wird in der Regel etwas Gutes bekommen. Schwieriger wird das bei einem Preis um die 200 Euro. Hier muss man schon genau hingucken. Wir hatten das in Deutschland hergestellte Gigaset GS4 im Test und haben geprüft, ob ihr hier für die 200 Euro, die das wirklich schön designte Smartphone kostet, auch ein vernünftiges Gerät bekommt. 

Design und Verarbeitung werden besser!

Vielen vielleicht etwas älteren unter euch dürfte Gigaset noch als der Hersteller moderner Festnetzanschlüsse bekannt sein. Da die Nachfrage nach Festnetztelefonen mit dem Voranschreiten der Smartphones immer mehr sinkt, baut Gigaset nun schon seit einigen Jahren sein Smartphone-Segment aus. Wir hatten bereits in der Vergangenheit verschiedene Modelle im Test. So zum Beispiel das Gigaset GS290

Als ich nun das Gigaset GS4 im Test hatte, ist mir direkt eine Sache aufgefallen: Die Smartphones des deutschen Herstellers werden nicht nur Leistungsstärker – sie werden auch sehr viel schicker! Tatsächlich fühlt sich das Gigaset GS4 überhaupt nicht nach einem “preiswerten Smartphone” an. So ist es sehr gut verarbeitet – Keine unbequemen Kanten, kein Plastik-Gefühl. Alles sitzt bombenfest und nach Knarzern oder Wacklern im Gehäuse sucht ihr hier absolut vergeblich. Gigaset selbst betitelt das GS4 auch als das “Design-Smartphone” und damit muss ich ihnen nicht ganz unrecht geben.

Vorne Glas, hinten Glas

Neben dem Interior des Gigaset GS4 hat mich im Test wie gesagt besonders die Verarbeitung begeistert. Die ist nämlich für ein günstiges Handy eines deutschen Herstellers wirklich gelungen. Vorder- und Rückseite bestehen aus Glas und geben dem Gigaset GS4 damit ein wirklich wertiges Gefühl. Der Rahmen des GS4 besteht aus einem rauen Plastik und liegt dank seiner Rundung sehr gut in der Hand. Auf der Rückseite ist der Rahmen etwas breiter, was optisch nicht ganz so schick daher kommt, sich dafür im Handling aber sehr gut anfühlt. Auch der USB-C-Anschluss und das Lautsprecherelement sind optisch gut in den Rahmen verbaut und insgesamt entsteht ein wertiger Eindruck. Mit seinen insgesamt 206 Gramm hat das GS4 außerdem ein angenehmes Gewicht – nicht zu leicht, als dass es billig wirken würde und nicht zu schwer, als dass es störend wäre.

Anschlüsse des Gigaset GS4 im Test / Bild von Moritz Stoll

Der Fingerabdrucksensor ist in die Rückseite eingelassen und hebt sich deutlich hervor. Das ist eine sehr typische Bauweise und nicht weiter störend. Allerdings bricht er dadurch mit dem durchgängigen Glas, was zumindest mich irgendwie gestört hat. Hier hätte ich es schön gefunden, die durchgängige Glasrückseite auch zu Ende zu führen. Bei der Kamera hat das schließlich auch geklappt.

Drei Kameras hinter einer Glaswand

Das GS4 hat seine Triple-Kamera auf eine – wie ich finde – sehr innovative Art im Gehäuse verbaut. Und zwar hinter dem Glas, dass die gesamte Rückseite bedeckt. So stehen diese keinen Millimeter hervor und das Gerät liegt beispielsweise perfekt flach auf dem Tisch. Allerdings ist so natürlich auch das Glas vor den Linsen etwas anfälliger für Krätzer. Die ebene Rückseite macht das Gerät außerdem sehr rutschig und mitunter gleitet es von nicht ganz ebenen Oberflächen und fällt herunter. 

Das Kameraelement verschwindet komplett hinter dem Rückglas. / Bild von Moritz Stoll
Das Kameraelement befindet sich hinter dem Glas der Rückseite und ist somit sehr unauffällig.

