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Warum Menschen auch nach Feierabend noch über ihren Job schreiben

Young woman thinking with pen while working (Image by Karolina Grabowska [CC0 Public Domain] via Pexels)

„Weißte, vielleicht muss ich das gerade einfach erzählen, sorry. Aber sagt man nicht, dass Ihr Taxifahrer irgendwie wie Therapeuten seid?“

„Da ist schon was dran, aber ich sag’s gleich: Was uns von Therapeuten unterscheidet, ist: Wir können nicht so gut helfen.“

„Ich hab mein Leben ruiniert, ich werd‘ alles neu anfangen müssen, es ist alles vorbei!“

Das Blog von Taxifahrer Sascha Bors liest sich wie eine Mischung aus Tagebuch, Action und Sitcom. Seit rund acht Jahren schreibt der gebürtige Schwabe auf Gestern Nacht im Taxi über seinen Alltag als Taxifahrer in Berlin. Leser bekommen hier nicht nur lustige bis nachdenklich stimmende Anekdoten von Bors Fahrten geboten, sondern auch viele Informationen über die Arbeit als Taxifahrer. Ein Beruf, der mit vielen Vorurteilen behaftet ist und oft missverstanden wird, findet Bors. Denn viele Kollegen arbeiten seiner Meinung nach viel zu viel, verdienen zu wenig und müssen sich dafür oft noch die neunmalklugen Sprüche der Fahrgäste anhören. Da jeder der Meinung sei, er könne Autofahren, würde oft unterschätzt, wie stressig der Job sein könne, erklärt er gegenüber den Netzpiloten: „Man kriegt da zu hören dass man Klausis Hinterhofkaschemme in 12878 Arsch-der-Welt ja wohl kennen müsse, dass es uns eigentlich noch zu gut ginge oder dass das Trinkgeld heute natürlich ausfällt, weil sorry, also bei ’nem Opel als Taxi …?“

Nach Feierabend auch noch über den Job schreiben?

Sascha Bors
Aus dem Taxi ins Blog: Sascha Bors

Das Schreiben über seinen Berufsalltag ist daher für Sascha Bors eine Mischung aus Tagebuch und Aufklärung. Er findet das Notieren seiner Geschichten nach Feierabend wie eine Therapie: Ist etwas schlecht gelaufen, kann er das beim Schreiben verarbeiten. Gibt es gute Nachrichten, kann er sie mit anderen teilen. Darüber hinaus nutzt er sein Blog eben auch, um seine Meinung zu äußern und um sein Wissen über die Taxifahrerei weiterzugeben.

So ähnlich sieht es auch sein Bloggerkollege Heiko Schneider. Auf kreidefressen schreibt er über seinen Alltag als Lehrer und das deutsche Schulsystem. Das Blog als persönliches Tagebuch zu nutzen, ist dabei nur ein Grund für seine Schreiberei. Schneider hatte es vor allem satt, wie der Mainstream über Lehrer berichtet. Wie Bors wehrt er sich so mit seinem Blog gegen Vorurteile: „Ich ärgere mich oft über die klischeehafte Auseinandersetzung mit dem Lehrerberuf,“ sagt Schneider zu den Netzpiloten. „Am Ende bleibt dann bei den Lesern wieder nur hängen: Dauerurlaub, Hitzefrei, faule Säcke und ungerechte Beurteilung.“ Sein Blog bietet ihm hier die Möglichkeit, dem ein Gegengewicht entgegenzustellen.

Heiko Schneider und Sascha Bors sind dabei bei Weitem nicht die einzigen im deutschsprachigen Raum, die über ihren Beruf bloggen. Zahlreiche Polizisten, Kellner oder Anwälte schreiben über ihren Beruf im Netz – um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Viele davon anonym. Einerseits um sich und ihre Inhalte vor neugierigen Lesern und Nachfragen zu schützen, andererseits aber auch um persönlicher über ihren Berufsalltag berichten zu können.

Heiko Schneider
Heiko Schneider

Denn wer öffentlich bloggt, muss sich natürlich auch über rechtliche Konsequenzen im Klaren sein. Berufsblogger müssen darauf achten, Orte oder Personen zu verfremden und ihre Inhalte gegebenenfalls auch mit dem Arbeitgeber abzustimmen. So haben Berufsblogger, die unter ihrem richtigen Namen schreiben, möglicherweise nicht die gleiche Freiheit wie anonyme Blogger.

Doch egal ob öffentlich, unter Pseudonym oder ganz anonym: Was motiviert Menschen eigentlich dazu, auch noch in ihrer Freizeit über den Job zu schreiben? Grundsätzlich scheint es dabei drei große Motivationsfaktoren zu geben, sagt Sonia Lippke, Psychologin und Professorin für Gesundheitspsychologie und Verhaltensmedizin an der Jacobs University in Bremen.

Der erste Faktor ist der Abbau von Stress. Schreiben wirkt wie eine Therapie und hilft den Bloggern, das Erlebte vom Tag zu verarbeiten. Der zweite Motivator ist eine Art Selbstreflexion, in der man sich und seine Rolle im Berufsalltag aus verschiedenen Perspektiven heraus betrachtet. Und dann gibt es natürlich auch Menschen, die gerne das Wissen aus ihrem Beruf an andere weitergeben möchten: „Es gibt eine große Gruppe von Bloggern, die sich voll und ganz mit ihrem Beruf identifizieren und auch sehr stolz auf ihre Arbeit sind und dann gerne darüber schreiben,“ sagt Sonia Lippke im Gespräch mit den Netzpiloten.

Bloggen zwischen Stressfaktor und Spaßfaktor

Zu dieser Gruppe gehört auch Günter Schütte, Landarzt in Ostfriesland. Auf seinem Blog, Hausarzt Ditzum, Nachrichten vom anderen Ende der Medizin, hat Schütte so etwas wie eine Onlinesprechstunde aufgebaut. Er schreibt hier genauso über Hilfe gegen Kater wie über Schlaflosigkeit oder über Brustkrebs. Im Netzpiloten-Interview erklärt er, dass er über all das schreibt, was seine Patienten in der Sprechstunde bewegt: „Ich habe mit meinem Blog vor Jahren angefangen, weil ich  meinen Patienten zuverlässige medizinische Informationen liefern wollte.“ Auch wenn er seit 2015 in Rente gegangen ist, bloggt er auch jetzt noch regelmäßig über medizinische Themen. Das Schreiben hat er dabei nie als belastend oder anstrengend empfunden: „Abschalten brauche ich nicht. Arbeit ist für mich ein Hobby und ich bin sehr traurig, dass ich meine Praxis nicht mehr führen kann.“

Sonia Lippke
Sonia Lippke

Die Work-Life-Balance Expertin Sonia Lippke findet auch nicht, dass Arbeit und Freizeit zwei streng getrennte Bereiche sein müssen. Es käme viel mehr darauf an, sich auf eine Sache zu konzentrieren: „Der Mensch ist nicht für das Multitasking geschaffen. Unser Gehirn kann einfach mehrere Prozesse gleichzeitig nicht gut verarbeiten. Das ist auch bei der Work-Life-Balance wichtig. Wir müssen lernen, im Hier und Jetzt zu leben.“ Das bedeutet: Wenn wir arbeiten, sollten wir uns auf den Job konzentrieren und in unserer Freizeit sollten wir nicht noch nebenher Arbeitsemails checken. Das Problem liegt dabei nicht darin, dass Arbeit und Freizeit immer mehr miteinander verschmelzen. Die Krux ist eher, dass wir nicht völlig abschalten können und uns dann nicht auf den Moment einlassen können, in dem wir uns gerade befinden – weil das Handy vielleicht gerade vibriert oder die E-Mail Alerts uns ablenken. „Wir müssen daher zum Teil wieder lernen, uns auf die Situation zu konzentrieren, in der wir gerade sind und den Augenblick voll und ganz zu genießen.“ Denn sonst kann auch das Schreiben über den Beruf irgendwann von der Entspannung zum Stress werden. Daher ist wichtig, dass man den Spaß beim Bloggen nicht verliert.

