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Smartes Hören mit ReSound: Die Hörhilfe mit der Spezialisten-App

Die Firma ReSound hat sich auf der IFA 2018 zum bereits vierten Mal mit ihrem smarten Hörgerät LiNX unter die anderen Tech-Hersteller gemischt. Sie will Hörhilfen wieder attraktiv machen – das Thema ist aktueller denn je.

Dolby Surround, fette Bässe und vibrierende Höhen. Wir sind heute mehr als jemals zuvor von tollem Sound aus der Musikanlage verwöhnt. Auch achten wir auf den richtigen Klang von Keksen und Autotüren. Kurz: Die Ohren sind das einzige Sinnesorgan, das immer mitsendet, nie ist es ganz ausgeschaltet. Ein störungsfreies Hören ist daher unerlässlich. Eine Binsenweisheit? Vielleicht, doch das Thema wird von den meisten Menschen unterhalb des Rentenalters weithin links liegengelassen.

Hören können muss wieder cool werden

Ein Fehler, findet ReSound. „Nur etwa 20 Prozent der Menschen, die eine Hörhilfe bräuchten, nutzen sie auch“, sagt Berater und Fachjournalist Martin Schaarschmidt. Der Hörverlust kommt dabei in den seltensten Fällen plötzlich, wie durch einen Hörsturz oder einen Unfall. „Oft spielen schlicht das Alter, aber auch andere Faktoren wie Stress oder permanente Belastung durch Musik oder das Arbeitsumfeld eine viel wichtigere Rolle, als viele annehmen“, so Schaarschmidt.

Dabei, sagt er, kann nicht nur der Lärm von schweren Geräten auf Baustellen oder in Fabriken, sondern auch eine dauerhafte Lärmkulisse, wie sie beispielsweise in einem Großraumbüro herrscht, eine schleichende Verschlechterung des Hörvermögens darstellen. Der Hörverlust ist also mitnichten eine Frage des Alters. „Vielleicht ist das Thema etwas unsexy, weil es oft mit Alter oder fehlender Mobilität verbunden ist – und doch ist es aktueller denn je.“ Und er betont: Wir alle sollten auf unsere Ohren aufpassen. „Wer nach ein paar unausgeschlafenen Tagen im Stress bereits ein Rauschen im Ohr bemerkt, sollte sich sozusagen akustisch schonen und bewusst auf seine Ohren hören“.

LiNX 3D: Smartes Hören per App und Telefon

Auf der IFA 2018 präsentiert der dänische Hersteller GN ReSound das smarte Hörgerät ReSound LiNX. Diesmal schon in seiner vierten Weiterentwicklung LiNX3D. Seit der Kopplung mit dem iPhone verbindet LiNX 3D kleinstteilige Technik mit der dazugehörigen ReSound Smart 3D App.

Neu ist in diesem Jahr die Erweiterung auf Android-Telefone per Sound Streaming, wie es der Hersteller nennt. Somit wird die Hörhilfe auf höchste Individualisierbarkeit getrimmt. Die innovative „3D-Orientierung“ ermöglicht seinen Trägern eine bessere Orientierung und Lokalisierung von Geräuschquellen. Dies kann den Umgang im Alltag deutlich erleichtern.

ReSound Teleaudiologie per App empfangen und einstellen

ReSound baut ein weit verzweigtes Netz auf, mit dem Träger des LiNX-Gerätes schnell und einfach ihre Feineinstellungen im Hörkanal anpassen können. Hier wird, ähnlich wie bei Point-of-Sale-Optikermeistern, die mit namhaften Online-Brillenhändlern wie Mr. Spex zusammenarbeiten, ein Service angeboten, der neue Wege in Richtung Telemedizin aufzeigen könnte.

Die Geräte hierzu sind klein und unauffällig und haben mit Opas Hör-Klotz, bei dem ständig die Batterien ausgelutscht waren, nur noch wenig gemein. „ReSound setzt auf Hörkomfort und hat sich, was die Bequemlichkeit angeht, einiges von den aktuellen Herstellern von In-Ears abgeschaut“, so Schaarschmidt.

Auch hat ReSound an die Akku-Lösung gedacht. Per magnetischem Kontakt kann man die Geräte einzeln abnehmen und in eine Akku-Bar legen, wo sie dann nach etwa zwei Stunden oder per Schnell-ladezyklus auch schon nach wenigen Minuten wieder einsatzbereit sind. Die Batterien sind zudem keine kleinteiligen Knopfzellen mehr, sondern Lithium-Ionen, die bedeutend länger halten dürften. Nicht nur bei Audio an sich, sondern auch in der Hörakustik spielt die Laufzeit also eine immer wichtigere Rolle.