Das Kameramodul selbst besteht aus einer 16 MP Hauptkamera sowie einem 5 MP Weitwinkel- und einem 2 MP Makroobjektiv. Die Frontkamera besteht aus einem einzigen 13 MP Objektiv. Insgesamt sind die Bilder des GS4 passabel und deutlich besser als die der Vorgängermodelle. Bedenkt man den niedrigen Preis, hat mich die Kamera des Gigaset GS4 im Test durchaus überzeugt. Vergleichbar mit der eines High-End-Smartphones ist sie aber natürlich nicht. Das sollte man aber auch nicht erwarten. Hier einige Beispiele:

Ein Mittelmäßiger Prozessor reicht aus

Verbaut ist in dem Gigaset GS4 ein eher schwache, aber ausreichende CPU. Der MediaTek Helio P70 Octa-Core MT6771 kommt auf eine CPU Geschwindigkeit von bis zu 2,1 GHz und wird dabei von 4 GB Arbeitsspeicher unterstützt. Damit macht ihr definitiv keine großen Sprünge. Im Test hat das Gigaset GS4 aber immer eine ausreichende Performance hingelegt. Surfen, Streaming und auch das ein oder andere Spiel kann es leisten und erfüllt damit die Anforderungen an seine Preisklasse voll und ganz. Wer mehr will, muss mehr Geld ausgeben. Schließlich kauft sich ja auch niemand einen Opel Corsa und erwartet Rennwagen-Performance…

Ich habe beispielsweise einige Matches League of Legends Wild Rift darauf gespielt und hatte durchaus Spaß!

Genügend Speicher 

Von Haus aus bringt das GS4 64 Gigabyte Speicherplatz mit. Die lassen sich zusätzlich auf bis zu 512 Gigabyte erweitern. So viel sei gesagt – das reicht. Ich bekomme mit allen Apps und Fotos noch nicht mal den Standardspeicher voll. Zugegeben: Ich fotografiere aber auch nicht sonderlich viel. 

Neben einer SD-Karte könnt ihr in den Triple-Slot-Slider übrigens noch zwei weitere Nano-SIM-Karten einlegen. Das macht das Gigaset GS4 auch zu einem guten Privat- und Arbeitshandy!

Ein vernünftiges Display

Als letztes wichtiges Feature möchte ich noch das 6,3 Zoll große Display des GS4 hervorheben. Das hat mir nämlich wirklich gut gefallen. Mit 2340 x 1080 Pixeln kommt es auf eine FHD+ Auflösung. Die V-Notch, in die die Frontkamera eingelassen ist, verlieh  dem Gigaset GS4 ein randloses, wertiges Gefühl. Lediglich am unteren Bildschirmrand ist mir der Abstand zum Gehäuserand noch etwas zu groß. Hier hätte ein schmalerer Rand der Optik des Gerätes gut getan.

Mit einer Pixeldicht von 410 PPI werden Inhalte sehr scharf dargestellt und auch Farben stellt das GS4 angenehm dar. Damit eignet es sich hervorragend, um darauf zu lesen oder auch Videos und Instagram-Stories zu gucken.   

Weitere Features

Auch ansonsten vereint das Gigaset GS4 im Test eine ganze Reihe moderner Standard-Features. Zwar sind all diese Features für die Preisklasse keine absoluten Kaufargumente mehr, aber sie sind vorhanden und funktionieren zuverlässig. So zum Beispiel NFC, ein Fingerabdrucksensor, Gesichtserkennung und ein großer Akku. Der hat nämlich eine Kapazität von 4300 mAh. In Kombination mit einer nicht sonderlich starken Hardware hält der wirklich eine ganze Weile. Das ist durchaus angenehm!

Fazit Gigaset GS4 im Test: Ein wirklich schönes Einsteigersmartphone 

Wer auf der Suche nach einem günstigen Einsteigersmartphone ist, aber keine Kompromisse beim Design machen möchte, der ist mit dem Gigaset GS4 gut beraten. Zumal der Hersteller auch auf Nachhaltigkeit setzt und das Handy so zum Beispiel in einer klimaneutralen Verpackung daherkommt. Auch wirbt Gigaset mit dem Prädikat „Made in Germany“. Ob das jetzt mit Qualität gleichzusetzen ist, möchte ich hier nicht beurteilen. Aber alles in allem, bekommt ihr mit dem Gigaset GS4 für wenig Geld ein durchaus vernünftiges Smartphone, das euch zuverlässig durch den Alltag bringen sollte.


Titelbild von Gigaset Bilder von Moritz Stoll

Moritz Stoll

kann vieles, aber nichts so richtig. Beschäftigt sich gerne und viel mit Tech und Trara, ist fester Bestandteil der Netzpiloten-Redaktion und moderiert den Netzpiloten-Podcast Tech und Trara. Die (digitale) Welt ist für ihn ein Ort voller Möglichkeiten und spannender Technologien, die man ausprobieren, bearbeiten und hinterfragen kann.


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