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Samsung Q900 ausprobiert: So schön starten 8K-Fernseher in die neue TV-Ära

Samsung Q900 8K-Fernseher

Wer jetzt mit neuem Fernsehgerät liebäugelt, wird ein 4K- bzw. UHD-Modell in den Blick nehmen. Das ist der vorherrschende Standard bei Bildschirmen, die jetzt auf den Markt kommen. Aber die nächste Generation steht bereits in den Startlöchern: 8K-Fernseher. Auf der IFA 2018 haben drei Hersteller entsprechende Geräte in Aussicht gestellt. Doch nur Samsung hat als einziger jetzt schon geliefert und drei Produkte in den Handel gebracht. Zu Preisen von rund 5.000, 7.000 und 15.000 Euro handelt es sich bei der Serie namens Samsung Q900 beileibe noch nicht um Ware für den Massenmarkt. Aber als Pionierprodukte setzen sie zwangsläufig Maßstäbe. Daher haben wir sie uns bei einem Hands-on-Event im Samsung Showcase in Frankfurt am Main gern angeschaut. Das Ergebnis: Samsungs 8K-Fernseher begeistern mit einer fantastischen Bildqualität, sind ihrer Zeit aber noch voraus.

Was sind nochmal 8K-Fernseher?

Die Abkürzung 8K steht für die Anzahl an Bildpunkten, die die neue Generation der TV-Geräte waagerecht in einer Linie darstellen kann. Ein 8K-Fernseher löst 7.680 x 4.320 Pixel auf. Aufgerundet zählt jede horizontale Zeile also rund 8.000 Bildpunkte, im Jargon also 8K. Insgesamt finden damit rund 33 Millionen Pixel auf der Displayfläche Platz. Das ist viermal so viel wie bei modernen 4K-Fernsehern und 16-mal soviel wie bei den immer noch sehr verbreiteten TV-Geräten mit FullHD-Standard. Bei der hohen Pixeldichte von 8K sind einzelne Bildpunkte für das menschliche Auge kaum mehr klar erkennbar – auch aus nächster Nähe betrachtet nicht. Das ist praktisch, wenn Fernseher mit immer größeren Diagonalen Einsatz finden, aber der Sitzabstand unverändert bleibt. Das ist auch das Szenario, für das Samsungs neues Trio gemacht ist. Denn mit 65 Zoll (163 cm), 75 Zoll (189 cm) und 85 Zoll (216 cm) sind die neuen Geräte nur als XXL-Versionen verfügbar.

Samsung Q900 im Hands-On: 8K in den Blick genommen

Der Effekt funktioniert. Mit einem Sitzabstand von etwa 1,50 Metern vor dem 85-Zoll-Display war die Kinoreihe im Showroom von Samsung nicht zu nah platziert. Selbst wenn wir unrealistisch dicht, quasi unmittelbar an die Bildschirme, herantreten, können wir bei 8K-Inhalten kein Pixelraster erkennen. Hochskaliertes 4K-Material wirkt etwas weniger scharf als natives 8K. Diesen Unterschied bemerken wir jedoch nur bei einer Distanz von unter 40 Zentimetern – weiter weg wirkt alles knackscharf. Damit ist der Mindestabstand für ultrahochaufgelöstes Material aber immer noch sehr gering. Sendungen in FullHD oder niedrigeren Auflösungen lagen nicht vor, dürften aber bei einer üblichen Distanz zwischen zwei und drei Metern auch noch makellos scharf wirken.

Samsung Q900 8K-Fernseher Hands-On
Die Netzpiloten-Redaktion gehört zu den ersten Journalisten, die einen neuen Blick auf die 8K-Fernseher von Samsung werfen konnten. Image by Samsung

AI Upscaling: Künstliche Intelligenz macht die Pixel schön

Für die Praxis sind SD-, FullHD- und 4K-Sendungen auch beim Einsatz von 8K-Fernsehern weiter relevant. Denn bis auf wenige Test-Videos gibt es noch keinen Hollywood-Blockbuster, keine Amazon-Serie und keine Fernsehshow, die nur annähernd schon im neuen Standard produziert wird. Mit einer nennenswerten Auswahl ist erst in zwei bis fünf Jahren zu rechnen. Daher spielt Samsung Bildverbesserungssoftware auf, die niedriger aufgelöstes Material hochskaliert.