Peter Wilhelm (Image by Peter Roskothen)
Peter Wilhelm (Image by Peter Roskothen)

Diese Gefahr läuft Peter Wilhelm sicher nicht. Der studierte Psychologe und ehemalige Bestattungsunternehmer ist wahrscheinlich nicht nur Deutschlands bekanntester Bestattungsexperte, sondern auch einer der humorvollsten. Auf Bestatterweblog lässt er sich auf satirische Weise über den Alltag im Bestatterleben aus und beantwortet auch die vielen Fragen seiner Leser über den Tod, das Sterben und Beerdigungen. Ohne das Komische an diesem Job zu sehen, ginge das gar nicht, erzählt Wilhelm den Netzpiloten: „In jedem Beruf, der sich mit den unschöneren Seiten unseres Daseins befasst, ist es wichtig, eine gute Portion Humor zu haben. In meinen Werken jedoch dient mir der Humor und ein unterhaltsamer Erzählstil dazu, die bittere Pille der Information mit dem Zuckerguss der Unterhaltung zu überziehen. Süß rutscht besser!“

So schreibt Wilhelm nicht nur über seinen vorigen Beruf als Bestatter, er ist auch der Chefredakteur der Publikation Bestatter heute, er unterhält Menschen von der Bühne aus mit einer satirischen Show über das Sterben und er hat auch mehrere Bücher zu diesen Themen herausgebracht. Titel wie „Darf ich meine Oma selbst verbrennen?“ zeigen, dass er das ernste Thema Tod auch immer mit einem Schmunzeln betrachtet.

Günter Schütte
Günter Schütte

Dabei geht Wilhelm mit allen Fragen zum Sterben sehr ernsthaft und respektvoll um. Schließlich geht es ihm auch darum, den Menschen – wenn auch nicht die Angst vor dem Sterben und dem Tod – dann wenigstens die Angst um das Drumherum zu nehmen.

Daneben möchte er auch, ähnlich wie Sascha Bors oder Günter Schütte, das Wissen über seinen Beruf mit seinen Lesern teilen: „Als Bestatter ist man es gewohnt, dass die Menschen einem mitunter etwas distanziert gegenüber stehen. Wer beschäftigt sich schon gerne mit der eigenen Endlichkeit? In lockerer Runde kommt dann aber sehr schnell der Punkt, an dem jeder die Chance nutzt, um endlich mal die Fragen zu stellen, die er immer schon stellen wollte. Werden Toten wirklich die Knochen gebrochen? Wachsen die Haare nach dem Tod weiter? Kann man als Scheintoter versehentlich begraben werden? Es waren und sind immer dieselben Fragen.“ Was lag also näher, als all diese Fragen in einem Blog zu beantworten.

Berufsblogs als neue Gesprächsform

Auch Landarzt Günter Schütte greift viele Fragen seiner Patienten oder Leser auf. Das geht oft weit über rein berufliche Fragen hinaus. Denn egal ob Landarzt, Bestattungsunternehmer, Lehrer oder Taxifahrer: Fremde Berufe erregen immer Neugierde und die Menschen lesen gerne etwas über einen anderen Arbeitsalltag – gerade wenn sie zu einem Thema besonders viele Fragen haben.

So kann das Berufsblog dann sogar zu einer neuen Form der Kommunikation werden. Gerade wenn Blogger dann zu sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter greifen, um sich mit ihren Lesern auszutauschen, entsteht über den Berufsblog im simpelsten Fall eine Art Fragestunde, im besten Fall aber ein neuer und interessanter gesellschaftlicher Dialog.


Image „Young woman thinking with pen while working“ by Karolina Grabowska (CC0 Public Domain)


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Warum glückliche Mitarbeiter besser arbeiten

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Stephanie Greenstreet startet ihren Arbeitstag oft mit einer Yogastunde. Danach gratuliert sie vielleicht einem Kollegen zum neuen Baby und überreicht ihm einen Strampler. Nach dem Mittagessen mit Kollegen gönnt sie sich dann oft ein Eis und einen Spaziergang im Park. Danach schaut sie sich möglicherweise eine neue Produktpräsentation an, um den Arbeitstag dann gemütlich mit Kollegen bei einem Bierchen ausklingen zu lassen.

Stephanie Greenstreet ist Feelgood Managerin bei der Wissenschaftsplattform ResearchGate. Ihre ganz offizielle Arbeitsbeschreibung ist es, ihre Teamkollegen bei Laune zu halten. So klingt es auch eher nach Bespaßung als nach Arbeit, wenn Greenstreet gegenüber den Netzpiloten ihre Aufgaben beschreibt:

„Ich helfe neuen Kollegen dabei, sich einzugewöhnen und organisiere verschiedene kleinere und größere Teamevents, wie beispielsweise unsere Yogaklasse, unsere Weihnachtspartys, Stammtische oder Unternehmensmarathons, in denen wir alle laufen gehen. Kurz gesagt, ich arbeite mit unserem Geschäftsführer Ijad Madisch daran, eine positive Unternehmenskultur zu schaffen.“

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Ijad Madisch and Stephanie Greenstreet (image by Stephanie Greenstreet)

Wohlfühl-Manager gibt es in Deutschland erst seit wenigen Jahren. Doch viele Unternehmen haben erkannt, dass sie in Zeiten von Fachkräftemangel und Rekordunzufriedenheit im Job, ihre Mitarbeiter bei der Stange halten müssen. Interessanterweise zeigen Umfragen, dass Angestellte dabei nicht mehr so viel Wert auf das Materielle legen. In ihrem aktuellen Praxispapier zum Performance Management stellt die Deutsche Gesellschaft für Personalführung fest, dass den neuen Arbeitnehmern der Generation Y Selbständigkeit und Flexibilität wichtiger sind als Geld. Mitarbeiter wollen also keinen Dienstwagen oder ein Büro mit Aussicht, sie wollen Erfüllung im Job und Spaß bei der Arbeit.

Frustfaktor Großraumbüros

Feelgood Manager sind dabei ein Weg,  um ein gutes Betriebsklima zu schaffen. Andere Firmen wiederum sollten sich auf die Architektur konzentrieren. So hat beispielsweise eine Umfrage des Schweizer Sekretariats für Wirtschaft, SECO, ergeben, dass die bei Unternehmen so beliebten Großraumbüros das Betriebsklima stark belasten können, wenn die Angestellten zu wenig Raum, schlechtes Licht oder mangelnde Belüftung vorfinden.

