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Die Netzpiloten sind Partner der Legal Tech

Partnergrafik_Legaltech

Am 28. und 29. November öffnet die Legal Tech in Berlin ihre Tore und das ganz unter dem Motto „Die Zukunft der Rechtsbranche“. Wichtig ist es in unserer heutigen Zeit mit der Digitalisierung zu gehen und nicht stehen zu bleiben. Das gilt auch für die Rechtsbranche. Gerade Kanzleien, egal ob mittelständische oder große, Berater, Legal-Techs, Unternehmensjuristen und Startups, sollten sich diese Konferenz nicht entgehen lassen.

Obwohl Legal Tech durch die Digitalisierung bereits in der Juristenwelt angekommen ist, reicht es allerdings nicht nur bestimmte Technologien zu nutzen, sondern auch einen Blick in die Zukunft zu wagen und konkrete Digitalisierungs-Strategien zu entwickeln. Wer mehr darüber wissen möchte, bekommt beim Legal Tech Forum einiges geboten.

Zu Beginn der Veranstaltung wird Dr. Emilio Matthaei den Teilnehmern tiefe Einblicke in die Thematik gewähren. Zudem können sich die Gäste im Anschluss auf folgende Themen freuen:

  • Zukunft der Rechtsberatung
  • Business Transformation (digital Transformation)
  • Kanzleimanagement der Zukunft
  • Blockchain
  • Smart Contracts / Smart Solutions
  • Datenschutz / Datendurchsuchung

Unter den namhaften Speakern befinden sich unter anderem Dr. Konstantin Bertram – Gründer und Geschäftsführer der LAWLIFT GmbH – und Dr. Anette Hartung – Rechtsanwältin und Wirtschaftsjournalistin – die selbstverständlich für sämtliche Fragen und anregende Diskussionen offen sind.

Wer sich also mit der digitalisierten Zukunft und Legal Tech auseinandersetzen will, sollte diese beiden Tage auf keinen Fall verpassen. Los geht das Ganze am 28. November im Pullman Berlin Schweizerhof um 09:30 Uhr. Also schnell die Tickets sichern, um Teil einer spannenden Konferenz zu sein.

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Legal Tech als Trend: Wenn Anwälte durch Algorithmen ersetzt werden

Image (adapted) (Image by energepic)[CC0 1.0] via Pexels

Sie heißen „frag-einen-anwalt.de”, „geblitzt.de” oder „Jurato” und sind eine der am meist gehypten Entwicklungen im digitalen Start-up-Bereich: Legal-Tech-Unternehmen. Unternehmensgründung, Mietrecht, Bußgelder: Rechtliche Fragen begegnen uns ständig im Alltag und wer nicht die Mittel für einen Anwalt oder die Zeit und Geduld zur Eigenrecherche hat, ist damit oft überfordert. Genau hier sehen viele Legal Tech-Start-ups eine Marktlücke. Sie wollen Verbrauchern automatisierte rechtliche Unterstützung anbieten.

Jetzt also auch noch Legal Tech?

Mit Algorithmen oder künstlicher Intelligenz helfen die Applikationen und Webseiten dieser Unternehmen Nutzern auf der Suche nach rechtlichem Ratschlag. Schneller, besser und günstiger als viele Anwälte das könnten, behaupten die Gründer hinter diesen Start-ups. Nach Medtech und Fintech, jetzt also auch noch Legal Tech? Das sei nur eine logische Entwicklung, sagt Michael Grupp vom Start-up Lexalgo dem Anwaltsblatt: „Tech und Jura haben heutzutage sehr viel mehr Verbindungen als noch vor zehn Jahren. In vielen Rechtsbereichen gibt es Tech-Fragen, vom Datenschutz bis zur IT als Unternehmenswert, von denen man im juristischen Studium wahrscheinlich nichts gehört hat.” Doch Legal Tech geht weit über die juristische Beratung von IT-Unternehmen hinaus. Das Angebot allein in Deutschland scheint schier endlos. Es reicht von Plattformen, auf denen Anwälte und Verbraucher zusammenfinden können über Nischenangebote zu sehr speziellen Rechtsfragen bis hin zu Tools, die Anwälten selbst die Arbeit abnehmen können.