Smartes Hören per App – eine Vision wird wahr?

ReSound ist durch die Kopplung des Gerätes an die firmeneigene App im kundengebundenen Service von heute angekommen. So kann jeder Nutzer einem verantwortlichen Hörakustiker mitteilen, ob und wie die Hörqualität verbessert werden kann. Der Akustiker passt – laut Hersteller innerhalb weniger Minuten – die Einstellungen an. Zudem spielt er ein Hör-Update auf die App mit entsprechender Kennzeichnung auf.

Diese kann der Nutzer nun herunterladen und – so zumindest die Hoffnung von ReSound – schneller deutlich besser hören. Außerdem spart er sich Zeit und Weg und ist in seiner gewohnten Umgebung, deren „Sound“ er kennt und sich auf kein neues akustisches Umfeld einlassen muss.

Die App präsentiert sich modern und aufgeräumt. Auch gibt es voreingestellte Klangprofile und Modellsituationen wie beispielsweise das Restaurant, bei dem viel Umgebungslärm das Verstehen des Gegenübers erschwert. Per App steuert der Nutzer dann die Feineinstellungen und filtert die Tiefen und Mitten heraus, so dass das Gespräch gut verständlich ankommt.

ReSound will nach und nach, auch mit dem Feedback seiner Nutzer, immer mehr Klangprofile entwickeln. Diese können individuell gespeichert werden und mittels GPS automatisch aktiviert werden, so dass sich das Hörgerät nach und nach auf die verschiedenen Hörsituationen einstellen kann.

Stellt sich hier bloß die Frage, wie die größte Kundengruppe diese Funktionen zu erlernen und zu nutzen gedenkt. Noch immer verschließen sich viele Ältere dem immer schneller werdenden Fortschritt der technischen Innovationen oder haben schlicht keine Gelegenheit, die Funktionen zu erlernen. Viele ältere Mitbürger besitzen weder Smartphone noch Internet. Sicherlich sind die App-erprobten Jüngeren hier besser dran: Die Hemmschwelle für alle unterhalb des Rentenalters dürfte bedeutend geringer sein, sich auf die smarten Lösungen einzulassen. Soll dieses System Zukunft haben, muss allerdings auch die Sichtbarkeit im Netz deutlich steigen – bisher sind zu diesem Thema, bis auf die Produktvorstellung selbst, nur wenig Informationen im Netz zu finden.

Vernetzung im Alltag

Auch arbeitet ReSound an branchenübergreifenden Kooperationen für Hörgeräte-Vernetzung. So steht man derzeit im Gespräch mit der Deutschen Bahn AG und der Hausgerätehersteller Miele, um auch smarte Haushaltsgeräte nutzen zu können. Anstelle der herkömmlichen Piep-Töne und Lautsprecher-Ansagen, die für Schwerhörige kaum wahrnehmbar sind, werden wohl demnächst die Ansagen von Alexa & Co direkt ins Ohr gestreamt.

Das ReSound LiNX wurde 2014, 2015, 2016 und 2017 übrigens auch mit dem Usablity Award ausgezeichnet.


Images by GN ReSound, Messe Berlin

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Press Play – Was ihr über Podcasts wissen müsst: Eine Anleitung

Auf dem Weg zur Arbeit, beim Sport, beim Putzen oder zum Einschlafen: Es gibt fast nichts, wo Podcasts uns nicht auf Schritt und Tritt begleiten. Wir suchen in dieser Reihe die spannendsten Podcast-Highlights für euch heraus.

Der Bus will nicht kommen und ihr müsst Zeit überbrücken? Na klar: Hörer rein, Smartphone raus, Track abspielen. Wer jetzt an Musik denkt, liegt 2018 nicht zwangsläufig richtig. Wahrscheinlicher ist es, dass jetzt ein Podcast läuft. Denn Podcasts können mehr: Sie schärfen euren Blick für die Welt. Mit ihnen kann man neue Themen und Aspekte kennenlernen, tiefergehende Diskussionen zu aktuellen Debatten verfolgen oder sich ganz einfach die Zeit vertreiben.

