All posts under Videotelefonie

Tech-Check: 2001: Odyssee im Weltraum

Wer sich mit der Geschichte der Science Fiction beschäftigt, kommt um den Film 2001: Odyssee im Weltraum nicht herum. Wenn auch von der Regie für heutige Standards übermäßig träge, beeindruckt der Blick fürs Detail in der Darstellung auch heute noch. Doch wie präzise war die Darstellung der damaligen Raumfahrt-Technologie? Welche Zukunftsvisionen hatten Regisseur Stanley Kubrick und Drehbuch Co-Autor Arthur C. Clarke und wie halten sie der heutigen Realität stand? Unser Tech-Check nimmt den Klassiker aus dem Jahr 1968 unter die Lupe.

Die Stille des Weltraums

Was die Geräuschkulisse angeht, ist der mittlerweile schon 50 Jahre alte Film vielen modernen Produktionen voraus. Einer der größten Kritikpunkte von Science Fiction-Produktionen ist das Ignorieren der Stille im Weltall. Der soundverwöhnte Kinogänger kennt es fast schon nicht anders, als dass bassiges Brummen die Bewegung gigantischer Raumschiffe untermalt. Doch im All gibt es keinen Schall oder zumindest nicht für uns wahrnehmbar. Odyssee im Weltraum ist einer der wenigen Filme, die dieser Stille gerecht werden und es sogar als Stilmittel verwenden.

Dazu muss man sagen, dass der Film langsam, wenn nicht gar regelrecht träge ist. Mechanische Funktionen werden in aller Genauigkeit gezeigt, lange und statische Einstellungen sorgen für ein Gefühl von Einsamkeit in den Weiten des Weltalls. Überhaupt sind im 143 Minuten langen Epos nur etwa 40 Minuten mit Dialog gefüllt. Am Anfang und dann nochmal in einer Intermission wird der Zuschauer sogar mit einem Schwarzen Bildschirm und Orchesteruntermalung „allein gelassen“.

Um die Schwerelosigkeit möglichst realistisch darzustellen, ließ Kubrick übrigens für 750.000 US-Dollar eine zwölf Meter hohe Zentrifuge bauen.

HAL 9000: Sinnbild für Künstliche Intelligenz

Einer der wichtigsten Figuren auf der Discovery One ist die künstliche Intelligenz HAL 9000. Aufgrund einer möglichen Fehlanalyse, beratschlagt die Besatzung, HAL 9000 abzuschalten. HAL 9000 liest diesen Plan von den Lippen der Astronauten David Bowman und Frank Poole ab. Um sich selbst zu retten und seinen Auftrag zu beenden, beschließt die KI, die Besatzung des Raumschiffes zu töten. HALs Fähigkeit zu fühlen wird spätestens deutlich, als er am Ende doch noch abgeschaltet werden kann. Während des Abschaltungsvorgangs gesteht HAL, dass er Angst hat. HAL entwickelt sich nach und nach zurück in den Zustand seiner „Kindheit“. Zum Schluss singt er noch das Lied „Daisy Bell“, dass ihm sein Schöpfer beigebracht hat. Dabei handelt es sich um eine Hommage an den IBM 704 Computer, der 1962 als erster Computer ein Lied sang – Daisy Bell.

Der Supercomputer HAL 9000 war eine der ersten Darstellungen künstlicher Intelligenz. Obwohl unsere heutige KI sich deutlich von der im Film unterscheidet, steht HAL 9000 noch immer sinnbildlich für all unsere Visionen und Ängste zu künstlicher Intelligenz. HAL 9000 ist klug, berechnend und kontrolliert sämtliche Systeme des Raumschiffs Discovery One. Und er entwickelt ein eigenes Selbstbewusstsein.

Die Erfindung des Tablets

Zu Zeiten des Filmes sahen Computer noch ganz anders aus, als wir sie kennen. Sie hatten die Ausmaße von Schränken und erste grafische Benutzeroberflächen gab es erst ein paar Jahre nach 2001: Odyssee im Weltraum. Mit diesem Kenntnisstand ist es umso beeindruckender, dass die Vision tragbarer Computer im Film extrem nah an unseren heutigen Tablets ist. Zwar zollen einige Konsolen-Ausgaben der damaligen Zeit Tribut, doch das grobe Design und die Art der Nutzung während des Essens ist so zutreffend, wie es nach 50 Jahren nur sein kann. Denn nach dem damaligen Stand der Technik waren tragbare Computer eine geradezu wahnwitzige Idee.

