Amicella

KOLUMNEN

Kolumne

Jörg WittkewitzLesetipps für den 22. April

Erlesene Links zu einigen Perlen im Web: Blogposts, Artikel und Nachrichten, die uns wichtig erscheinen. Ergänzungen erwünscht.
  • Schöne Photos vom Eyjafjallajokull
  • Berufsbegleitender Studiengang “Social Media“ startet im Herbst an sieben Studienorten: Na sowas: “Neue Weiterbildungs-Offensive im spannendsten Markt der Kommunikationsbranche. Die Macht des twitternden Kunden ist den hiesigen Unternehmen mittlerweile nur allzu bewusst. Markenimages und Produkt-Qualitäten können binnen kürzester Zeit in Newsgroups, Blogs und auf Social Media-Plattformen wie Xing oder Facebook extrem positiv bewertet werden, oder bleibende Schäden davon tragen. Ab September startet eine neue Weiterbildungsinitiative in Berlin, Hamburg, Köln/Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart und München, die fundiert erläutert, wie das Thema Social Media in die Kommunikationsstrategie sinnvoll integriert werden sollte”
  • Der nächste Fall auf Twitter: Abmahnung wegen Spam per Direct Message
  • Offizielles ACTA Dokument als PDF
  • Tomorrow’s News – Pew Research Center: America#039;s news executives are hesitant about many of the alternative funding ideas being discussed for journalism today and are overwhelmingly skeptical about the prospect of government financing, according to a new survey by the Pew Research Center#039;s Project for Excellence in Journalism
  • Dow Jones Files “Hot News” Case Against Briefing.com: A Dow Jones press release on BusinessWire announces that the financial media giant filed a lawsuit today against Briefing.com, alleging that the subscription-based financial site misappropriated its headlines and articles. The complaint, filed in U.S. District Court for the Southern District of New York, includes claims for copyright infringement, quot;hot newsquot; misappropriation, breach of contract, and DMCA violations based on removal of copyright management information.
  • Mal jenseits des Fanboys-Jubelns: Warum Jeff Jarvis die richtigen Fragen stellt: Ich bin keiner der Fanboys, die Jeff Jarvis allein deshalb zujubeln, weil er so entertaining ist. Denn ich hab lange genug mit Amerikanern gearbeitet und auch selbst Vorträge gehalten, um zu lernen, dass Zuhörer nun mal ein Recht drauf haben, unterhalten zu werden, wenn sie mir ihre Zeit schenken – und dass etwas nicht allein deshalb falsch ist, weil es unterhaltsam vorgetragen wurde (wie es oft in Deutschland gesehen zu werden scheint). Ich hab also durchaus noch meinen Verstand und sehe manche Vergleiche kritisch, die Jarvis anstellt.
  • Ars Electronica Festival 2010 – repair: Man sagt, dass alle Menschen zusammen etwa gleich viel Gewicht auf die Waage bringen würden wie alle Ameisen und das, so schätzt man, ist gerade einmal ein halbes Prozent der Biomasse auf diesem Planeten. 6.815.500.000 gibt es schon von uns, und jede Sekunde wächst die Weltbevölkerung um weitere 2,5 Menschen.br / In den etwa 200.000 Jahren seit seinem Erscheinen hat der Homo Sapiens die Erde rücksichts- und gedankenlos verändert.
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Jörg WittkewitzMorgen wird ACTA veröffentlicht

Morgen, am 21. April wird der erste offizielle Entwurf des Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) veröffentlicht. Dieser internationale Vertrag soll dann die Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen weltweit vereinheitlichen. Diese Entscheidung zur Veröffentlichung trafen die Unterhändler u.a. auf Druck vieler Netzaktivisten bei ihrer achten Verhandlungsrunde in Neuseeland.
Dazu die EU: “Es wurde bei dieser Verhandlungsrunde Übereinstimmung darüber erzielt, dass die Verhandlungen jetzt einen Punkt erreicht haben, wo die Veröffentlichung des Entwurfstextes dazu beitragen wird, eine endgültige, gemeinsame Position zu erreichen. Aus diesem Grund und wegen des Impulses, der dem Treffen entspringt, sind die Teilnehmer einstimmig übereingekommen, dass jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um den im Ergebnis der Diskussionen konsolidierten Text der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, der den erreichten Fortschritt dokumentiert.
Dann sollen die vielen Kritiker die Möglichkeit erhalten endlich direkt am autorisierten Text ihre teils heftige Kritik am überbordenden Regulierungswillen innerhalb von ACTA detailliert zu formulieren. Ob bis Jahresende, wenn der Vertrag schlußendlich unterzeichnet werden soll, noch genug Zeit für profunde Diskussionen ist, bleibt fraglich.