Anstatt sich auf die Arbeit zu konzentrieren und jeden Morgen freudig ins Büro zu gehen, sind Mitarbeiter frustriert, weil sie ständig den Lärm der Schnellstraße hören oder dem Kollegen fast auf dem Schoß sitzen.

Gerade Lärm ist oft ein Faktor der unterschätzt wird. So schätzt etwa Markus Meis, Forscher für das Hörzentrum der Universität Oldenburg, dass die Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern durch Bürolärm um fünf bis zehn Prozent sinken kann. Das muss nicht unbedingt der Baulärm vor dem Büro sein, auch laute Gespräche von Mitarbeitern sind große Stressfaktoren. Denn Lärm löst eine Kette von negativen Reaktionen im Körper aus: Der Blutdruck kann steigen, manche bekommen Kopfschmerzen, andere wiederum leiden unter Muskelverspannungen oder Magenschmerzen. Diese Belastung kann oft schon mit mehr Raum zwischen den Schreibtischen erheblich verbessert werden.

Auch schlechtes Licht im Büro kann dazu führen, dass Mitarbeiter deprimiert werden. Wer ständig unter Halogenlampen arbeitet und kaum natürliches Licht sieht, fühlt sich bei der Arbeit schnell wie im Dauerwinter. Das Ergebnis: Die Mitarbeiter sind unmotiviert, schlecht gelaunt und suchen wahrscheinlich in ihrer Arbeitszeit nach einem neuen Job. Wenn Unternehmen also beim Einrichten der Büros sparen oder auf diese Details nicht achten, wandern ihnen die Mitarbeiter sehr schnell ab.

SECO hat deshalb in seinem Report auch ausführliche Guidelines zusammengestellt, um selbst in den verhassten Großraumbüros so etwas wie eine gemütliche Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Dazu gehören eine vernünftige Belüftung, viel natürliches Licht, gute Lärmisolation, viel Platz zwischen Arbeitsstationen und Farbe an den Wänden.

Glückliche Mitarbeiter sind offener und kreativer

All das mag vielen Unternehmen ein wenig übertrieben vorkommen, aber glückliche Mitarbeiter sind enorm wichtig für einen Betrieb. Nicht nur, weil sie gerne zur Arbeit kommen und sich engagieren, sondern auch weil sie bessere Entscheidungen für das Unternehmen treffen.

In einer Studie für das Journal of Consumer Psychology hat Alice M. Isen gezeigt, dass zufriedene Mitarbeiter Informationen anders im Gehirn verarbeiten als ihre frustrierten Kollegen. Demnach treffen glückliche Angestellte sorgfältigere, effizientere, flexiblere und innovativere Entscheidungen. Wer mehr positiven Affekt im Job bekommt, geht nach Isen weniger unkalkulierbare Risiken ein, setzt sich aber auch viel mehr ein und denkt öfter um die Ecke und kommt so auf völlig neue Ideen. Glücklichsein spornt also offensichtlich unsere Kreativität an.

Und nicht nur das! Isen hat auch herausgefunden, dass zufriedene Mitarbeiter offener an ihre Arbeit herangehen: Sie sind weniger arrogant und begegnen anderen Menschen mit mehr Toleranz. „Sie haben nicht unbedingt weniger Vorurteile als andere Menschen,“ schreibt Isen in ihrer Studie, „aber sie gehen offener an Situationen heran und lassen auch andere Meinungen und Einstellungen schneller zu.“ Auch das führt natürlich dazu, dass Mitarbeiter zu kreativeren Lösungen kommen. Positiv gestimmte Mitarbeiter wirken sich laut Isen auch auf die Kundenzufriedenheit aus. Wer glücklicher ist, geht auch viel freundlicher an andere Menschen heran – und wer zuvorkommend behandelt wird, ist am Ende viel zufriedener mit dem Service.

Gemeinsames Lachen verbessert die Arbeitsstimmung

Doch wie bekommt man es hin, dass Mitarbeiter glücklich sind? Es reicht sicher nicht, ein nettes Büro einzurichten und einen Feelgood Manager hinzustellen. Der Schlüssel zu einem tollen Betriebsklima ist das gemeinsame Spaßhaben. Zusammen lachen macht glücklich, auch bei der Arbeit. Schon 1988 zeigte ein Forscherteam um Fritz Strack, dass Lächeln gute Laune macht. Demnach ist es dem Gehirn offenbar egal, ob wir wirklich lächeln oder uns ein Lächeln aufzwingen. Sobald wir unsere Lippen nach oben schieben, wird dem Gehirn signalisiert, dass wir glücklich sind und es werden automatisch Glückshormone freigesetzt.

Lächeln lässt uns offensichtlich auch besser lernen. Psychologin Kristy A. Nielson hat beispielsweise festgestellt, dass wir uns Dinge besser merken können, wenn wir bis spätestens 30 Minuten nach dem Aufnehmen der Information lächeln.

Das ist auch im Büro nicht anders. So zeigen die Wissenschaftler Adrian Gostick und Scott Christopher in einem Artikel zu den psychologischen Vorteilen von Humor auf, wie hilfreich Lachen bei der Arbeit sein kann. Wer öfter lacht, ist demzufolge seltener müde und kann so schneller, effizienter und produktiver arbeiten. Je humorvoller die Atmosphäre bei der Arbeit, desto glücklicher und produktiver sind die Mitarbeiter. Denn Humor verbindet und entkrampft.

Vorsicht vor zu viel guter Laune

Doch Vorsicht! Nicht immer ist gute Stimmung auch gut für das Arbeitsklima. Wer immer nur auf gut Wetter macht und dabei Konflikte vermeidet, tut sich langfristig keinen Gefallen. Die Wissenschaftler Dirk Lindenbaum und Peter J. Jordan behaupten deshalb, dass schlechte Laune ab und zu auch sehr hilfreich für das Betriebsklima sein kann. Ihre Studien haben nämlich gezeigt, dass einige Mitarbeiter nach einer konstruktiven Kritik tatsächlich besser arbeiten, als wenn sie immer nur gelobt werden. Nach Lindenbaum und Jordan fördert Kritik nämlich die Diskussionskultur. Damit sind Mitarbeiter motivierter, zu sagen, was ihnen nicht passt. Anstatt also immer zu behaupten, alles sei in Butter, kann so Kritik tatsächlich zu Verbesserungen führen. Manchmal muss man offensichtlich also die schlechte Laune einfach mal herauslassen.


Image „Paperclips“ by succo (CC0 Public Domain)


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Von der Sekretärin zum persönlichen Manager: Der Aufstieg der virtuellen Assistenten

laptop (Image by parthshah000 [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Telefonate entgegennehmen, Blogeinträge schreiben, Social Media-Accounts managen, Rechnungen aufsetzen, die Finanzplanung übernehmen – und das alles auf einmal. Gibt es nicht? Gibt es doch! Während die Wissenschaft es immer noch nicht geschafft hat, die eierlegende Wollmilchsau zu erschaffen, gibt es sie in der Arbeitswelt schon längst. Sie nennen sich virtuelle Assistenten (VA) und sind so etwas wie die Schweizer Taschenmesser der digitalen Ära: Es gibt wenig, das sie nicht können und kaum etwas, das sie nicht bereit sind zu lernen. Mit ihren vielfältigen Talenten von WordPress Organisation bis Buchhaltung sind sie dabei weniger Sekretäre, sondern vielmehr persönliche Manager.

