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Samsung Q900 ausprobiert: So schön starten 8K-Fernseher in die neue TV-Ära

Samsung Q900 8K-Fernseher

Wer jetzt mit neuem Fernsehgerät liebäugelt, wird ein 4K- bzw. UHD-Modell in den Blick nehmen. Das ist der vorherrschende Standard bei Bildschirmen, die jetzt auf den Markt kommen. Aber die nächste Generation steht bereits in den Startlöchern: 8K-Fernseher. Auf der IFA 2018 haben drei Hersteller entsprechende Geräte in Aussicht gestellt. Doch nur Samsung hat als einziger jetzt schon geliefert und drei Produkte in den Handel gebracht. Zu Preisen von rund 5.000, 7.000 und 15.000 Euro handelt es sich bei der Serie namens Samsung Q900 beileibe noch nicht um Ware für den Massenmarkt. Aber als Pionierprodukte setzen sie zwangsläufig Maßstäbe. Daher haben wir sie uns bei einem Hands-on-Event im Samsung Showcase in Frankfurt am Main gern angeschaut. Das Ergebnis: Samsungs 8K-Fernseher begeistern mit einer fantastischen Bildqualität, sind ihrer Zeit aber noch voraus.

Was sind nochmal 8K-Fernseher?

Die Abkürzung 8K steht für die Anzahl an Bildpunkten, die die neue Generation der TV-Geräte waagerecht in einer Linie darstellen kann. Ein 8K-Fernseher löst 7.680 x 4.320 Pixel auf. Aufgerundet zählt jede horizontale Zeile also rund 8.000 Bildpunkte, im Jargon also 8K. Insgesamt finden damit rund 33 Millionen Pixel auf der Displayfläche Platz. Das ist viermal so viel wie bei modernen 4K-Fernsehern und 16-mal soviel wie bei den immer noch sehr verbreiteten TV-Geräten mit FullHD-Standard. Bei der hohen Pixeldichte von 8K sind einzelne Bildpunkte für das menschliche Auge kaum mehr klar erkennbar – auch aus nächster Nähe betrachtet nicht. Das ist praktisch, wenn Fernseher mit immer größeren Diagonalen Einsatz finden, aber der Sitzabstand unverändert bleibt. Das ist auch das Szenario, für das Samsungs neues Trio gemacht ist. Denn mit 65 Zoll (163 cm), 75 Zoll (189 cm) und 85 Zoll (216 cm) sind die neuen Geräte nur als XXL-Versionen verfügbar.

Samsung Q900 im Hands-On: 8K in den Blick genommen

Der Effekt funktioniert. Mit einem Sitzabstand von etwa 1,50 Metern vor dem 85-Zoll-Display war die Kinoreihe im Showroom von Samsung nicht zu nah platziert. Selbst wenn wir unrealistisch dicht, quasi unmittelbar an die Bildschirme, herantreten, können wir bei 8K-Inhalten kein Pixelraster erkennen. Hochskaliertes 4K-Material wirkt etwas weniger scharf als natives 8K. Diesen Unterschied bemerken wir jedoch nur bei einer Distanz von unter 40 Zentimetern – weiter weg wirkt alles knackscharf. Damit ist der Mindestabstand für ultrahochaufgelöstes Material aber immer noch sehr gering. Sendungen in FullHD oder niedrigeren Auflösungen lagen nicht vor, dürften aber bei einer üblichen Distanz zwischen zwei und drei Metern auch noch makellos scharf wirken.

Samsung Q900 8K-Fernseher Hands-On
Die Netzpiloten-Redaktion gehört zu den ersten Journalisten, die einen neuen Blick auf die 8K-Fernseher von Samsung werfen konnten. Image by Samsung

AI Upscaling: Künstliche Intelligenz macht die Pixel schön

Für die Praxis sind SD-, FullHD- und 4K-Sendungen auch beim Einsatz von 8K-Fernsehern weiter relevant. Denn bis auf wenige Test-Videos gibt es noch keinen Hollywood-Blockbuster, keine Amazon-Serie und keine Fernsehshow, die nur annähernd schon im neuen Standard produziert wird. Mit einer nennenswerten Auswahl ist erst in zwei bis fünf Jahren zu rechnen. Daher spielt Samsung Bildverbesserungssoftware auf, die niedriger aufgelöstes Material hochskaliert.

Zeitgemäß kommen dabei Rechenverfahren der Künstlichen Intelligenz zum Einsatz. AI Upscaling heißt das Zauberwort. Dem im TV-Gerät verbauten Prozessor hat Samsung anhand von Tausenden Paaren originaler und perfekt skalierter Bildsequenzen maschinell beigebracht, wie sich Inhalte für die außergewöhnlich hohe Zahl sehr kleiner Pixel aufbereiten lassen. Beim Mimikri von 4K zu 8K funktioniert dieser Vorgang während unserer Inaugenscheinnahme sehr ansehnlich. Auf Blu-ray zugespielte 4K-Filme wie Tomb Raider und Fantastische Tierwesen sehen insbesondere auf der riesigen 85-Zoll-Variante des Samsung Q900 umwerfend aus. Stehen wir nicht gerade direkt vor dem Gerät, stellen wir keinen Schärfeverlust fest. Auf unserer Sitzposition etwa 1,20 Meter vor dem Samsung Q900, wirkt das 4K-Material wie für das 8K-Display gemacht.

Ein Vergleich der Bildqualität von einem nativen 4K-Fernseher mit den neuen 8K-Modellen ist allerdings nicht möglich. Samsung hat nach eigenen Angaben bewusst darauf verzichtet, um dem Vorwurf zu entgehen, die niedriger aufgelösten Geräte durch entsprechende Einstellungen schlechter aussehen zu lassen. Daher muss der Eindruck der 8K-Modelle in dem Hands-On für sich sprechen. Und der ist zweifellos überzeugend.

Famose Farben und Lichtstimmung dank HDR

Die neuen 8K-Fernseher überzeugen auch in anderen Kriterien der Bildqualität. So bringen die drei Samsung Q900 Sendungen mit hohem Dynamikumfang (HDR) stimmungsvoll zur Geltung. Weil sie die Leuchtkraft der Quantum LEDs auf bis zu 4.000 Nits aufdrehen können, wirken sehr helle Bildbestandteile eben auch realistisch hell, ohne dass sie an den Rändern an Zeichnung verlieren und schwarze Bildbereiche grau wirken. Ein gutes Beispiel dafür ist die Netflix-Eigenproduktion Bright, in der die Protagonisten während einer Szene in einem nur von Kerzen beleuchteten Raum vor einen Oberschurken treten. Die Flammen leuchten hell ohne auszufressen, gleichzeitig bieten die im Schatten liegenden Flächen sattes Schwarz ohne abzusaufen. Hier wirkt HDR besonders lebensecht und detailreich.

Die Blickwinkelstabilität ist bei LCD-Fernsehern dieser Preiskategorie auch kein Manko. Farben wirken von allen Seiten kontrastreich, kein Schleier stellt sich bei seitlichem Blick ein. Mit schnellen Bildänderungen haben die drei Samsung Q900 ebenfalls kein Problem. Beim Xbox-Rennspiel Forza Horizon 4 erkennen wir daher keine Schlieren – außer dort, wo die Game-Designer sie als Blur-Effekt bewusst platziert haben. Weil die FreeSync-Technik unterstützt wird, eignen sich die neuen Modelle auch fürs Gaming, wofür Samsung sie ausdrücklich bewirbt.

