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E-Sport: Overwatch-Profispielerin Ellie sorgt für Eklat

Mittlerweile ist es kein Exklusivrecht von Fußball und Co ihre kleinen und großen Sportskandale zu haben. Auch im E-Sport gibt es immer wieder unschöne Zwischenfälle. So zuletzt mit der Overwatch-Profispielerin Ellie, die sich aufgrund von Sexismus aus der Contenders League zurückzog – nach nur zwei Wochen. Nun stellt sich allerdings heraus: Ellie hat nie existiert. Die Streamerin Aspen vom Team Cloud9 enthüllte, dass hinter Ellie der Overwatch-Spieler Punisher steckt. Dieser habe ihren „Leak“ auch abgesegnet. 

Eine Spielerin, die aus dem Nichts kam

Doch schauen wir ein wenig zurück. Am 22. Dezember verkündete das Overwatch Team Second Wind, Ellie für die kommende Saison neu verpflichtet zu haben. Zu dem Zeitpunkt war Ellie ein schwarzer Fleck auf der E-Sport-Landschaft. Niemand kannte die Spielerin und auch ihr Twitter-Account ging erst im Dezember online.

Während es doch einige gab, die sich auf den Neuzugang freuten, hagelte es auch viel Kritik. Teils weil sie so völlig aus dem Nichts kommt, teils einfach weil es sich offenbar um eine Frau handelte – der E-Sport ist noch immer stark dominiert vom männlichen Geschlecht. Die Streamerin Aspen verriet bei ihrer Enthüllung, dass Ellie sogar eine Art soziales Experiment war, welches außer Kontrolle geriet.

Blizzard ermittelt

Schon vor dem Leak gab es Gerüchte, Ellie sei nicht echt. Sie nutzte während des Spiels kaum den Voice Chat und wenn doch, dann meist recht verzögert. E-Sport-Experte Rod „Slasher“ Breslau, stellte die Identität auch bereits vor der Enthüllung in Frage und erhielt sogar Screenshots einer Konversation, wo Punisher über seine Aktivitäten für den Ellie-Account schreibt. Bald darauf schaltete sich Blizzard ein, der Entwickler von Overwatch, und bestätigte, dass es sich um einen sogenannten Smurf-Account handelt – so nennt man Zweit-Accounts, die unter anderem von hochrangigen Spielern erstellt werden, um mal auf einem niedrigerem Level zu spielen.

Mittlerweile gibt es auch ein offizielles Statement des Teams über TwitLonger. Second Wind habe nichts Auffälliges bemerkt, als man mit Ellie in Kontakt trat, die auch auf Anrufe und private Nachrichten reagierte. Aufgrund eines fehlenden physischen Kontakts mit den Spielern wolle man bei Second Wind zwar die Identität der Spieler überprüfen, gleichsam aber auch ihre Privatsphäre respektieren.

Nach aufkommenden Anfeindungen und Doxxing-Drohungen (unerlaubtes Veröffentlichen privater Daten im Internet), bat Second Wind Blizzard, Ellies Namen nicht auf der Contenders Website zu veröffentlichen. Nachblickend gesteht Second Wind, mit dem Thema schlecht umgegangen zu sein. Das Team entschuldigt sich bei der Community für den Vorfall.

Schadet der Vorfall weiblichen E-Sportlern?

Fake-Account oder nicht – der Skandal zeigt, dass es in der E-Sport-Szene noch immer Sexismus-Probleme gibt. Liz Richardson von der E-Sports-Seite Overwatchscore ist der Ansicht, dass der Skandal um Ellie, die Situation für Frauen im E-Sport sogar noch schlimmer macht.

„Abgesehen von den Beteiligten wird dieser ‚Stunt‘ dauerhafte Auswirkungen auf JEDE Frau haben, die versucht, in die Contenders einzusteigen. Sie werden ALLE jetzt Gegenstand von „lol sind Sie real???“-Belästigungen sein.“

Auf der anderen Seite bleibt die Frage, ob die Anfeindungen nicht vor allem mit der suspekten Situation von Ellie einher kamen. Schließlich gibt es im Overwatch-Umfeld auch viele anerkannte Frauen (wie eben Liz Richardson oder Aspen). Leider ist Sexismus das einfachste Mittel Druck auszuüben oder jemanden zu verletzen. Immerhin hat Ellie diese toxische Seite des E-Sports medial auf den Tisch gebracht. Bleibt zu hoffen, dass dieses missglückte Experiment am Ende doch eher wachrüttelt, anstatt E-Sportlerinnen weitere Steine in den Weg zu legen.

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