Fehlende Konsequenz zeigt die Idee in Form der Videotelefonie. Statt einer Integration in die Tablets oder mobile Kommunikatoren sitzt Dr. Heywood R. Floyd in einer Telefonzelle und tippt die Nummer sogar noch händisch ein. Dafür trifft die generelle Nutzung flacher Bildschirme den Nagel wieder überraschend auf den Kopf.

Raumfahrt noch nicht so weit

2001: Odyssee im Weltraum spielt 18 Jahre vor unserer Zeit. Und auch wenn unsere Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten durch die Technologie einen noch nie dagewesenen Wandel erlebt, ist unsere Raumfahrt nicht annähernd so weit, bemannte Missionen zum Jupiter zu schicken, der nochmal weiter entfernt ist, als der Mars.

Heutzutage ist die Faszination Weltraum nicht mehr ganz so groß und die Gesellschaft kritischer, wohin die Milliarden geschossen werden. Mit der zunehmenden Konkurrenz durch private Unternehmen wie SpaceX oder Blue Origin, erlebt die Raumfahrt derzeit jedoch eine kleine Renaissance.

Ein wahrer Klassiker

Zugegeben, 2001: Odyssee im Weltraum ist nicht für jeden geeignet. Als ich den Film vor wenigen Jahren erstmals sah, musste ich mich regelrecht durchquälen. Obwohl ich kein Freund der aktuellen Hollywood-Standards bin, war mir die Entschleunigung dann doch deutlich zu viel. Trotzdem hinterließ der Film nachbleibenden Eindruck. Dieser alte Film, noch vor der Mondlandung uraufgeführt, macht wissenschaftlich so vieles besser, als die millionenschweren Produktionen unserer Zeit.

Der Film zelebriert seine Genauigkeit, indem wir minutenlang zusehen, wie sich Personen langsam durch die Schwerelosigkeit bewegen oder Mechaniken der Raumschiffe funktionieren. Man spürt in jeder Szene, wie akribisch Kubrick auf jedes kleine Detail achtete. Auch HAL 9000 ist noch immer ein Sinnbild für Hoffnungen und Ängste bezüglich künstlicher Intelligenz – auch abseits der philosophischen Frage über Selbstbewusstsein und Leben.

Man muss den Film als solchen nicht zwingend mögen, um ihn für seine Genauigkeit und den visionären Blick in die damalige Zukunft zu würdigen. Auch die Qualität seiner Produktion ist so herausragend, dass 2001: Odyssee im Weltraum jüngst sogar als erster Film in 8K ausgestrahlt wurde.

2001: Odyssee im Weltraum 50th Anniversary Edition auf Amazon kaufen (Provisionslink)


Image by PublicDomainPictures via pixabay

Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • WHATSAPP t3n: Whatsapp: Videochat-Funktion ab sofort auf Android-Smartphones nutzbar: Mit WhatsApp können Android-Nutzer ab sofort auch Videochats durchführen. Der Anbieter der weltgrößten Messenger-App hat die Funktion über das Beta-Programm großflächig ausgerollt. Schon im Dezember letzten Jahres gab es Berichte, dass WhatsApp eine Videotelefonie-Funktion intern testet. Im Mai dieses Jahres wurde die Testphase für den Videochat ausgeweitet – seit Dienstag kann sie jeder Android-Nutzer über den Beta-Kanal des Play-Stores installieren. Die Qualität von Video und Audio ist derzeit selbst im WLAN-Netz noch nicht optimal, es sollte aber nicht vergessen werden, dass die Funktion sich noch im Beta-Stadium befindet. iPhone-Besitzer sind ebenso noch außen vor. Allerdings soll WhatsApp schon eine aktualisierte App bei Apple eingereicht haben, mit der die Funktion auch für iOS-Geräte einsetzbar wird.

  • BLACKBERRY ZDNET: Blackberry stellt Android-Smartphone DTEK60 vor: Mit dem DTEK60 bringt Blackberry einen neuen Vertreter seiner nach eigenen Angaben besonders sicheren Android-Smartphones auf den Markt. Das Gerät hat ein großes, hochauflösendes Display, einen schnellen Prozessor und eine 21-Megapixel-Kamera. Das Gerät ist eine technisch verbesserte Version des DTEK50, mit dem es das Design teilt. Anders als beim Vorgänger stammt die Hardware-Ausstattung des DTEK60 aus dem Oberklassebereich. So hat das Smartphone einen 5,5 Zoll großen Bildschirm, der mit 2.560 x 1.440 Pixeln auflöst. Das ergibt eine Pixeldichte von 534 ppi, was Displayinhalte scharf darstellen sollte. Im Inneren des Gerätes arbeitet Qualcomms Snapdragon 820, ein Vierkernprozessor mit einer maximalen Taktrate von 2,15 GHz.

