Amicella

KOLUMNEN

Kolumne

Walter BeutlerDie Idee der sozialen Dreigliederung

Angesichts des totalitären Anspruchs des heutigen Wirtschaftssystems und der Perspektivenlosigkeit vieler Politiker ist es als Zeitgenossen nicht einfach, sich der Beklemmung der Gegenwart zu entziehen. Gibt es Antworten auf die drängende Frage nach einer sinnvollen, zukunftsfähigen Gestaltung des menschlichen Zusammenlebens auf lokaler wie auf globaler Ebene? Gibt es einen Ausweg aus der Vereinseitigung von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft, eine Vereinseitigung, die nach dem Empfinden vieler geradezu apokalyptische Ausmasse angenommen hat? Die Idee der sozialen Dreigliederung hat das Potential, Perspektiven aufzuzeigen, ohne der Wirklichkeit ein weiteres ideologisches System überzustülpen. Es sei hier versucht, die Idee in kurzen Worten zu charakterisieren… [Mehr]


Jörg WittkewitzLesetipps für den 2. Dezember

Erlesene Links zu einigen Perlen im Web: Blogposts, Artikel und Nachrichten, die uns wichtig erscheinen. Ergänzungen erwünscht.

  • ZENSUR & AMAZON Datenbanken: Amazon nimmt Wikileaks vom Server : Der Cloud-Hoster Amazon hat Wikileaks das Nutzen seiner Server-Cluster untersagt. Die US-Regierung will mit eigenen Web-Spezialisten weitere Veröffentlichungen verhindern.
  • GOOGLE & AMAZON Google vs. Amazon: Nach mehreren Verschiebungen steht der Starttermin von Googles eBook-Store offenbar fest: Ende Dezember soll das Projekt mit dem Namen quot;Google Editionsquot; in den USA online gehen, berichtet das Wall Street Journal. Im ersten Quartal 2011 wird es dem Bericht zufolge auch in anderen Ländern verfügbar sein.
  • LEBEN »Glück ist nicht wichtig«: Seit Jahrzehnten beobachtet ein Psychiater die Lebenswelten von 268 Menschen. Mit dieser Biografiebeobachtung hofft er eine der wichtigsten Fragen überhaupt beantworten zu können: Was lässt ein Leben gelingen?
  • WEB & TV Top Trends of 2010: Internet TV: Das steht uns bevor: TV wächst ins Web
  • HTML5 & VIDEO Wilderness Dontown: Interview with Thomas Gayno of Google’s Creative Lab: Schönes Interview über den ersten Netart-Film per HTML5

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten “vorgeblättert” START.


Parker HigginsGiga Pudding

Netzpiloten Videotipp

4chan’s /b/ board is a place of great notoriety around the web. It is unarchived, anonymous, and moves at a frenetic pace, which seems to be a perfect recipe for not only the creation of funny, popular memes (things like rickrolling and LOL cats started there) but also some of the worst, most vile and inappropriate content and interactions around. In the past day, though, things there have gone from very weird to even weirder, as the site’s creator, moot, seems to be taunting the whole community with this odd pudding commercial. It’s apparently a real commercial from Japan, and it’s oddly mesmerizing, but there’s no explanation yet for why it’s all of the sudden at the heart of one of the strangest communities on the web.

See the Giga Pudding commercial, and risk humming the theme song all day, after the click.

[Mehr]

Silke LambersAdvent in Berlin: Weihnachtsmarkt mal anders

Advent, Advent ein Lichtlein brennt. Und allmählich brennt auch die Frage nach den perfekten Geschenken für die Liebsten – und mit einbrechender, eisiger Kälte auch der Wunsch nach einem wärmenden Glühwein. Berlin kümmert sich natürlich um diese Bedürfnisse: Mit unzähligen Weihnachtsmärkten. Ob in allen Farben glitzernd, wie am Alexa, historisch-romantisch am Schloss Charlottenburg und Gendarmenmarkt oder Chanukka Markt im Jüdischen Museum Berlin. Die Auswahl an traditionellen Märkten ist endlos. Allerdings sucht nicht jedermann nach Nikolausmützen und Schnitzereien aus dem Erzgebirge, wenn er auf den Weihnachtsmarkt geht. Und manch einem sind Temperaturen in empfindlichen Minusgraden auch zu kalt zum gemütlichen Bummeln. Wer einen etwas individuelleren und wärmeren Weg sucht nach Geschenken zu stöbern, für den gibt es jetzt hier ein paar Geheimtipps für die Adventswochenenden:

[Mehr]

Jörg WittkewitzExperten-Meinung zum Oops!-Award: Tanja Gabler

Eine weitere Stimme zum Oops! Award, bei dem das WeTab (neofonie) den großen Preis der Grand Jury namens Netzpiloten-Leser gezogen hatte. Heute mit Tanja Gabler, Bloggerin und Leiterin der Online-Redaktion von Internet World Business.