Sound braucht keine zusätzlichen Lautsprecher

Insbesondere beim vielfältigen Soundtrack von Forza Horizon 4 überrascht uns der kraftvolle Sound der im 75-Zoll-Modell eingebauten Lautsprecher. Sie spielen so stark auf, dass Käufer auf die Extra-Anschaffung externer Boxen verzichten können. Hier macht sich das größere Gehäusevolumen von XXL-Fernsehern positiv bemerkbar, das den Einbau leistungsstärkerer Schallwandler ermöglicht.

Samsung 8K-Fernseher Gaming
Fürs Gaming eignet sich der Samsung Q900 wegen der Anti-Schlieren-Technik Freesync und wegen des kraftvollen Sounds. Image by Samsung

Wer aber doch Lautsprecher anschließen möchte, kann das natürlich tun. Auch ohne Anschlüsse auf der Fernseherrückseite, denn die sind in der One-Connect-Box ausgelagert. Nur ein einziges Kabel führt von dort hin zum Fernseher. So verfährt Samsung bei seinem teureren Fernseher seit einer Weile, wie beispielsweise bei The Frame. Dadurch lassen sich neuere Verbindungsstandards durch den Austausch der One-Connect-Box nachrüsten. Da die 8K-Technik am Anfang steht, bleibt der Kauf eines Pionierprodukts aus der Q900-Serie zumindest zukunftssicher. Das Auslagern der Kabelschnittstellen in die One-Connect-Box soll auch die Rückseite des Fernsehers aufgeräumter aussehen lassen und ihn damit besser fürs freie Aufstellen eignen. Bei den drei Samsung Q900 unterbrechen allerdings unerwartet viele kleinere Aussparungen das puristische Design der Rückwand. Für die Wandhängung sind die XXL-Displays schon eher geeignet.

Die bei diesen Modellen mitgelieferte One-Connect-Box ist etwas größer als bisher. Dennoch lässt sie sich weiterhin in einer TV-Bank verstauen. Nur gut belüftet und nicht fest umschlossen sollte sie sein. Uns fällt nämlich auf, dass die Box unter Last mehr als handwarm wird.

Das sagen die anderen über Samsung Q900

Die Messergebnisse von Test-Zeitschriften bestätigen unseren subjektiven Eindruck. Video (Ausgabe 12/2018) lobt neben der Farbwiedergabe und Helligkeitssteuerung durch das sogenannte lokale Dimmen der QLEDs vor allem die KI-Bildaufbereitung. Zwar beklagt die Zeitschrift neben dem hohen Preis vor allem den Stromverbrauch des 85-Zöllers von bis zu 200 Watt die Stunde. Aber unter dem Strich lautet das Testurteil von video „überragend (92%)“. Die Computerbild spricht vom „derzeit brillantesten Fernseher“, wobei der 8K-Standard eher das Sahnehäubchen sei, weil das Bild eben auch ohne Extra-Auflösung erstklassig aussehe. Wie uns, begeistert die Computerbild die HDR-Darstellung. Das mündet in der Testnote „gut (1,6)“.

Fazit: Überragender Eindruck vom 8K-Fernseher Samsung Q900

Die neuen 8K-Fernseher aus der Serie Samsung Q900 sind eine Wucht. Nicht nur wegen der XXL-Größe, sondern natürlich vor allem wegen der Bildqualität. Schärfe und Leuchtkraft begeistern uns! Da fällt gar nicht negativ auf, dass es noch gar keine 8K-Inhalte gibt, sondern Samsung sie höchstens von 4K hochrechnet. Der Eindruck ist dennoch famos, denn Samsung gelingt die Bildaufbereitung per KI-Software meisterhaft. In dieser Hinsicht deckt sich unsere subjektive Wahrnehmung mit den Messwerten von Test-Zeitschriften.

Dennoch stellt sich Frage, wer die 8K-Modelle von Samsung Q900 kaufen soll. Mit den Preisen liegt der Hersteller jenseits dessen, was die meisten Menschen für Fernseher ausgeben. Selbst Samsungs bisheriges 4K-Referenzgerät Q9FN, das ebenfalls überragende Test-Resultate erzielt hat, ist in der 65-Zoll-Variante „auf der Straße“ schon für 2.500 Euro zu bekommen. Also für die Hälfte des Preises, den Samsung Händlern für das gleich große neue 8K-Modell empfiehlt. Wer nicht ungewöhnlich nah dran sitzt und den Vergleich zu den neuen 8K-Geräten nicht erkennt, wird aber bei Top-4K-Geräten nichts vermissen.

Vermutlich geht es Samsung bei der Q900-Serie aber auch gar nicht um einen massenhaften Absatz und Verkaufserfolg. Viel wertvoller ist es, dass der Hersteller überhaupt schon auf dem Markt ist und Konkurrenten wie LG und Sharp nicht die Rolle des Innovators für 8K-Fernseher überlässt. Das ist Samsung gelungen.

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Für 8K-Fernseher hebt sich der Vorhang allmählich

Samsung Q900 8K-Fernseher

Wie viele Bildpunkte ein Fernseher darstellen kann, hat großen Einfluss auf die Bildqualität. Obwohl Geräte mit 4K-Auflösung sich noch gar nicht flächendeckend durchgesetzt haben, nehmen die Hersteller schon die nächste Auflösungsevolution in den Blick. 8K-Fernseher zogen auf der zurückliegenden Technik-Messe IFA 2018 viele Blicke auf sich. Marktführer Samsung und Hidden Champion Sharp präsentierten gigantische Displays, die spektakuläre 33 Millionen Pixel darstellen. LG Electronics zeigte immerhin einen Prototyp. Was bringt die neue Generation der TV-Geräte? Lohnt es sich schon jetzt, dafür die alte Mattscheibe auf den Elektro-Schrott zu stellen?

Was 8K fürs Fernsehen genau bedeutet

Die Abkürzung 8K steht für die Anzahl an Bildpunkten, die die neue Generation der TV-Geräte waagerecht in einer Linie darstellen kann. Ein 8K-Fernseher löst 7.680 x 4.320 Pixel auf. Aufgerundet zählt jede horizontale Zeile also rund 8.000 Bildpunkte. Im Jargon wird dies eben als 8K bezeichnet. Insgesamt finden damit rund 33 Millionen Pixel auf der Displayfläche Platz. Das ist viermal so viel wie bei modernen 4K-Fernsehern und 16-mal soviel wie bei den immer noch sehr verbreiteten TV-Geräten mit FullHD-Standard.

Bei der hohen Pixeldichte von 8K sind einzelne Bildpunkte für das menschliche Auge kaum mehr klar erkennbar – auch aus nächster Nähe betrachtet nicht. Selbst wer nah an das Display herangeht, nimmt den Bildinhalt scharf und detailreich wahr. Dadurch erhält das Dargestellte mehr Tiefe und wirkt viel realistischer.

Zu diesem natürlichen Eindruck trägt ebenfalls bei, dass der Bildschirm den Inhalt nicht nur viel feiner, sondern auch mit mehr Farbnuancen darstellt. Auf diese Weise können Betrachter feine Strukturen und Details erkennen, die bei einem niedrigeren Qualitätsstandard vermutlich verborgen bleiben.

Weil kaum jemand schon 8K-Material gesehen hat, dürften sich die Wenigsten die Verbesserung vorstellen können. Aus diesem Grund hat R/GA, eine von Samsungs Agenturen, deshalb auch zu einem besonderen Kniff gegriffen. Um das Plus an Realismus zu visualisieren, haben echte Schauspieler typische Filmposter-Szenen in Schauboxen mit TV-Format nachgestellt. Staunende Blicke von faszinierten Passanten waren den Installationen während der IFA in Berlin sicher.

