Kathrin Passig

Die Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin Kathrin Passig von Riesenmaschine.de chattete am 27. März in der Blogsprechstunde über Haustierblogs und Weltverbesserung durch Sado-Maso-Bücher. Sie erklärte, warum sie nicht Teil der Blogosphäre sein will und warum man Blog-Kommentatoren hart rannehmen sollte.

Moderator: Hallo und herzlich willkommen zur Blogsprechstunde mit Kathrin Passig von riesenmaschine.de. Der Chatraum ist von 16.00 bis 17.00 Uhr geöffnet, Sie können aber schon jetzt gerne Ihre Fragen stellen.

Kathrin Passig: So, ich bin jetzt schon mal da.

sonne: Warum sind Nagetiere die Schutzpatrone der Riesenmaschine?

Kathrin Passig: Weil es ja wohl ganz klar die besten Tiere der Welt sind. Das sieht man schon am niederländischen Wort für Nagetiere: Knaagdieren oder so. Und außerdem, wie es in „We are the beaver“ heißt: „The beaver always gives a dam.“

sdf s: Wie toll ist Google? Du hast dich ja mal unbeliebt gemacht, als Du Google – na ja – lobtest. Hängt Dir das in der Blogosphäre noch nach?

Kathrin Passig: Ich muss jetzt erst mal überlegen, wo ich mich da unbeliebt gemacht haben könnte. Um die Frage, die sicher noch kommt, gleich mal zu beantworten: Ich lese nämlich überhaupt keine anderen Blogs. Also schon, aber nur ausländische Gadgetblogs und so, nichts Deutsches und auch kein Katzen- und Befindlichkeitsblogging.

M+E: Momentan sind alle Medien und Firmen in einem Web-2.0-Rausch, der – zumindest was Kapitalverfügung angeht – an die alte New Economy erinnert. Steht uns ein neuer Zusammenbruch bevor?

Kathrin Passig: Ich habe weder die New-Economy-Blase kommen sehen (sonst wäre ich jetzt steinreich durch Aktien) noch ihren Zusammenbruch. Wie soll ich da irgendwas über den nächsten Zusammenbruch wissen?

Moderator: Wir haben sehr viele Frage zur Riesenmaschine, dem Weblog, für das Kathrin Passig unter anderem schreibt:

Oraksy: Was genau ist die Zentrale Intelligenz Agentur (ZIA) eigentlich? Und wie ist das Weblog Riesenmaschine damit verbunden?

Kathrin Passig: Das kann man nachlesen. Zum Beispiel auf den Seiten der Zentralen Intelligenz Agentur und der Riesenmaschine. Gibt’s darüber hinaus noch Fragen?

Opel: Wie kommt Ihr eigentlich an all die skurrilen Themen auf Eurem Blog?

Kathrin Passig: Wenn’s irgendwie geht, finden wir sie auf der Straße oder denken sie uns selbst aus. Wenn dadurch keine drei Beiträge täglich zustande kommen, suchen wir im Web danach.

Lola: Was habt Ihr eigentlich gegen Smileys? In Euren Kommentaren werden die ja immer rausgelöscht…

Kathrin Passig: Wir erwarten von unseren Kommentatoren, dass sie sich die Mühe geben, sich auch ohne Smileys verständlich auszudrücken. Womit nichts gegen Smileys generell gesagt sein soll, ich benutze sie auch ganz gern mal. Eigentlich wollen wir natürlich in erster Linie unsere Kommentatoren hart rannehmen, als Ausgleich für die vielen Höllenkommentare, die man anderswo immer so lesen muss.

Tine: Warum kann man per RSS-Feed nie die ganzen Blogeinträge lesen? Warum löscht Ihr den Mittelteil und wer denkt sich die witzigen Sprüche aus?

Kathrin Passig: Ersteres steht unter „Die Wahrheit über die Riesenmaschine“ ausführlich erklärt. Sprüche ausdenken: Alle.

Wirsing: Alle berichten über Knut (Eisbärbaby im Berliner Zoo, Anm. der Redaktion). Die Riesenmaschine berichtet über alles. Wo bleibt Knut?

Kathrin Passig: Die Riesenmaschine berichtet eigentlich immer nur dann über das, worüber alle anderen schon berichtet haben, wenn wir nicht mitgekriegt haben, dass das Thema längst totgebloggt ist oder bei Spiegel online stand. Das kann bei Knut ja nun nicht passieren.

