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Instagram Music: Teile deine Lieblingsmusik über die Insta-Story

Hans Vivek - unsplash com

Vor ein paar Jahren noch völlig unbekannt, heute ein essentieller Teil im Leben der heutigen Generation: Instagram und seine Storys.

Ist man beispielsweise am See, möchte man dies am liebsten mit seinen Freunden teilen. Dafür nimmt man einfach das Smartphone zur Hand und teilt die Aussicht über die beliebte Instagram-Story. Hier kann der Standort hinzugefügt werden und seit ein paar Monaten unter anderem auch ein Gif. Doch immer öfter machen User Screenshots von ihrer Lieblingsmusik und veröffentlichen diese auf der Plattform.

Instagram kommt jetzt seiner Community entgegen und ermöglicht es Lieder als Hintergrund in einer Story hochzuladen. Dafür wurde eine Instagram-Musikbibliothek erstellt, in der täglich neue Tracks erscheinen. Zur Auswahl stehen drei Kanäle: Beliebt, Stimmung und Genres. Alternativ kann man auch über die Suchleiste ein bestimmtes Lied aufrufen.

Instagram Songliste – Screenshot by Nina Brzeska

Diese Funktion kann man für Bilder und Videos nutzen, auch die Länge des Abschnittes ist zwischen fünf und 15 Sekunden frei wählbar.

Ist erst einmal eine bestimmte Szene mit der passenden musikalischen Unterlage im Kopf, so kann man direkt die Option „Musik“ wählen, den gewünschten Song anklicken und mit dem Aufnehmen loslegen.

Aber keine Sorge: wer es vergisst ein Lied für seine Story im Voraus auszuwählen, der kann es auch nachträglich machen, indem man hochwischt und den Button „Musik“ antippt.

Natürlich nicht ohne Bildschirm-Sticker

Sobald ein Track feststeht, erscheint auf dem Bildschirm ein Sticker mit dem Künstler und dem Titel. Genauso wie bei Gifs und Standorten kann man die Größe und den Platz des Aufklebers beliebig anpassen. Egal welchen Abschnitt man nehmen möchte, es ist von Anfang bis Ende des Songs alles möglich.

Instagram Bildschirm Sticker – Screenshot by Nina Brzeska

So macht Musik die Story noch unterhaltsamer als bisher. Es ist ganz unkompliziert umgesetzt, sodass auch die Instagram-Anfänger schnell ihren Weg finden sollten.

Die Funktion steht noch am Anfang ihrer Geschichte, deshalb lässt die Musikauswahl bisher noch Luft nach oben. Bisher können sich auch nur die iOS Nutzer über die neue Variante freuen, die Android-User müssen sich noch ein bisschen gedulden.

Die Musik-Option zeigt jetzt schon Hit-Potential, also sollte man keine Zeit verschwenden und schon heute die ersten Storys mit seinen Lieblingsliedern erstellen.


Hans Vivek / unsplash.com

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Wie Mainstream-Medien noch immer soziale Veränderungen bewirken

newspaper (adapted) (image by bykst [CC0] via pixabay)

Präsident Donald Trump hat seinen Kampf gegen die Nachrichten auf eine neue Ebene gebracht, als er ein bearbeitetes Video getwittert hat, in dem er jemandem gegenüber handgreiflich wird, dessen Gesicht mit dem Logo von CNN überblendet wurde. Der Sender wurde von „Cable News Network” in „FNN“ umbenannt – das „Fake News Network“.

Während es in den „postfaktischen“ Zeiten wie diesen und in einer Umgebung, die von einigen wenigen Medienkonglomeraten dominiert wird, viel an den Medien zu kritisieren gibt, brauchen wir die Presse doch, um unsere Anführer und Institutionen rechenschaftspflichtig halten zu können.