Samsung 8K Filmposter-Installation Berlin
Ein „Filmposter“ mit echten Schauspielern als Sinnbild für den zusätzlichen Realismus, den 8K-Fernseher bieten sollen. Image by R/GA / Samsung

Je lebensechter Bilder wirken, desto einfacher wird das Eintauchen ins Geschehen. Genau dies macht den Reiz von möglichst hoch aufgelösten Displays aus. Dies macht sich vor allem aus kurzer Distanz bemerkbar, bei größerem Sitzabstand ab etwa vier Metern nicht mehr. Um außerdem das volle Potenzial der besseren Darstellungsqualität abzurufen, sind Empfangsteile, Zuspielgeräte und die TV-Elektronik nötig, die das Display mit ausreichend hochwertigem Material füttern.

Was 8K-Fernseher jetzt schon bringen

In ihren Pressemitteilungen betonen die Hersteller durchaus zu Recht die Vorzüge der neuen Hardware. Gleichzeitig finden sie zum Teil sehr elegante Umschreibungen dafür, dass es praktisch noch keine Inhalte in 8K-Qualität gibt. Denn alle Produktionen für TV, Kino und Videokonsolen entstehen maximal im 4K-Standard. Die meisten Fernsehsender begnügen sich sogar damit, ihr Programm in FullHD oder dem noch älteren HD auszustrahlen. Hingegen kommt 8K bislang maximal für Testreihen infrage, etwa bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Südkorea und dem kommenden Wettbewerb in Japan 2020.

Dennoch sind 8K-Fernseher nicht beschäftigungslos. Mit dem sogenannten Upscaling-Verfahren verleihen die Hersteller ihrer neuen Gerätegeneration einen Sinn. Dabei knöpft sich eine Bildverbesserungssoftware das niedrig aufgelöste Material vor und bereitet es so auf, dass es annähernd wie 8K-Inhalte aussieht.

So gingen die Hersteller auch schon bei der Einführung von 4K-Geräten vor. Deren Algorithmen rechnen älteres Material mit immer besseren Ergebnissen schön. Neue Bildpunkte können solche Bildverbesserungstechnologien natürlich nicht einfach „erfinden“ und hinzufügen. Trotzdem sieht der Bildinhalt nach dem Upscaling klarer und sauberer aus.

Ihr ganzes Können werden 8K-Fernseher aber erst abrufen können, wenn in diesem Standard produzierte Inhalte vorliegen. Bis dahin können noch einige Jahre ins Land gehen. Obwohl 4K bzw. Ultra-HD bereits 2013 eingeführt wurde, gibt es heute immer noch eine begrenzte Auswahl an Serien, Filmen und Videospielen in dieser Qualität. Bei Netflix und Amazon und iTunes werden Streamer immer öfter fündig, bei den Sendern Sky und RTL in Einzelfällen, bei Sat1 und ZDF nur übers Internet in der Mediathek.

Alle anderen Sender sondieren die Lage. Dass bei ihnen angesichts ein paar neuer TV-Geräte alle Dämme brechen und sie ihre Infrastruktur jetzt schnell und umfassend auf 8K umstellen, ist unwahrscheinlich.

Für wen sich 8K-Fernseher jetzt schon lohnen

Alle Hersteller argumentieren gleichermaßen damit, dass höhere Auflösungen dem Wunsch nach größeren Displaydiagonalen entsprechen. Immer mehr Konsumenten zieren ihr Wohnzimmer mit XXL-Displays. Aber der Abstand von Sessel oder Couch zum Display bleibt dabei natürlich unverändert. Weil mit der Größe der Displayfläche auch die der Pixel wächst, drohen die Bildpunkte dann wie ein grobes Raster zu wirken. Genau an dieser Stelle sollen die neuen 8K-Displays mit deutlich zahlreicheren und dadurch viel kleineren Bildpunkten ins Spiel kommen.

LG 8K OLED TV IFA 2018
Bei 8K-Fernsehern sinkt der nötige Betrachtungsabstand erheblich. Weil die Displays so hoch aufgelöst sind, werden auch gigantische TV-Größen in kleinen Wohnzimmern praktikabel, wie dieser Prototyp von LG auf der IFA 2018 demonstriert. Image by LG Electronics

Bislang gilt bei ultrahochaufgelösten Fernsehern die Faustregel, dass der Sitzabstand mindestens der zweifachen Bilddiagonale entsprechen sollte. Bei einem Modell mit 65 Zoll (163 cm) wären das also etwa 3,20 Meter. Jedoch bei 8K-Fernsehern können Zuschauer deutlich näher heranrücken, im Fall von bestem Quellmaterial durchaus deutlich unter zwei Meter Abstand.

In kleineren Wohnungen bzw. eng gestellten TV-Bereichen bieten 8K-Fernseher also einen Mehrwert. Je weiter Zuschauer vom Display weg sitzen, desto mehr schwindet allerdings dieser Vorteil.

Ein anderer sinnvoller Einsatzzweck ist schon jetzt das Betrachten sehr hoch aufgelöster Fotos. Auf 8K-Fernsehern können Fotografen endlich ihre Aufnahmen in vollkommener Pracht betrachten. Schließlich werden diese bei 4K- oder FullHD-Geräten immer heruntergerechnet. Dabei lässt die gigantische Auflösung von 8K-Modellen sogar noch etwas Reserve übrig. Denn nur wenige Fotokameras verfügen über Sensoren, die 33 Megapixel oder mehr zu bieten haben.

Welche Modelle es gibt und welche Kosten anfallen

Seit drei Jahren überbieten sich Hersteller zwar mit Vorabankündigungen. Aber erst jetzt wird das Thema 8K für Kaufinteressierte überhaupt relevant. Nach der Modellstudie The Wall hat Samsung nun auf der IFA 2018 drei 8K-Modelle vorgestellt, die als Q900-Serie ab Mitte Oktober 2018 in den Handel starten.

Typisch für ein Innovationsthema, ruft Samsung für die Erstlingsgeneration hohe Preise auf. Das Modell GQ65Q900 in 65 Zoll (163 cm) kostet rund 5.000 Euro, für das Modell GQ75Q900 in 75 Zoll (189 cm) werden 7.000 Euro fällig und für das Spitzenmodell GQ85Q900 in 85 Zoll (216 cm) wechseln sensationelle 15.000 Euro den Besitzer.

Samsung QC85Q900
Samsungs 8K-Fernseher kommen Mitte Oktober 2018 zu Preisen von 5.000 Euro bis hin zu 15.000 Euro für das hier abgebildete 85 Zoll große Modell der Q900-Serie in den Handel. Image by Samsung

Zusätzlich zum Kauf von Samsungs Q900-Fernsehern müssen Heimkino-Fans mittelfristig auch Geld für die Anschaffung eines 8K-fähigen Players zurücklegen. Schließlich ist damit zu rechnen, dass das Angebot an 8K-Inhalten zunächst auf Discs größer ist als bei Streaming-Anbietern oder gar im Fernsehen.

Für den Datendurchsatz von 8K werden Zuspielgeräte und TV-Bildschirme künftig voraussichtlich den Verbindungsstandard HDMI 2.1 verwenden. Über diesen verfügen die Modelle Samsung GQ65Q900, Samsung GQ75Q900 und Samsung GQ85Q900 zum Start noch nicht. Er wird sich aber mittels der Verteilerstation One Connect Box nachrüsten lassen, versichert Samsung.

Bisher weitestgehend unbemerkt ist ein 8K-Modell von Sharp im Handel erschienen. Zu einem Preis von rund 10.000 Euro ist der 70-Zöller mit der Modellbezeichnung Sharp Aquos LV-70X500E aber gepfeffert bepreist. Zudem brauchen Käufer ein wenig Optimismus, weil angesichts fehlender Empfangsteile und aufrüstbarer HDMI-Anschlüsse ungewiss ist, ob das Pionierprodukt dereinst mit 8K-Zuspielgeräten zusammenarbeiten wird. Im Zweifelsfall wird der Sharp LV-70X500E auf ewig nur hochskaliertes 8K darstellen können.