Zeitgemäß kommen dabei Rechenverfahren der Künstlichen Intelligenz zum Einsatz. AI Upscaling heißt das Zauberwort. Dem im TV-Gerät verbauten Prozessor hat Samsung anhand von Tausenden Paaren originaler und perfekt skalierter Bildsequenzen maschinell beigebracht, wie sich Inhalte für die außergewöhnlich hohe Zahl sehr kleiner Pixel aufbereiten lassen. Beim Mimikri von 4K zu 8K funktioniert dieser Vorgang während unserer Inaugenscheinnahme sehr ansehnlich. Auf Blu-ray zugespielte 4K-Filme wie Tomb Raider und Fantastische Tierwesen sehen insbesondere auf der riesigen 85-Zoll-Variante des Samsung Q900 umwerfend aus. Stehen wir nicht gerade direkt vor dem Gerät, stellen wir keinen Schärfeverlust fest. Auf unserer Sitzposition etwa 1,20 Meter vor dem Samsung Q900, wirkt das 4K-Material wie für das 8K-Display gemacht.

Ein Vergleich der Bildqualität von einem nativen 4K-Fernseher mit den neuen 8K-Modellen ist allerdings nicht möglich. Samsung hat nach eigenen Angaben bewusst darauf verzichtet, um dem Vorwurf zu entgehen, die niedriger aufgelösten Geräte durch entsprechende Einstellungen schlechter aussehen zu lassen. Daher muss der Eindruck der 8K-Modelle in dem Hands-On für sich sprechen. Und der ist zweifellos überzeugend.

Famose Farben und Lichtstimmung dank HDR

Die neuen 8K-Fernseher überzeugen auch in anderen Kriterien der Bildqualität. So bringen die drei Samsung Q900 Sendungen mit hohem Dynamikumfang (HDR) stimmungsvoll zur Geltung. Weil sie die Leuchtkraft der Quantum LEDs auf bis zu 4.000 Nits aufdrehen können, wirken sehr helle Bildbestandteile eben auch realistisch hell, ohne dass sie an den Rändern an Zeichnung verlieren und schwarze Bildbereiche grau wirken. Ein gutes Beispiel dafür ist die Netflix-Eigenproduktion Bright, in der die Protagonisten während einer Szene in einem nur von Kerzen beleuchteten Raum vor einen Oberschurken treten. Die Flammen leuchten hell ohne auszufressen, gleichzeitig bieten die im Schatten liegenden Flächen sattes Schwarz ohne abzusaufen. Hier wirkt HDR besonders lebensecht und detailreich.

Die Blickwinkelstabilität ist bei LCD-Fernsehern dieser Preiskategorie auch kein Manko. Farben wirken von allen Seiten kontrastreich, kein Schleier stellt sich bei seitlichem Blick ein. Mit schnellen Bildänderungen haben die drei Samsung Q900 ebenfalls kein Problem. Beim Xbox-Rennspiel Forza Horizon 4 erkennen wir daher keine Schlieren – außer dort, wo die Game-Designer sie als Blur-Effekt bewusst platziert haben. Weil die FreeSync-Technik unterstützt wird, eignen sich die neuen Modelle auch fürs Gaming, wofür Samsung sie ausdrücklich bewirbt.

Sound braucht keine zusätzlichen Lautsprecher

Insbesondere beim vielfältigen Soundtrack von Forza Horizon 4 überrascht uns der kraftvolle Sound der im 75-Zoll-Modell eingebauten Lautsprecher. Sie spielen so stark auf, dass Käufer auf die Extra-Anschaffung externer Boxen verzichten können. Hier macht sich das größere Gehäusevolumen von XXL-Fernsehern positiv bemerkbar, das den Einbau leistungsstärkerer Schallwandler ermöglicht.

