Auto Chess – ein neues Gaming-Genre wird zum sofortigen Hit

Buchstäblich aus dem Nichts hat sich in den letzten Wochen auf Twitch eine neue Größe am Gaming-Himmel gebildet: Auto Chess. Was in der ersten Sekunde nach einem Auto-Schach-Spiel klingt, ist in Wirklichkeit ein interessanter Ableger der klassischen MOBAs, der den Fokus auf das legt, was diese Spiele schon seit langem so erfolgreich macht: Teamfights mit ordentlich Wumms und Potenzial zur langfristigen Unterhaltung.

Auto Chess fing als Mod an

Wann fängt die Menge bei MOBA-E-Sport-Events so richtig an auszurasten? Dann wenn es in die Teamfights geht. Also dann, wenn alle Spieler auf der Karte aufeinanderstoßen und jeden Trick aus dem Ärmel ihres Champions ziehen müssen, um gegen das gegnerische Team zu bestehen. In klassischen MOBA-Spielen sind diese Momente natürlich auch deswegen so aufregend, weil es hier an die eingemachte Taktik geht. Welcher Spieler steht wo und wann setzt er welche Fähigkeiten ein? Dafür muss der Spieler seinen Champion wirklich in- und auswendig kennen.

Aber keine Sorge. Um bei Auto Chess zu gewinnen, muss man kein Pro-Gamer sein. Es ist wie auch bei Dota und LoL selbst: Easy to learn. Hard to conquer. Aber woher kommt dieser neue Spielmodus eigentlich, der quasi gerade ein ganz neues Genre im Gaming erschafft? Angefangen hatte alles mit einer Mod für Dota2, die sich Spieler kostenlos herunterladen konnten. Und das Spielprinzip fand sofort weltweit Anklang.

Teamfights treffen Schachfeld

Auto Chess basiert im Endeffekt auf dem gleichen Prinzip wie die Teamfights. Man hat einen Haufen Champions, die gegen die gleiche Anzahl an gegnerischen Champions antreten. Dabei platziert man die Charaktere aber nicht auf einem normalen Spielfeld, sondern eben auf einer Art Schachfeld. Nahkämpfer stellt man dabei am besten nach vorne und zum Beispiel Magier eher nach hinten. Und dann wird gekämpft, bis ein Champion-Team gegen das andere gewinnt. Allerdings werden die Champions nicht wie bei MOBA-Games von einzelnen Spielern gespielt, sondern sie kämpfen automatisiert. Deswegen ja auch „Auto“ Chess.

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Das Spielfeld bei Teamfight Tactics.

Damit das funktioniert wird in dem neuen Spielmodus auf Techniken aus bekannten online Card-Games wie Hearthstone und Magic: The Gathering Arena zurückgegriffen. Jeder Spieler bekommt eine bestimmte Anzahl an Karten pro Runde, aus denen er seine Champions auswählen muss. Zusätzlich muss man mit den Münzen, die man nach jeder Runde bekommt, haushalten. Unterschiedliche Champions kosten unterschiedlich viel Geld. Ebenfalls wie bei einem richtigen Kartenspiel sind zudem irgendwann einige Champions nicht mehr verfügbar, wenn der Gegner sie bereits gekauft hat. Das ist besonders ärgerlich, da man die Charaktere auch aufleveln kann, indem man sie mehrere Male kauft. So braucht man bei dem Auto Chess Game „Teamfight Tactics“ insgesamt neun Karten einer Figur, damit der Champion sein Maximallevel erreicht.

Und wie spielt sich Auto Chess so?

Als die Macher hinter Dota2 das Potenzial der neuen Auto Chess Mod erkannten, bastelten sie gleich ein vom Hauptspiel unabhängiges Game, das auf dem gleichen Prinzip basiert. Dota Underlords kam dabei heraus. Und auch Riot Games, ihres Zeichens Entwickler des beliebten MOBA Games League of Legends, zogen nach. Ende Juni veröffentlichten sie Teamfight Tactics als neuen Spielmodus, der kostenlos im Client für League of Legends spielbar ist. Da ich selbst einen League of Legends Account besitze, war es für mich naheliegend, den neuen Spielmodus hier einmal anzutesten. Leider gibt es bei LoL im Moment noch kein Tutorial für Teamfight Tactics und somit ist man in den ersten Spielen etwas verloren.

Dementsprechend wurde ich bei meinem ersten Fight auch Letzte. Bei Teamfight Tactics treten nämlich immer acht Spieler in einer Art „Blitzturnier“ gegeneinander an. Jeder gegen jeden, bis man seine gesamten Lebenspunkte verloren hat. Nach jedem Match zieht man wieder gegen einen anderen der insgesamt sieben Gegenspieler in die Schlacht. Und hat wieder neue Münzen für das Ummodeln seiner Aufstellung an Champions.

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In Teamfight Tactics baut man sich nach und nach eine starke Gruppe Champions auf.
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Farmen gehört hier auch dazu.

Sobald man sich aber auch nur ein wenig in die Spielmechaniken hereingefuchst hat, macht Teamfight Tactics wirklich Spaß. Es ist total interessant zu sehen, welche Champions in welcher Kombination am besten geeignet sind. Wichtig ist zu wissen, auf welche Champions man setzen möchte. Denn es gibt verschiedene Allianzen, wie Bewahrer, Leerenkreaturen, Assassine und so weiter und so fort. Je mehr Champions man aus einer Allianz hat, desto mehr Boni geben sie sich gegenseitig. Außerdem muss man schon früh gucken, dass man die Champions hochgelevelt bekommt, sonst sieht man schnell sehr alt aus.

Im Moment gibt es für Dota Underworld eine Beta-Android-Version und eben eine normale PC Version. Teamfight Tactics kann im Moment nur am PC gespielt werden. Riot Games schließt aber nicht aus, dass eine entsprechende App für den neuen Spielmodus veröffentlicht werden könnte. Ich muss sagen, dass Auto Chess seinem Hype bis jetzt für mich würdig geworden ist. In den nächsten Spielen wurde ich immerhin schon sechste und fünfte. Ich habe auch erstaunlich lange mit den anderen Spielern mithalten können. Nach diesen Games habe ich erst recht Blut geleckt und bin jetzt darauf aus, verschiedene Taktiken zu erforschen und die einzelnen Champions noch besser kennenzulernen, um gegen meine Gegner zu bestehen.

Mit den Riot Points könnt ihr euch in League of Legends neue Champions, Skins und Boosts freischalten. (Provisionslink)


Screenshots by Leonie Werner

Leonie Werner

interessiert sich für alles, was mit Medien zu tun hat. Insbesondere für Themen im digitalen Bereich ist sie offen und in Sachen Gaming immer auf dem neuesten Stand.


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