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Wishlist – Webserie um eine verhängnisvolle App

Wishlist (adapted) (Screenshot by Lisa Kneidl via Wishlist Youtube)

Stell dir vor du kannst dir etwas wünschen, egal was, und eine App erfüllt dir diesen Wunsch? Genau das ist das Grundprinzip der fiktiven App Wishlist der gleichnamigen Serie. Aber alles hat seinen Preis und am Ende wünschen sich die Protagonisten nichts mehr, als die App nie installiert zu haben.

Die Webserie Wishlist geht in die nächste Runde

2016 sorgte die Produktion des öffentlich-rechtlichen Jugendsenders Funk bereits für Aufsehen. Im Dezember 2017 geht sie endlich in die zweite Runde. Doch was verbirgt sich hinter dem ominösen Titel?

Die Prämisse erinnert zunächst an den Film Nerve aus dem gleichen Jahr. Eine mysteriöse App kommt auf den Markt und geht bei Jugendlichen in Umlauf. Möchte man seinen Wunsch erhalten, muss man auch eine entsprechende Gegenleistung erfüllen. Je größer der Wunsch, desto schwieriger oder verheerender die Aufgabe. Irgendwann geraten die Ereignisse so außer Kontrolle, dass sich die Protagonisten rund um die 17-jährige Mira dazu entschließen, die App und diejenigen die dahinter stecken zu zerstören.

Die Beta-Phase ist vorbei

Hinter der Idee zur Serie steckt Autor Marcel Becker-Neu, Produzenten sind Marc Schießer und die Youtuberin Christina Ann “Hello Chrissy” Zalamea. Gedreht wurde das Ganze in 4K und die Serie hat trotz des Status als Webserie dadurch einen sehr professionellen Look. Bereits über 130 Tausend Abonennten (Stand Dezember 2017) bestätigen den Erfolg des Projekts. Mit der ersten Folge der zweiten Staffel “Die Beta-Phase ist vorbei” geht es nun weiter. Hier gibt’s den Trailer zur 2. Staffel, wer Angst vor Spoilern hat oder die 1. Staffel noch nicht gesehen hat, kann diesen aber auch gerne überspringen.

Gelobt wird an der Serie der medienkritische Aspekt neuen Medien und dem Umgang junger Erwachsener damit. Das Format erinnert damit an die britische Produktion Black Mirror, die gleichermaßen aktuelle Technologien und Medien aus einer beinahe dystopischen Perspektive betrachtet.

Funk – Öffentlich-Rechtliche in “hip”?

Verantwortlich für die Serie ist wie bereits erwähnt das Medienangebot Funk, das von ARD und ZDF getragen wird. Das Angebot ging selbst erst zum 1. Oktober 2016 an den Start und richtet sich vor allem an Jugendliche und junge Erwachsene.

Die öffentlich-rechtlichen haben ja bekanntlich generell ein eher angestaubtes Image. Da sind neue Formate, gerade aus dem Online-Bereich, erfrischend und bekommen durch Funk die nötige finanzielle Unterstützung. Neben Wishlist werden durch Funk zudem das deutsche Youtube-Urgestein Coldmirror, das GIGA-Erbe Game Two und das Kliemannsland unterstützt.


Screenshot by Lisa Kneidl via Youtube


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iPhone 8 Plus im Test: Spaß im Glas

Apple-iphone-8-plus-test-netzpiloten

10 Jahre nach dem ersten iPhone will Apple sich mit dem iPhone X nicht nur auf ein radikal überarbeitetes Jubiläumsmodell beschränken. Zusätzlich betreibt das Tech-Unternehmen vorsichtige Modellpflege und präsentiert mit dem iPhone 8 Plus eine geringfügige Aktualisierung des Vorjahres-Flaggschiffs. Ein Gehäuse aus Glas, mehr Porträtfilter für die Dual-Kamera und kabelloses Aufladen sind die wesentlichsten Neuerungen beim iPhone 8 Plus. Ob das für eine Kaufempfehlung genügt, habe ich im Praxistest geprüft.

Altes Design im neuen Glasgehäuse

Bei der Formsprache des Gehäuses hat Apple im Vergleich zum iPhone 7 Plus praktisch nichts geändert. Formfaktor und Tastenanordnung sind identisch. Der Klinkenanschluss kehrt ebenfalls nicht zurück.

Das iPhone 8 Plus ist lediglich in jeder Dimension um ein paar zehntel Millimeter gewachsen und außerdem 14 Gramm schwerer. Das können Auge und Hand aber nur bei akribischem Vergleichen der beiden Modelle wahrnehmen. Zudem sind die physischen Änderungen so minimal, dass sogar vorhandene Hüllen der Vorgänger-Generation weiterhin passen.

Verarbeitung und Optik sind auf Spitzenniveau. Nur der etwas breite Rahmen ums Display ist in Zeiten des Fullscreen-Designs wie beim Galaxy Note 8 oder LG V30 etwas aus der Mode gefallen. Mit dem angekündigten iPhone X hat Apple ja immerhin schon den Paradigmenwechsel eingeläutet.

Die auffälligste Design-Neuerung beim iPhone 8 Plus besteht in dem auf der Rückseite verwendeten Material. So kommt erstmals seit dem iPhone 4 wieder eine Deckschicht aus Glas zum Einsatz. Dies ist weniger eine ästhetische Entscheidung, als vielmehr dem Ziel geschuldet, das Gerät kabellos aufladen zu können. Bei nicht-leitfähigem Glas ist das viel leichter zu realisieren.

Das gläserne Kleid wirkt genauso homogen und gefällig, fühlt sich aber kühler und glatter an als die Aluminium-Oberfläche des Vorgängers. Mit welcher Art Glasverbund Apple das Gerät vor Kratzern und Stößen schützt, nennt das Unternehmen nicht. Bekannt ist nur, dass das iPhone 8 Plus für mehr Stabilität durch eine Unterkonstruktion aus Stahl verstärkt und von einem Aluminiumrahmen eingefasst wird. Ungeachtet des neuen Materialmixes ist auch das iPhone 8 Plus gemäß IP67-Standard gegen Staub und Flüssigkeiten geschützt.

iPhone 8 Plus
Die Farbvariante „Space-Grau“ tendiert eher ins Weiße. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Überraschend finde ich die Farbgebung. Die Rückseite meines „space-grauen“ Testexemplars ist nur sehr dezent als grau zu erkennen und tendiert stark ins Weiße. Für die Sichtbarkeit von Fettfingern ist das von Vorteil. Schlieren fallen dadurch weniger schnell auf.

Noch helleres und kontrastreicheres Display

Beim Display setzt Apple unverändert auf ein IPS-Panel mit Full-HD-Auflösung, was bei einer Diagonalen von 5,5 Zoll nicht Spitze ist, aber dennoch für eine einwandfrei scharfe und detailreiche Darstellung sorgt. Obwohl Leuchtkraft, Kontrastumfang und Farbwiedergabe mich schon beim iPhone 7 Plus begeistert haben, gelingt es Apple beim Nachfolger in punkto Bildqualität neue Maßstäbe zu setzen. Das Display des iPhone 8 Plus wirkt abermals einen Tick heller und kontrastreicher.

iPhone 8 Plus
Image by Berti Kolbow-Lehradt

Nicht zwingend für eine bessere, aber für eine natürlichere Darstellung sorgt der neue Weißabgleich namens True Tone. Nach dem iPad Pro 10.5 erhalten auch das iPhone 8 und iPhone 8 Plus dieses Feature. Es sorgt mittels eines Vierkanal-Umgebungslichtsensors dafür, dass sich die Farbtemperatur des Displays automatisch an die Farbtemperatur der Beleuchtung anpasst. Sitzt ihr unter einer warmweißen Lampe, wird auch das Display etwas wärmer, sprich etwas gelblicher gestellt. Hingegen bei neutralweißem Tageslicht wird der Blauanteil der Hintergrundbeleuchtung verstärkt, sodass das Display kühler wirkt.

