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Next is now: Das Samsung Galaxy S6

Samsung Galaxy S6 Edge (adapted) (Image by K?rlis Dambr?ns [CC BY 2.0] via Flickr)
Am 2. März 2015 stellte Samsung in Barcelona sein neues Smartphone-Flaggschiff vor: Das Samsung Galaxy S6. In zwei Versionen, dem Galaxy S6 und dem Galaxy S6 Edge, wird das Multifunktionsgerät auf den Markt gebracht. Erste Details zum Samsung Galaxy S6 überzeugen auf ganzer Linie. Durch schnelle und flüssige Performance hat [...]
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Adé Flatrate – Wie Base seinen Kunden die Kontrolle entzieht

Die E-Plus-Tochter Base drosselt nicht nach Erreichen des Datenlimits, sondern bucht ein teures Datenpaket hinzu – zum Ärger der Nutzer. Jedes Megabyte kostet Geld. Das merken besonders Nutzer der mobilen Datendienste. Provider knausern mit schnellen Datenpaketen, vermeintliche Flatrates werden nach Erreichen des Datenvolumens auf Schneckentempo reduziert. Seit dem 1. Juni geht der Mobilfunkanbieter Base nun einen neuen Weg, der sowohl die Kostenkontrolle einschränkt als auch die Netzneutralität gefährdet.

Datenpakete statt Flatrate

Dem Kunden stehen ab sofort die vier Tarife „Base pur“, „Base smart“, „Base all-in“ und „Base all-in plus“ zur Verfügung (Link). Darin enthalten sind Datenpakete von 50 MB bis 2 GB. Erreicht der Nutzer das Monatslimit, so werden zusätzliche Erweiterungen fällig. Diese sind je nach Tarif gestaffelt (50, 100 oder 750 MB) und schlagen mit 1,50 Euro, 2 Euro oder 5 Euro zu Buche. Base-Kunden erhalten lediglich eine Info-SMS, in der auf die Zusatzbuchung hingewiesen wird. Alles Weitere geschieht im Hintergrund beim Provider. Bis zu dreimal kann dies pro Monat geschehen, dann wird das Volumen endgültig auf 56 kbit/s gedrosselt.

Der zu zahlende Extra-Betrag ist ein Muss, um auch weiterhin im mobilen Datennetz surfen zu können – ein klarer Angriff auf die Netzneutralität. Doch es kommt noch dicker: Erreicht der Nutzer in drei aufeinanderfolgenden Monaten das „Daten-Automatik-Volumen“, so „erfolgt ein automatischer Upgrade […] in die nächsthöhere Datenoption„. Im Klartext: Der Kunde wird mehr oder weniger gezwungen ein größeres Datenpaket zu buchen. Manuelle Tarifwechsel sind laut E-Plus nur in Ausnahmen möglich, „ein Anspruch darauf besteht nicht„.

Ein Rechenbeispiel: Der Verbraucher befindet sich im „Bestseller“-Tarif „Base all-in“ für zurzeit 25 Euro monatlich. Darin enthalten sind gerade einmal 500 MB Datenvolumen in HSDPA-Geschwindigkeit also 7,2 Mbit/s. Danach werden für das 100-MB-Paket 2 Euro fällig, für die maximal angesetzten 300 MB also 6 Euro. Nach drei Monaten überschwänglichem Datenverbrauch wechselt Base automatisch in das 750-MB-Zusatzpaket für monatlich 5 Euro.

Kunden verlieren Kontrolle – und eine Menge Geld

Nachdem Base der ersten Anbieter war der Prepaid-Kunden den schnellen Mobilfunkstandard LTE mit bis zu 42 Mbit/s ermöglichte, ist dieser Tarifwechsel für mich nicht nachvollziehbar. Kunden verlieren mit der neuen Regelung einen nicht unerheblichen Teil an Kontrolle über ihren Tarif und die darin festgelegten Konditionen. Das Smartphone organisiert sich mehr oder weniger selbst ohne aktives Zutun des Besitzers. Ist die teurere Datenoption gebucht, gestaltet sich ein Rücksetzen als fast unmöglich. Nur durch individuelle Kulanz können Wechsel vollzogen werden.

