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KOLUMNEN

Kolumne

Jörg WittkewitzLesetipps für den 8. April

Erlesene Links zu einigen Perlen im Web: Blogposts, Artikel und Nachrichten, die uns wichtig erscheinen. Ergänzungen erwünscht.
  • Das Bankentribunal von attac: “Am 26. Februar wurden die Vorladungen an die Angeklagten des Bankentribunals versandt. Zu den Angeklagten zählen die aktuelle Bundesregierung und ihre zwei Vorgängerinnen, vertreten durch Gerhard Schröder, Angela Merkel und Peer Steinbrück; die Deutsche Bank, vertreten durch Josef Ackermann; sowie Hans Tietmeyer, ehemaliger Aufsichtsrat von Depfa und HRE, Chef-Kurator der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und früherer Bundesbankpräsident. Ihnen werfen die Ankläger “Aushöhlung der Demokratie und Vorbereitung der Krise”, “Zerstörung der ökonomischen Lebensgrundlagen in Nord und Süd” sowie “Verschärfung der Krise” vor.”
  • Net Neutrality Has Always Been Up to Lawmakers: Will They Pay Attention Now?: Dan Gillmor on net neutrality (see linktip below): “Comcast and the other carriers will be emboldened to continue what they’ve started: the subjugation of America’s broadband future to their interests and those of their entertainment industry partners and subsidiaries. Our second-class status in broadband will soon be even worse if they get what they want: turning the Internet to a television-on-steroids system where control is in the middle, where the edges of the networks — that is you and me — do what the center tells us we may do.”
  • FCC dealt significant blow in net neutrality ruling favoring Comcast: A federal appeals court on Tuesday dealt a significant blow to the Obama administration and net neutrality advocates, ruling that the Federal Communications Commission has no authority to regulate how Web providers manage their network traffic.
  • Net Effect: Is Russia Google’s next weak spot?: Evgeny Morozov sieht neue Chinas auf Google zu rollen: “Big news from Russia today: RBK Daily, a respected Russian news agency, reports (in Russian) that the Russian government might soon be launching a quot;national search engine. “According to RBK’s anonymous sources inside Kremlin, it would aim at satisfying quot;state-oriented” needs such as “facilitating access to safe information” and “filtering web-sites that feature banned content”
  • What’s the Secret to Submitting a Great Conference Proposal?: Eine schöne Hilfe für alle, die auf einer Konferenz einen Vortrag halten wollen…
  • 31 Free E-Books on Blogging and Earning a living by doing stuff online (aka Marketing):
  • ‘Who to Hire,’ the PdF Guide to Political Tech, Now Available | techPresident: We#039;re happy to announce that our new guide to political technology companies, quot;Who to Hire: the PdF Political Technology Guide,quot; has just launched. Wenn das in Deutschland auch nur zwei Politikberater lesen, werden die Parteien einen Paradigmenwechsel in der Online-Praxis erleben…
  • Der Journalist als Marke und die Selbstinszenierung des Richard “Scholl-Latour” Gutjahr | Off the record: Journalisten sind eine bedrohte Spezies. Verlage sparen, allein 200.000 aktive Twitter-Nutzer in Deutschland werden selbst zu potenziellen News-Quellen. In einer Welt konkurrierender stenografierender Nachrichtenlieferanten und eines kollabierenden Arbeitsmarktes könnte der Auftritt des Journalisten als eigene Marke eine Überlebensstrategie sein.
  • Backwards Steps by the WSJ and NYT on iPad : CJR: I compared the design and content of the Times and Wall Street Journal on the iPad earlier. Now let’s take a look at how you interact with their apps. The early signs are somewhat worrisome, implying that these two papers think they can partially return to the cloistered existence of the pre-Web days. That’s clearly a mistake.
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Jörg WittkewitzVerantwortung 2.0: eSpenden für Bildung