Diana Ennen und Kelly Poelker, selbst virtuelle Assistentinnen und Autorinnen der VA-Bibel Virtual Assistant. The Series definieren die virtuellen Assistenten als „hochqualifizierte und hochspezialisierte Fachleute, die Unternehmer, Manager, Verkaufsprofis und all diejenigen unterstützen, die mehr Arbeit als Zeit haben.

Von der Sekretärin zur virtuellen Assistentin

Ein virtueller Assistent ist also ein externer Fachmann, der Firmen oder Unternehmen bei gewissen Aufgaben unter die Arme greift. Je nach Qualifikation des Assistenten und Kundenwunsch umfasst der Aufgabenbereich der VA dabei so unterschiedliche Felder wie Kundenrecherche, Organisation von Reisen, Marketingberatung, das Abtippen von Protokollen, Übersetzungen oder Webseitenbetreuung. Einige virtuelle Assistenten arbeiten als Freelancer, andere nutzen spezielle Agenturen für die Kundenvermittlung, während wiederum andere eigenständige Unternehmer sind.

Während es persönliche Assistenten und Sekretäre natürlich schon seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts gibt, wurde der Begriff „virtueller Assistent“ laut Ennen und Poelker im Jahr 1997 zum ersten Mal verwendet. Demnach war es Lifecoach Thomas Leonard, der in einem Interview davon berichtete, wie eine Assistentin so ziemlich alles für ihn managte, wozu er selbst keine Zeit fand. Da er diese Assistentin allerdings noch nie persönlich getroffen hatte, nannte er sie seine virtuelle Assistentin. Ein neuer Beruf war geboren.

Trendjob Virtueller Assistent

Dennoch war der Beruf in dieser Zeit noch eine Seltenheit. Vor zehn Jahren gab es gerade mal eine Handvoll VAs, heutzutage boomt der Job – ermöglicht durch das Internet und die weltweit voranschreitende Digitalisierung. Zwar gibt es nur grobe Schätzungen über die genaue Anzahl von virtuellen Assistenten weltweit, doch der Trend zeigt klar nach oben. Mit Statistiken, die voraussagen, dass der Online-Arbeitsmarkt bis 2018 einen Wert von rund 4,4 Milliarden Euro haben wird, steigt die Nachfrage nach virtuellen Assistenten weiter.

VA Google Trend

Outsourcing ist also keine Modeerscheinung mehr, sondern längst Realität. Je komplexer die Aufgaben sind, je globaler Firmen arbeiten und je spezialisierter unsere Berufe werden, Firmen auf das Verlagern von Aufgaben. Callcenter in Osteuropa, Webdesigner aus Indien oder Produktionsstätten in China sind die Ausmaße von Outsourcing bei großen Konzernen. Doch auch Kleinbetriebe, Solopreneure und mittelständische Onlineunternehmer sind auf externe Hilfe angewiesen. Seitdem Tim Ferris 2007 in seinem bahnbrechendem Bestseller zur vierstündigen Arbeitswoche die Weichen für Online-Unternehmen legte und die Idee der virtuellen Assistenten ins Spiel brachte, boomt der Begriff.

Mutter + Vollzeitstelle = Virtuelle Assistentin

Es war auch zu ungefähr dieser Zeit, als Zeina Barker zum ersten Mal den BZeina Barkeregriff hörte. Sie war gerade Mutter geworden und wollte einerseits mehr Zeit mir ihrer Familie verbringen, andererseits aber auch wieder in ihren Job zurückkehren. Doch auch wenn ihre Arbeit mit internationalen Unternehmen der Londonerin viel Freude bereitete, stundenlanges Pendeln wollte sie dabei nicht mehr in Kauf nehmen. Gleichzeitig arbeiten und mehr Zeit zu Hause verbringen, schien daher zunächst nicht machbar – bis sie über die Onlinestellenbörse People per Hour stieß: „Hier beschloss ich dann, meine Erfahrung und meine Ausbildung zu nutzen, um ganz neu als virtuelle Assistentin anzufangen. Das ist nun sieben Jahre her, aber ich habe es nie bereut. Es war zwar nicht immer einfach und ist auch jetzt noch oft eine Herausforderung, aber gleichzeitig auch unglaublich erfüllend“ erklärt sie gegenüber den Netzpiloten. Barker arbeitet immer noch hin und wieder als Freelancerin, betreibt aber gleichzeitg auch ihre eigene VA-Firma vefficient.

Barkers Weg zur virtuellen Assistentin verkörpert einen weiteren Trend dieses Berufs: Nach Umfrage der Virtual Assistant Networking Association sind 96,8 Prozent der Befragten Frauen und über drei Viertel haben Kinder. Das zeigt, dass Mütter weder bei der Familie noch in ihrem Job zurückstecken wollen. Gerade in den USA entscheiden sich viele Frauen für das Arbeitsmodell der „work-at-home-Mom“, also der berufstätigen Mutter im Homeoffice.

„Ich werde für´s Lernen bezahlt“

Die Vielfalt der Aufgaben und der leichte Einstieg in den Job als virtuelle Assistentin könnten Gründe dafür sein, warum viele Frauen als Neulinge in der digitalen Arbeitswelt gerade diesen Onlineberuf wählen. „Virtueller Assistent ist ein idealer Einstiegsberuf für alle, die noch nie online gearbeitet haben“ sagt etwa Vera Ruttkowski, eine der bekanntesten deutschen virtuellen Assistentinnen, im Netzpiloten-Gespräch. Ruttkowski arbeitet seit gut zwei Jahren als virtuelle Assistentin und betreut mittlerweile als SelVera Rutkowskibstständige sechs feste Kunden. Ihre Dienstleistungen reichen unter anderem von Blogbetreuung über Finanzmanagement bis hin zur Social Media-Betreuung. Gerade diese Abwechslung, gepaart mit dem steten Lernprozess durch immer neue Aufgaben, machen den Beruf so attraktiv für sie: „Es ist unglaublich spannend, mit meinen Kunden mitzuwachsen. Ich habe die Chance, sehr viel Neues zu lernen – und werde dafür auch noch bezahlt. Was will man mehr?!“

Auch Zeina Barker, die sich auf e-Marketing, Projektmanagement und Übersetzungen (sie spricht Englisch, Französisch und Arabisch) spezialisiert hat, liebt die Vielfalt ihres Arbeitsalltags. „Alle Kunden sind sehr verschieden und bei mir gleicht wirklich kein Tag dem anderen. So wird es nie langweilig!“

Selbstverständlich erfordert eine solch freie Form der Arbeit aber auch straffe Selbstorganisation, Disziplin, Zuverlässigkeit, eine sehr gute Kommunikationsfähigkeit, Offenheit für Neues und Flexibilität. „Das schwierigste an dem Job ist für mich das Organisieren meiner Zeit“ sagt Ruttkowski. Barker wiederum glaubt, dass die virtuelle Kommunikation mit Kunden per E-Mail oder Skype manchmal mehr Zeit raubt als spart.

