All posts under Schirrmacher

Die digitale Existenz als Menschenrecht

Ob uns das Internet nun dümmer oder schlauer macht, ob die Dominanz des Digitalen zu negativen neuronalen Effekten führt oder nicht, zählt zu den Fragen, die den Bildungsbürger Frank Schirrmacher seit einiger Zeit umtreiben. Sein jüngst entworfenes Szenario über bevorstehende Gedächtnis-Deformationen durch die Alleinherrschaft des Suchmaschinen-Giganten Google ist letztlich nur eine Fortsetzung der Thesen des liebwertesten FAZ-Gichtlings, die er in seinem Buch „Payback“ ausgebreitet hat. Es geht um die Vernetzung von Maschinen und Menschen zu Bedingungen, die von der Maschine diktiert werden. Es ist die Unterwelt der Benutzeroberfläche, die den FAZ-Herausgeber umtreibt: Maschinenräume im Silicon Valley, die ein Nichtinformatiker niemals zu sehen bekommt. Dort würden unsere digitalen Doppelgänger gebaut. In einer interessanten Disputation im sozialen Netzwerk Google+ ist Schirrmacher dann noch etwas deutlicher geworden.

Weiterlesen »

Weiterlesen »

Google oder Facebook

Erinnert sich noch jemand an das Jahr 2010 oder gar 2009? In diesen beiden Jahren überboten sich die meisten Verleger und Herausgeber darin, auf die böse Firma Google einzuschlagen. All die Millionen Agenturmeldungen, die die Verleger mit einem minimalen Online-Mitarbeiterstab tausendfach umformulieren ließen. Sie wurden immer wieder neu publiziert und vom bösen Datenkraken einfach per Spider gescannt und für die Nutzer verfügbar und auffindbar gemacht.

Ganz langsam dämmert es den Entscheidern, dass dies wahrscheinlich gar nicht so dumm war. Man wollte es mit dem nächsten König des Webs anders machen. Und so umarmte und bekniete man Steve Jobs exakt zu dem Zeitpunkt als sein Marketing die Experten ausreichend über die Potenz des heiligen iPad eingelullt hatte. Nach der 1001. Medien-App ist man etwas weniger umsatzstark als nach dem Google-Durchmarsch und noch umsatzschwächer als nach den Goldenen Siebzigern und Achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Nun aber wird es seit ein paar Monaten extrem still um die Burdas, Döpfners und Schirrmachers. Der Grund ist in der obigen Grafik anschaulich. Sozusagen Infografik 1.0.

Denn wenn die Wirklichkeit dich überholt hat, hast du keine Chance, nicht mal Alkohol. Du stehst in der Fremde…

Quelle der Grafik

Weiterlesen »

Was soll nur aus unseren Experten werden?

Gestern gab es in der FAZ einen Text „Was soll nur aus unseren Gehirnen werden?“, der die Schirrmachersche These vom schädlichen Buchdruck, Radio, Fernsehen, Walkman, Internet bestätigen wollte. Ein Neurobiologe der TU Braunschweig namens Martin Korte sollte es richten. Wir erinnern uns: War die Leitwissenschaft in den Siebzigern die Physik, kam in den Achtzigern mit dem Siegeszug der Biologie auch die Psychologie zum Zuge. Sie wollte sich schnell eingliedern in die Reihe der harten Faktenwissenschaften, die aus dem Positivismus hervorgegangen sind. Doch in den Neunzigern wurde klar, dass keiner an der Mathematik und ihren Trivialformen wie Rechnungswesen oder Informatik vorbeikommen konnte. Die Psychologie wurde immer mehr zur Hilfswissenschaft der Neurowissenschaftler aus der Medizin und der Biologie und die Physik bekam grundlegende Probleme über ihren eigentlichen Untersuchungsgegenstand, der sich zunehmend aus der Welt des Messbaren entfernte. Umso angestrengter versuchte man in den Neurowissenschaften mithilfe bildgebender Verfahren das Loch der Messbarkeit von Intelligenz, Wissen oder Lernen durch physiologische Vorgänge in den Bereich des Faktischen als Beweismittel zu erheben. Die dort angewandten Deutungsmethoden der Bildchen bleiben intransparent. Korrelationen zwischen Gedankentätigkeiten und beobachtbaren Stoffwechselvorgängen werden über Nacht in den Stand der Kausalität erhoben.

Da verwundert es nicht, wenn so ein Deutungspriester uns das Neueste über das Monster „Multitasking“ nahezubringen versucht. Er muss kognitive Dissonanzen (Unterschiede zwischen Überzeugung und Alltag) abbauen und das kann man am besten via Medien. Die Psychologisierung des Alltags erlebt fröhliche Urständ auf der Basis von Schädelbildern in Echtzeit. Begeben wir uns in die Text-Exegese: Weiterlesen »

Weiterlesen »

Digitale Seuche: Plaque im Netz



Plaque bedeutet Schild. Es ist bekannt als Belag aus Speiseresten und unseren ganz persönlichen Bakterien. Genau dasselbe Zeug finden wir auf jeder Website im Netz. Reste aus erlerntem Wissen und unser persönlicher Senf oben drauf. Wer in der letzten Zeit die Diskussionen rund um Chancen und Gefahren der digitalen Speisen im Netz verfolgte, wunderte sich nicht selten. Allen Ernstes diskutierten Wissenschaftler und Experten den inhaltlichen Kontext von menschlicher Sinnbildung und Mustererkennungsprozessen beim Durchforsten von Tabellenzellen in Datenbanken. Weiterlesen »

Weiterlesen »