Von der Plattform bis zum Nischenangebot: Legal Tech mischt die Rechtsszene auf

Auf Jurato können Nutzer zum Beispiel Beratungsangebote zum Festpreis buchen oder sie stellen eine offene Anfrage und mehrere Anwälte bewerben sich nach dem Ebay-Prinzip um die Beratung. Auch Webseiten wie „frag-einen-anwalt.de“ bemühen sich darum, Anwälte mit Ratsuchenden zusammenzubringen. Unter dem Motto „Jeder hat ein Recht auf Recht“ wollen sie den Zugang zur rechtlichen Beratung demokratisieren. „Rechtsberatung wird oft aus einem Elfenbeinturm heraus betrieben. Wir aber glauben an einen freien Zugang zum Recht für alle, unabhängig von Bildung, Geld und Beziehungen”, verspricht das Start-up auf seiner Webseite.

Neben diesen allgemeinen Plattformen haben sich einige Start-ups auf gewisse Rechtsfragen spezialisiert. So bekommen User auf „geblitzt.de“ rechtliche Hilfe bei ihren Bußgeldverfahren. Auf „Smartlaw“ finden Nutzer rechtlichen Beistand zur Unternehmensgründung und Start-ups wie „Bahnbuddy“ kümmern sich um Bahnfahrer, die bei Bahnverspätungen ein Recht auf Erstattung haben.

Die dritte Kategorie von Unternehmen im Legal Tech wiederum entwickelt smarte Tools für Anwälte selbst.„Lexalgo“ aus Darmstadt etwa hat Softwareprogramme entwickelt, sogenannte „Rule Engines“, die Anwälten dabei hilft, Daten zu organisieren, kategorisieren und Regelwerke zu erstellen. Diese Software soll Anwälten oder Kanzleien „helfen, eine juristische oder stark regelbezogene Entscheidung schneller, einfacher und verlässlicher treffen zu können“, behauptet das Start-up auf seiner Webseite. Ebenfalls aus Hessen kommt das Frankfurter Start-up „BusyLamp“, das von Unternehmen aus mehr als 100 Ländern, wie etwa der New York Times oder der Holtzbrinck Verlagsgruppe, genutzt wird. BusyLamp hat sich darauf spezialisiert, Managementtools für Rechtsfirmen zu erstellen, die ihnen dabei helfen, die Zusammenarbeit mit selbstständigen Anwälten sowie die eigenen Ausgaben zu organisieren.

Doch das ist wahrscheinlich nur der Anfang. Der nächste große technische Wandel für Juristen ist schon absehbar: Legal Chatbots. Auf DoNotPay, Visabot oder Robotlawyerlisa können Bots jetzt schon Nutzern in Rechtsfragen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Legal Tech: Chance oder Bedrohung?

So unterschiedlich diese Legal Tech-Unternehmen im Einzelnen arbeiten, eins haben sie alle gemeinsam: Von Algorithmen über künstliche Intelligenz bis hin zur Plattform-Ökonomie nutzen sie technische Möglichkeiten, um komplizierte rechtliche Prozesse zu automatisieren. Damit wollen sie einfacher und im Endeffekt auch kostengünstiger werden. Justice-as-a-Service nennt sich das Prinzip dahinter und sorgt unter Experten sowohl für Bewunderung als auch für Kritik.

Einer der größten Befürworter von Legal Tech in Deutschland ist Stephan Breidenbach. Er hat den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Zivilprozessrecht und Internationales Wirtschaftsrecht an der Europa-Universität Viadrina inne. Breidenbach sieht große Gemeinsamkeiten zwischen der Arbeit von Juristen und Algorithmen. Schließlich tauchen gerade beim Recht wiederkehrende Prüfungen und Lösungsstränge auf. Vom Lernen von unzähligen Paragraphen mal ganz abgesehen. Auch Juristen arbeiten also – genau wie Algorithmen – sehr formelhaft. „Recht ist Code“, sagt daher Breidenbach. Um den hiesigen Juristen die Chancen hinter Legal Tech zu zeigen, hat Stephan Breidenbach deshalb „Berlin Legal Tech“ ins Leben gerufen. Eine Mischung aus Rechtskonferenz und Hackathon, auf der Programmierer und Anwälte zusammenkommen können.