Dennoch lieben sowohl Barker als auch Ruttkowski ihren Beruf. Neben der eigentlichen Arbeit ist es vor allem eins, das sie an ihrer Tätigkeit schätzen – ihre Unabhängigkeit. Für Barker ist dies ein unglaublicher Ansporn: „Ich kann alles machen, was ich will, es gibt wirklich keine Grenzen für meine Fähigkeiten. Ich finde das sehr erfüllend und motivierend!“


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Warum wir immer verlängerte Wochenenden haben sollten

Car driver (image by Unsplash [CC0 Public Domain] via Pexels)

Wenn wir uns ein paar freien Tagen im August oder einem verlängerten Wochenende nähern, könnten wir über die Zeit nachdenken, die wir der Arbeit widmen. Was wäre, wenn jedes Wochenende drei oder sogar vier Tage dauern würde? Was wäre, wenn der Großteil der Woche für Aktivitäten zu Verfügung stehen würde, statt für die Arbeit? Was wäre, wenn unsere Zeit für arbeitsfreie Aktivitäten unserer Wahl reserviert wäre?

Diese Fragen zu stellen, lädt geradezu zu utopischem Denken ein. Während weniger Stunden zu arbeiten prinzipiell eine gute Idee ist, ist es in der Praxis nicht durchführbar. Tatsächlich würde diese Errungenschaft mit dem Risiko des niedrigen Verbrauchs und der erhöhten wirtschaftlichen  Not einhergehen.

Für einige Befürworter der Arbeitsmoral liegt der Weg zu Gesundheit und Glück in der Verewigung in der Arbeit und nicht in dessen Reduktion. Arbeit macht uns gesünder und glücklicher. So eine arbeitsbejahende Ideologie wird für die Legitimation von Sozialreformen eingesetzt. Damit werden die Arbeitslosen, unabhängig von deren Lohnsätzen und qualitativen Merkmalen, zur Arbeit gezwungen. Es bietet auch eine ideologische Barriere für den Fall, weniger Zeit bei der Arbeit verbringen zu wollen. Weniger zu arbeiten, wird als eine Bedrohung für unsere Gesundheit und unser Glück präsentiert – und nicht als eine Möglichkeit, diese zu verbessern.

Dennoch ist die Idee, weniger zu arbeiten, nicht nur möglich, sondern auch die Grundlage für eine bessere Lebensqualität. Es ist ein Zeichen dafür, wie es dazu kam, dass wir Arbeit und dessen Einfluss in unserem Leben akzeptieren und wir diese Idee nicht sogleich begreifen.

Der Preis für mehr Arbeit

Immer mehr Studien zeigen die Kosten der Verlängerung der Arbeitszeit für die Menschen auf. Dazu kommt noch eine schwindende körperliche und geistige Gesundheit. Lange Arbeitszeiten können das Risiko für einen Schlaganfall, koronare Herzerkrankungen und die Entwicklung von Typ-2 Diabetes erhöhen.

Weil wir die meiste Zeit arbeiten, verlieren wir potentielle Zeit für unsere Freunde und Familie. Desweiteren geht uns die Möglichkeit verloren, einfach zu leben und Dinge zu tun, die das Leben wertvoll und lebenswert machen. Unser Leben ist oft zu sehr mit unserer Arbeit verbunden, als dass wir wenig Zeit und Energie für die Suche für alternative Lebensweisen finden – kurz gesagt, unsere Fähigkeit, unsere Talente und Potenziale zu finden, ist durch unsere Arbeit eingeschränkt. Arbeit lässt uns nicht selbständiger werden, sondern sie hemmt uns und macht es schwieriger, unsere Wünsche auszuleben.

All dies spricht für die Notwendigkeit, weniger zu arbeiten. Wir sollten die Arbeitsmoral herausfordern und alternative Lebensweisen vorantreiben, die weniger arbeitsorientiert sind. Und wenn weniger Lebenszeit bei der Arbeit verbracht wird, sondern wir uns mit der Beseitigung von Arbeitsausbeutung beschäftigen, können wir auch die eigenen Vorteile von Arbeit an sich besser erkennen. Weniger zu arbeiten, mag nicht nur ein Mittel sein, um besser zu arbeiten, sondern auch, um das Leben mehr zu genießen.

Hindernisse für weniger Arbeit

Der technologische Fortschritt wurde in den vergangenen Jahrhunderten kontinuierlich vorangetrieben, um die Produktivität zu steigern. Nicht immer hat der Produktivitätsgewinn jedoch zu kürzeren Arbeitszeiten geführt. Zumindest in der Neuzeit wurde dieser Überfluss dazu verwendet, um die Erträge der Kapitalseigentümer zu erhöhen. Dies geschah zumeist auf Kosten der gleichbleibenden Löhne für die Arbeiter.

Der mangelnde Fortschritt bei der Arbeitszeitverkürzung in den modernen kapitalistischen Wirtschaften spiegelt stattdessen den Einfluss von Ideologie und Macht wider. Einerseits haben die Auswirkungen des Konsums starke Kräfte zugunsten längerer Arbeitszeiten geschaffen – die Arbeitnehmer sind ständigen Überredungsversuchen ausgesetzt, mehr zu kaufen und sind damit zu mehr Arbeit gezwungen, um mit dem neuesten Trend oder Mode mitzuhalten und bei ihren Kollegen nicht hintenanzustehen.

Andererseits hat die geschwächte Kraft der Arbeit verglichen mit der des Kapitals ein Umfeld geschaffen, das sich zur Verlängerung der Arbeitszeit eignet. Die kürzlich bekannt gewordenen Arbeitspraktiken bei Amazon sprechen für die Macht des Kapitals, den Arbeitern schlechte Arbeitsbedingungen einschließlich übermäßiger Arbeitsstunden aufzuerlegen. Die Auswirkungen der steigenden Ungleichheit hat auch eine Kultur langer Arbeitszeiten genährt, welche durch die Erhöhung der wirtschaftlichen Notwendigkeit mehr zu arbeiten hervorgerufen wurde.

David Gräber tätigte die provokante Behauptung, dass sich zeitgleich mit der Weiterentwicklung der Technologie die – wie er es nennt – „bullshit“ oder sinnlosen Arbeitsplätze vervielfacht haben. Das ist der Grund, warum wir bei Keynes Vorhersage nicht umsetzen konnten, dass wir alle als Folge des technischen Fortschritts im 21. Jahrhundert nur 15 Stunden in der Woche arbeiten.

Stattdessen leben wir in einer Gesellschaft, in der Arbeit geschaffen wird, die keinen sozialen Wert hat. Der Grund dafür ist nach Gräber die Notwendigkeit der herrschenden Klasse die Arbeiter in der Arbeit zu halten. Während die Technik mit dem Potenzial, die Arbeitszeit zu verkürzen, existiert, ist die herrschende Klasse nicht bereit, dieses Potenzial zu erkennen. Dies begründet sich mit der politischen Herausforderung einer arbeitenden Bevölkerung mit verfügbarer Zeit. Weniger arbeiten wäre möglich und wünschenswert, wird jedoch durch politische Faktoren blockiert.