Wer seit einigen Jahrzehnten auf dieser Welt ist, der hat das Paralleluniversum der Parteienpolitik schnell als Interessenvertreter der einflußreichen Branchen- und Industrieverbände entlarvt. Dass die Parteien die Steuergelder nach wenig nachhaltigen, kaum gerechten und selten sinnvollen Aspekten verteilen, ist eine Binsenweiheit. Die Kanzlerin hat Hunderte Milliarden ohne jede Bedingung in die Banken geschenkt. Ihr Vorgänger öffnete unser Land für Derivathandel und Hedge-Fonds. Es besteht kein Anlaß zur Hoffnung, dass von den Parteien humane Handlungen ausgehen, die das Zusammenleben auf Erden ausgleichend fördern. Aber wir können selbst etwas tun. Nehmen wir doch die Radikalliberalen ernst und handeln einfach selbstbestimmt und stolz ohne Betrachtung der mediokren Personen, die sich für ein Amt in diversen Aufsichtsräten einschleimen müssen, weil sie es nicht anders schaffen, dorthin zu kommen.

Ein tolle Beispiel wie man nicht die Bildung der Banken sondern die der Kinder untertützen kann, machen uns die Amerikaner vor. Auf donorschoose.org geben Lehrer ihre Vorhaben, ihren Bedarf und ihren Standort ein. Man kann sogar angeben, wie bedürftig die jeweilige Gemeinde ist, in der sich die Schule befindet, was bei den stolzen Datenschützern in Deutschland sicher einen Ansturm der Entrüstung bedeuten würde, weil die Kinder bei der Veröffentlichung stigmatisiert würden.

Aber angenommen das könnte man anonymisieren, dann würde so jeder, der will, die Schule in seinem Ort, in seinem Viertel oder irgendwo weit weg ein schönes Projekt unterstützen. Die Kindern könnten so die teuren Bahnreisen (warum sind die noch immer nicht kostenlos für Klassenfahrten? Wo leben wir eigentlich?), Eintrittskarten für Weltraumcenter oder Wissenschaftsausstellungen bezahlt bekommen. Ich brauche bei genauer Betrachtung zunächst kein betterplace, dass die großen Projekte in der weiten Welt unterstützt. Ich bräuchte im Gegenteil ein hyperlokales Spendenportal, in dem ich etwas unterstützte, dass ich möglicherweise bei Überzahlung/Überspendung sogar zu einem Spendenfest besuchen könnte. Es wird langsam Zeit, dass wir das Jammern und die ewigen Talkshows als Profilneurosenküche einfach kommentarlos beiseite legen und anfangen…
Aber wo sind die Lehrer, die sich tolle Projekte ausdenken, die online beschreiben und ein Konto dafür einrichten? Und wo sind die Software-Firmen, die sich so ein Projekt ausdenken und es als bestmögliche CSR-Maßnahme auch noch in die Gazetten dieser Welt bringen, damit viele mitmachen.

Jörg Wittkewitzushahidi: Kriseninformation in Echtzeit

Journalismus 2.1
Der aufmerksame Leser hat hier schon ein Interview mit Juliana Rotich von der letzten LIFT Conference gesehen. Aber es gibt noch viel mehr Leute, die ushahidi zu dem machen, was es ist: Ein revolutionäres Echtzeit-System für Kriseninformation, das im Fall von Haiti die Helfer als einziges Tool hatten, um ihre Hilfe per geolocation mit den Hilfesuchenden zu koordinieren. Patrick Meier ist in jedem Fall ein spannender Interviewpartner für Robert Scoble(izer):


Peter BihrWelche Rolle spielen Web-Konferenzen?

Kürzlich war ich bei der SXSW, einer Konferenz, die sich aus einem Musikfestival heraus entwickelt hat. (SXSW steht kurz für “south by south west”, also süd-südwest, in Anspielung an den Veranstaltungsort Austin, Texas.) Die SXSW gilt in der Welt der Web 2.0-Startups und Social Media Dienste als Mischung aus Trendindikator (Twitter und Foursquare haben hier ihren Durchbruch geschafft), Networkingtreff und Riesenparty. Die Besucherzahlen sind dieses Jahr auf Rekordhöhen geklettert. Die SXSW hat also in einschlägigen Kreisen einen gewissen Stellenwert.
Aber was bedeutet das heute noch? Wie relevant sind Konferenzen im Internetbereich wirklich?
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Jörg WittkewitzPalmöl: Greenpeace vs. Nestlé

