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KOLUMNEN

Jörg WittkewitzGoogle stoppt vorerst Street View

Google reagiert auf die Kritik rund um Street View. Der Werberiese hat weltweit die Rundfahrten seiner Kameraautos vorerst gestoppt. Ein Google-Sprecher Kay Oberbeck räumte gegenüber den “Stuttgarter Nachrichten” ein, man habe Fehler gemacht und wolle jetzt erstmal das Vertrauen der Nutzer zurückgewinnen. “Wir haben bereits in unserem Blog verkündet, die Street-View-Fahrten zu unterbrechen. Nicht nur in Bayern, sondern weltweit.” Offenbar ist das Aufzeichnen von Sekundenbruchteilen aus Netzwerktraffic-Frames, um die WLAN Kenndaten zu analysieren der Grund für diesen Schritt gewesen. Denn nicht nur in Deutschland hat es deswegen irritierte Reaktionen gegeben. Eines hat Google unfreiwillig erreicht: Die Sensibiltät für die geobasierten Dienste, die auf diese WLAN-Daten zugreifen sollten, ist geweckt worden. Denn andere Dienstleister haben so ein sniffing nach WLAN schon länger praktiziert. Mal sehen, was die von Google eingesetzte Prüffirma ISEC Partners nun herausfindet. Es könnte schwer werden, einfach die Frames mitzuschneiden und die nötigen WLAN-Daten zu analysieren, ohne so einen Sekundenbruchteil eines Datenstreams abzuspeichern.

Es bleibt spannend rund um das Thema Datenschutz. Neulich hat Google zum ersten Mal seinen Anteil an AdSense veröffentlicht und damit eine wichtige Forderung nach mehr Transparenz im Online-Werbemarkt erfüllt. Und Facebook will heute auf den extremen Druck reagieren und sein Modell der Datenfreigabe und des Schutzes privater Daten vereinfachen.

Jörg WittkewitzLesetipps für den 26. Mai

Erlesene Links zu einigen Perlen im Web: Blogposts, Artikel und Nachrichten, die uns wichtig erscheinen. Ergänzungen erwünscht.
  • The Economist: Changing the channel: Wer sich schon immer gewundert hat, warum die Rundfunksender sich gar nicht beim Draufhauen und Dummreden des Internet beteiligen, wird in dieser Analyse nachlesen, wieso das so ist:”Television is adapting better to technological change than any other media business, says Joel Budd”
  • Der Öffentlichkeit nicht den Boden entziehen. Anforderungen an ein neues Urheberrecht. Für eine lösungsorientierte Diskussion des Themas Urheberrecht darf man nicht beim Geld anfangen. Man muß beim zu schützenden Rechtsgut anfangen – und das ist nicht das ökonomische Interesse, das ein fiktives »geistiges Eigentum« kodifiziert und durchgesetzt sehen will. Es ist das Interesse an einer funktionierenden öffentlichen Sphäre.
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Jörg WittkewitzPeter Kruse – Was ist ein Kulturraum?

Im Nachgang zum ausführlichen Artikel von Martin Lindner Prof. Silberzunge, habe ich einige Inhalte aus den Präsentationen und Texten betrachtet, die von Kruse und seinen Mitarbeitern zugänglich sind. Zentrum der Betrachtung ist der Begriff Kulturraum, den Kruse m. W. nach im nachtstudio des ZDF zum Entzücken von Sascha Lobo einführte und der bei mir den ersten Verdacht erhärtete, dass Kruse seinen Untersuchungsgegenstand noch nicht präzise beschrieben hat. Es gibt eine Powerpoint-Schlacht auf dem whatsnext-blog (das ist ein Institut, das Kruse gründete), die auf 127 slides seine Ideen präsentieren will. Die Präsentation begründet zunächst die Methode in Bezug auf die Fragestellung, warum das Internet die Gesellschaft polarisiert. Ziemlich weit vorn stehen folgende Sätze:

Die intuitive Musterbildung Einzelner bildet die Basis; reicht aber nicht mehr aus. Das Individuum liefert nur einen Messpunkt. Die Analyseeinheit ist das Kollektiv. Erst die Analyse der unbewussten Bewertungen vieler Menschen erlaubt die Schätzung von Trends und die Vorhersage von kulturellem Wandel.

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Martin LindnerPROF. SILBERZUNGE: Peter Kruse – die deutsche Stimme des Web?