Die Fans von Legal Tech sehen die technischen Möglichkeiten also ganz klar als große Hilfe. Ihrer Meinung nach können nicht nur Verbraucher, sondern auch Anwälte von der technischen Unterstützung durch Legal Tech-Unternehmen profitieren.

Doch bisher sehen viele Anwälte in Deutschland die Entwicklung im Bereich Legal Tech eher skeptisch. Einige kritisieren, dass die Digitalisierung des Rechts, die Arbeit der Anwälte allein auf Auswendiglernen und Herunterbeten von Paragraphen reduziere. Andere wiederum heben hervor, dass kein Computerprogramm die Kreativität von Anwälten ersetzen könne. Und natürlich fühlen sich auch viele in ihrer beruflichen Existenz bedroht. Denn wenn ein Chatbot oder ein Algorithmus ihre Arbeit besser machen kann – wer braucht dann noch einen Anwalt?

Ist Legal Tech also eine Bedrohung oder eine Chance? Patrick Prior, Jurist und Legal Tech-Berater beantwortet das so: „Im Rückblick hat jede industrielle Revolution zunächst Arbeitsplätze gekostet, bis sich der Arbeitsmarkt auf die neue Situation eingestellt hat und neue Berufe oder Berufsfelder geschaffen wurden. Dies wird wohl auch bei Legal Tech langfristig nicht anders sein.“


Image (adapted) „Anwalt“ by energepic.com (CC0 Public Domain)


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„Gefährliches Halbwissen“: Neue Radiosendung startet

Kopfhörer (adapted) (Image by Unsplash [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Ob Anfänger oder Erfahrener: Für Musiker und Kreativschaffende gibt es zahlreiche Rechtsfragen. Das neue Format will „Gefährliches Halbwissen“ will diese nun kompetent beantworten. Bei Themen wie GEMA, Bildverwertung oder Sampling entstehen für alle in der Musik-, Medien- und Kreativwirtschaft Tätigen immer zahlreiche Fragen und Probleme – selbst bei prominenten „Hauptprogrammvertreter“ wie jüngst Jan Böhmermann. Zahlreiche Blogs und Foren versuchen zwar wiederum darauf Antworten zu geben, doch diese fallen für ein und das selbe Probleme nicht selten überraschend unterschiedlich aus. „Gefährliches Halbwissen“ grassiert laut dem Online-Radio und Webmagazin BLN.FM und dem Music Pool Berlin, die in einer gleichnamigen Sendung mit Fachanwälten und Experten klare, fundierte Antworten geben wollen.

Über zwei Wochen ist es her, dass der TV-Moderator Jan Böhmermann zum Internationalen Jogginghosentag das berühmte Foto des frisch eingenässten und hitlergrüßenden Harald Ewert auf Twitter postete. Fotograf Martin Langer hatte es 1992 am Rande des Pogroms gegen das Asylbewerberheim in Rostock-Lichtenhagen gemacht. Die Nutzungsrechte am Bild hatte er Böhmermann allerdings nie gewährt oder gar allgemein freigegeben. Die Debatte über die folgende Abmahnung, den dabei ermittelten Streitwert und die Aktualität der deutschen Gesetzgebung ist bis heute nicht verebbt. Folgerichtig soll das Thema auch neben vielen anderen beim Auftakt der neuen Radiosendung „Gefährliches Halbwissen“ am Montag, ab 20 Uhr, besprochen werden.

Der Fehler liegt bei Böhmermann. Es gibt eine ganz konkrete Rechtslage„, erklärt Moderator Tim Thaler. Der Gründer von BLN.FM will diese dann live rund um „Bildrechte, Retweeten, Facebook, Zwischenspeichern und Bildersuche“ genauer erörtern, Tipps geben, wie man den Streitwert senken kann, und warum die Anwendung des „Hamburger Modells“ ratsam wäre. Das alles wird Teil des ersten Themen- und somit Sendungsschwerpunkts zu den Grundlagen von Urheberrecht, Leistungsschutzrechten sowie den Funktionen von GEMA und Musikverlagen sein.