Samsung 8K-Fernseher Gaming
Fürs Gaming eignet sich der Samsung Q900 wegen der Anti-Schlieren-Technik Freesync und wegen des kraftvollen Sounds. Image by Samsung

Wer aber doch Lautsprecher anschließen möchte, kann das natürlich tun. Auch ohne Anschlüsse auf der Fernseherrückseite, denn die sind in der One-Connect-Box ausgelagert. Nur ein einziges Kabel führt von dort hin zum Fernseher. So verfährt Samsung bei seinem teureren Fernseher seit einer Weile, wie beispielsweise bei The Frame. Dadurch lassen sich neuere Verbindungsstandards durch den Austausch der One-Connect-Box nachrüsten. Da die 8K-Technik am Anfang steht, bleibt der Kauf eines Pionierprodukts aus der Q900-Serie zumindest zukunftssicher. Das Auslagern der Kabelschnittstellen in die One-Connect-Box soll auch die Rückseite des Fernsehers aufgeräumter aussehen lassen und ihn damit besser fürs freie Aufstellen eignen. Bei den drei Samsung Q900 unterbrechen allerdings unerwartet viele kleinere Aussparungen das puristische Design der Rückwand. Für die Wandhängung sind die XXL-Displays schon eher geeignet.

Die bei diesen Modellen mitgelieferte One-Connect-Box ist etwas größer als bisher. Dennoch lässt sie sich weiterhin in einer TV-Bank verstauen. Nur gut belüftet und nicht fest umschlossen sollte sie sein. Uns fällt nämlich auf, dass die Box unter Last mehr als handwarm wird.

Das sagen die anderen über Samsung Q900

Die Messergebnisse von Test-Zeitschriften bestätigen unseren subjektiven Eindruck. Video (Ausgabe 12/2018) lobt neben der Farbwiedergabe und Helligkeitssteuerung durch das sogenannte lokale Dimmen der QLEDs vor allem die KI-Bildaufbereitung. Zwar beklagt die Zeitschrift neben dem hohen Preis vor allem den Stromverbrauch des 85-Zöllers von bis zu 200 Watt die Stunde. Aber unter dem Strich lautet das Testurteil von video „überragend (92%)“. Die Computerbild spricht vom „derzeit brillantesten Fernseher“, wobei der 8K-Standard eher das Sahnehäubchen sei, weil das Bild eben auch ohne Extra-Auflösung erstklassig aussehe. Wie uns, begeistert die Computerbild die HDR-Darstellung. Das mündet in der Testnote „gut (1,6)“.

Fazit: Überragender Eindruck vom 8K-Fernseher Samsung Q900

Die neuen 8K-Fernseher aus der Serie Samsung Q900 sind eine Wucht. Nicht nur wegen der XXL-Größe, sondern natürlich vor allem wegen der Bildqualität. Schärfe und Leuchtkraft begeistern uns! Da fällt gar nicht negativ auf, dass es noch gar keine 8K-Inhalte gibt, sondern Samsung sie höchstens von 4K hochrechnet. Der Eindruck ist dennoch famos, denn Samsung gelingt die Bildaufbereitung per KI-Software meisterhaft. In dieser Hinsicht deckt sich unsere subjektive Wahrnehmung mit den Messwerten von Test-Zeitschriften.

Dennoch stellt sich Frage, wer die 8K-Modelle von Samsung Q900 kaufen soll. Mit den Preisen liegt der Hersteller jenseits dessen, was die meisten Menschen für Fernseher ausgeben. Selbst Samsungs bisheriges 4K-Referenzgerät Q9FN, das ebenfalls überragende Test-Resultate erzielt hat, ist in der 65-Zoll-Variante „auf der Straße“ schon für 2.500 Euro zu bekommen. Also für die Hälfte des Preises, den Samsung Händlern für das gleich große neue 8K-Modell empfiehlt. Wer nicht ungewöhnlich nah dran sitzt und den Vergleich zu den neuen 8K-Geräten nicht erkennt, wird aber bei Top-4K-Geräten nichts vermissen.