Ich empfinde True Tone als ungewohnt, bin aber gespannt, ob das Feature auf Dauer tatsächlich so viel augenfreundlicher ist, wie Apple in Aussicht stellt. In jedem Fall gilt: Wollt ihr Fotos mit möglichst exakter Farbwiedergabe bearbeiten, ist True Tone nicht empfehlenswert. Daher könnt ihr das Feature auch unter Einstellungen / Anzeige & Helligkeit deaktivieren.

Mäusekino: HDR bietet einen kleinen Vorteil

Apple bereitet sein Ökosystem Zug um Zug auf Heimkino in 4K und HDR vor. Sendungen in 4K-Auflösung kann das iPhone 8 Plus zwar nicht darstellen, dafür aber in High Dynamic Range (HDR). Diese Hochkontrastbilder beinhalten mehr Farbnuancen und mehr Helligkeitsunterschiede. Sehr helle Bildbestandteile wirken noch strahlender, Farben realistischer und brillanter.

Neben Apples hauseigenem iTunes Store hat jetzt auch Netflix HDR-Inhalte für iOS-Geräte freigegeben. Dazu zählt auch das iPhone 8 Plus. Testweise habe ich mir Folgen der neuen Serie „Star Trek: Discovery“ angeguckt. Sie liegt im HDR-Format Dolby Vision vor. Im Vergleich zu einem iPhone 7 Plus wirkt die Bildqualität tatsächlich etwas brillanter.

Aber der Mehrwert ist sehr subtil und keinesfalls so überragend wie auf einem HDR-fähigen Fernseher. Dies habe ich auch schon beim Test des Galaxy Tab S3 so empfunden. Der Grund: Mobilgeräte können derzeit einfach nicht so hell leuchten wie große TV-Bildschirme. Insofern bereitet das Display des iPhone 8 Plus zwar große Freude. Aber der Vorteil gegenüber dem Vorgängermodell ist zu klein, um kaufentscheidend zu sein.

Zwei iPhone-Lautsprecher drehen auf

Zu einem guten Filmvergnügen gehört natürlich auch der Sound. Laut Apple wurden die in der Unterseite integrierten Stereo-Lautsprecher in der neuen iPhone-Generation überarbeitet. Demnach seien sie 25 Prozent lauter und würden tiefere Bässe liefern. Im direkten Vergleich mit einem iPhone 7 Plus kann ich das bestätigen. Die Lautsprecher im iPhone 8 Plus liefern mehr Bassvolumen und sind präsenter. Mehr als bei Filmen wirkt sich das bei Musik aus. Tatsächlich macht es mir noch etwas mehr Spaß, meine Apple-Music-Sammlung mit dem neuen Modell zu erleben.

iPhone 8 Plus
Die verbesserten Stereo-Lautsprecher sind toll. Und Touch ID im Home-Button funktioniert ebenfalls gut. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Smartphone-Kamera mit dem gewissen Plus

Den Titel der „besten Smartphone-Kamera“ musste das iPhone 8 Plus im Bildqualitätsbarometer DxO-Mark zwar rasch wieder an das Google Pixel 2 abtreten. Dennoch ist die Güte der Kameraleistung im mobilen Bereich über jeden Zweifel erhaben. Schärfe, Kontrast und Farbtreue sind eine Freude. Starke Belichtungsunterschiede zwischen sehr hellen und sehr dunklen Bildbereichen meistert die JPG-Engine des iPhone 8 Plus dank automatischer HDR-Funktion sehr gut. Qualitative Unterschiede zwischen dem aktuellen und vorherigen iPhone-Modell sind mit bloßem Auge schwer zu erkennen. Sie sind aber im messbaren Bereich vorhanden, wie eben zum Beispiel der DxO-Mark nahelegt.

iPhone 8 Plus
Image by Berti Kolbow-Lehradt

Die Foto-Hardware ist unverändert leistungsstark geblieben. Das iPhone 8 Plus bietet eine Dual-Kamera mit einem Weitwinkelobjektiv mit 28 Millimetern Brennweite und f/1.8-Blende sowie ein Objektiv mit normaler bis leichter Telebrennweite von 56 Millimetern und f/2.8-Blende. Der Bildsensor löst mit 12 Megapixeln auf. Fotos und Videos schützt ein optischer Bildstabilisator vor Verwacklern.

Dass das iPhone 8 Plus seinen Vorgänger in Sachen Kamera übertrumpft, liegt an der besseren internen Verarbeitung der Bilder. Dafür sorgen ein neuer Bildsignalprozessor und der neue Hauptprozessor A11 Bionic. Sie verbessern durch eine ausgeklügelte Gesichtserkennung und Tiefenkartierung die Berechnung des Bokeh-Effekts im Porträtmodus. Dies ist die wohl bedeutendste Eigenschaft von Apples Dual-Kamera.

Porträtmodus super, Porträtlicht noch verbesserungswürdig

Die Kamera-Software schafft es, Tiefeninformationen so zu verarbeiten, dass sie ein Hauptmotiv durch einen unscharfen Hintergrund künstlerisch betont. Dies setzt eigentlich Kameras mit viel größerem Bildsensor voraus. Im Vergleich zum iPhone 7 Plus, gelingt dem neuen Modell bei Porträts ein noch realistischer Übergang zwischen Schärfe und Unschärfe.

Hingegen durchwachsen ist mein Eindruck von der neuen Funktion namens Porträtlicht, die Apple im Beta-Status in die Kamera-App integriert hat. Sie ergänzt den Bokeh-Effekt um die Simulation von vier verschiedenen Lichtsettings, wie sie typisch für Studioaufnahmen sind. Die Berechnung ist aber noch verbesserungswürdig, weil die Effekte zum Teil sehr künstlich wirken.

Bestmögliche Ergebnisse setzen meinen Erfahrungen zufolge ein paar Bedingungen voraus. Beispielsweise wirken die Lichtfilter am besten in Innenräumen mit Lichtquellen, die für Seitenlicht sorgen und damit das Gesicht schon ein Stück weit konturieren. Außerdem solltet ihr keinen zu großen Bildausschnitt wählen. Denn der Softwarefilter wird nur auf das Gesicht angewendet, nicht auf die Kleidung oder den Rest des Oberkörpers. Nutzt ihr die Porträtlicht-Modi für ein Halbporträt bei diffusem Licht draußen, wirkt das Gesicht wie falsch reinmontiert.

Testbilder vom Porträtmodus mit und ohne Porträtlicht

Genug Rechenleistung für die Augmented Reality

Leistungsmäßig gehört das iPhone 7 Plus mit seinem A10-Fusion-Prozessor ein Jahr nach der Veröffentlichung noch längst nicht zum alten Eisen. Dennoch legt Apple erwartungsgemäß beim aktuellen Modell eine Schippe drauf. So soll der A11 Bionic 25 Prozent schneller rechnen. Die im Prozessor integrierte Grafikeinheit sei gar um 30 Prozent leistungsstärker. Der Arbeitsspeicher beträgt weiterhin 3 GB. In der Praxis erkenne ich aber keinen Unterschied.