1. Was ist für Sie der größte Blog-Skandal unter den Top 5 und warum?

Unangefochten auf Platz eins: Helmut Hoffer von Ankershoffen. Weil er Rezensionen auf Amazon unter falschem Namen veröffentlicht hat. Weil er als Pseudonym den Namen eines bekannten Bloggers gewählt hat, nämlich den von Peter Glaser. Weil er dazu nicht nur sein Konto, sondern auch das seiner Frau verwendet hat. Weil er überheblich genug war, um zu glauben, dass das nicht herauskommt. Weil er sein Amt als WeTab-Geschäftsführer zuerst nur “ruhen” ließ, bis er sich im Oktober auch aus der Geschäftsführung des IT-Dienstleisters neofonie zurückzog…

[Mehr]


Jörg WittkewitzWikileaks: Die Vuvuzela im Web

Ob Julian Assange eines Tages seinen Privatkrieg gegen Amerika gewinnen wird? Ob er sich auf einen Märtyrertod vorbereitet? Die Holzklasse in Form der Journaille wird jedenfalls trefflich vorgeführt in ihrem fragwürdigen Wahn, die Scharmützel eines Sarrazin oder eines Assange als güldene Substanz in der heiligen Monstranz der vierten Macht im Staate herumzureichen. Wenn Wikileaks eine gute Plattform ist, um frustrierten Mitarbeitern und gekündigten Ex-Mitarbeitern die Chance zu geben, die andere Seite eines glücklosen Macht/Gehorsam-Führungsstils vorzuführen, dann ist das eine Sache. Wenn aber ehemals erstklassige Presseorgane sich ergehen im Ausschlachten des Winterlochs mit den Depeschen der Mitarbeiter des DoS (Department of State), dann wird eines klar: Diese Inhalte hätte jeder Volontär in jedem besagten Land exakt genauso schreiben können. Er oder sie hätte es aber nie getan, sondern dieselbe Ausssage in ein wenig Fakten eingewickelt, damit sie nicht so schnell stinkt. Denn wenn man den Fisch auswickelt, dann muss er schnell zubereitet werden, sonst wird er schlecht. Die Zubereitung der Hundertschaften an Journalisten hat uns einmal mehr den Unterschied zwischen Information, Wissen und Erkenntnis transparent gemacht. Der aktuelle Journalismus hat seine Krise noch gar nicht begriffen: Peak Relevance liegt schon hinter ihm.

Und wenn sich dann ein Lobo in das öffentlich-rechtliche Fernsehen setzt und unter Zustimmung der anwesenden Talkshow-Experten zum Besten gibt, dass es quasi ein unausweichlicher Akt der neuen iFreiheit ist, möglichst viele Informationen ins Netz zu stellen, dann gnade uns Assange, wen er das nächste Mal auswählt…Gibt er dann vielleicht den ihm genehmen Zeitungen alle Forschungsmaterialen über gefakte US-Studien zu den Themen Energie, Hunger, Gesundheit und Gesellschaft?

Wir erleben gerade den Offenbarungseid der Wissensgesellschaft. Es liegt nicht an Assange oder Spiegel. Es liegt an den Lesern, die sich ihre Köpfe mit Müll zukleistern lassen und das Ganze auch noch als Entscheidungshilfe nutzen wollen für… ja, für was denn eigentlich? Achja, ich weiß Fakten, Fakten Fakten. Es gibt noch immer Leute, die glauben, dass es ein objektive Wahrheit gibt. Der Fundamentalismus dieser Objektivitätsreligion ist fast noch schlimmer als der Fundamentalismus der Christen und Muslime. Schade, dass Assange Wikileaks mißbraucht, um diesem Götzen zu huldigen. Das Tool könnte wieder ein gutes Werkzeug sein. Das war es mal, vor dem großen Feldzug des kleinen Australiers.