Vermutlich geht es Samsung bei der Q900-Serie aber auch gar nicht um einen massenhaften Absatz und Verkaufserfolg. Viel wertvoller ist es, dass der Hersteller überhaupt schon auf dem Markt ist und Konkurrenten wie LG und Sharp nicht die Rolle des Innovators für 8K-Fernseher überlässt. Das ist Samsung gelungen.

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Für 8K-Fernseher hebt sich der Vorhang allmählich

Samsung Q900 8K-Fernseher

Wie viele Bildpunkte ein Fernseher darstellen kann, hat großen Einfluss auf die Bildqualität. Obwohl Geräte mit 4K-Auflösung sich noch gar nicht flächendeckend durchgesetzt haben, nehmen die Hersteller schon die nächste Auflösungsevolution in den Blick. 8K-Fernseher zogen auf der zurückliegenden Technik-Messe IFA 2018 viele Blicke auf sich. Marktführer Samsung und Hidden Champion Sharp präsentierten gigantische Displays, die spektakuläre 33 Millionen Pixel darstellen. LG Electronics zeigte immerhin einen Prototyp. Was bringt die neue Generation der TV-Geräte? Lohnt es sich schon jetzt, dafür die alte Mattscheibe auf den Elektro-Schrott zu stellen?

Was 8K fürs Fernsehen genau bedeutet

Die Abkürzung 8K steht für die Anzahl an Bildpunkten, die die neue Generation der TV-Geräte waagerecht in einer Linie darstellen kann. Ein 8K-Fernseher löst 7.680 x 4.320 Pixel auf. Aufgerundet zählt jede horizontale Zeile also rund 8.000 Bildpunkte. Im Jargon wird dies eben als 8K bezeichnet. Insgesamt finden damit rund 33 Millionen Pixel auf der Displayfläche Platz. Das ist viermal so viel wie bei modernen 4K-Fernsehern und 16-mal soviel wie bei den immer noch sehr verbreiteten TV-Geräten mit FullHD-Standard.

Bei der hohen Pixeldichte von 8K sind einzelne Bildpunkte für das menschliche Auge kaum mehr klar erkennbar – auch aus nächster Nähe betrachtet nicht. Selbst wer nah an das Display herangeht, nimmt den Bildinhalt scharf und detailreich wahr. Dadurch erhält das Dargestellte mehr Tiefe und wirkt viel realistischer.

Zu diesem natürlichen Eindruck trägt ebenfalls bei, dass der Bildschirm den Inhalt nicht nur viel feiner, sondern auch mit mehr Farbnuancen darstellt. Auf diese Weise können Betrachter feine Strukturen und Details erkennen, die bei einem niedrigeren Qualitätsstandard vermutlich verborgen bleiben.

Weil kaum jemand schon 8K-Material gesehen hat, dürften sich die Wenigsten die Verbesserung vorstellen können. Aus diesem Grund hat R/GA, eine von Samsungs Agenturen, deshalb auch zu einem besonderen Kniff gegriffen. Um das Plus an Realismus zu visualisieren, haben echte Schauspieler typische Filmposter-Szenen in Schauboxen mit TV-Format nachgestellt. Staunende Blicke von faszinierten Passanten waren den Installationen während der IFA in Berlin sicher.

