Amicella

KOLUMNEN

Kolumne

Jörg WittkewitzSelbstenthauptung eines Verlages

Im besten Wissen um die eigene Enthauptung à la Acéphale, gibt sich der Ullstein-Verlag kämpferisch und presst kopflos sein skandalisiertes Buch an die Spitze der Buchcharts. Die Folge ist, dass man sich mittlerweile wohl schämen muss, in die Listen des Spiegel oder die amazon-Bestseller-Liste aufgenommen zu werden. Aber, wenn Du denkst, es geht nicht schlimmer, kommt daher ein Kinderzimmer:


Jörg WittkewitzDatenschutz vs. Google buzz #2

Das Google mit seiner automatisierten, öffentlichen Followerliste bei buzz kein besonders glückliches Händchen bewiesen hat, dürfte heute hinlänglich bekannt sein. Noch immer gibt es keine opt-in Funktion für neue Benutzer sondern nur ein umständliches Opt-Out, wenn man einmal “drinnen” ist – wie Google in seinem GMail-Blog ausführlich erklärt. Die Kollegen von techcrunch haben aber eine bestehende Lücke entdeckt, die peinlicherweise genau diejenigen email-accounts der eigenen Kontakte veröffentlicht, die diese gar nicht jedem geben würden. Und das geht so:
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Björn RohlesOpen Source Filme: Freie Werke fürs Auge

Das Netz ändert unser Leben, und es ändert auch unsere Kunst. Ein Beispiel dafür ist der Open Source Film, der den Ansatz der Open Source Software auf die Herstellung und Distribution von Filmen überträgt. Open Source Filme stehen unter einer freien Lizenz, etwa unter Creative Commons. Die Rohmaterialien der Filme können von jedem heruntergeladen werden. Die Dateien müssen dabei in einem Format zur Verfügung gestellt werden, das eine Bearbeitung mit freier Software erlaubt. Somit wird es möglich, dass jeder die Werke bearbeiten und neue Versionen zur Verfügung stellen kann. Die bisher erschienenen Filme kann man IMHO in drei Kategorien einteilen.
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Jörg WittkewitzLesetipps für den 12. Februar

Erlesene Links zu einigen Perlen im Web: Blogposts, Artikel und Nachrichten, die uns wichtig erscheinen. Ergänzungen erwünscht.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten “vorgeblättert” START.

Jörg WittkewitzPrivacy: Fehler in Google Buzz – mit Update

Wie der Silicon Alley Insider gestern berichtete, ist eine große Schwachstelle in Google buzz. Wer buzz einrichtet, bekommt zunächst die Follower automatisiert zugeordnet anhand seiner Chatpartner und derjenigen, mit denen er oder sie am häufigsten E-Mails austauscht. Soweit, so gut. Das Problem besteht allerdings darin, dass per Voreinstellung alle diese Listen öffentlich im Profil einsehbar sind. Man könnte sich also genau ansehen, wer einem folgt und wem derjenige folgt. Man kann also sehen, mit wem Ihr am meisten chattet und mit wem ihr Euch am meisten E-Mails per Gmail schreibt.

Wer seine erste Nachricht in buzz schreibt, bekommt eine Dialogbox zu sehen, in der folgendes erklärt wird: “Before participating in Buzz, you need a public profile with your name and photo.” Und im Kleingedruckten steht dann noch “Your profile includes your name, photo, people you follow, and people who follow you.”

Es ist also tunlichst die Voreinstellung, dass andere diese Liste einsehen dürfen, in den Settings abzuändern. Aber wer weiß das vorher? Und wer will überhaupt, dass ein Algorithmus die Leute in eine öffentlich einsehbare Liste packt?. (OK, 10 € ins Schirrmacher-Schwein für den Begriff Algorithmus).
Aber mal im Ernst: Silicon Alley weist auf ein grundsätzliches Problem mit Webservices hin, dass Schule machen sollte: Alle Informationen, die man teilen will (Sharing) müssen per default (Voreinstellung) einer Zustimmung unterliegen. Das bedeutet, dass jemand, der nicht extra in die Settings geht – weil er/sie den Dienst vielleicht erst mal probieren will – alle Informationen privat hält und zum Sharing bestimmte Inhalte erst freischalten muss (opt-in).