Umsatz: Die Werbung auf Eurer Seite fällt kaum auf, man könnte meinen, es wäre nur „Fake“- Werbung. Erfüllt sie trotzdem Sinn und Zweck der Aktion?

Kathrin Passig: Na ja, ein Großteil davon ist ja auch Fake-Werbung. Aber ein Teil ist bezahlt, also funktioniert das Ganze wohl. Ich glaube, dass Werbung besser funktioniert, wenn man sie sich gern anguckt, und die Riesenmaschine-Werbung, ob echt oder unecht, gucke ich mir immer noch ganz gern an.

Werbung: Was halten Sie eigentlich von viral ausgelegten Corporate Blogs wie Horst Schlämmer?

Kathrin Passig: Ich bin mir sicher, Sascha Lobo (Mitarbeiter der Riesenmaschine, Anm. der Redaktion) kann dazu irgendwas Kluges sagen. Ich nicht, ich weiß nicht mal, wer Horst Schlämmer ist. Man kann sich nicht um alles kümmern, deshalb gibt es ja Arbeitsteilung in der Riesenmaschine.

Moderator: Zwei Fragen gebündelt:

RegenAusFrost: Wie wird man eigentlich ein Teil der Riesenmaschine? Kann man sich, wenn man immer wieder über skurrile Geschichten stolpert, bewerben?

little_earthquake: Kann man eigentlich bei Euch mitmachen?

Kathrin Passig: Nein.

podfjje: Wie viele Leute schreiben denn an der Riesenmaschine?

Kathrin Passig: Wie man unter http://riesenmaschine.de/index.html?wastun=autoren_anzeigen sehen kann, um die siebzig Leute. Ungefähr die Hälfte davon schreibt öfter mal was, der Rest nur einmal jährlich.

hajudk: Wie Sie gesagt haben, habe ich mal auf Ihren Seiten nachgeguckt, was die ZIA ist: „…ist ein kapitalistisch-sozialistisches Joint Venture mit dem Anspruch, neue Formen der Kollaboration zu etablieren.“ Na ja, damit kann ich nicht viel anfangen. Wer steckt genau dahinter? Was macht Ihr alles? Was ist euer Ziel? Und so weiter.

Kathrin Passig: Das steht doch da alles. Und in tausend auf den ZIA-Seiten verlinkten Zeitungsartikeln steht es auch. Mal ein ganz genereller Manierentipp für das Fortkommen im Leben: Wer erst googelt und dann fragt, macht sich beliebt.

Sokrat: Was ist das eigentlich für ein Ding auf Eurem Blog-Logo? Baut Ihr etwa im verborgenen wirklich an der analogen Riesenmaschine?

Kathrin Passig: Das Ding ist ein Generator oder so was und stammt aus einem Beitrag im Jahrbuch „Das neue Universum“ aus den 60er Jahren zum Thema „Riesenmaschinen stillen Stromhunger“.

bachmann: Sie reden sehr oft von Weltverbesserung. Was war denn, Ihrer Meinung nach, Ihr bisher wichtigster Beitrag zur Verbesserung der Welt?

Kathrin Passig: Mein privater? Oder der Riesenmaschine?

Moderator: Vielleicht beides?

Kathrin Passig: Hm, privat vielleicht das SM-Ratgeberbuch „Die Wahl der Qual“, zumindest habe ich da viele nette Mails von Leuten bekommen, die meinten, es hätte ihnen geholfen. Leider ist inzwischen fast alles, was zum Thema Internet in dem Buch steht, komplett veraltet. Man müsste es mal gründlich überarbeiten.
An der Riesenmaschine ist für mich das weltverbessernde Element, dass ihre Aufgabe explizit im Loben liegt. Wenn etwas besser wird, dann loben wir das. Und wenn es zumindest nicht schlechter geworden ist, dann auch. Das wird gern als Satire missverstanden, ist aber ernst gemeint.

Moderator: Eine Nachfrage zur Antwort, dass Kathrin Passig kaum andere Blogs liest:

sonne: Würdest Du dich nicht als Teil der Blogosphäre bezeichnen?