Beispielsweise laufen für Augmented Reality designte Spiele wie The Machines, AR Dragon, HoloGrid: Monster Battle AR oder My Country auf dem iPhone 8 Plus dem Augenschein nach genauso flüssig wie auf dem Vorgänger-iPhone. Dabei sind das mit die anspruchsvollsten Anwendungen, die man dem Gerät zum Rechnen geben kann. Hier zeigt sich, dass die gelungene Darstellung von Augmented Reality keine Frage der Hardware, sondern auf die Integration der Software-Schnittstelle ARKit in iOS 11 zurückzuführen ist. Und das läuft ja auch auf dem iPhone 7 Plus.

iPhone 8 Plus
Augmented Reality wie hier beim Spiel „The Machines“ macht auf dem iPhone 8 Plus Spaß, funktioniert aber auf dem iPhone 7 Plus genauso gut, weil AR ein generelles Feature von iOS 11 ist. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Unterm Strich ist das iPhone 8 Plus daher erwartungsgemäß ein sehr rechenstarkes Smartphone, das selbst grafisch aufwendige Apps mühelos bewältigt. Alltagsaufgaben sind ohnehin keine Herausforderung. Die Spiele und Produktivanwendungen, die das Spitzen-Smartphone an seine Grenzen bringen könnten, müssen erst noch erscheinen.

Das kabellose iPhone: Akku laden ohne Strippen

Obwohl der Akku im iPhone 8 Plus minimal kleiner (2.800 mAh) als im iPhone 7 Plus (2.910 mAh) ist, wirkte sich dies im Test nicht negativ aus. Eine Akkuladung brachte mich trotzdem mindestens von Nacht zu Nacht, zumal ich ohnehin dazu neige, bei jeder Gelegenheit das Gerät zwischenzeitlich aufzuladen.

Glücklicherweise wird es bei der aktuellen Generation bequemer, das iPhone mit neuer Energie zu versorgen. Denn endlich unterstützen auch die Apple-Smartphones das kabellose Laden. So reize ich die Möglichkeiten meiner Ikea-Schreibtischlampe endlich aus. Diese hat eine induktive Ladefläche mit dem weit verbreiteten Qi-Standard integriert, den auch das iPhone 8 Plus unterstützt. Apple macht hier also ausnahmsweise keinen Alleingang.

iPhone 8 Plus
Zum Lieferumfang des iPhone 8 Plus gehört nur das Standard-Netzteil. Ein Schnelllade-Netzteil müsst ihr ebenso dazu kaufen wie eine induktive Ladestation. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Wenn das Laden besonders schnell gehen soll, braucht ihr aber doch eine Kabelverbindung. Denn das iPhone 8 Plus unterstützt den Schnelllade-Standard Quick Charge. Dadurch kann es in 30 Minuten 50 Prozent seiner Ladekapazität erreichen. Das geht aber nur mit einer kabelgebundenen Aufladung. Außerdem setzt dieser Vorgang zusätzliches Zubehör voraus, das bei Apple direkt mindestens 88 Euro kostet. Mit dem im Lieferumfang enthaltenen Netzteil geht das nicht (siehe Fußnote 12 auf der Produktvergleichsseite).

Stolzer Preis für ein gutes Ökosystem

Beim Preis des iPhones hat Apple schon immer ins höchste Regal gegriffen. Angesichts der Debatte um die Teuerung bei Premium-Smartphones sei aber darauf hingewiesen, dass das iPhone 8 Plus nicht nennenswert mehr kostet als sein Vorgänger. Schließlich ist die Einstiegsversion mit 64 GB ist mit einem Preis von 909 Euro auf dem gleichen Niveau wie das iPhone 7 Plus (899 Euro). Die Variante mit 256 GB (1.079 Euro) ist hingegen sogar 40 Euro günstiger als das Modell aus dem Vorjahr. Dennoch bleiben das natürlich stolze Preise, die sich nicht allein durch den Nutzwert der Hardware rechtfertigen lassen. Das perfekt aufeinander abgestimmte Ökosystem von Apple sowie vier bis sechs Jahre garantierter iOS-Updates relativieren dies jedoch.

Fazit: iPhone 8 Plus ist sinnvolle Modellpflege

Das iPhone 8 Plus ist ein grandioses Apple-Smartphone, das die beliebte Vorgänger-Generation zurückhaltend aber sinnvoll aktualisiert. Denn schick und gut verarbeitet ist es wie eh und je. Außerdem befriedigen Display und Kamera höchste Ansprüche. Die Rechenleistung ist ebenfalls über jeden Zweifel erhaben. Zusammen mit iOS 11 ist das iPhone 8 Plus deshalb ein richtig gutes Paket.

Allerdings ist der Mehrwert zum Vorjahresmodell so gering wie bei kaum einem Generationsprung zuvor. Ob Kamera, Display oder Lautsprecher. Das iPhone 8 Plus ist in vielen Bereichen minimal besser, aber eben nicht entscheidend. Beispielsweise ist der Porträtlicht-Effekt in dieser Form nur Spielerei. Die Fähigkeit HDR-Videos abzuspielen, ist ebenfalls kein Must-have. Hingegen den True-Tone-Weißabgleich mag vielleicht so mancher als angenehm empfinden. Aber die wichtigste neue Eigenschafte ist die Möglichkeit des kabellosen Ladens. Ein Upgrade vom iPhone 7 Plus dürfte das aber nur für wenige Bestandsnutzer rechtfertigen.

iPhone 8 Plus
Image by Berti Kolbow-Lehradt

Sie sollten ihre Vorfreude stattdessen auf das wahre Innovationsprodukt von Apple konzentrieren: das iPhone X. Dies kann schließlich all das, was das iPhone 8 Plus bietet und noch mehr. Denn darüber hinaus bietet es ein zeitgemäßes, randloses Display, einen Bokeh-Effekt auch in der Frontkamera sowie die Gesichtserkennungstechnologie Face ID. Nur wer die Design-Formsprache seit den iPhones von 2014 nicht missen möchte, und das neue Design des iPhone X zu gewagt findet, sollte schon jetzt beim iPhone 8 Plus zuschlagen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Applepiloten.


Images by Berti Kolbow-Lehradt, Britta Lehradt


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  • WIKIPEDIA heise: IP-Sperre: Wikipedia blockiert zehntausende „anonyme“ Österreicher: „Deine IP-Adresse befindet sich in einem Bereich, der auf allen Wikis gesperrt ist.“ Diese Mitteilung haben in den letzten Tagen mehrere österreichische User erhalten, wenn sie an der Wikipedia oder verwandten Wikis mitarbeiten wollten, ohne sich einzuloggen (unscharf als „anonyme Edits“ bezeichnet). Manchmal war ihnen aber auch das Einloggen unter Verweis auf ihre IP-Adresse nicht möglich. Dabei haben sie sich nichts zuschulden kommen lassen. Ein langjähriger Berliner Wikimedia-Aktivist und Wikipedia-Administrator hat am 12. März eine dreimonatige Sperre für die gesamte IP-Range 178.190.0.0/16 verhängt. Begründung: „longterm abuse“ (langwährender Missbrauch). Der Admin zählt zu den Hundert fleißigsten Bearbeitern der deutschen Wikipedia und den überhaupt am häufigsten sperrenden Admins.

  • CEBIT t3n: Wie die Deutsche Bahn vom Berliner Startup Holoplot profitieren kann:Der Mensch nimmt hauptsächlich den Klang wahr, der vom Raum zurückkommt. Obwohl die Ausgangsqualität gut ist, ist das Ergebnis oft von bescheidener Qualität. Holoplot, ein junges Startup aus Berlin, erklärt die „akustische Veränderbarkeit von Räumen“. Laut Roman Sick, COO des Startups, sind Bahnhöfe ein akustischer Albtraum. Befragungen von Passanten und auch technische Messungen haben ergeben, dass sich die Sprachverständlichkeit wesentlich verbessert hat, nachdem in zwei Bahnhöfen ein System von Holoplot installiert wurde. Ziel ist es, Ansagen nur in Bereichen abzuspielen, für die diese auch relevant sind. Außerdem sollen die Ansagen von angrenzenden Bahnsteigen die Verständlichkeit nicht mehr beeinträchtigen.