Wenn jedoch die Gelegenheit gegeben ist, sollten wir die Presse auch ab und zu loben. Die Serie “Unfounded“ der kanadischen Zeitung Globe and Mail ist ein Beispiel dafür. Die Macht der Presse sollte nicht unterschätzt werden – das gilt sowohl für den positiven als auch für den negativen Einfluss der Berichterstattung. Die “Unfounded”-Serie der Globe and Mail arbeitet in einer fortschrittlichen Art und Weise, um Themen ans Licht zu bringen, über die zu wenig berichtet wird. Die Serie konzentriert sich auf Fälle von sexuellen Übergriffen, die von der Polizei nicht verfolgt werden und demonstriert so die Macht der Presse, soziale Veränderung hervorzurufen.

Basierend auf polizeilichen Aufzeichnungen über 20 Monate hinweg hat die Serie unter der Leitung der Journalistin Robyn Doolittle herausgefunden, dass einer von fünf angezeigten Fällen bei der Polizei als unbegründet zu den Akten gelegt wird. Doolittle war in der Lage, die Daten zu sammeln, nachdem sie hunderte Anfragen zur Informationsfreiheit an Polizeidirektionen im ganzen Land verschickt hatte. Was sie zusammenstellte, ist mehr als nur eine schockierende Statistik solcher Fälle.

Daten und persönliche Geschichten = eine machtvolle Verbindung

Die Serie, die erst kürzlich den Data Journalism Award 2017 gewann, weil hier Datennutzung zur Aufdeckung von Systemversagen stattfand, stellt ein leuchtendes Beispiel für investigativen Journalismus dar. Doolittle bettete die statistische Analyse in eine Berichterstattung ein, die sie direkt von Frauen erhalten hat, die Opfer sexueller Übergriffe wurden und deren Aussagen von der Polizei schlichtweg abgetan wurden.

Allerdings sind die Berichterstattung der Serie und ihre Präsentation in den darauffolgenden Monaten nach der Untersuchung ebenfalls bemerkenswert. Anstatt die Story irgendwo auf den letzten Seiten der Zeitung zu vergraben, druckte man diese auf der Titelseite aus. Und das nicht nur einmal, sondern regelmäßig.

Ich habe jahrelang die kanadische Medienlandschaft verfolgt und glaube, dass dies im starken Gegensatz zur gewöhnlichen Berichterstattung anderer berichtenswerter Geschehnisse steht. Generell erscheinen diese ein- oder zweimal oder werden irgendwo in der restlichen Berichterstattung eingebettet. Sie verschwinden nicht nur aus den Zeitungen, sondern auch aus dem kollektiven Gedächtnis der Leser. Hier funktioniert Wiederholung, um die Story in der öffentlichen Wahrnehmung und in den Köpfen der Gesetzgebung am Leben zu halten.

Zusätzlich gab die Globe and Mail eine zwingende und persönliche Perspektive zur Berichterstattung vor. Das Blatt gab jeden Tag Neuigkeiten zu einem Fall einer Bürgerin heraus, deren Fall von der Polizei als haltlos eingestuft und zu den Akten gelegt wurde. Dieser Einschub sorgte für eine Vermenschlichung der Story. Dazu kommt, dass die tägliche Veröffentlichung derlei Berichte auch bewirkt hat, dass sie den Lesern im Gedächtnis bleiben.

Die Regelmäßigkeit der Veröffentlichungen und die strukturierte Perspektive, die sowohl durch die einzelnen Geschichten als auch durch das Bild im Ganzen gestärkt wurde, fingen die Komplexität und die Vielschichtigkeit des Themas besonders effektiv ein.

Die Gesetzgebung kümmert sich

Es war keine Überraschung, die grundlegenden Veränderungen nach der Veröffentlichung der Serie zu beobachten. Nicht nur haben verschiedene Polizeikräfte versprochen, die als haltlos eingestuften und zu den Akten gelegten Fälle neu aufzurollen, auch das Statistikamt Kanadas verpflichtete sich dazu, Daten aus den verschiedenen Teilen des Landes über dieses Thema zu sammeln. Politiker versprachen, ebenfalls mehr Geld für die Ermittlung von geschlechterbasierender Gewalt bereitzustellen und neue Strategien zum Umgang mit Fällen sexueller Übergriffe zu entwickeln. Erst vor Kurzem konnte die Polizei von Ottawa eine Person aufgrund der Informationen, die sich durch die Serie ergeben hatten, festsetzen.

