KOLUMNEN

Kolumne

Jörg WittkewitzPeter Kruse – Was ist ein Kulturraum?

Im Nachgang zum ausführlichen Artikel von Martin Lindner Prof. Silberzunge, habe ich einige Inhalte aus den Präsentationen und Texten betrachtet, die von Kruse und seinen Mitarbeitern zugänglich sind. Zentrum der Betrachtung ist der Begriff Kulturraum, den Kruse m. W. nach im nachtstudio des ZDF zum Entzücken von Sascha Lobo einführte und der bei mir den ersten Verdacht erhärtete, dass Kruse seinen Untersuchungsgegenstand noch nicht präzise beschrieben hat. Es gibt eine Powerpoint-Schlacht auf dem whatsnext-blog (das ist ein Institut, das Kruse gründete), die auf 127 slides seine Ideen präsentieren will. Die Präsentation begründet zunächst die Methode in Bezug auf die Fragestellung, warum das Internet die Gesellschaft polarisiert. Ziemlich weit vorn stehen folgende Sätze:

Die intuitive Musterbildung Einzelner bildet die Basis; reicht aber nicht mehr aus. Das Individuum liefert nur einen Messpunkt. Die Analyseeinheit ist das Kollektiv. Erst die Analyse der unbewussten Bewertungen vieler Menschen erlaubt die Schätzung von Trends und die Vorhersage von kulturellem Wandel.

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Jörg WittkewitzLesetipps für den 25. Mai

Erlesene Links zu einigen Perlen im Web: Blogposts, Artikel und Nachrichten, die uns wichtig erscheinen. Ergänzungen erwünscht. Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten “vorgeblättert” START.

Martin LindnerPROF. SILBERZUNGE: Peter Kruse – die deutsche Stimme des Web?

Foto von mario Sixtus (Bild von Mario Sixtus)

Church of Kruse

“Die Lawine ist nicht mehr aufzuhalten und donnert bereits zu Tal. Überzeugungsarbeit, und da bin ich sehr relaxt, ist da eigentlich nicht notwendig: Und bist du nicht willig, so brauch ich … Geduld.” Standing Ovations im riesigen Friedrichsstadtpalast. Die zum deutschen Blogger-Kongress re:publica versammelten Praktikanten, Studenten, NGO-Jobber, Software-Entwickler und Digitalen Bohemiens bejubeln den Vortrag eines Bremer Unternehmensberaters: “What’s Next – Wie die Netzwerke Wirtschaft und Gesellschaft revolutionieren”. Danach überall begeisterte Kommentare im Social Web: grandios, rockt das Haus. Netzwerk-Gospel in der Church of Kruse. Mein Lieblings-Tweet ist von Anna Log: “Wenn ich das richtig verstehe, erklärt Peter Kruse hier Buddhismus anhand des Web 2.0.” [Mehr]

Lena BrombacherParfum Men: Notte Bianca – Linari

Männer in tollen Anzügen können sehr sexy sein. Notte Bianca, was so viel heißt wie „durchfeierte Nacht“, ist der passende Duft zu diesem Outfit – ein unglaublich männliches Parfum, das nach frisch gestärkten Hemden und Zigarren riecht.
Bei einem unserer legendären kochen-und-bis-tief-in-die-Nacht-reden-und-trinken-Abende mit meiner Freundin Anja kamen wir nach zwei Flaschen Weißwein zu der Überzeugung, dass Notte Bianca nach Schnee riecht. Und tatsächlich, am Morgen nach dieser “Notte Bianca”, wiederholte ich den Test und stellte fest, dass der Duft neben der warmen Kaschmirholznote und der würzigen Tabaknote etwas klirrend Kaltes hat, wie Wäsche, die an der Winterluft getrocknet wurde.
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Jörg WittkewitzWikileaks läuft wieder im Normalmodus

Wikileaks hat nach Monaten im Standby-Modus endlich wieder volle Fahrt aufgenommen und die Seite funktioniert wieder im vollen Umfang. Es gab einige Kritik wegen des Iran-Videos, das die Erschiessung von Journalisten durch US-Streitkräfte zeigte, weil damit Spenden eingeworben werden sollten. Das Ziel wurde aber verfehlt. Eigentlich hatte man sich 600.000 US-Dollar gewünscht, um die Infrastruktur und Gehälter von Mitarbeitern zu bezahlen. Aber mit den gespendeten 245.000 Dollar machen sie jetzt trotzdem wieder weiter und werden wohl die Website weiter anpassen und modernisieren.

Jörg WittkewitzStudie: Information overload ist Einbildung

Wer die Agitation der Verlagshäuser gegen Anbieter beobachtet hat, die im Netz mit Werbung Geld verdienen, dem ist klar geworden, dass es heutzutage nicht mehr reicht, 30 Journalisten mit den Texten aus sechs Newsagenturen einzuschließen, um jeden Monat Abermillionen in die Schweiz oder auf die Caymans zu schicken. Aber ihr Schlachtruf “Information Overload”, der ertönt noch immer, wenn es darum geht, das Internet als Ganzes zu diskreditieren. In Zeiten, wo Verlage ihre Druckwerke am Flughafen wegschenken, um die Auflage für die Werbekunden künstlich zu beatmen, ist es sinnvoll, einfach mal ein paar Hundert Leute nach ihrem Eindruck zu befragen, wo sie Informationen her bekommen und welche Einstellungen sie sowohl zu den Quellen als auch zu den Informationen selbst gewinnen. Weber Shandwick, eine PR-Agentur, hat so eine Befragung durchgeführt und gleich noch ein paar mehr von den ewigen Wahrheiten zumindest statistisch widerlegen können. Da wäre zum Beispiel die Beeinflussung der Meinungen durch externe Informationsquellen, die bei den jungen Leuten deutlich geringer ist als bei den Baby Boomers. Ein Studie, die in keinem Ordner fehlen sollte!

Jörg WittkewitzHuffPost almost takes the lead

Beim businessinsider gibt es diesmal eine Besonderheit beim chart of the day, die einige Verlage in Deutschland beruhigen wird. Denn hier haben wir (noch) keine Huffington Post. Falls doch, könnte die bequeme Position der Zeitungsverlage, einfach auf das Millionenheer der Billigschreiber in diesem Lande zuzugreifen und dann noch über die geringen Einnahmen im Web zu jammern, ein jähes Ende haben.

Björn RohlesVon ebay zu Dawanda: Was ist Social Commerce?

Denken wir einmal zurück. Wer sich noch an die Zeiten des Tante-Emma-Ladens erinnern kann – oder jemanden kennt, der das tut – kennt seine Rolle: Nicht nur Versorgung mit wichtigen Lebensmitteln war seine Aufgabe, sondern auch und gerade Treffpunkt und Kommunikationsgelegenheit. Produkte wurden empfohlen oder bekamen ihr Fett ab. Tante Emma durfte dabei ruhig zuhören, um zukünftig bessere Brötchen backen zu können.

Dann kamen die großen Kaufstadts, und alles wurde anders. Rückfragen beschränkten sich auf ein schnödes „War der Einkauf okay?“ beim Bezahlen. Und Gespräche über Produkte verlagerten sich nach außen, weg vom Laden selbst. Mit dem Siegeszug des weltweiten Netzes war das nicht anders. E-Commerce war das große Thema, ein großes Warenangebot war gefragt. [Mehr]
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