Aber vielleicht tut er das alles ja nur, um den Amis das Wort Datenschutz zu erklären. Das würden den Menschen entgegenarbeiten, die wikileaks für einen Akt der Freiheit halten.


Silke LambersHeldenmarkt, ein nachhaltiger Erfolg

Bio, Recycling und Fairtrade: am 13. Und 14. November wurde der Postbahnhof am Ostbahnhof in Berlin zur nachhaltigen Zone. Der zweite Heldenmarkt zog 5000 Besucher an und die Schlange vor der Tür ging zeitweise bis über die Straße. Das breite Angebot der Aussteller reichte von Bio-Lebensmitteln und veganer Kosmetik bis zu nachhaltiger Kleidung und Recycling-Möbeln. Zudem gab es Informationsstände von Dienstleistern, beispielsweise für grünen Geldanlagen, wie der GLS-Bank oder dem Baumsparvertrag.

Insgesamt 102 Aussteller aus Deutschland, Österreich und der Schweiz stellen ihre Produkte vor und klärten die Besucher über verschiedenste nachhaltige Ansätze auf. Im Rahmenprogramm gab es zahlreiche Mitmach-Aktionen für Klein und Groß sowie eine Vortragsreihe mit Berichten über Trinkwasser oder . Mein persönlicher Favorit war der Vortag über Bienenhaltung und Berlin als Bienenparadies. Einige meine Lieblingsprodukte vom Heldenmarkt möchte ich auch noch vorstellen, natürlich ist das nur eine kleine Auswahl des großen Angebotes.

[Mehr]

Peter BihrWir suchen die Internet Top 100

Gemeinsam mit der Good School suchen wir die Internet Top 100: die besten Websites, spannendsten Onlinespiele, Lieblingsblogs und YouTube-Videos. Am Sonntag werden bei der Good School aus allen Einreichungen die 100 besten Links ausgewählt und anschließend hier veröffentlicht. Schickt uns einfach jetzt eure drei besten Links: Als kleines Dankeschön verlost die Good School einige Topbücher. Hier entlang, bitte!

Parker HigginsObama to TSA: Don’t touch my junk

Netzpiloten Videotipp

Obama’s reaction to the recent outcry over TSA “gate rape” scandal hasn’t been especially colorful. Certainly not as animated as the California man who memorably threatened TSA agents with arrest if they “touched his junk.” But this is 2010, so not only can we imagine Obama having a bit more outrage, but we can make it happen, and we can make it happen musically.

See the music video of Obama’s best speech that never happened, “Don’t Touch My Junk,” after the click.

[Mehr]

Jörg WittkewitzOops! Award 2010 – the winner is…

Wer hätte das gedacht: Kitkat und WeTab haben sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen bis zur letzten Stunde geliefert. Aber das WeTab hat knapp gewonnen mit 31 zu 28 Prozent. Die Idee, ein tablet auf Linux-Basis anzubieten war ja eigentlich eine tolle Sache.

Aber wie immer im Leben zählt am Ende der Mensch, der etwas anfasst. Und so wurde mit dem Midas-Antagonisten Hoffer von Ankershoffen der Bock zum Gärtner gemacht. Er hatte schon mit seiner Firma neofonie bewiesen wie man es nicht machen soll und übertrug diese “Kompetenz” auf das Projekt WeTab und fortan wurde ein kleiner Frosch zu einer güldenen Prinzessin gestampft, die sich bei näherem Hinsehen als Prinzessinen-Bausatz entlarvte. Am Ende lag eine stinkende Kröte im Teich und japste nach einem erlösenden Kuß. Dort wird sie noch lange japsen.

Aber die Beteiligten haben etwas gelernt und wenn sich der tablet-Hype auch ins Jahr 2011 retten sollte, dann könnte man mit ubuntu, Nokia oder anderen Linux-Supportern noch etwas reißen. Herzlichen Glückwunsch, WeTab, du hattest das große Glück, nicht einen einzigen Orang-Utan vertrieben zu haben. Halt doch, einen einzigen schon. Aber der wird weich fallen und mit seiner hübschen Frau in einem Taunusörtchen solange seine Porsche spazieren fahren, bis er merkt, dass man ein Vakuum nicht aufblasen kann.

Bildnachweis: Michael Reuter