Die Serie “Unfounded” von der Mail and Globe zeigt die wahre Macht des investigativen Journalismus. Die aktuelle Serie der Zeitung über den Missbrauch des Gesundheitssystems durch doppelte Zahlungen verspricht genauso aufklärend zu sein und hoffentlich genauso bahnbrechend. Falls die Zeitung auch Themen wie Rassismus, Islamophobie und andere Formen der Gewalt in diesem Stil behandeln würde, würde sie auch die wahre Rolle der Nachrichten erfüllen: Die Bevölkerung zu informieren und aufzuklären.

Jedoch kann man der Realität der heutigen Medienlandschaft nicht entkommen. Mit der zunehmenden Vorherrschaft der sozialen Medien als Mittel, mit denen Nachrichten konsumiert werden, bekommen Serien wie „Unfounded“ oft nicht die Ausstrahlungszeit, die sie verdienen. Stattdessen überwiegt die häppchenartige Berichterstattung – und eine ausführliche Berichterstattung bleibt nur als Zeitvertreib einiger Weniger.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „newspaper“ by bykst (CC0 Public Domain)


The Conversation

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • DATA heise: Bundestag genehmigt Ausbau der Videoüberwachung: Der Bundestag hat mitten in der Nacht zum Freitag den umstrittenen Entwurf der Bundesregierung für ein „Videoüberwachungsverbesserungsgesetz“ unverändert beschlossen. Mit der damit einhergehenden Änderung des Bundesdatenschutzgesetzes sollen mehr Kameras an „öffentlich zugänglichen großflächigen Anlagen“ angebracht werden dürfen. Das Parlament will damit die Sicherheit vor allem in Sport-, Versammlungs- und Vergnügungsstätten, Einkaufszentren oder Parkplätzen sowie in Einrichtungen und Fahrzeugen des öffentlichen Personennahverkehrs erhöhen.

  • FACEBOOK t3n: Weitere Snapchat-Kopie: Facebook startet „Messenger Day“:Nach Instagram („Stories“) und zuletzt Whatsapp („Status“) hat Facebook jetzt auch seinem Messenger eine Funktion spendiert, die stark an das Stories-Original des Rivalen Snapchat erinnert. Nutzer können mit „Messenger Day“ jetzt Bilder, Videos und persönliche Nachrichten für 24 Stunden teilen. Die Funktion wird ab sofort weltweit für Android und iOS ausgerollt, wie Facebook mitteilt. Die Fotos und Videos können die Nutzer entweder mit allen oder nur mit bestimmten Freunden oder Familienmitgliedern teilen. Die Inhalte verschwinden nach 24 Stunden wieder. Daher, so Facebook, könnten beliebig viele Bilder und Videos geteilt werden. Wer nicht will, dass die Inhalte 24 Stunden lang online sind, kann sie schon vorher aus dem Day-Bereich wieder entfernen.

  • MICROSOFT golem: Microsoft zeigt Werbung im Windows Explorer an: Der in Windows 10 enthaltene Dateimanager wird von Microsoft verstärkt für Werbeeinblendungen verwendet. Erste Hinweise darauf gab es bereits im Herbst 2016, aktuell berichten immer mehr Anwender von solchen Werbeschaltungen. Microsoft bestätigte dies, will die Einblendungen aber nicht als Werbung bezeichnet wissen. In einer Stellungnahme spricht der Windows-Hersteller von einer Benachrichtigung, wie The Verge berichtet. Die vorliegenden Berichte von Windows-10-Nutzern beschreiben hingegen klar eine Werbeeinblendung. Microsofts Cloud-Speicherdienst Onedrive ist bereits Bestandteil von Windows 10. Allerdings ist der maximale Speicherplatz auf 5 GByte beschränkt.