Arbeiten für den Wandel

Wie oben erwähnt, sind die Kosten für lange Arbeitszeiten schlechtere Gesundheit und ein geringeres Wohlbefinden der Arbeiter. Für die Arbeitgeber entstehen dadurch Kosten in Hinblick auf eine geringere Produktivität und eine geringere Rentabilität. Jedoch bleiben diese Kosten trotz Beweise für deren Existenz unbemerkt. Auch hier kann politisch erklärt werden, warum kürzere Arbeitszeiten von vielen Arbeitgeber nicht angenommen wurden.

Experimente für kürzere Arbeitszeiten existieren bereits. Uniqlo, ein japanischer Einzelhändler für Bekleidung, ermöglicht es seinen Mitarbeitern, für vier Tage in der Woche zu arbeiten. Über dieses Modell wurde auf positive Weise ausschweifend berichtet. Die Mitarbeiter profitieren von einer besseren Work-Life-Balance, während das Unternehmen die Vorteile von niedrigeren Arbeitskosten aufgrund der geringeren Umsatzkosten erntet.

Doch bei näherer Betrachtung hat das neue Schema von Uniqlo seine Schattenseiten. Als Gegenleistung für eine viertägige Arbeitswoche wird von den Arbeitern erwartet, dass sie in zehnstündigen Schichten während ihrer Einsatztage arbeiten, eine 40-Stunden-Woche wird also in vier Tage gequetscht.

Dies ist nicht nur eine Erweiterung der normalen Länge eines Arbeitstages, sondern bringt die möglichen Gewinne einer viertägigen Arbeitswoche in Gefahr. Arbeiter könnten nach dieser vier-Tage-Woche dermaßen erschöpft sein, dass sie einen ganzen Tag für die Erholung dieser Strapazen benötigen. In diesem Fall wird sich ihre Qualität der Arbeit und des Lebens überhaupt nicht verbessert haben, sondern diese wird durch die möglicherweise erlittenen negativen Auswirkungen gemindert, die erst durch Übermüdung verursacht werden.

Ironischerweise veranschaulichen die Systeme, wie sie von Uniqlo eingeführt wurden, die Hindernisse, welche bestehen bleiben, um weniger Arbeit zu erreichen. Nur eine Reduktion der Wochenarbeitszeit auf 30 Stunden oder weniger kann als ein echter Fortschritt für das Erreichen der kürzeren Arbeitszeit angesehen werden.

Damit wir ein drei- oder idealerweise viertägiges Wochenende erreichen – und genießen – können, bedarf es einer Gesellschaft, die die vorherrschende Arbeitsmoral untergräbt. Wir müssen die Idee,  weniger zu arbeiten, als ein gut gelebtes Leben wahrnehmen. Wir müssen ein leben ablehnen, in dem Arbeit als Ein und Alles und das Ende allen Erlebens gilt.

Genießen wir unsere freien Tage, solange wir können. Wir sollten es als eine Erinnerung an ein Leben ansehen, das machbar sein könnte – ein Leben, das wir zu erreichen versuchen, indem wir  Lösungen finden, um die wirtschaftlichen und politischen Barrieren für weniger Arbeit zu überwinden.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „Car driver“ by Unsplash (CC0 Public Domain)


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Warum Flow bei der Arbeit glücklicher und produktiver macht

writing (image by Unsplash [CC BY 1.0] via Pixabay)

Dein Ziel ist greifbar, nichts kann dich davon ablenken, deine Umgebung verschwimmt im Hintergrund, du spürst weder Hunger noch Durst und mit jeder Faser deines Körpers arbeitest du auf dieses Ziel hin – du bist mitten im Flow.

Wir alle haben solche Momente erlebt, in denen wir voll und ganz in einer Aufgabe aufgehen, Raum und Zeit vergessen und uns alles leicht von der Hand geht. Dieses Gefühl, wenn alles im Fluss ist, nennen Psychologen „Flow“. Während dieses Phänomen lange vor allem für Wissenschaftler interessant war, widmen sich nun auch vermehrt Unternehmen diesem Konzept. Sie wollen wissen, ob und wie Flow im Arbeitsalltag integriert werden kann, wie er Angestellte motiviert und so letztendlich nicht nur glücklicher, sondern auch produktiver macht.

Was ist Flow?

Doch was ist Flow eigentlich? Der erste, der sich mit der Flow-Theorie beschäftigte war der Psychologe Mihály Csíkszentmihály. Der ungarischstämmige Csíkszentmihály war fasziniert davon, wie versunken seine Malerfreunde in ihre Arbeit waren und wollte herausfinden, was dieser Zustand der völligen Konzentration, dieser Flow, wie er ihn nannte, eigentlich war.

Csíkszentmihály definiert Flow als Zustand des vollständigen Eintauchens in eine Aktivität. Wer im Flow ist, spürt, wie sich seine Selbstwahrnehmung verändert: Wir nehmen uns selbst nicht mehr mit unserem Bewusstsein wahr, sondern sind ganz eins mit uns selbst. Nach Freud könnte man sagen: Das Ego fällt weg. Wir verlieren darüber hinaus jegliches Gefühl für Raum und Zeit und jede Handlung scheint sich ganz natürlich aus der vorherigen zu ergeben.

Nach Csíkszentmihály gibt es zehn Faktoren, die mit dem Flow einhergehen:

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Challenge vs. skill, showing „flow“ region, Image via Wikipedia
  • Klare Ziele, die gleichzeitig herausfordernd, aber auch erreichbar sein müssen
  • Aufmerksamkeit und Fokus
  • Das Zeitgefühl geht uns verloren
  • Verlust des Bewusstseins für unser Selbst
  • Sofortiges Feedback zu unseren Handlungen
  • Ein stetiges Gefühl der Belohnung
  • Das Wissen, dass die gestellte Aufgabe umsetzbar ist
  • Eine Balance zwischen unserem Können und der zu lösenden Aufgabe
  • Vergessen von physischen Bedürfnissen wie Hunger oder Durst
  • Kompletter Fokus auf ein Ziel

 

Wir können diesen Flow nicht nur bei Malern sehen, sondern auch bei Musikern, Sportlern und bei religiöser Meditation. Doch auch beim Lernen oder beim Eintauchen in Videospiele können wir diesen Fluss erleben – und eben auch im Beruf.

Flow macht Arbeitnehmer froh – und Arbeitgeber ebenso

Genau das wollen sich Arbeitgeber nun zunutze machen. Was Unternehmen dabei besonders interessiert: Wer beim Job im Flow ist, hat mehr Spaß beim Arbeiten, bildet sich dabei gleichzeitig weiter und performt insgesamt besser.

In der ersten empirischen Studie zu Auswirkungen von Flow am Arbeitsplatz haben Wissenschaftler der International School of Management Dortmund und des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung an der TU Dortmund untersucht, welche positiven Auswirkungen der tägliche Jobflow auf Arbeitnehmer hat. „Unsere Studie zeigt, dass Commitment das Erleben von Flow begünstigt und wir haben auch festgestellt, dass Flow psychische Erschöpfung im Job reduzieren kann“ sagt Wladislaw Rivkin, einer der Autoren der Studie gegenüber den Netzpiloten. Konkret bedeutet das: Je stärker sich jemand mit seinem Job identifiziert, je stärker er in seiner Aufgabe aufgeht, desto öfter wird er Flow erleben.