Ich persönlich denke und hoffe auch, dass dieses Modell bei den hiesigen Mobilfunkprovidern keine Schule machen wird. Wie lange Base diese Produktpolitik durchziehen kann, ist ungewiss. Obwohl die Regelungen vorerst nur für Neukunden gelten, haben in den letzten Tagen immer mehr Kunden ihren Ärger Luft gemacht. Interessant dürfte sein wie sich der Mobilfunkriese O2, dem der E-Plus-Konzern seit einigen Monaten gehört, zu den Machenschaften positioniert. Vielleicht handelt sich ja auch um eine ausgeklügelte Abwicklungsstrategie des Münchner Unternehmens.

 

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Highspeed-Internet ist Interpretationssache

Ich bin E-Plus-Kunde. Das sagt eigentlich schon viel über mich aus: Ich habe damals den großen BASE-Flatrate-Boom mitgemacht und surfe seither langsam. In so manch geschlossenem Raum ist Telefonie fast ausgeschlossen und selbst der SMS-Versand stockt nicht selten bis zum Erliegen. 

Warum ich das mitmache? Weil ich die Frist zur Kündigung meines Vertrages verschlafen habe – und dadurch weiterhin an die Düsseldorfer gebunden bin. Wenigstens ein Handy gab es „für den treuen Kunden“ obendrauf – wahrscheinlich, weil ich so böse war, nachdem ich 23 Minuten in der Warteschleife „BASE – Ihre Redefreiheit“ mit schlechter Gesprächsqualität zwecks mangelndem Empfang gehört habe. Freilich tat mir die Kundensupport-Mitarbeiterin mehr als leid, wir haben uns anschließend vertragen, ich habe inzwischen ihre Durchwahl und kann mir seither die Warteschleife sparen.

So wie mir geht es wohl ziemlich vielen Nutzern: BASE, E-Plus und all die vielen Vertriebspartner und Marken der Gruppe kosten Nerven. Gestern aber war Aufatmen angesagt, denn: „E-Plus-Gruppe startet ‚Highspeed für Jedermann„. Das zumindest ist der Titel einer Pressemitteilung, auf die gleich eine ganze Menge Medien aufsprangen. 

Doch was soll das sein, dieses „Highspeed“? Als E-Plus-Nutzer kennt man dieses Wort nicht. Als E-Plus-Nutzer kennt man nur „Lieber Kunde, ihr Datenvolumen für diesen Monat ist fast aufgebraucht“ mit einer anschließenden Nachricht, dass es nun nicht mehr „fast aufgebraucht“ sei, sondern endgültig und dass man nun lansamer surfe. Die beiden SMS haben irgendwas realsatirisches an sich. Langsamer als gar nicht? Wie soll das gehen? Kurz im Lexikon nachgeschlagen, war ich doch überrascht. Dieses „Highspeed“ steht für „schnelle Geschwindigkeit“. Auch „schnell“ muss ich nachschlagen, denn in den SMS von BASE ist immer nur vom – das verrät mir der Duden – Gegenteil, nämlich „langsam“ die Rede. Bei E-Plus klingt die Erklärung so: „Als erster Netzbetreiber im deutschen Mobilfunk macht das Düsseldorfer Unternehmen Schluss mit der gängigen Praxis, höhere Datengeschwindigkeiten nur in den teureren Tarifen anzubieten.“

Das bedeutet also, dass endlich Schluss ist, mit der Drosselung? Keine „langsamer“-SMS mehr in der ersten Monatswoche? Keine drei Wochen Quasi-Nicht-Surfen? Ich hole den Sekt aus dem Kühlschrank, jetzt wird gefeiert. Aber, Moment mal. Vielleicht sollte ich erst weiterlesen, irgendeinen Haken wird die Aktion wohl haben. Oder? Natürlich. Aber zunächst soll erwähnt sein, dass die „Highspeed für Jedermann“-Initiative durchaus ein schicker Ansatz ist. Denn: Alle Kunden – egal ob Neu- oder Bestand-, Vertrags- oder Prepaidkunden – bekommen nun die schnellstmögliche Datengeschwindigkeit in ihrer Region. Die liegt bei maximal – und jetzt gut festhalten, liebe E-Plus-Leidensgenossen – 42,2 Mbit / Sekunde im Download und bei 5,7 Mbit / Sekunde im Upload. Das sind Dimensionen, an ich nie zu denken auch nur gewagt habe. 