Kathrin Passig: Die Riesenmaschine sollte anfangs ein Blog für Leute sein, die sonst keine Blogs lesen. Wir mussten schnell einsehen, dass das so schnell nicht geht, eigentlich würden wir aber weiterhin gern eine Zielgruppe außerhalb der Blogosphäre erreichen.

Ulik: Wieso steht die ZIA laut Websiteangabe erst bei 4 Prozent in Richtung Weltherrschaft? Bei dem ganzen Medienrummel könnten es doch schon mindestens 27 Prozent sein…

Kathrin Passig: Ich denke auch, die Öffnung der Blogosphäre nach außen passiert ganz von allein, es ist einfach dasselbe Phänomen noch mal, das man Mitte der 90er beim gesamten Web sehen konnte.

Kathrin Passig: Tja, Medienrummel macht halt leider noch keine Weltherrschaft.

/// Sarah: Warum sind Blogs besser als traditionelle Mainstreammedien und werden sie jemals aus der Geek-Ecke rauskommen hin zu den nicht internetsüchtigen Menschen?

Kathrin Passig: Zur Geek-Ecke: Siehe oben und zu den traditionellen Mainstreammedien: Ich glaube, Blogger recherchieren tendenziell sorgfältiger als Printjournalisten, weil sie genau wissen, dass man ihnen jeden Fehler sofort in den Kommentaren um die Ohren haut. Beim Zeitunglesen fehlt mir oft der Kommentarteil – nicht, weil ich Kommentare so gern lese, aber weil man an ihnen einigermaßen ablesen kann, ob der Artikel Quatsch ist oder nicht.

feldwaldundwiesen: Wie findet Ihr raus, ob Eure Quellen stimmen?

Kathrin Passig: Wir warten ab, was die Kommentatoren sagen :-)

Ulik: Warum ist es Euch so wichtig, Leute außerhalb der Blogosphäre zu erreichen? Einfach um anders zu sein?

Kathrin Passig: Weil wir natürlich 100 Prozent aller Leser in Deutschland erreichen wollen, wegen der Weltherrschaft.

Hannelore: Kann man sagen, dass Sie selbst nicht so ein Blog-Fan sind? Und die Blogform für das Konzept Riesenmaschine ist eigentlich nur Mittel zum Zweck?

Kathrin Passig: Ich finde es sehr gut, dass es Katzenblogging und Befindlichkeitsblogging gibt. Das sind nur Textformen, die mich persönlich nicht so interessieren. Und meine Meinung ist auch nur eine von mehreren innerhalb der Riesenmaschine, wir haben durchaus auch gründliche Blogleser.

Penelope: Es gab ja lange Zeit den Vorwurf, dass in Blogs nur Katzenbilder beziehungsweise Haustiergeschichten zu finden seien. Hast Du auch mit Hobbies oder Haustieren angefangen im Internet zu veröffentlichen?

Kathrin Passig: Das ist jetzt eine Fangfrage, oder? Meine erste Website, die man auch noch finden kann (in ihrer ersten Inkarnation mit dem Compuserve Homepage Wizard erstellt, zusammen mit Peter Witzel) handelte in der Tat von Nage-, wenn auch nicht Haustieren.

Mensa34: Wie steuert sich eigentlich die Riesenmaschine beziehungsweise die Zentrale Intelligenz Agentur?

Kathrin Passig: Steuert? Wie, steuert? Wir treiben natürlich hilflos dahin, von den Medien hierhin und dahin geworfen. Das spart sehr viel organisatorische Arbeit.

Moderator: Kathrin Passig ist Journalistin, Übersetzerin, Schriftstellerin und Webdesignerin:

Furi: Wenn Sie sich entscheiden müssten, welchen Ihrer vielen Berufe würden Sie dann ausüben?

Kathrin Passig: Hm, dafür habe ich doch den digitalen Bohémienne-Beruf gewählt, damit ich diese Frage nie beantworten muss.

WersnLobo: Was verbindest Du mit der Digitalen Bohème? Gehörst Du dazu?

Igel: Zählst Du dich auch zur Digitalen Bohème deines Kollegen Sascha Lobo? Was genau bedeutet das eigentlich?

Kathrin Passig: Es bedeutet, dass das Internet gerade noch rechtzeitig für mich erfunden worden ist. Sonst hätte ich einen richtigen Beruf lernen müssen, womöglich irgendwas mit Frühaufstehen.

facy: Was sind Ihre konkreten Pläne als Schriftstellerin in der Zukunft? Was dürfen wir erwarten?