Samsung 8K Filmposter-Installation Berlin
Ein „Filmposter“ mit echten Schauspielern als Sinnbild für den zusätzlichen Realismus, den 8K-Fernseher bieten sollen. Image by R/GA / Samsung

Je lebensechter Bilder wirken, desto einfacher wird das Eintauchen ins Geschehen. Genau dies macht den Reiz von möglichst hoch aufgelösten Displays aus. Dies macht sich vor allem aus kurzer Distanz bemerkbar, bei größerem Sitzabstand ab etwa vier Metern nicht mehr. Um außerdem das volle Potenzial der besseren Darstellungsqualität abzurufen, sind Empfangsteile, Zuspielgeräte und die TV-Elektronik nötig, die das Display mit ausreichend hochwertigem Material füttern.

Was 8K-Fernseher jetzt schon bringen

In ihren Pressemitteilungen betonen die Hersteller durchaus zu Recht die Vorzüge der neuen Hardware. Gleichzeitig finden sie zum Teil sehr elegante Umschreibungen dafür, dass es praktisch noch keine Inhalte in 8K-Qualität gibt. Denn alle Produktionen für TV, Kino und Videokonsolen entstehen maximal im 4K-Standard. Die meisten Fernsehsender begnügen sich sogar damit, ihr Programm in FullHD oder dem noch älteren HD auszustrahlen. Hingegen kommt 8K bislang maximal für Testreihen infrage, etwa bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Südkorea und dem kommenden Wettbewerb in Japan 2020.

Dennoch sind 8K-Fernseher nicht beschäftigungslos. Mit dem sogenannten Upscaling-Verfahren verleihen die Hersteller ihrer neuen Gerätegeneration einen Sinn. Dabei knöpft sich eine Bildverbesserungssoftware das niedrig aufgelöste Material vor und bereitet es so auf, dass es annähernd wie 8K-Inhalte aussieht.

So gingen die Hersteller auch schon bei der Einführung von 4K-Geräten vor. Deren Algorithmen rechnen älteres Material mit immer besseren Ergebnissen schön. Neue Bildpunkte können solche Bildverbesserungstechnologien natürlich nicht einfach „erfinden“ und hinzufügen. Trotzdem sieht der Bildinhalt nach dem Upscaling klarer und sauberer aus.

Ihr ganzes Können werden 8K-Fernseher aber erst abrufen können, wenn in diesem Standard produzierte Inhalte vorliegen. Bis dahin können noch einige Jahre ins Land gehen. Obwohl 4K bzw. Ultra-HD bereits 2013 eingeführt wurde, gibt es heute immer noch eine begrenzte Auswahl an Serien, Filmen und Videospielen in dieser Qualität. Bei Netflix und Amazon und iTunes werden Streamer immer öfter fündig, bei den Sendern Sky und RTL in Einzelfällen, bei Sat1 und ZDF nur übers Internet in der Mediathek.

Alle anderen Sender sondieren die Lage. Dass bei ihnen angesichts ein paar neuer TV-Geräte alle Dämme brechen und sie ihre Infrastruktur jetzt schnell und umfassend auf 8K umstellen, ist unwahrscheinlich.

Für wen sich 8K-Fernseher jetzt schon lohnen

Alle Hersteller argumentieren gleichermaßen damit, dass höhere Auflösungen dem Wunsch nach größeren Displaydiagonalen entsprechen. Immer mehr Konsumenten zieren ihr Wohnzimmer mit XXL-Displays. Aber der Abstand von Sessel oder Couch zum Display bleibt dabei natürlich unverändert. Weil mit der Größe der Displayfläche auch die der Pixel wächst, drohen die Bildpunkte dann wie ein grobes Raster zu wirken. Genau an dieser Stelle sollen die neuen 8K-Displays mit deutlich zahlreicheren und dadurch viel kleineren Bildpunkten ins Spiel kommen.