  • APPLE horizont: Apple will im Weihnachtsgeschäft Rückgang stoppen: Apple will mit dem iPhone 7 im anstehenden Weihnachtsgeschäft die seit Jahresbeginn andauernde Talfahrt stoppen. Der Konzern prognostizierte für das laufende Vierteljahr einen etwas höheren Umsatz als im Rekordquartal vor einem Jahr. Zugleich gingen die Geschäftsrückgänge auch in den vergangenen drei Monaten trotz des Starts des neuen iPhone-Modells weiter. Das führte wie erwartet zum ersten Geschäftsjahr mit einem Umsatzrückgang seit 15 Jahren.

  • GOOGLE Golem: Google arbeitet angeblich an AR-Headset: Gerade erst hat Google mit Daydream eine eigene Plattform inklusive Hardware im Bereich Virtual Reality vorgestellt und schon geht das ganze in die nächste Runde: Schon seit längerer Zeit kursiert das Gerücht über eine weitere Brille, die weit über Daydream und Virtual Reality hinaus geht und das gesamte Thema auf eine neue Stufe heben soll. Jetzt gibt es neue Belege über das in Entwicklung befindliche Headset. Das neue Headset soll, anders als die Cardboard- und Daydream-Betrachter, ohne ein Smartphone als Display auskommen. Stattdessen arbeitet es wohl mit eigenen Displays und soll die Augmented-Reality-Elemente mit Hilfe von Eye-Tracking-Sensoren und weiteren Sensoren platzieren.

  • UBER Wirtschafts Woche: Roboter-Lastwagen liefert 50.000 Dosen Bier: Uber hat in den USA mit einem hochautomatisiert fahrenden Lkw 50.000 Dosen Bier ausgeliefert. Damit hat Uber demonstriert, wie die Zukunft der Logistikbranche aussehen könnte. Ein hochautomatisiert fahrender Lkw des Startups Otto, das Uber gekauft hat, legte laut einem Bericht von Bloomberg eine Distanz von rund 190 km über die Interstate 25 zurück. Uber reklamiert damit die erste kommerzielle Lieferfahrt mit einem automatisiert fahrenden Lkw für sich. Hinter dem Steuer befand sich kein Fahrer. Das Fahrzeug fuhr allerdings in Colorado nur eine Highway-Strecke entlang, die zuvor vermessen worden war.

Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • APPLE Golem: Apple verliert Spezialisten für autonomes Fahren: Der Kampf um Spitzenpersonal in der Automobilbranche geht weiter. So warb der chinesisch-amerikanische Autohersteller Faraday Future Apples Spezialist für Bilderkennung und autonome Fahrfunktionen ab. Dies könnte zu tieferen Einschnitten bei Apples eigenem Autoprojekt Titan führen. Der Spezialist Bart Nabbe arbeitete 10 Jahre am Robotics Institute der Carnegie Mellon University und war in der Vergangenheit unter anderem für Toyota tätig. Auch Peter Savagian, der frühere Chef von General Motors wechselte bereits zu Faraday Future.
  • TWITTER Internetworld: Twitter bringt „Promoted Stickers“: Seit zwei Monaten sind die interaktiven Sticker auf Twitter verfügbar. Nun wurde Pepsi zum offiziellen Launch-Partner erklärt und präsentiert die ersten gesponserten Sticker. Seit gestern haben Werbetreibende die Möglichkeit, Promoted Sticker zu veröffentlichen, welche von Nutzern über Fotos gelegt werden können. Nach dem unschönen Quartals-Ergebnis will Twitter damit mehr Werbeeinnahmen generieren.
  • SAP t3n: Mitarbeiter benoten? Darum verzichtet SAP künftig auf die Bewertung: Die Leistungsbeurteilung von Mitarbeitern führt langfristig zu mehr Missmut anstatt Motivation. Aus diesem Grund weicht SAP nun von seinem Kurs ab und verzichtet zukünftig auf eine Beurteilung, von der auch das Gehalt abhängig gemacht werden kann. Das dreiteilige Notensystem sei zu starr und trägt dazu bei, dass konstruktives Feedback auf der Strecke bleibt. Laut Aussagen von Wolfgang Fassnacht, Personalchef von SAP Deutschland testet SAP bereits ein neues System.
  • GOOGLE time: Google’s New Video Calling App Is a Simple Skype Alternative: Google hat die Videotelefonie-App Duo vorgestellt, diese ist speziell für die Nutzung auf Smartphones gestaltet. Es gibt zwar bereits die App Hangout von Google, aber bei Duo soll die Bedienung noch einfacher sein. Eine besondere Funktion der App zeigt den Anrufer schon vor dem Annehmen des Gesprächs auf einem Live Video. Anschließend kann der Angerufene entscheiden, ob er das Gespräch annehmen möchte oder nicht.
  • APPS horizont: Warum die EU-Kommission Chat-Apps stärker regulieren will: Europäische Telekom-Konzerne beschweren sich seit langer Zeit, dass Chat-Apps wie Whatsapp und Skype einen Wettbewerbsvorteil aufgrund von schwächeren Regeln hätten. Nun möchte die EU-Komission auch für diese Dienste strengere Regeln festlegen. Außerdem wird geprüft, ob die EU-Regeln angepasst werden müssen, weil Services wie Whatsapp und Skype von der Funktion her Ersatz für herkömmliche Telekommunikationsdienste sein könnten.
Weiterlesen »