Podcast: Die dritte Welle ist da

Die derzeitige “dritte Welle des Podcastings”, wie die der Podcast-Pionier Tim Pritlove sie in seiner Keynote auf der Subscribe9 im Herbst 2017 beschrieb, führt vor, wie vielfältig das Medium Podcast ist. Etwa seit 2016 haben sich Podcasts aus der Nische herausbewegt und sind im Mainstream angekommen. Außerdem lässt sich kein anderes Medium besser parallel nutzen.

Egal, ob beim Bügeln, Kochen, Spazieren, Reisen, Pendeln – Podcasts begleiten uns im Alltag. Die Faktoren Personality und der Promi-Status sind ebenfalls nicht zu vergessen – ähnlich wie bei Youtubern haben sich unter Podcastern bestimmte Filterblasen und eine gewisse Podcasting-Prominenz gebildet. Podcasts füllen inzwischen Kommentarspalten oder es bilden sich Communities, die über die Inhalte diskutieren.

 

Der große Podcast-Guide: Was ihr wissen müsst

Was ist das? Das Podcastformat – abonnierbare Mediendateien, meist im Audioformat, die per RSS-Feed ausgeliefert werden – hat sich seit Anfang der 2000er in der Medienlandschaft etabliert. Podcasts (ursprünglich von Broadcasting, damals noch hauptsächlich über den iPod) sind eigens produzierte Sendereihen mit regelmäßigen Episoden.

Und was passiert da? Mal spricht man miteinander über alles mögliche, mal werden Experten ausgefragt und bestimmte Themen intensiver beleuchtet – die Vielfalt ist schier unendlich. Podcasts sind also mehr als nur Radio oder Fernsehen auf Abruf, denn sie sind spezieller und oft tiefgründiger.

Wer ist alles dabei im Podcast-Universum? Es gibt nicht nur Olli Schulz und Jan Böhmermann – jeder kann Podcaster sein. Mehr als ein Mikrofon, ein Schnittprogramm und einen Webspace, auf dem die fertige Sendung schließlich hochgeladen wird, braucht man nicht. Weil der Einstieg in die Audioproduktion so niedrig ist, haben sich bereits ganze Unterkategorien von Podcast-Filterblasen gebildet.

Was gibt es für Themen? Kurz gesagt: Alles. Im Prinzip findet sich zu jedem Thema jemand, der darüber berichten kann. Hier müssen keinesfalls die Stars der Medien-Szene den Ton angeben – spannender sind oft die Spezialthemen der Nerds! 

Podcast sind sozusagen die Gegenbewegung zur Programmunterhaltung. Aber auch die Öffentlich-Rechtlichen möchten mitmachen. Das On-Demand-Plus wertet auch professionell gestaltete Features und  Radiosendungen auf, die sonst oft ungehört versanden, weil sie oft zu nachtschlafener Zeit gesendet werden. Es lohnt sich also, auch einige Feeds der offiziellen Medienhäuser zu abonnieren.

Wie lange sollte ein Podcast dauern?  Ganz einfach: Bis das Thema zu Ende ist. Das eine oder andere Thema lässt sich eben nicht in dreieinhalb Minuten umfassend darstellen und manche Diskussionen sind auch nach einer Stunde Talkshow noch nicht ausreichend besprochen.

Hier gewinnt der Podcast, denn es gibt keine Zeitbegrenzung. Das heißt noch nicht, dass alle Sendungen stundenlang dauern müssen – mache Formate sind kurz und knackig, manche nehmen sich extra viel Zeit.

Klingt gut, das will ich mir mal anschauen! Wo kann ich das alles hören?  Am Besten installiert ihr euch einen Podcatcher: Ein automatischer Feed, der euch die neuesten Folgen eurer Lieblingspodcasts anzeigt. Für Android-Nutzer gibt es AntennaPod, PodcastAddict oder Podkicker (alle drei sind kostenlos), auch der PocketCast (3,99 Euro bei Google Play) ist einen Blick wert. Bei einigen Podcatchern sind ein paar Feeds schon vorinstalliert, eure Wunsch-Sendungen könnt ihr aber ganz einfach hinzufügen.

Apple-Usern haben es hier leichter: Die vorinstallierte Podcast-Player auf eurem iPhone ist ein verlässlicher Begleiter. Reicht euch nicht? Ein paar andere Apps zum Podcast-Hören könnt ihr hier ausprobieren.

Welche Podcasts empfiehlt die Redaktion? Die August-Highlights gibt es hier.


Image (adapted): Microphone by TheAngryTeddy (CC0 Public Domain), via Pixabay

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