LG 8K OLED TV IFA 2018
Bei 8K-Fernsehern sinkt der nötige Betrachtungsabstand erheblich. Weil die Displays so hoch aufgelöst sind, werden auch gigantische TV-Größen in kleinen Wohnzimmern praktikabel, wie dieser Prototyp von LG auf der IFA 2018 demonstriert. Image by LG Electronics

Bislang gilt bei ultrahochaufgelösten Fernsehern die Faustregel, dass der Sitzabstand mindestens der zweifachen Bilddiagonale entsprechen sollte. Bei einem Modell mit 65 Zoll (163 cm) wären das also etwa 3,20 Meter. Jedoch bei 8K-Fernsehern können Zuschauer deutlich näher heranrücken, im Fall von bestem Quellmaterial durchaus deutlich unter zwei Meter Abstand.

In kleineren Wohnungen bzw. eng gestellten TV-Bereichen bieten 8K-Fernseher also einen Mehrwert. Je weiter Zuschauer vom Display weg sitzen, desto mehr schwindet allerdings dieser Vorteil.

Ein anderer sinnvoller Einsatzzweck ist schon jetzt das Betrachten sehr hoch aufgelöster Fotos. Auf 8K-Fernsehern können Fotografen endlich ihre Aufnahmen in vollkommener Pracht betrachten. Schließlich werden diese bei 4K- oder FullHD-Geräten immer heruntergerechnet. Dabei lässt die gigantische Auflösung von 8K-Modellen sogar noch etwas Reserve übrig. Denn nur wenige Fotokameras verfügen über Sensoren, die 33 Megapixel oder mehr zu bieten haben.

Welche Modelle es gibt und welche Kosten anfallen

Seit drei Jahren überbieten sich Hersteller zwar mit Vorabankündigungen. Aber erst jetzt wird das Thema 8K für Kaufinteressierte überhaupt relevant. Nach der Modellstudie The Wall hat Samsung nun auf der IFA 2018 drei 8K-Modelle vorgestellt, die als Q900-Serie ab Mitte Oktober 2018 in den Handel starten.

Typisch für ein Innovationsthema, ruft Samsung für die Erstlingsgeneration hohe Preise auf. Das Modell GQ65Q900 in 65 Zoll (163 cm) kostet rund 5.000 Euro, für das Modell GQ75Q900 in 75 Zoll (189 cm) werden 7.000 Euro fällig und für das Spitzenmodell GQ85Q900 in 85 Zoll (216 cm) wechseln sensationelle 15.000 Euro den Besitzer.

Samsung QC85Q900
Samsungs 8K-Fernseher kommen Mitte Oktober 2018 zu Preisen von 5.000 Euro bis hin zu 15.000 Euro für das hier abgebildete 85 Zoll große Modell der Q900-Serie in den Handel. Image by Samsung

Zusätzlich zum Kauf von Samsungs Q900-Fernsehern müssen Heimkino-Fans mittelfristig auch Geld für die Anschaffung eines 8K-fähigen Players zurücklegen. Schließlich ist damit zu rechnen, dass das Angebot an 8K-Inhalten zunächst auf Discs größer ist als bei Streaming-Anbietern oder gar im Fernsehen.

Für den Datendurchsatz von 8K werden Zuspielgeräte und TV-Bildschirme künftig voraussichtlich den Verbindungsstandard HDMI 2.1 verwenden. Über diesen verfügen die Modelle Samsung GQ65Q900, Samsung GQ75Q900 und Samsung GQ85Q900 zum Start noch nicht. Er wird sich aber mittels der Verteilerstation One Connect Box nachrüsten lassen, versichert Samsung.

Bisher weitestgehend unbemerkt ist ein 8K-Modell von Sharp im Handel erschienen. Zu einem Preis von rund 10.000 Euro ist der 70-Zöller mit der Modellbezeichnung Sharp Aquos LV-70X500E aber gepfeffert bepreist. Zudem brauchen Käufer ein wenig Optimismus, weil angesichts fehlender Empfangsteile und aufrüstbarer HDMI-Anschlüsse ungewiss ist, ob das Pionierprodukt dereinst mit 8K-Zuspielgeräten zusammenarbeiten wird. Im Zweifelsfall wird der Sharp LV-70X500E auf ewig nur hochskaliertes 8K darstellen können.

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