Mit den ersten YouTube Podcast Awards 2026 hat YouTube ein deutliches Signal gesetzt: Podcasts sind längst mehr als reine Audioformate – sie sind auch visuell ein zentraler Bestandteil der Creator-Kultur auf der Plattform.
Ende Februar 2026 fand die Preisverleihung erstmals in Berlin statt. Damit schafft YouTube erstmals eine eigene Bühne speziell für Podcast-Creator. Besonders ist, dass die Award Show nur deutschsprachige Podcasts berücksichtigt hat und dass, obwohl es eine vergleichbare Award Show von YouTube höchstpersönlich noch nicht im englischsprachigen Raum gab.
Während klassische Preise wie die iHeartRadio Podcast Awards oder die British Podcast Awards vor allem Audioformate auszeichnen, geht YouTube einen anderen Weg: Im Mittelpunkt stehen Video-Podcasts.
Interessant ist auch, dass die Show trotz der Anwesenheit einiger namhafter Gäste überraschend wenig Aufmerksamkeit generierte. Anders als beispielsweise die Stream Awards wurden die YouTube Podcast Awards auch nicht live übertragen. Sogar eine Pressemitteilung über LinkedIn erfolgte erst am nächsten Tag. Scheint also, als hätte die deutsche YouTube-Abteilung eher das Ziel verfolgt, eine unspektakuläre und eher brancheninterne, exklusive Verleihung zu veranlassen, als ein großes Medienspektakel zu kreieren.
Bei einer Award Show dürfen natürlich die Award-Kategorien nicht fehlen. Erst einmal herzlichen Glückwunsch an die Gewinner!
Der Hauptpreis
Der wohl bedeutendste Preis des Abends, „Podcasting Legend„, wurde an Tim Gabel verliehen . Sein Format gehört zu den erfolgreichsten Video-Podcasts im deutschsprachigen Raum. Der Stuttgarter ist schon seit 2013 auf YouTube aktiv. Zunächst etablierte er sich als Fitness-Influencer und war damit hierzulande einer der ersten erfolgreichen seiner Art. Ende 2019 startete er dann den “Tim Gabel Podcast”, welcher seitdem meist einmal wöchentlich erscheint. Von Influencern und Profisportlern über Experten und Journalisten bis hin zu Politikern – beim “Tim Gabel Podcast” gibt es eine große Bandbreite an verschiedenen Gästen.
Gerade diese Themenbreite macht den Podcast für viele so interessant. In Anbetracht seiner langen YouTube-Geschichte scheint er als Sieger der Kategorie “Podcasting Legend” also auf jeden Fall nicht ganz fehl am Platz zu sein. Da für diese Kategorie nur Hosts berücksichtigt wurden, die seit mindestens 10 Jahren auf YouTube aktiv sind, dürfte die Konkurrenz allerdings auch nicht allzu groß gewesen sein.
Politik & Gesellschaft
Auch der Podcast von Journalist Paul Ronzheimer wurde geehrt. Er gewann in der Kategorie „Audio to Video“, die besonders jene Formate würdigt, die erfolgreich den Schritt vom klassischen Podcast zum YouTube-Format geschafft haben. In der Vergangenheit hat er als BILD-Reporter oft auch direkt aus Krisengebieten wie der Ukraine oder Afghanistan berichtet. In seinem Podcast geht es stets um die aktuellsten politischen Entwicklungen – ob im Ausland oder hierzulande. Dabei ist vor allem der Output beeindruckend: Neue Folgen werden mehrfach wöchentlich, teils mehrfach täglich veröffentlicht.
Die bekanntesten Preisträger des Abends sind wohl aber Journalist und Moderator Markus Lanz und Philosoph Richard David Precht , die mit ihrem Podcast “Lanz & Precht” die Kategorie “Media” für sich entscheiden konnten. Somit hat sich bei der Veranstaltung auch eine öffentlich-rechtliche Produktion einreihen können. Hier besprechen die beiden wöchentlich politische und gesellschaftliche Themen.
Ebenfalls namhaft ist Tilo Jung, der mit “Jung & Naiv” in der Kategorie “Independent Journalism” ausgezeichnet wurde. Der Journalist, der bereits seit 2012 YouTube als Plattform verwendet, ist bekannt dafür, sich nicht vor hitzigen Debatten und unangenehmen Fragen zu scheuen.
Unterhaltung
Die Kategorie “Mixed Duo” gewannen Julia Beautx und Joey’s Jungle mit “Die Nervigen”. Hier erzählen die beiden Hosts wöchentlich einen Schwank aus ihrem Leben. “Multi Format” gewann “AnKat” von Anna Marie und Katharina Damm. Neben all den ernsten und fachlichen Themen der anderen Preisträger wurde also auch entspannte Unterhaltung berücksichtigt.
Ein weiterer Gewinner war Studio Bummens, das als „Studio of the Year“ ausgezeichnet wurde und damit die Rolle professioneller Produktionsfirmen im Podcast-Boom unterstreicht. Unter den Podcast-Produktionen des Studios findet sich so einiges: Von unterhaltsamen Gesprächen mit Prominenten, historischen Thematiken und True Crime ist alles mit dabei. Wenn es darum geht, nicht nur einzelne Podcasts zu erstellen, sondern die Sache mit einem großen Team anzugehen und eine Podcast-Plattform zu bieten, auf der gleich mehrere Shows stattfinden, ist Studio Bummens im deutschsprachigen Raum ganz weit vorne mit dabei.
Ausblick
Die YouTube Podcast Awards zeigen, dass auch YouTube selbst sich der wachsenden Relevanz des Podcast-Formats bewusst ist und dieses auf der eigenen Plattform fördern möchte. Während YouTube wenn es um andere Longform-Content-Formate geht, klarer Marktführer ist, sah es bei Podcasts lange Zeit anders aus. Denn bei reinen Audioformaten sind Spotify, Apple Music und Co. definitiv die größeren Player. Wie wir bereits berichteten, holt YouTube durch die immer stärker werden Video-Podcasts deutlich auf.
Außerdem stellt sich natürlich die Frage, ob und wann solche Awards auch im englischsprachigen Raum veranstaltet werden, beziehungsweise ob sich das Konzept überhaupt in Deutschland halten wird. In Anbetracht der großen Beliebtheit, der sich Podcasts erfreuen, ist davon jedoch auszugehen.
image via ChatGPT (KI-generiert)
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