  • AMAZON golem: Amazon plant Fire TV mit 4K- und HDR-Unterstützung: Amazon arbeitet derzeit an einem neuen Fire-TV-Gerät, das nicht direkt als Nachfolger der Fire TV Sticks oder der Fire-TV-Boxen gedacht ist, sondern diese noch ergänzen soll, berichtet AFTVNews. Der Blog zitiert aus einem aktuellen Benchmark und bezieht sich auf vertrauliche Informationen aus dem Amazon-Umfeld. Das neue Fire-TV-Modell ist gemäß den Benchmarks von der Leistung her zwischen den Fire-TV-Boxen und den Fire TV Sticks angesiedelt. Demnach ist auch das neue Modell weniger für Spielenutzung geeignet, es sollte aber zügiger als die bisherigen Fire TV Sticks sein. Vor allem bei der Navigation in der Fire-TV-Oberfläche könnte es weniger Wartesekunden und Hänger geben.

  • SOCIAL MEDIA Zeit: Richter fordern Auskunft über anonyme Hetzer: Der Deutsche Richterbund beklagt Schwierigkeiten, Auskünfte von den Netzwerken über die Identität anonymer Hetzer zu bekommen. „Es braucht verbindliche Auskunftsstellen von Facebook und Co. im Inland, die schnell und verlässlich auf Anfragen der Strafverfolger reagieren“, sagte der Geschäftsführer Sven Rebehn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hatte Unternehmen wie Facebook und Twitter harte Strafen angekündigt für den Fall, dass sie offensichtlich strafbare Postings nicht binnen bestimmter Fristen löschen. Der Richterbund kritisiert, Maas‘ Gesetzentwurf sehe zwar Auskunftsstellen vor – sie blieben aber freiwillig, da keine Sanktion drohe, wenn sie nicht eingerichtet würden.

  • DATENSCHUTZ NETZPOLITIK:ORG: EU-Datenschutzbeauftragter: Persönliche Informationen sind keine Ware: Datengetriebene Ökonomie hin oder her: Persönliche Informationen sind grundrechtlich geschützt und keine bloße Ware. Diese klare Botschaft hat der Europäische Datenschutzbeauftragte Giovanni Buttarelli für die EU-Kommission. In einem vom Europäischen Rat erbetenen Positionspapier [PDF] nahm Buttarelli vergangene Woche Stellung zum Vorschlag der EU-Kommission für eine Richtlinie über bestimmte vertragsrechtliche Aspekte der Bereitstellung digitaler Inhalte [PDF]. Auch wenn er das Ziel der Initiative unterstütze, befürchte er negative Konsequenzen für das Grundrecht auf Datenschutz und die Wirksamkeit der mühsam verhandelten Datenschutzgrundverordnung.

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Photokina 2016: Nikon, Kodak und GoPro bringen Smartphone-gesteuerte Action-Cams

Action-Cams sind die Stars der Photokina 2016. Sie stehlen den klassischen Kameras geradezu die Show. Dies spiegelt die allgemeine Entwicklung wieder. Immer weniger Menschen kaufen herkömmliche Foto-Apparate. Action-Cams hingegen boomen und werden in diesem Jahr laut Photoindustrie-Verband und GfK einen neuen Verkaufsrekord hinlegen. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass mit Nikon nun auch eine Traditionsfirma eine Action-Kamera bringt. Marktführer GoPro und Herausforderer Kodak halten dagegen und bringen ebenfalls neue Action-Kameras heraus. Ohne ein Smartphone verblassen die Photokina-Stars jedoch. Nur per App-Steuerung holen Nutzer das Meiste raus. Nikon und Kodak setzen zudem auf die Faszination von 360-Grad-Aufnahmen und Virtual Reality. Das bietet neue Möglichkeiten fürs Storytelling. Die Neuheiten bei Action-Cams im Überblick.

Mission Accomplished? Nikon sucht mit der KeyMission 360 eine neue Perspektive

Bereits zur CES 2016 angekündigt, bestätigte Nikon jetzt auf der photokina den tatsächlichen Launch der ersten Action-Cam aus eigenem Hause. Die KeyMission 360 erscheint voraussichtlich Anfang November für 499 Euro im Handel. Mit der KeyMission 170 (399 Euro) und der KeyMission 80 (299 Euro) hat sie dabei sogar zwei kleinere Geschwister im Gepäck. Das Flaggschiff mit der 360 im Titel ist jedoch das interessantestes Modell. Mit der KeyMission 360 spricht Nikon eine Zielgruppe jenseits der DSLR-Traditionalisten an. Mit den zwei Objektiven der Kamera lassen sich auf Knopfdruck 360-Grad-Aufnahmen erstellen, entweder als Foto oder als Video in 4K. Mit Wi-Fi und Bluetooth ist sie komplett „connected“. Die Kamera unterstützt Nikons Snapbridge-Feature. Das bedeutet, dass Aufnahmen per Bluetooth automatisch und kontinuierlich auf ein Smartphone oder Tablet übertragen werden. Der Anwender muss das nicht erst manuell anstoßen. Dazu erscheint eine neue App namens Nikon Snapbridge 360/170 für Mobilgeräte und Desktop. Das Programm ermöglicht auch eine Fernsteuerung der Kamera und umfasst auch Editing-Funktionen. Ich konnte Snapbridge bereits bei einer anderen Nikon-Kamera testen und bin begeistert von dem Feature. Am Nikon-Stand auf der Photokina machte die kompakte KeyMission 360 einen sehr robusten und griffigen Eindruck auf mich. Ein Funktionstest war noch nicht möglich. Dafür ließen sich Demo-Aufnahmen per Virtual-Reality-Brille nach dem Cardboard-Prinzip anschauen. Bild- und Tonqualität waren auf hohem Niveau. Wenn Kamera-Bedienung und App-Performance beim fertigen Serienmodell ebenfalls überzeugen, könnte Nikon mit seinem guten Markennamen dem 360-Grad-Markt einen veritablen Schub geben.

VR-Bilder aus der KeyMission 360
VR-Bilder aus der KeyMission 360 am Nikon-Stand anschauen

Kodak: Den Knopf drücken – und den Rest in Virtual Reality erleben

Die amerikanische Marke Kodak hat vor über 130 Jahren das Fotografieren massentauglich gemacht. Die Firma in ihrer ursprünglichen Form ist Geschichte. Mit JK Imaging möchte ein Newcomer aus China ihr Erbe fortführen. Unter der Markenlizenz Kodak PixpPro möchte sie interaktive Panorama-Aufnahmen in 4K-Qualität und VR-Ansicht besonders intuitiv gestalten.

