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Die Mediathekenumschau vom 16.Juni

Es ist so eine Sache mit den Mediatheken: Für viele Digital Natives sind sie schon Fernsehersatz – alles ist überall abrufbar. Doch nur auf Zeit: Gerade die öffentlich-rechtlichen Programme sind oft nach einer Woche wieder offline. Verlängertes Fernsehen statt digitales Archiv. Bevor sie verschwinden, fischen wir die besten Perlen aus der TV-Flut.

arte +++ Sendung vom 16. Juni: „Walter Jens hat den Deutschen gesagt, was richtig und was gut ist.“ So beginnt ein Film über das Leben des kürzlich verstorbenen Rhetorikprofessors. Bemerkenswert vor allem: Die Deutschen haben zugehört. Anekdoten und Zeitzeugenberichte, Interviews und eine geduldige Erzählstruktur bringen einem das Leben eines Intellektuellen von Format näher. Eines, das fehlt

3Sat +++ Sendung vom 10. Juni: Diese großartige Dokumentation hinterfragt unser Konzept von Freiheit. Junge Aussteiger berichten von ihren Versuchen, sich von gesellschaftlichen Zwängen zu befreien und die renommierte Sozialwissenschaftlerin und Autorin Marianne Gronemeyer erklärt plastisch, warum wir uns in einer Welt von Zwängen trotzdem noch frei fühlen. Unterhaltsam aufbereitet und nie platt ist diese Dreiviertelstunde fernsehtaugliche Philosophie das beste Argument für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

rbb +++ Sendung vom: 11.Juni: So eindeutig lässt sich das von dieser (Seifen-) Doku nicht sagen. Zu begeistert zeigen sich die Protagonisten der Reportage über den Wiederaufbau des Stadtschlosses in Berlin, zu sentimental sind die Geschichten aufbereitet, die die Verfechter des Kolosses dick aufgetragen. Trotzdem lohnt sich der Blick auf die Entstehungsgeschichte des Projektes, dass nach der Grundsteinlegung durch Bundespräsident Gauck in der letzten Woche nun sowieso nicht mehr zu verhindern ist.

SWR: Außer der Berliner Krawall-Chansonnier Pigor setzt sich mit seiner Forderung durch. Selten wurde so pointiert zusammengefasst, was zum Berliner Luftschloss mal gesagt werden musste. Auf dem besten Weg zum Youtube-Hit

 

 

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Nachruf auf Robin Meyer-Lucht

Ich kannte Robin Meyer-Lucht nicht persönlich. Er hatte carta.info aus dem Boden gestampft und dort habe ich ihn überhaupt zum ersten Mal wahrgenommen. Als Autor. Und als Macher. Viele seiner Texte habe ich kritisiert. Einige gemocht. In den Kommentaren zu seinen Artikeln war er oft besser als im Text selbst. Matthias Schwenk hat mir mal erzählt, dass er unheimlich pingelig war mit den Texten, die bei carta erscheinen sollten. Der Lohn war Anerkennung, Reputation, Neid und eben der Grimme-Preis.

Ich habe carta manchmal gehasst, manchmal gemocht. Aber eines muss ich aus Sicht eines Online-Journalisten sagen: Er hat einen Stein in die deutsche Online-Landschaft gerollt. Rodin sagte immer, er sähe schon im Steinbruch die Figur, die im Stein hocken würde, er würde sie nur befreien mit seiner Arbeit. Die Figur, die ich in carta sah, war ein andere. Jemand wird sie herausmeißeln. Aber Meyer-Lucht bleibt das Verdienst, wenigstens diesen dicken Brocken aus dem Steinbruch in unsere Welt gerollt zu haben.

Vor einigen Tagen ist er verstorben. Er möge seinen Frieden finden, wo auch immer er jetzt Texte redigiert.

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