  • FINANZEN Welt: MoneyMap sagt Nutzern, wo sie Geld verschwenden: Das gerade gestartete Portal MoneyMap will künftig alle Verträge seiner Kunden digital verwalten. Der entscheidende Punkt: Das Start-up analysiert dafür das Girokonto des Nutzers. Über eine Anbieterdatenbank ordnet das Unternehmen die bestehenden Verträge auf diesem Weg zu, erkennt also etwa den Strom- oder Mobilfunkanbieter. Der Nutzer bekommt in einem zweiten Schritt konkrete Angebote und kann einen Vertragswechsel automatisch veranlassen. Den Gründern ist bewusst, dass der Einblick ins persönliche Girokonto eine heikle Sache ist. Mit dem sensiblen Thema Datenschutz und Datensicherheit setze sich das Start-up intensiv auseinander, es gebe hohe Sicherheitsstandards, versichert CTO Dmitry Kharchenko.

  • GOOGLE GoogleWatchBlog: Abschaffung der reCAPTCHA-Abfrage: Die Google-Tochter reCAPTCHA hat sich schon vor vielen Jahren Gedanken über das Problem der Captchas gemacht, und stand immer dafür, nicht allzu schwere und für Menschen unlesbare Buchstabenfolgen abzufragen. Zu diesem Zweck hatte man für lange Zeit Texte und Zahlen aus Streetview-Fotos verwendet, durch die man auch gleich noch wertvolle Daten für das eigene Angebot gewinnen konnte. Diese sind mittlerweile aber nur noch sehr selten zu sehen. Vor über zwei Jahren hatte man als Nachfolger der klassischen Captchas das No Captcha angekündigt, bei dem die Eingabe vollständig wegfällt. Stattdessen muss der Nutzer bei dieser Variante nur noch einen Haken setzen und somit bestätigen, dass er kein Bot ist. Da die Unterscheidung zwischen Bot und Mensch im Hintergrund stattfindet, hat man es nun auch geschafft den letzten Schritt zu entfernen und bietet ab sofort die Invisible reCAPTCHA an.

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Interactive Fiction: Bei diesen vier Games bestimmst du die Geschichte

Her-Story-Screenshot-Blue-Jacket (adapted) (Image by Sam Barlow)

„Story in einem Spiel ist wie Story in einem Pornofilm. Man erwartet, dass sie da ist, aber sie ist nicht sonderlich wichtig.“ Dieses Zitat wird dem Doom-Entwickler John Carmack zugeschrieben. Es wird immer gern dann diskutiert, wenn es um die vermeintliche erzählerische Niveaulosigkeit in Videospielen geht. Tatsächlich tun sich viele Games schwer damit, narrativen Anspruch und interaktives Erlebnis zu vereinen. Warum eigentlich? Ich will beides!

Interactive Fiction: Ich bin das Spiel

Einem Genre, dem das vergleichsweise gut gelingt, sind Spiele aus dem Bereich Interactive Fiction. Dabei wird die Geschichte wie in einem Film oder einem Buch über weite Strecken konzentriert vorwärtsbewegt. An Schlüsselstellen erhält der Spieler jedoch die Kontrolle über den weiteren Verlauf, indem er ihn mit dem Handeln oder den Antworten des Charakters beeinflussen kann. Ich liebe dieses Genre, weil es mir die Möglichkeit eröffnet, mich von einer packenden Story fesseln zu lassen, aber gleichzeitig Teil des Geschehens sein zu können. Ihr wollt dies auch erleben? Hier sind vier Spiele für Android, die ich euch empfehlen kann.