Jörg Wittkewitzre:publica10 – Die Welt zu Gast bei Freunden

Vor einem Vierteljahr hat der FAZ-Autor Jauer begonnen, einen Artikel über lächerliche deutsche Blogger zu schreiben. Rechtzeitig zur re:publica10 Mitte April war er dann in Print und online zu lesen. Dass es dort mit der Wahrheit oder der Würde der dargestellten Personen nicht so klappte, mag viele Gründe haben. Vielleicht war es einfach nur Gehorsam gegenüber dem Ressortchef und Herausgeber, dessen aktuelles Buch mysteriöse Verschwörungstheorien über die Auswirkungen von Algorithmen und Computerprognosen verbreitet, über die besagte Blogger öffentlich herzogen. Aber wahrscheinlich sitzt der Stachel sehr viel tiefer.
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Jörg WittkewitzCHIRP 2010: Offizielle twitter-Statistiken

  • Twitter hat nun 105.779.710 registrierte Nutzeraccounts und täglich kommen ungefähr 300.000 dazu.
  • Die Website hat circa 180.000.000 unique visitors pro Monat.
  • 75% des Traffics kommen von außerhalb, also über Drittanbieter wie seesmic und tweetdeck etc.
  • 600 Millionen Suchanfragen pro Tag.
  • Täglich werden 55 Millionen tweets versandt.
  • 37% der Nutzer tweeten über ihr Handy.
  • In einem Jahr ist die Belegschaft von 25 auf 175 gewachsen.
Mehr von der CHIRP2010 hier bei der HuffPost

Julia MalzGENERATION TRASH

Es ist soweit. Wir bringen den Müll nicht mehr vor die Tür, wir holen ihn uns direkt ins Haus. Wir leben ihn, feiern ihn, kleiden uns darin ein. Eine ganze Generation huldigt dem Trash. Trash-TV, Trash-Musik, Trash-Literatur, Trash-Design, Trash-Talk, Trash-Fashion Party-Trash, Trash-Kultur.

Trash ist nicht Vintage, Used oder Second-Hand. Trash ist nicht Punk, Schlager oder Pop. Trash ist Trash.

Der Trash hat nicht nur als blaue, grüne und gelbe Tonne den Sprung in die Postmoderne geschafft. Er steht ebenfalls für ein geistloses, kulturelles Produkt, das sich in (un)gewollte, niveaulose Komik hüllt.

Sein Markenzeichen: hauptsache billig, absurd und ordinär. Und quasi über Nacht allgegenwärtig. Wir versinken im Trash.
Bei einer so extraordinären Präsenz stellt sich die Frage: Warum jetzt? Warum in dieser Intensität?
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Jörg WittkewitzBlogpiloten ist Netzpiloten

And now for something completely different

Neuer Wein in alten Schläuchen!
Wir haben uns 3,76 Gedanken gemacht, was man machen kann.
Jetzt wo Blogger von der Fachbehörde für Amtlichen Zeitungsqualitätsjournalismus (FAZ) in den Junk-Bond Status CCC abgestuft wurden, ist es offiziell. Blogger sind sowas von out. Denn in einem lustig verfassten Fanal der FAZ über einige deutsche Blogger steckte eine wahre Einsicht: Das Bloggen ist zunehmend eine Sache der reiferen Semester zwischen 30 und 50 Jahren. Zugegeben, der holprig geschriebene Text von Marcus Jauer erfüllt auf über 20.000 Zeichen nur ein einziges Vorurteil: Ihr seid lächerlich! Das hätte man kürzer haben können. Es hätte auch weniger sprachliche und grammatikalische Fehler geben können. Auch ein Fact-Checking hätte nichts verschlimmert. Aber geschenkt, der Autor ist noch ganz jung, die FAZ zu arm für eine Schlussredaktion und musste sich zügig des unbeliebten Themas unabhängige Blogger entledigen.

So bot es sich an, das Thema einfach über ein argumentum ad hominem mit sechs Durchschlägen vom Tisch zu bekommen. Aber die vom Ressortleiter vorgegebene Linie ist trotz der handwerkliche Unreife nicht von der Hand zu weisen. Das deutsche Bloggen ist ein Thema von gestern. Ich füge hinzu, dass es sich auf eine andere Weise und in anderen Ländern enorm weiterentwickelt. Es wird reifer. Aber das weiß man nur, wenn man die internationale Entwicklung des Web im Auge behält. Aber wer hat auch behauptet, die Holzmedien seien ein Hort der Heterogenität.
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