Foto von mario Sixtus (Bild von Mario Sixtus)

Church of Kruse

“Die Lawine ist nicht mehr aufzuhalten und donnert bereits zu Tal. Überzeugungsarbeit, und da bin ich sehr relaxt, ist da eigentlich nicht notwendig: Und bist du nicht willig, so brauch ich … Geduld.” Standing Ovations im riesigen Friedrichsstadtpalast. Die zum deutschen Blogger-Kongress re:publica versammelten Praktikanten, Studenten, NGO-Jobber, Software-Entwickler und Digitalen Bohemiens bejubeln den Vortrag eines Bremer Unternehmensberaters: “What’s Next – Wie die Netzwerke Wirtschaft und Gesellschaft revolutionieren”. Danach überall begeisterte Kommentare im Social Web: grandios, rockt das Haus. Netzwerk-Gospel in der Church of Kruse. Mein Lieblings-Tweet ist von Anna Log: “Wenn ich das richtig verstehe, erklärt Peter Kruse hier Buddhismus anhand des Web 2.0.” [Mehr]

Lena BrombacherParfum Men: Notte Bianca – Linari

Männer in tollen Anzügen können sehr sexy sein. Notte Bianca, was so viel heißt wie „durchfeierte Nacht“, ist der passende Duft zu diesem Outfit – ein unglaublich männliches Parfum, das nach frisch gestärkten Hemden und Zigarren riecht.
Bei einem unserer legendären kochen-und-bis-tief-in-die-Nacht-reden-und-trinken-Abende mit meiner Freundin Anja kamen wir nach zwei Flaschen Weißwein zu der Überzeugung, dass Notte Bianca nach Schnee riecht. Und tatsächlich, am Morgen nach dieser “Notte Bianca”, wiederholte ich den Test und stellte fest, dass der Duft neben der warmen Kaschmirholznote und der würzigen Tabaknote etwas klirrend Kaltes hat, wie Wäsche, die an der Winterluft getrocknet wurde.
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Jörg WittkewitzWikileaks läuft wieder im Normalmodus

Wikileaks hat nach Monaten im Standby-Modus endlich wieder volle Fahrt aufgenommen und die Seite funktioniert wieder im vollen Umfang. Es gab einige Kritik wegen des Iran-Videos, das die Erschiessung von Journalisten durch US-Streitkräfte zeigte, weil damit Spenden eingeworben werden sollten. Das Ziel wurde aber verfehlt. Eigentlich hatte man sich 600.000 US-Dollar gewünscht, um die Infrastruktur und Gehälter von Mitarbeitern zu bezahlen. Aber mit den gespendeten 245.000 Dollar machen sie jetzt trotzdem wieder weiter und werden wohl die Website weiter anpassen und modernisieren.

Jörg WittkewitzStudie: Information overload ist Einbildung

Wer die Agitation der Verlagshäuser gegen Anbieter beobachtet hat, die im Netz mit Werbung Geld verdienen, dem ist klar geworden, dass es heutzutage nicht mehr reicht, 30 Journalisten mit den Texten aus sechs Newsagenturen einzuschließen, um jeden Monat Abermillionen in die Schweiz oder auf die Caymans zu schicken. Aber ihr Schlachtruf “Information Overload”, der ertönt noch immer, wenn es darum geht, das Internet als Ganzes zu diskreditieren. In Zeiten, wo Verlage ihre Druckwerke am Flughafen wegschenken, um die Auflage für die Werbekunden künstlich zu beatmen, ist es sinnvoll, einfach mal ein paar Hundert Leute nach ihrem Eindruck zu befragen, wo sie Informationen her bekommen und welche Einstellungen sie sowohl zu den Quellen als auch zu den Informationen selbst gewinnen. Weber Shandwick, eine PR-Agentur, hat so eine Befragung durchgeführt und gleich noch ein paar mehr von den ewigen Wahrheiten zumindest statistisch widerlegen können. Da wäre zum Beispiel die Beeinflussung der Meinungen durch externe Informationsquellen, die bei den jungen Leuten deutlich geringer ist als bei den Baby Boomers. Ein Studie, die in keinem Ordner fehlen sollte!

Jörg WittkewitzHuffPost almost takes the lead

Beim businessinsider gibt es diesmal eine Besonderheit beim chart of the day, die einige Verlage in Deutschland beruhigen wird. Denn hier haben wir (noch) keine Huffington Post. Falls doch, könnte die bequeme Position der Zeitungsverlage, einfach auf das Millionenheer der Billigschreiber in diesem Lande zuzugreifen und dann noch über die geringen Einnahmen im Web zu jammern, ein jähes Ende haben.

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