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#SMWHH: Neue Arbeit und ihre Helden

Können Sie sich noch an den Wortlaut der Märchen Ihrer Kindheit erinnern? Oder derer, die Sie vielleicht Ihren eigenen Kindern vorgelesen haben? Vermutlich nicht, jedoch können wir alle noch die Moral dieser Geschichten wiedergeben. Die Narrative hinter den Märchen haben eine langfristige Wirkung und helfen uns, eine eigene Sicht auf die Welt zu entwickeln. Deshalb vergessen wir sie, einmal verinnerlicht, zeitlebens auch nicht mehr.

Diesen Ansatz wählten die beiden Autorinnen Christiane Brandes-Visbeck und Susanne Thielecke, als sie sich dem Thema New Work zuwendeten. Anstatt erklärende Thesen und abgrenzende Definitionen aufzustellen, die dann doch ignoriert werden, haben sie für ihr Buch „Fit für New Work: Wie man in der neuen Arbeitswelt erfolgreich besteht“ (Provisionslink), die Geschichten von Menschen, die Neue Arbeit vorleben, erzählt. Unter anderem auch meine.

Deshalb war ich am Donnerstag der diesjährigen Hamburger Social Media Week auch einer von fünf geladenen Gästen, die die beiden für ihr Buch interviewten und nun auf der Bühne des Altonaer Theaters zum Gespräch baten. Neben mir saßen noch Nico Lumma, Stephan Grabmeier von Kienbaum, Ministry-Agenturchef Andreas Ollmann und WorkGenius-Gründer Daniel Barke mit auf dem Podium.

Digital Heroes (v. l. n. r.): Stephan Grabmeier, Nico Lumma, Andreas Ollmann, Tobias Kremkau, Daniel Barke, Susanne Thielecke und Christiane Brandes-Visbeck, Hamburg 2019

Warum all diese Herren, und ich, für dieses Buch interviewt wurden, wie auch die Karriereberaterin Svenja Hofert und Strategieberaterin Kerstin Hoffmann, erfahren Sie am besten durch Lektüre des oben erwähnten Buches. Darum soll es hier jetzt nicht gehen. Vielmehr möchte ich die wenigen Wissenshappen, die wir fünf redseligen Gäste in diesem 50-minütigen Gespräch wiedergeben konnten, einmal Revue passieren lassen.

Gelebte Expertise zu Neue Arbeit

Andreas Ollmann und Stephan Grabmeier betonten, aus verschiedenen Blickwinkeln, dass das Warum klar sein muss. Sowohl Mitarbeiter, wie auch das Unternehmen, müssen wissen, welchen Sinn die Arbeit hat. Da es bei Neue Arbeit darum geht, dass zu machen, was man wirklich möchte, muss man auch einen Arbeitgeber finden, der die gleichen Werte wie man selbst hat. Ansonsten fühlt sich Arbeit wie Verschwendung von Lebenszeit an.

Was man wirklich machen möchte, kann verschieden sein und ändert sich womöglich auch. Durch Neue Arbeit und der steten Sinnsuche, sollten sich Unternehmen auch viel mehr auf Quereinsteiger*innen einlassen. Daniel Barke setzt da mit seiner Plattform WorkGenius an und bringt qualifizierte Arbeitnehmer*innen mit Unternehmen zusammen. Ein Versuch, bessere Modelle für freie Arbeit zu schaffen – dabei selbstbestimmt und fair.

Dies wird Grundlage einer von Neue Arbeit geprägten Wirtschaft, ob bewusst nach der Philosophie von Frithjof Bergmann ausgerichtet oder aus einem inneren Antrieb heraus, mit einer Brise Lebenserfahrung. Nico Lumma, Managing Partner beim next media accelerator, berichtete aus dem Arbeitsalltag mit Startups. Auch junge Gründer*innen brauchen noch Tipps, beispielsweise Sonnenstunden in Hamburg zu nutzen statt nur zu arbeiten.

Neue Arbeit ist, was man selbst will

Am Ende des Podiumsgespräch kann ich für mich festhalten, dass wir nicht versucht haben, zu definieren, was Neue Arbeit ist. Ein jeder von uns hat einen anderen Blickwinkel auf dem Podium vertreten und wir alle haben aus unseren sehr persönlichen Erfahrungen heraus argumentiert. Neue Arbeit hat nichts mit Tischen aus Europaletten oder Kickertischen zu tun, sondern Menschen, die selber entscheiden dürfen, wie sie arbeiten wollen.


Image by Tobias Kremkau

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