Doch nicht nur das! Flow kann demnach auch dafür sorgen, dass gewisse Stressfaktoren gemildert werden. Dazu gehören nach dieser Studie alle Faktoren, die mit Selbstkontrolle zu tun haben. Die Autoren sprechen hier von SCDs, Self-Control Demands. Das bedeutet, dass wir im Job gewisse Impulse ausblenden oder ignorieren müssen. So können wir zum Beispiel nicht immer unser Smartphone checken, wenn es laut piepst, auch wenn wir das eigentlich im ersten Reflex gerne wollen. Wer solche natürlichen Impulse unterdrückt, empfindet dies als Stress. Wenn wir uns dagegen im Flow befinden, nehmen wir solche äußeren Störfaktoren gar nicht mehr wahr, sie stören uns dementsprechend auch seltener und wir fühlen uns entspannter. Mehr Flow bei der Arbeit bedeutet demnach weniger Erschöpfung, mehr Energie und damit auch mehr Einsatz im Job.

Jeder kann Flow erleben

Es gibt zwar Hinweise darauf, dass gewisse Menschen eher Flow erleben als andere: Wer etwa von Natur aus neugierig und hartnäckig ist, verspürt Flow öfter und leichter. Dennoch ist Flow unabhängig von Geschlecht und Branche. „Theoretisch kann Flow in jedem Beruf erreicht werden, sofern die Anforderungen der Arbeit und die Kompetenzen des Mitarbeiters sehr gut passen“ erklärt Rivkin. Dementsprechend schlägt er vor, dass Arbeitgeber dafür sorgen sollten, solche Flow-Erlebnisse bei ihren Mitarbeitern zu begünstigen. Das sieht natürlich bei jeder Person etwas anders aus, doch generell empfiehlt Rivkin, Mitarbeitern mehr Freiheiten einzuräumen: „Sie sollten fühlen, dass sie mehr Autonomie haben, sie sollten sich wie Experten in ihren Arbeitsaufgaben fühlen und sich auch in ihrem Arbeitsumfeld wohlfühlen.

Das ist keine leichte Aufgabe: Sind etwa die Herausforderungen im Job zu gering, werden wir apathisch oder wir langweilen uns. Sind sie zu hoch, führt dies zu Unruhe und Stress. Für Chefs bedeutet das, dass sie sehr genau darauf schauen müssen, was den einzelnen Mitarbeiter motiviert.

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Diagramm zu de:Flow (Psychologie), Image by C.Löser via Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0)

Doch auch wir selbst können einiges dazu beitragen, Flow-Erlebnisse bei der Arbeit zu begünstigen. So können wir zum Beispiel alles abstellen was uns ablenkt: Alerts am PC, Töne am Handy, Alarmfunktionen an unserer Uhr. Das macht es uns leichter, uns auf unsere Aufgaben zu konzentrieren und darin aufzugehen.

Es ist nicht alles Gold, was fließt

Wir können von Flow aber nicht nur im Beruf profitieren. Es gibt Studien, die zeigen, dass Flow Menschen glücklicher macht und zu weniger Kriminalität führt.

Das bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass wir alle ständig im Flow sein sollten. Denn Flow fühlt sich nicht nur an wie ein Rausch, Flow kann tatsächlich süchtig machen. Menschen, die von ihren Videospielen nicht mehr wegkommen, sind eins der bekanntesten Beispiele dafür. Deswegen rät Flow-Entdecker Csíkszentmihály auch zur Vorsicht: Wir müssen uns nicht nur darum bemühen, in den Fluss zu kommen, wir müssen gleichzeitig auch lernen, damit umzugehen. Wir können Flow also nutzen, um unser Leben zu verbessern – wir müssen das Gefühl aber auch loslassen können.


Image „Writing“ by Unsplash (CC0 Public Domain)


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Oliver Korittkes Kampf für mehr Sneaker in der Gesellschaft

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Als President of Sneakers erkennt Oliver Korittke das gesellschaftliche Problem der Untersneakerisierung, das hauptsächlich in Büros oder vornehmen Wohnvierteln anzutreffen ist. Sneaker passen auch zu Anzügen und sind doch außerdem viel gemütlicher. Lässige Sneaker können den Opfern des Anzugmainstreams im Arbeitsalltag wieder ihre Individualität zurückgeben. Daher kommt er zu dem Entschluss, dass nur er die Untersneakerisierung beenden kann und einen Sneaker designen muss, den auch diese Randgruppen der Bevölkerung tragen.

Was beim Designen von Sneakers am wichtigsten ist, lässt sich Oliver Korittke von einem Fachmann erklären und lernt so die Grundregeln, auf die es ankommt, wenn man den perfekten Sneaker herstellen möchte. All das aufgesaugte Wissen wird Korittke in seine ganz eigene Kollektion einfließen lassen. Insgesamt sollen es 6 herausragende Sneaker werden, die alle Gruppen der Gesellschaft beglücken sollen.

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Der Steve Jobs der Sneakerpräsentationen

In der Präsentation seiner Sneaker-Kollektion hat sich Oliver Korittke ein Beispiel an Apple und vor allem einer Person genommen. Souveräne Bühnenauftritte und Vorstellungen neuer Produkte vor Hunderten Zuschauern und Millionenpublikum über Livestream und das stehts in seinen Sneakers. Die Rede ist natürlich von Steve Jobs. Als ehemaliger CEO des wertvollsten Konzerns der Welt hat auch Jobs das Problem der Untersneakerisierung erkannt.

Oliver Korittkes Kollektion ist in zwei Sneaker Designs unterteilt – Drei Paar Performance-Sneakers und drei Paar Classic-Sneakers. Wer auch gegen die Untersneakerisierung handeln möchte und scharf auf neue stylische Sneakers ist, der findet die Kollektion des President of Sneakers exklusiv bei Deichmann. Dort sind sie seit dem 01.06.2016 zu erwerben. Werdet Teil der Bewegung und bringt der Gesellschaft mehr Sneaker!

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Im Tandem zur Arbeit: Warum Jobsharing in Deutschland beliebter wird

tandem (adapted) (Image by Jared Tarbell [CC by 2.0] via flickr)

Coca-Cola Deutschland tut es, die Telekom tut es und sogar Thyssen-Krupp tut es: Jobsharing. Gemeint ist damit das Verteilen einer Position auf zwei Personen. Anders als bei der Teilzeitarbeit bedeutet Jobsharing, dass die zwei Mitarbeiter sehr eng im Team zusammenarbeiten und die Stelle mal abwechselnd, mal gemeinsam ausüben – wie ein Tandem eben. Diese enge Art der Kooperation macht es möglich, dass auch komplexe Jobs und Führungspositionen auf einmal teilzeittauglich werden. Jana Tepe und Anna Kaiser sind dabei so etwas wie die Vorreiterinnen, wenn es um Jobsharing in Deutschland geht. Mit ihrer Jobsharing-Vermittlungsagentur Tandemploy bringen sie Tandems und Unternehmen seit 2013 zusammen. Dabei gehen die beiden selbst mit gutem Beispiel voran: Die beiden teilen sich die Leitung des Unternehmens. Die Idee dazu kam ihnen in ihrem vorigen Job (wo sie in der gleichen Abteilung arbeiteten), als zwei Bewerberinnen eine gemeinsame Bewerbungsmappe einreichten und sich als Team auf eine ausgeschriebene Stelle bewarben.