Kathrin Passig: facy, ich weiß genau, dass Du in Wirklichkeit Martin Baaske (Grafik-Designer und Mitarbeiter der Zentralen Intelligenz Agentur, Anm. der Redaktion) bist, dafür gibt es um Punkt 17:00 auf die Fresse. Ähm, will sagen: Weiß ich noch nicht so genau. Falls geschickte Roman-Ghostwriter im Saal sind: Meine Mailadresse steht ja überall.

Magnolia: Hast Du Autoren, die Du empfehlen kannst? Online und Offline?

Kathrin Passig: Ja, und zum Glück brauche ich die jetzt nicht alle aufzuzählen, sondern sie stehen schon bei http://www.lovelybooks.de/ versammelt.

Barfuss: Was bedeuten Dir all die Auszeichnungen, die Ihr oder speziell Du bekommen habt? Also Ingeborg-Bachmann-Preis oder Grimme-Online-Award?

Kathrin Passig: Ja, meine Güte, das freut mich natürlich alles sehr. Obwohl das alte Grimme-Award-Design besser war, ausgerechnet 2006 wurde so ein Glasklotz stattdessen eingeführt.

litlifestyle: Wie ist das eigentlich so vor der Bachmann-Jury zu sitzen, was geht einem da durch den Kopf?

Kathrin Passig: Nicht viel, das war eigentlich der einfachste Teil. Die Interviews nachher fand ich viel schwieriger.

BerlinHamburg: Können Sie sich vorstellen, nicht in Berlin zu leben?

Kathrin Passig: Ja. Aber ich kann mir auch vorstellen, ein Axolotl zu sein (Kiemenquasten!).

Hamburg: Deine erste Erzählung „Sie befinden sich hier“ wurde sofort mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. Wow! Solltest Du nicht alles stehen und liegen lassen und dich nur noch um die Schriftstellerei kümmern?

Kathrin Passig: Weiß nicht, meine anderen Jobs sind halt auch ganz interessant. Aber die Antwort wüsste ich eigentlich auch ganz gern. Es ist ja nicht so, dass die Jury unfehlbar wäre, ich weiß nicht, ob man da gleich alles stehen und liegen lassen muss deshalb.

Hipokrates: Könnt Ihr mit den bei der ZIA angebotenen Diensten eigentlich schon Euren Lebensunterhalt bestreiten?

Kathrin Passig: Eigentlich schon seit 2003, ja.

weltenweiser: Was kann man in Zukunft von der ZIA erwarten?

Kathrin Passig: Erst mal einen Dokumentarfilm über den Untergang der ZIA (im April irgendwann). Dann sehen wir weiter.

Janno: Wie seid Ihr auf die Idee „Riesenmaschiene für Doofe“ (Die Texte der Riesenmaschine in fehlerhafter Rechtschreibung, Anm. der Red. ) gekommen? Glaubt ihr, dass so viele beim Wort Maschine ein e mit reinpacken?

Kathrin Passig: Das haben wir uns gar nicht selbst ausgedacht. Tatsächlich sind wir mehrmals von Menschen mit richtigen Berufen (häufig in der Werbung) darauf angesprochen worden: „Unter riesenmaschiene.de ist ja gar nichts!“ Und man soll ja die Leser da abholen, wo sie stehen.

bachmann: Thema „Lexikon des Unwissens“: Ist das Buch eigentlich jetzt fertig? Es klingt sehr aufwändig.

Kathrin Passig: Ja, seit letztem Donnerstag. Jetzt kommt nur noch die Fahnenkorrektur.

mbr: In der ZIA habt Ihr ja alles, was an einer echten Firma stört, einfach weggelassen (hab es so ähnlich mal gelesen) – habt Ihr dann wirklich ein traumhaftes Arbeitsklima oder ist es nur eine schöne Utopie?

Kathrin Passig: Selbstverständlich ist alles ganz genau so, wie wir immer behaupten. Nur noch besser (Kopfhautmassagen, Betriebsausflüge in die Karibik).

erster: Was hältst Du von Second Life?

Kathrin Passig: Ich bin leider hochgradig suchtgefährdet, was neue Möglichkeiten der Onlinezeitverschwendung angeht, und darf mich deshalb Second Life nicht auf 50 Meter nähern.