The Walking Dead: Zombie-Jagd mit Touch

Das Zombie-Franchise The Walking Dead (TWD) ist eines der populärsten Vertreter für Interactive Fiction. Die Spiele-Umsetzung stammt von Telltale. Das Entwicklungsstudio hat sich mit weiteren Genre-Vertretern einen Namen gemacht. Die Spiel-Version von TWD erlebt ihr über weite Strecken wie einen animierten 3D-Film. In diversen Situationen entscheidet ihr mit einer von mehreren Vorgehensweisen oder Anworten, wie die Handlung voranschreitet. Ab und an steuert ihr das Wohl eures Charakters in Quicktime-Events, etwa, um Zombies auszuweichen – oder zu töten. Inhaltlich spielt TWD im Universum der TV-Serie. Original-Charaktere trefft ihr aber fast nie. Dafür ist der Plot ähnlich. Mehr noch als die Zombies stellt euch das Aufeinandertreffen mit überlebenden Menschen vor Herausforderungen. Aktuell läuft die dritte Staffel namens „A New Frontier“. Darin müsst ihr in der Rolle des jungen Mannes Javier seine Familie vor den Gefahren der Zombie-Apokalypse schützen.

Startet aber lieber chronologisch mit der ersten Staffel. So verfolgt ihr besser das Schicksal des Mädchens Clementine, einer der interessantesten Charaktere, die ich je gespielt habe. Außerdem werden die Story-Weichen, die ihr gestellt habt, mittels Cloud-Sync staffelübergreifend übernommen. Nicht jede Entscheidung ist fundamental wichtig. Zum Teil hängt davon aber ab, wer stirbt oder wen ihr ein paar Folgen später wieder trefft. Die Idee der Interactive Fiction haben die Telltale-Designer exzellent umgesetzt. Als Einzelkauf kostet jede der fünf Folgen von The Walking Dead: A New Frontier im Play Store 5,49 Euro. Für jeweils ein bis drei Stunden Spielzeit ist das nicht wenig. Mir war es das Erlebnis bisher wert. Das Spiel ist außerdem für Windows, iOS, Xbox One und PlayStation 4 erhältlich.

Lifeline: Telefonseelsorge im Weltraum

Stellt euch vor, auf eurem Smartphone erreicht euch ein in Not geratener Astronaut – und mit euren Ratschlägen könnt ihr ihn aus seiner Lage retten. Das ist der Ausgangspunkt des rein textbasierten Spiels Lifeline. Im aktuellen sechsten Spieleableger „Lifeline: 8 wie unendlich“ chattet ihr – wie in einigen vorherigen Teilen auch – mit dem Weltraum-Schiffbrüchigen Taylor. Während euch Taylor abgehetzt seine Flucht vor sehr penetranten Aliens schildert, bittet er euch bei kniffligen Entscheidungen regelmäßig um Rat. Manchmal ist dafür sogar eine Google-Recherche nötig. Wählt eure Tipps weise, es geht buchstäblich um Leben und Tod.

Die zum Teil sehr witzigen Dialoge und der Erzählrhythmus, der auch Schlafens- und Essenspausen von Taylor berücksichtigt, unterstreichen den Eindruck, mit einem echten Menschen zu chatten. Manche Rezensenten fühlen sich dadurch so emotional berührt, dass sie sich geradezu Sorgen um Taylor machen. So weit würde ich nicht gehen. Dennoch finde ich das Spielkonzept sehr fesselnd. Die alternativen Enden motivieren zum erneuten Spielen. Das ist für mich Interactive Fiction, wie sie sein sollte. „Lifeline: 8 wie unendlich“ ist im Play Store für 2,99 Euro erhältlich und sein Geld absolut wert. Ältere Teile gibt es sogar schon für 0,99 Euro. Auf iOS läuft Lifeline ebenfalls.