Wire setzt komplett auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Wire funktioniert auf vielen Plattformen (Image- Wire)new

Wire führt endlich eine plattformübergreifende Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ein und integriert Videotelefonie in den Messenger. Im vergangenen Jahr habe ich nach zwei Anläufen die Berliner Messenger-App Wire für mich entdeckt. Inzwischen nutze ich Wire täglich in der Kommunikation mit verschiedenen Freundeskreisen, die alle Gefallen an den, vor allem durch Gifs und Zeichnungen geprägten Chats, haben. Der Aspekt Sicherheit scheint zweitrangig zu sein, aber Wire ist inzwischen erstklassig. Und jetzt kann die App der ehemaligen Skype-Ingenieure auch Videotelefonie.

Neues Feature bei Wire: Videotelefonie

“Wir freuen uns, über Wire nun auch Videotelefonie anbieten zu können”, kündigte Executive Chairman Janus Friis von Wire heute in einer Pressemitteilung, das am meisten nachgefragte Feature, an. Der Skype-Gründer hat mit der Investitionsfirma Iconical in Wire investiert, das inzwischen viele ehemalige Skype-Mitarbeiter, die nicht mit zu Microsoft gehen wollten, für sich gewinnen konnte.

Neben Friis hat auch Wire-Mitgründer Jonathan Christensen eine Vergangenheit bei Skype, sowie CTO Alan Duric, Siim Teller und Priidu Zilmer, der zuvor das Design-Team von Skype leitete. Schon vergangenen November vermutete ich in meinem Artikel über Wire, dass es nur eine Frage der Zeit wäre, bis Wire auch beim Thema Videotelefonie nachzieht. Jetzt ist es soweit.

Laut Friis ist es das Ziel, “das bestmögliche Kommunikations-Tool zu schaffen, das ebenso nützlich wie auch schön ist.” Deshalb fügt Wire regelmäßig neue Funktionen hinzu, wodurch sich in den vergangenen elf Monaten ein schicker und funktionsreicher Messenger entwickelt hat. In meinem privaten Umkreis ist es der meist genutzte Messenger, den auch ich privat nutze.

Plattformübergreifende Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Neben den Funktionen ist Wire aber vor allem für seine hohe Sicherheit beliebt. Noch ist Wire zwar auf der Suche nach einem Geschäftsmodell, allerdings bestätigte Friies in der Pressemitteilung die bisherige Philosophie des Unternehmens, indem die Kommunikationsinhalte auf Wire weiterhin “nicht durch die wachsende Online-Daten-Industrie ausgewertet werden können, die immer mehr private Daten sammelt, um Profile zu erstellen und gezielt für Werbung zu nutzen.”

Deshalb führt Wire auch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für jegliche Konversationsinhalte über Wire ein. Bisher wurde der plattformübergreifende Datenaustausch mittels TLS-Protokoll verschlüsselt. Das bedeutet, der Server, über den die Kommunikation läuft, authentisiert sich mit einem Sicherheitszertifikat. Sowohl Server als auch Wire tauschen daraufhin einen kryptografischen Schlüssel aus, so dass mit Wire der Text als auch Audio und Bilder verschlüsselt versendet werden. Kritiker bemängelten, dass Wire eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nur für Telefonate anbot. Mit dem neuesten Update wurde auch dieser Kritikpunkt erfüllt.

Das Ziel dieses Updates war es, Privatsphäre ohne Komplexität zu erreichen. Wir nutzen die modernste Open-Source Verschlüsselung, die stets aktiviert ist, für alle Konversationen, erklärt Alan Duric. Wir sind uns sicher, dass Wire diesen hohen Standard als einziges Unternehmen auf dem Messenger-Markt erfüllt: stets aktivierte Verschlüsselung für jegliche Konversationsinhalte, in Gruppen oder 1:1 sowie simultane Unterstützung für mehrere Geräte.


Image “Wire funktioniert auf vielen Plattformen” by Wire


Weiterlesen »