Die Initiative startet ab Dezember 2013, also ab Sonntag und geht vorläufig bis Mitte 2014. Warum die Aktion bis dahin limitiert ist, ist unklar. Vielleicht ist es ein erstes Experiment, vielleicht hat man den Blick aber auch auf die Fusion mit O2 gerichtet, die bis Mitte 2014 abgeschlossen sein soll, insofern die Kartellbehörden zustimmen. Im Kleingedruckten des Pressemitteilung heißt das: „Ab dem 01.07.2014 gelten wieder die ursprünglich im Tarif vereinbarten Konditionen bzgl. der Surfgeschwindigkeit.“ Kosten entstehen dadurch natürlich keine. Aber es geht noch weiter: Ab März 2014 will E-Plus seinen Kunden, so steht es in der Mitteilung, zusätzliche Kapazitäten über LTE anbieten. Wahnsinn.

Nun aber zum großen Haken: Denn ganz so fortschrittlich, wie sich die E-Plus-Gruppe in ihrer Pressemitteilung gibt, ist sie dann doch nicht. Dazu möchte ich zwei Dinge gegenüberstellen:

  • Erstens das Statement von Kay Schwabedal, CCO der E-Plus-Gruppe: „Es entspricht nicht dem heutigen Kundenbedarf, Datengeschwindigkeiten an die Größe des Highspeed-Volumens und damit die Höhe des Tarifpreises zu koppeln.“
  • Und zweitens ein Satz aus dem Kleingedruckten: „Nachdem das ungedrosselte Datenvolumen der Internet-Flat in Ihrem Tarif ausgeschöpft ist, verringert sich die Surfgeschwindigkeit bis zum Ende des jeweiligen Monats auf bis zu 56 kbit/s.“

Paff, dahin ist sie, die Hoffnung, dass nun zumindest bis Sommer 2014 keine „langsam“-SMS mehr kommen. Und bemerkenswert ist die Formulierung von Schwabedal auch. Schließlich richte sich demnach die Datengeschwindigkeit zwecks Kundenbedarf doch nicht mehr nach dem Highspeed-Volumen und damit dem Preis. Habe ich aber einen günstigen Tarif respektive ein kleines Highspeed-Volumen, ist die Freude über die 42 Mbit / Sekunde auch nur von kurzer Dauer. 

Der Umkehrschluss: Will ich mit „Highspeed für Jedermann“ surfen, brauche ich einen Tarif, der das auch lang genug mitmacht. Und damit ist der die Datengeschwindigkeit sehr wohl an Größe und Höhe des Tarifs gekoppelt. Von vielen Tech-Medien wurde das übrigens fast nicht oder nur am Rande erwähnt – der PR-Coup für E-Plus scheint also gelungen.Dabei ist es so schade für E-Plus, dass die Gruppe nicht ausnutzt, endlich mal eine gute Idee gehabt zu haben. Gerade im Prepaid-Markt wäre mit einer solch fixen Datenübertragung ohne Drosselkom-Hintertürchen viel drin gewesen. Aber auch die Vertragskunden hätten sich umgeschaut. 

Das beweist ein Blick auf die Zahlen der Konkurrenz. Die Telekom etwa bietet den Kunden Datengeschwindigkeit von „bis zu 16 MBit/s“, im LTE-Netz sind „bis zu 50 MBit/s“ drin. O2, künftiger E-Plus-Partner, schafft es auf immerhin „bis zu 21,1 MBit/s“ und auch Vodafone liefert nur 21,6 MBit/s bei kleinem Tarif an. 

Bei BASE hat E-Plus die Datengeschwindigkeit zur Mitte des Jahres erst auf 21,6 MBit / Sekunde erhöht. Das Angebot läuft allerdings am 1. Januar 2014 aus und die Kunden müssten, käme jetzt nicht die „Highspeed“-Initiative dazwischen, wieder auf 7,2 Mbit/s runter.

Es bleibt abzuwarten, was E-Plus nach den sieben Monaten Testballon aus der „Highspeed für Jedermann“-Sache macht. Viel wichtiger als 42,2 MBit / Sekunde wäre aber, dass sich die Telekommunikationsunternehmen – und da sollten sich alle vier an die Nase fassen – mal über den Begriff „Flatrate“ Gedanken machen würden. Denn eine „Internet-Flat“ sollte auch eine Flat sein – und nicht nach 500 MB auf ein lächerliches Minimum gedrosselt werden. Aber die Diskussion haben wir mit der Drossel, äääh, Telekom ja gerade erst hinter uns gebracht.


 

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