Kurz, knapp, logisch„, gibt Thaler den Anspruch an die Aufarbeitung in „Gefährliches Halbwissen“ aus. Als erfahrener Dozent – u.a. an der SHR Hochschule der populären Künste und dem SAE Institute (School of Audio Engineering) – wird er immer wieder mit dem titelgebenden Phänomen konfrontiert und sieht sich in der Rolle des Moderators als Brückenbauer zwischen Experten und Hörer. Zu Ersteren gehört Fachanwalt Marco Erler von der Kanzlei Lausen Rechtsanwälte, die auch die GEMA juristisch vertreten. An folgenden Ausgaben sollen dann etwa für den VUT – Verband unabhängiger Musikunternehmen tätige Juristen teilnehmen.

Das Studioteam komplettieren dabei wechselnde Experten des Music Pool Berlin. Der Music Pool ist ein Zusammenschluss des Netzwerks und Veranstalters all2gethernow mit der Clubkommision Berlin e.V. und der noisy Academy, einer Musikschule und Ort professioneller Weiterbildung mit Fokus auf digitale Musikproduktion bzw. elektronische Musik. Ihr Leiter, Robert Witoschek, hatte BLN.FM und den Music Pool Berlin für die Sendung zusammengebracht. Nun soll gemeinsam einmal im Monat Abhilfe bei den zahlreichen Probleme, die aus der „Demokratisierung der Musikwirtschaft“ durch Digitalisierung entstanden sind, geschaffen werden, so Witoschek: „Wir wollen mit Unwissen aufräumen, Verunsicherung beseitigen und – anders als an Lehrpläne gebundene Bildungseinrichtungen – tagesaktuell Themen anbieten und auf Veränderungen eingehen.“

Neben konkreten Rechtsfragen sollen auch Felder wie Unternehmensgründung, Identitätsfindung, oder aber Was tun? bei auslaufenden Verträgen für „Musiker, Festival- oder Agenturgründer, Musik-App-Entwickler, Djs“ in den nächsten Monaten aufgegriffen werden. Neben der Erfahrung und Glaubwürdigkeit aus jahrelanger Beratung, Bildungs- und Förderungsarbeit vor Ort bringe man dabei auch ein „Verständnis für die Perspektive des Musikers“ mit ins Radio. Das Beispiel Böhmermann vs. Langer etwa überführt Tim Thaler in das Umfeld der Zielgruppe von „Gefährliches Halbwissen“: „Nehmen wir einen jungen Audioproduzenten, der sich selbst vermarkten möchte und nun eine Facebook-Seite aufmacht und dafür Bilder von den Bands nutzt, deren Musik er abgemischt hat. Hat er überhaupt vom Fotografen, der die Rechte an den Bildern besitzt, die Rechte bzw. Freigabe, sich damit selbst zu vermarkten?

Die redaktionelle Gestaltung der auch mit Musik ergänzten Sendung wird dabei von den Hörern mitbestimmt, wie Kathi Zegers vom Music Pool betont: „Die Hörer haben die Möglichkeit, vor – und sogar während jeder – Sendung Fragen zu stellen. Je nachdem, welche Schwerpunkte dabei entstehen, werden wir dann auch entsprechende Experten aus unserem Pool in die jeweilige Sendung holen.“ Unter 030 69202098 oder per Mail an halbwissen@bln.fm erreicht man das Team. Zudem wird aus den einzelnen Ausgaben ein On-demand-Soundcloud-Archiv entstehen, auf das jeder Zeit zurückgegriffen werden kann. Und das dann hoffentlich ohne Verwirrung:

Es gibt viele sogenannte Rechtsexperten und genauso viele Meinungen„, findet Tim Thaler. „Wenn man aber mit Fachanwälten für die GEMA oder dergleichen redet, gibt es in fast allen Fällen immer nur eine klare Lösung. Und selbst der schwierigste Fall sollte uns nicht aus der Bahn werfen.“ Kann eine live gestellte Frage doch einmal nicht sofort im Studio geklärt werden, will man mithilfe eines entsprechenden Fachanwalts bis zur nächsten Sendung von „Gefährliches Halbwissen“ in jedem Fall die passende Antwort finden.

Die Sen­dung star­tet am Mon­tag, den 2. Februar 2015, um 20 Uhr auf BLN.FM.


Image (adapted) „Kopfhörer“ by Unsplash (CC0 Public Domain)

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