80 Days: Eine Weltumrundung ist nicht genug

Ob der Londoner Gentleman Phileas Fogg es schafft, die Welt in 80 Tagen zu umrunden, bleibt natürlich mal wieder an euch hängen – seinem treuen Diener Passepartout. Im Gespräch mit Reisenden Informationen zu den schnellsten Routen beschaffen, Geld auftreiben und die Gesundheit des Chefs im Blick behalten –  das ist euer Job in der Spielumsetzung von Jules Vernes Roman.

In dieser Steampunk-Version der Geschichte könnt ihr mit Luftkissenfahrzeugen und mechanischen Kamelen reisen – dennoch bleibt im Setting des Jahres 1872 ein Zeitfenster von 80 Tagen ein steiles Timing für eine Weltreise. Mit der richtigen Reiseverbindung (Tipp: Nordpol!) schafft ihr es aber sogar schneller. Die Routenplanung und die Stadtaufenthalte sind hübsch animiert und illustriert. Die Hintergrundstory und Dialoge sind aber rein textbasiert. Euer Englisch sollte gut sein, sonst entgehen euch womöglich viele Details. Die Geschichte ist wahnsinnig dicht und detailreich. Passepartout ist mir ans Herz gewachsen. Ich habe gleich drei Weltumrundungen am Stück absolviert. Jede Reise ist anders und offenbart exotische Schauplätze und historisch angehauchte Nebenhandlungen. Der Preis von 3,80 Euro für die App im Play Store geht locker in Ordnung. Für Mac und Windows ist 80 Days ebenfalls erhältlich.

Her Story: Mörderhatz per YouTube-Suche

Bei dem Krimi-Spiel „Her Story“ fasziniert vor allem die ungewöhnliche Art, wie ihr euch die Geschichte erschließt. Es verschafft euch Zugang zu einer Polizei-Datenbank, in der sieben fiktive Interviews mit einer britischen Frau aus dem Jahr 1994 gespeichert sind. Sie vermisst ihren Mann und ihr müsst euch anhand der Aufzeichnungen einen Reim auf die Geschichte machen. Was die Sache zum Rätsel macht: Statt der kompletten Interviews betrachtet ihr nur kurze Ausschnitte. Diese fragt ihr in der Datenbank per Schlüsselwörtern aus dem Interview ab. Das Transkript liegt euch aber gar nicht vor. Was wichtig sein könnte, müsst ihr aus dem Kontext schlussfolgern und euch so Schritt für Schritt in Richtung Lösung voran puzzeln. Quasi wie bei einer unsystematischen YouTube-Suche.

Das Design hat einen gewissen nostalgischen Charme. Es erinnert an einen Computerarbeitsplatz der 90er-Jahre: grobpixelige Videos, geräuschvolle Computertasten und säuselnde Festplatte. Die schauspielerische Leistung hingegen liegt auf Laientheater-Niveau. Auch die Handlung kommt streng genommen nicht über einen durchschnittlichen Tatort-Plot hinaus. Dennoch ist das ungewöhnliche Gameplay extrem reizvoll. Für 5,49 Euro im Play Store bietet Her Story ein abendfüllendes Krimi-Rätsel. Unter iOS, Mac und Windows läuft das Spiel ebenfalls.

Ohne Story ist ein Spiel nicht sonderlich wichtig

Unter dem Strich leben alle vier genannten Spiele aus dem Bereich der Interactive Fiction nicht von der absoluten Brillanz des Plots, sondern davon, dass der Spieler den Verlauf non-linear mitbestimmen kann. Ich möchte aber auch überhaupt nur deshalb ein Teil dieser Spiele sein, weil die Plots mindestens „gut genug“ sind. Storytelling und Interaktivität gehen hier einen gesunden Kompromiss ein. Insofern widerspreche ich John Carmack. Ohne eine „mindestens gute“ Story ist ein AAA-Videospiel heute nichts mehr. Interaktivität bietet jedes Videospiel. Aber erst, wenn deren Handlung überzeugt, wird daraus ein Spiel, das sich von der Masse abhebt.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Applepiloten.  


Image by Sam Barlow via Her Story Game


 

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