Da waren sie wieder meine drei Probleme: Konsum, Aufklärung, Kommunikation (KAK). Was war passiert? Nestlé hatte beobachtet, wie Greenpeace andere Großkonzerne (Unilever oder Kraft) an den Pranger stellte wegen deren lascher Einkaufspolitik in Bezug auf Palmöl. Beide haben reagiert. Denn die letzten Regenwaldreste in Indonesien werden aktuell von einem Konzern namens Sinar Mas gerodet, um dort Palmölplantagen für den unstillbaren westlichen Hunger zu stillen (Biodiesel, Kosmetika, Seifen, Margarine, Süßigkeiten etc.). Und dass dort mitnichten mit lokal verantwortlichen, nachhaltigen und biologisch wertvollen Bandagen gearbeitet wird, haben einige von uns schon in dem einen oder anderen Bericht im TV gesehen. Was ist also anders im neuen Fall?
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Jörg WittkewitzDas Web 2020 – more tinsel

Wer als Berater 4000 € und mehr am Tag erlösen will, der muss schon mit Lametta um sich schießen. Das tut man heutzutage nicht mehr mit einem MBA, einem Doktortitel und sechs Auslandssemestern in drei Ländern. Solche Leute arbeiten zu Hunderten in unzähligen Praktikumsstellen in Berlin und Hamburg. Sogar einige Firmen in München können sich noch Praktikanten leisten. Zumindest die Forschungsabteilungen der großen Automobilfirmen und die Pharmaunternehmen, die mittlerweile immer mehr günstige Werkdoktoranden und junge High Potentials mit Werkverträge auf Distanz halten, bis die endlich im Ausland verschwunden sind.

Da verwundert es nicht, wenn die strategischen Berater dieser Welt mit derselben vita sich mit abenteuerlichen Ideen hervortun müssen. Das “Web 2020″ passt ins Beuteschema. Wer auf breitband (MP3 – Interview beginnt ab 6. Minute) im deutschlandradio am letzten Samstag dem Vorsitzenden der Enquète-Kommission für das Internet lauschen durfte, der versteht, warum wir Berater brauchen. Denn Politiker und Entscheider können heutzutage vor lauter Entscheidungen nur noch überblicken, welche Personen sie als geeignet betrachten, sie zu beraten. Warum Expertise? Es gibt doch externes Denken. Denn offenbar kommt Expertise von extern. Die Berater sind im schlechtesten McLuhanschen Sinne zum Exoskelett der Entscheidungsebene mutiert. Inhaltlich ist da offenbar ein großes Vakuum im Bereich strategisches Management. Offenbar auch ein Grund, warum aus Deutschland beispielsweise seit SAP und Software AG nix global Besonderes mehr in Sachen Web und IT kam. Abgesehen von all den Grundlagenforschungen, die für dreifuffzich ins Ausland verhökert werden von lächerlich unterbelichteten Spin-offs der Unis, die regelmäßig bei den Lizenzverhandlungen mit asiatischen und amerikanischen Firmen übervorteilt werden. Zum Thema: Nun also hat so ein 4000€-Tagessatz-Berater tacheles gesprochen zum web2020 – auch noch im Manager Magazin.
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Meike LaaffPost-Privacy oder Hoffen auf die Ignoranz

Christian Heller, online auch bekannt als @plomlompom, hat eine Idee: Warum löst man die gesamte olle Datenschutzdebatte nicht, indem einfach jeder möglichst viele Informationen über sich publiziert und so die althergebrachte Intoleranz gegenüber dem Individuum auflöst? “Die gegenwärtige Daten-Explosion und Erosion des Privaten lässt sich als Bedrohung oder als Chance begreifen”, schreibt er in einem Artikel auf carta.info. Er argumentiert klar für die Chance, bezeichnet die deutsche Datenschutzbewegung als “konservativ”, bescheinigt ihrem Bedürfnis, Informationsflüsse im Netz zu kontrollieren, Gemeinsamkeiten mit Rechteverwertungsindustrie und Zensurstrukturen.
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