Kodak PixPro 4KVR360 Camera
Kodak PixPro 4KVR360 Camera

Mit der Kodak PixPro 4KVR360 Action-Cam hat das Unternehmen auf der Photokina ein entsprechendes Gerät vorgestellt. Es bündelt gleich alle aktuellen Imaging-Trends im Namen: Zwei Kameras nehmen jeweils ein 180-Grad-Bild auf und kombinieren sie automatisch zu einem 360-Grad-Kugelpanorama. Dabei entstehen entweder Stillbilder mit bis zu 27 Megapixel Auflösung oder Videos maximal in 4K-Qualität. Per WLAN und Bluetooth lassen sich die Bilder aufs Smartphone übertragen und dort im VR-Mode mit einem VR-Headset als interaktive Umgebung betrachten. Auf der Photokina-Pressekonferenz verteilte Kodak VR-Brillen nach Googles Cardboard-Prinzip. Eine Besonderheit: Die beiden Objektive verfügen über unterschiedliche Weitwinkel-Brennweiten: 235 Grad hinten und 155 Grad vorne. Wollen Anwender die Kamera wie eine herkömmliche, einäugige Action-Cam im 16:9-Format nutzen, wählen sie einfach die Frontseite. Die Kamera erledigt das Zusammenfügen der Halbkugel-Bilder zwar automatisch, aber nur in geringerer Auflösung. Wer volle 4K-Kugelpanoramen möchte, greift zur mobilen App für iOS (ab Version 8). Darüber und alternativ mit Desktop-Software für Windows und Mac können Anwender die Bilder auf Wunsch zudem direkt ins Social Web hochladen. 360-Grad-Aufnahmen der Kodak-Kamera werden von Facebook und YouTube automatisch als solche erkannt und entsprechend dargestellt. Wenn die Kodak PixPro 4KVR360 voraussichtlich Anfang 2017 erscheint, wird sie genau wie bei Nikon preislich am oberen Ende angesiedelt sein. Die Angabe ist noch nicht final, doch JK Imaging plant in der Größenordnung von rund 500 Euro.

GoPro per Sprache und App steuern

Der Marktführer bei den Action-Cams, GoPro, hat die Photokina ebenfalls für einen Launch genutzt. Mit der GoPro Hero 5 und der GoPro Hero 5 Session bringt das Unternehmen zwei neue 4K-Kameras. Auch eine passende Drohne namens Karma nimmt GoPro jetzt ins Programm. Dem Trend zu 360 Grad und Virtual Reality verweigert sich der Platzhirsch – die Kameras bleiben einäugig. Dafür werden sie deutlich smarter.

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GoPro Hero 5 am Photokina-Stand

Beide neuen Kameras lassen sich per Sprachkommando steuern. Zudem können sie Aufnahmen per WLAN automatisch in den neuen Cloud-Service GoPro Plus hochladen. Das funktioniert aber nur, wenn die Geräte gerade an der Steckdose Energie tanken. Das kostenpflichtige Cloud-Abo startet 2017 in Deutschland. Die Hero 5 Session wird sich mit der neuen App namens Capture fernbedienen lassen. Die Kamera hat dafür aber auch keinen eigenen Touchscreen wie die GoPro Hero 5. Bearbeiten lassen sich die Aufnahmen weiterhin mit der App Quik. Mac-Fans freuen sich darüber, dass Quik bald auch für OS X auf dem Desktop verfügbar sein wird. Mit 430 Euro für die GoPro Hero 5 und 330 Euro für die Hero 5 Session, müssen Käufer nicht so tief in die Tasche greifen wie bei Nikon und Kodak. Beide Geräte erscheinen im Oktober.

Fazit

Die neuen Action-Cams von Nikon, Kodak und GoPro bieten nichts revolutionär Neues. Sie verschaffen Anwender aber noch mehr Optionen, mit Action-Cams neue Storytelling-Ansätze zu verfolgen. Vor allem 360-Grad-Aufnahmen sind faszinierend. Sie ermöglichen Geschichten jenseits des zweidimensionalen „Frames“ darzustellen. Für Abenteuer und Bild-Reporter ist das sehr interessant. Genau diese Zielgruppe und dieses Anwendungsszenario vermarktet zum Beispiel Nikon. Kodak richtet sich eher an den Amateur, der eine Kamera ohne viel Federlesen einfach und schnell bedienen möchte. Beides hat seine Berechtigung. Bei GoPro finde ich die stärkere Vernetzung mit der Cloud und dem Smartphone begrüßenswert. Das gilt auch für Nikon und Kodak. Die drei Hersteller von Action-Cams machen vor, wie eine „connected camera“ sein sollte. Sie nehmen die Konnektivität und das modulare App-Prinzip von Smartphones und packen sie in Stand-alone-Kameras. Warum können traditionelle DSLR- und Systemkameras nicht auch endlich derart aufgerüstet werden.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Applepiloten“ unter CC BY-ND 4.0.


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  • IPHONE 7 Horizont: Das ist das neue Apple Smartphone: Gestern wurde das neue iPhone 7 in San Francisco präsentiert. Die schon seit Monaten kursierenden Gerüchte, um die neue Generation des Smartphones bestätigen sich. Apple eliminiert den klassischen Kopfhöreranschluss. Wer seine Kopfhörer in Zukunft nutzen will schließt diese bequem beim Lightning-Anschluss an oder holt sich für den stolzen Preis von 179 Euro die neuen Apple Airpods. Ein Highlight ist auch der nun integrierte Bildstabilisator. Das iPhone 7 Plus verfügt sogar über eine doppelte Kamera mit zwei verschiedenen Objektiven und zwei 12-Megapixel-Sensoren. Außerdem sind beide Modelle der neuen Generation des iPhones wasser- und staubdicht.
  • PLAYSTATION Spiegel Online: Neue Playstation 4 Pro erscheint schon im November: Nicht nur Apple präsentierte gestern frische Produkte, sondern auch Sony enthüllte zwei Playstation-Modelle in New York. Die Playstation 4 Pro verfügt über ausgereiftere Hardware als ihr Vorgänger und punktet damit vor allem mit einer aufgewerteten Spielegrafik. Das Pro-Modell soll Spiele in 4K rendern und die Bildausgabe für HDTVs und VR verbessern. Sie soll 399 Euro kosten und am 10. November erscheinen. Ihr dünnerer Kollege, die Playstation Slim 4 kommt dann für hundert Euro weniger am 15. November in die Läden.
  • DAIMLER Golem: Vision Van: Automatisiertes Ladesystem belädt die Drohnen: Den von Daimler entwickelten Transporter, zum Ausliefern von Paketen, kann man durchaus als innovativ und effizient bezeichnen. Er ist mit zwei Drohnen ausgestattet, die automatisch beladen werden. Während der Paketbote wie gewohnt seinen Wegen nachgeht, sollen die Drohnen parallel weitere Lieferungen zum Kunden transportieren. Entwickelt wurde der Elektro-Van, mit seinen zwei Landeplätzen am Dach, von Mercedes Benz Van, der Lieferwagensparte von Daimler und dem kalifornischen Copter-Hersteller Matternet.
  • VERBRAUCHERSCHUTZ heise online: Verbraucherschützer wettern gegen Mogelpackung bei Roaming-Gebühren: Die Initiative der EU-Kommission, die Aufschläge für Mobilkommunikation in anderen Mitgliedsstaaten für maximal 90 Tage jährlich zu streichen, geht deutschen und europäischen Verbraucherschützern gehörig gegen den Strich. Klaus Müller, Vorstand des Bundesverbands der Verbraucherzentralen sagt: „Der Wegfall der Roaming-Gebühren für nur 90 Tage entspricht weder der Realität noch dem Alltag eines Verbrauchers mit Blick auf Urlaub und berufsbedingte Aufenthalte im EU-Ausland“.
  • MARKT Handelsblatt: Beim Gehalt sind die Digitalen König: Die digitale Transformation schreitet mit großen Schritten voran. Kaum eine Branche bleibt mehr vor diesem Wandel unberührt. Aus diesem Grund ist Personal mit herausragendem Know-how über die digitale Welt äußerst gefragt. Einer Gehaltsstudie der Personalberatung Cribb zufolge führen Top-Manager im Bereich Digitalisierung in Unternehmen die Gehaltslisten an. Sie verdienen im Schnitt 249.839 Euro im Jahr und damit mehr als so manch ein Geschäftsführer.
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