Deutschland Schlusslicht bei Jobsharing in Europa

Das Modell der geteilten Stelle stammt ursprünglich aus den USA und wird dort schon seit Ende der 1970er Jahre aktiv genutzt. Nach Europa fand das Jobsharing in den 1980er Jahren und ist hier vor allem in Skandinavien, den Niederlanden, Großbritannien und der Schweiz sehr beliebt. In der Schweiz wird Jobsharing sogar von der Regierung gefördert. In Deutschland wird das Jobsharing auch genutzt, aber im europaweiten Vergleich ist das Land Schlusslicht beim Jobsharing. Eine Umfrage von Robert Half zeigt, dass, während ein Viertel der Unternehmen in Europa ihren Mitarbeitern Jobsharing als flexibles Arbeitsmodell anbieten, es in Deutschland lediglich 15 Prozent sind.

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Europaweite Umfrage von Robert Half: Welche der folgenden Arbeitsmodelle bietet Ihr Unternehmen aktuell an?

Die HR-Abteilungen in deutschen Unternehmen sehen demnach das Modell Jobsharing bisher überwiegend mit Skepsis. Sie halten das Arbeiten im Tandem für ineffizient und nicht teamfördernd und sie glauben, dass das Ausfüllen einer Führungsposition auch dauerhafte physische Präsenz erfordert.

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Robert Half hat die HR-Manager in Deutschland, die kein Jobsharing anbieten, gefragt: Warum bietet Ihr Unternehmen kein Jobsharing an?

Dabei entgehen den Unternehmen aber auch viele Vorteile, die das Jobsharing mit sich bringt. Jana Tepe von Tandemploy glaubt, dass Unternehmen davon profitieren können, wenn sie sich auf die Lebensphasen ihrer Mitarbeiter einstellen:

Wenn sich zwei Mitarbeiter eine Stelle teilen, dann hat man in der Summe auch mehr Kompetenz, zwei Blickwinkel und damit in der Regel mehr Kreativität und mehr Inspiration. Denn wer eine ausgeglichene Balance zwischen Privatleben und Beruf hat, ist häufig motivierter und produktiver.

Viele Firmen schrecken auch vor der Mehrarbeit im Personalwesen zurück, die sie durch Jobsharing befürchten. Laut Jana Tepe existiert diese Hürde aber nur in den Köpfen, da Jobsharing die Arbeit tatsächlich erleichtert und organisatorisch nicht viel anders als Teilzeitarbeit behandelt werden muss. Sie verweist aber auch darauf, dass Jobsharing nicht zu jedem Unternehmensmodell passt: „Unternehmen, die mit Wertschätzung und auf Augenhöhe arbeiten, begrüßen zum Beispiel Jobsharing eher als solche, die kurzfristig orientiert und in erster Linie kompetitiv arbeiten.

Jobsharing im Arbeitsalltag

Wie genau kann man sich das Jobsharing also in der Praxis vorstellen? Das Schöne, aber auch das Schwierige am Jobsharing ist, dass das Modell sich ganz individuell anpassen lässt. Zum Beispiel: Ein Unternehmen fordert, dass die Marketingleitung 40 Stunden pro Woche arbeiten muss. Wie sich ein Jobsharer-Paar diese Position teilt, kann aber sehr flexibel gestaltet werden, je nach den individuellen Bedürfnissen der Mitarbeiter und nach der persönlichen Lebenssituation. So kann ein Mitarbeiter beispielsweise von Montag bis Mittwoch arbeiten, während der andere von Mittwoch bis Freitag im Büro ist. Auch eine Aufteilung der Arbeitszeit zwischen Vormittags- und Nachmittagsschicht ist denkbar. Für Mitarbeiter bedeutet dies, dass sie nicht nur eine anspruchsvolle Stelle ausüben können, sondern auch den Job an ihre Lebenssituation anpassen können. Das macht es zum Beispiel für Eltern einfacher, Arbeit und Familie miteinander zu verbinden. Auch wenn überwiegend Frauen Jobsharing nutzen, scheinen auch Männer dieses Modell attraktiver zu finden als beispielsweise Teilzeit zu arbeiten. Denn: Jobsharing wird in der Regel nicht nur besser bezahlt, sondern ist auch für die Karriere interessanter. Die größte Herausforderung beim Jobsharing ist sicherlich, dass die Tandempartner ein eingespieltes Team sein sollten. Beide müssen ein hohes Organisationstalent aufweisen und sich blind vertrauen können. Ohne genaue Planung und hoher Kommunikationsfähigkeit funktioniert es nicht. Die Jobsharing-Partner müssen zwar nicht unbedingt beste Freunde sein, sollten aber ein freundschaftliches Verhältnis pflegen, sehr gut im Team funktionieren und sich ideal ergänzen können.

Ein Modell mit Zukunft

Während Jobsharing vor allem im Fokus etablierter Unternehmen steht, können auch Startups von diesem Modell profitieren. Junge Mitarbeiter haben so zum Beispiel die Möglichkeit, in mehreren Projekten gleichzeitig mitzuwirken und so ihren Arbeitsalltag so abwechslungsreicher zu gestalten. Unternehmen wiederum können mit solchen flexiblen Arbeitsmodellen qualifizierte Mitarbeiter anziehen und auch langfristig im Unternehmen halten. Auch für die Arbeit selbst ist es von Vorteil, wenn zwei Arbeitnehmer mit unterschiedlichen Stärken die gleiche Position ausfüllen. Das Unternehmen profitiert in diesem Fall nicht nur von der doppelten Kompetenz, sondern auch von der höheren Motivation sowie dem größeren Ideenreichtum, mit dem zwei Mitarbeiter eine Stelle ausfüllen. Ein weiterer Vorteil: Durch Jobsharing entstehen praktisch nie Totalausfälle. Wenn ein Tandempartner im Urlaub oder krank ist, füllt der andere Partner die Position aus. So kann sich ein Unternehmen beispielsweise auch das Geld für eine Urlaubsvertretung sparen. Auch wenn durch eine  Tandemstelle so zunächst höhere Personalkosten entstehen, können Firmen langfristig sogar sparen. Auch Lohndumping scheint derzeit bei Jobsharing nicht vorzukommen. Die Tandempartner einigen sich im Vorfeld auf die Aufteilung des Gehalts der vollen Stelle. Vielen scheint es dabei wichtiger zu sein, eine erfüllte Arbeit mit ihrer Freizeit vereinbaren zu können als viel Geld zu verdienen. Jobsharing scheint also eine Antwort auf die Vereinbarkeit von Karriere und Freizeit zu sein und wird daher wahrscheinlich auch in Deutschland in der Zukunft immer häufiger praktiziert werden.


Image (adapted) „Tandem“ by Jared Tarbell (CC BY 2.0)


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