Moderator: Zwei Fragen im Block:

Janno: Wo findet Ihr eigentlich die ganzen Bilder zu den Einträgen? Reine flickr-Suche? Oder gibt’s da noch bessere Seiten?

Janno: Was dauert bei der Riesenmaschine länger, Bildersuche oder Textschreiben?

Kathrin Passig: Seit wir anständig geworden sind, was Bildrechte angeht, sind es meistens flickr-Bilder mit Lizenz für kommerzielle Verwendung. Manchmal dauert die Bildersuche tatsächlich länger als das Schreiben.

ichnenneesarbeit: Wie sieht ein Tagesablauf von Dir aus?

Kathrin Passig: Hey, das kann man doch alles googeln. Nein, nicht wirklich, also: Ich stehe so zwischen zwölf und zwei auf und verlasse meine unwohnliche Abstellkammer in Neukölln zugunsten des viel schöneren Büros in Kreuzberg. Dort gehe ich zahlreichen Berufen nach bis gegen drei Uhr morgens, dann zurück in die Abstellkammer.

hajudk: Wie seid Ihr denn auf Powerpoint-Karaoke (Stegreifauftritte zu Bildschirmpräsentationen unbekannten Inhalts, Anm. der Redaktion) gekommen? Selbst ausgedacht oder ein neuer Trend aus Japan – oder wo auch immer?

Kathrin Passig: Das hat sich Holm Friebe (Mitarbeiter der Zentralen Intelligenz Agentur, Anm. der Red.) selbst ausgedacht, ich kann das bezeugen, ich war dabei. Wenn es das in Japan gibt, haben sie es von der ZIA abgeguckt.

anhannesschreibtisch: Mal was ganz anderes, na ja so anders dann auch nicht: Welche drei Dinge würden Sie an dieser Welt als erstes verbessern, wenn alles ginge?

Kathrin Passig: Weniger unterschiedliche Ladegeräte, jeder Tag soll zehn Stunden länger sein… Nein, natürlich in Wirklichkeit Weltfrieden und keine niedlichen Tiere mehr aufessen.

Schlämmer: Können Sie sich vorstellen, in die Politik zu gehen?

Kathrin Passig: Ja! Meine diplomatische Art prädestiniert mich für keinen Beruf so sehr wie für den der Politikerin! Angebote bitte gleich hier und jetzt (alle Parteien).

HWB: Die Riesenmaschine produziert ja momentan „nur“ Text. Habt Ihr schon mal darüber nachgedacht Pod- oder Videocasts aufzunehmen?

Kathrin Passig: Dann würde aber auffallen, dass manche von uns gar nicht lesen können und viele andere sehr hässlich sind. Das Bild der Riesenmaschine in der Öffentlichkeit würde seinen Glanz einbüßen. Außerdem ist das natürlich alles viel mühsamer als Schreiben.

Olaf: Aber vermisst Du nicht manchmal auch die Vorzüge des geregelten Lebens? Also zu geregelten Zeiten zur Arbeit und zurück, dafür danach Feierabend und freie Wochenenden? Kein Termindruck und dann einfach nur Privatleben?

Kathrin Passig: Ja, total, aber man hat es sich ja nicht ausgesucht.

Janno: Jeder Text wird ja im Team besprochen, bevor er online geht. Mit dem gesamten Team? Mit über 70 Leuten? Wie lange dauert denn dann der Weg bis ein Text online ist?

Kathrin Passig: Manchmal Jahre. Wir schalten jetzt noch Beiträge frei, die im Sommer 2005 entstanden sind. Deshalb sind die Themen („YouTube, das neue Ding in Sachen Filme“) auch manchmal nicht mehr so ganz frisch.

Moderator: Vielen Dank fürs Mitchatten und vielen Dank an Kathrin Passig. In der kommenden Woche ist Mathias „MC Winkel“ Winks zu Gast in der Blogsprechstunde von politik-digital.de in Kooperation mit den Blogpiloten, diesmal am Dienstag von 18.00 bis 19.00 Uhr. Am kommenden Freitag ist von 14.00 bis 15.00 Uhr Kerstin Plehwe von der Initiative ProDialog im ProDialog-Chat zum Thema Politikverdrossenheit. Das Transkript dieses Chats gibt es in Kürze zum Nachlesen auf politik-digital.de.