Der Pressesprecher von Google erklärte gegenüber dem Silicon Alley Insider, dass der Sinn der öffentlichen Listen darin bestehe, dass man sofort eine Menge von Freunden und Bekannten zur Verfügung hätte, und daher sofort mit seinen Kontakten loslegen können und sich nicht mühsam erst seine Follower zusammen suchen müsse. Klingt nicht besonders überzeugend. Aber so sind sie die Algorithmen, sie lösen Probleme, die manche Menschen lieber selber lösen möchten. Wir kennen das ja schon von anderen Firmen und Branchen, dass uns geholfen wird, wo wir es ehrlich gesagt weder brauchen noch wünschen…
UPDATE:
Wie Matt unten im Kommentar schreibt, hat Google schnell reagiert und das Ausfüllen der Follower-Liste per Algorithmus gestoppt und nutzt nun eine opt-in Funktion. Schnell. Löblich. Danke für den Hinweis!

Jörg WittkewitzAdhocratie: Professionelle Planlosigkeit

mintzbergDr. Henry Mintzberg sitzt im Raum 544 in Montreals McGill-University und setzt ein verschmitztes Lächeln auf. Seit über 40 Jahren gilt er als Querkopf und ist stolz darauf. 1975 hat er im Harvard Business Review einen Artikel verfasst über die Tätigkeiten, mit denen sich Manager so abgeben. Und diese Gewohnheiten haben sich offenbar kaum geändert in den letzten Jahren. Eine Tätigkeit, die länger als eine halbe Stunde in Anspruch nimmt, kommt bei dem größten Teil der Manager nur alle zwei Tage vor. Die gemeine Handlung umfasst 10 Minuten und besteht zumeist im Sprechen oder Zuhören. [Mehr]

Jörg WittkewitzDigitale Seuche: Plaque im Netz


Plaque bedeutet Schild. Es ist bekannt als Belag aus Speiseresten und unseren ganz persönlichen Bakterien. Genau dasselbe Zeug finden wir auf jeder Website im Netz. Reste aus erlerntem Wissen und unser persönlicher Senf oben drauf. Wer in der letzten Zeit die Diskussionen rund um Chancen und Gefahren der digitalen Speisen im Netz verfolgte, wunderte sich nicht selten. Allen Ernstes diskutierten Wissenschaftler und Experten den inhaltlichen Kontext von menschlicher Sinnbildung und Mustererkennungsprozessen beim Durchforsten von Tabellenzellen in Datenbanken. [Mehr]

Björn RohlesFlickr Commons: Bilder der alten Zeiten

flickr commons Beispiel
Dass man bei Flickr gute Fotografien unter einer Creative-Commons-Lizenz finden kann, dürfte mittlerweile so ziemlich jeder wissen. Etwas anders sieht es leider immer noch mit den Commons aus: Obwohl bereits seit einer gefühlten Ewigkeit online, finden sie in der Blogosphäre nicht die Aufmerksamkeit, die ihnen gebühren würde. Grund genug, ein paar besonders feine Sammlungen hervorzuheben. [Mehr]

Leander WattigPiraterie reicht nicht als Erklärung für Preisdruck

Bei Techdirt ist vor ein paar Tagen ein interessanter Beitrag erschienen, der sich mit der Frage auseinander setzt, ob die Major-Labels im Musikmarkt ihren Bedeutungsverlust hätten verhindern können, wenn sie das iTunes-Modell früher angewandt hätten: Did The Recording Industry Really Miss The Opportunity To ‘Monetize’ Online Music? Besonders treffend finde ich die Betonung, dass der durch die Verfügbarkeit quasi kostenloser digitaler Inhaltekopien ausgelöste Preisdruck im Musikmarkt unabhängig von Piraterie entsteht: [Mehr]

Meike LaaffBrille auf: Kunst statt Werbung


Was für eine Vorstellung: Ein persönlicher Ad-Blocker für die Innenstadt! Eine Vision, die die Macher von „The Advertiser“ wahr werden lassen: Sie scannen Plakate und Logos von Calvin Klein bis Budweiser ein, blenden die Werbung dort aus und ersetzen sie mit Kunstinstallationen. Natürlich nicht wirklich, sondern nur für den Nutzer ihrer Ferngläser, Kunst auf Werbeflächen einblenden. [Mehr]
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