Amicella

KOLUMNEN

Kolumne

Jörg WittkewitzHin und her gebufft…

In dem facebook-Film The Social Network verlässt Mark Zuckerbergs Freundin ihn mit den folgenden Worten:

“You are probably going to be a very successful computer person. But you’re going to go through life thinking that girls don’t like you because you’re a nerd. And I want you to know, from the bottom of my heart, that won’t be true. It’ll be because you’re an asshole.”

Jeder der schon mal in einer Firma gearbeitet hat, die etwas größer ist, der hat eine Erfahrung gemacht: Viele Menschen setzen jeden Morgen eine grüne Maske auf und starten in den Tag mit dem Vorhaben, mindestens einen Schritt in Richtung Chefposition zu machen. Manche gründen eigene Firmen mit viel Herzblut und/oder dem festen Willen der intensiven Ausbeutung eigener und anderer Ressourcen, andere erklimmen die Karriereleiter langsam und mit viel Gehorsam und Geduld im Rucksack. Nicht selten erkennen sie nicht, dass eine gehörige Portion Glück nötig ist für den steilen Weg zum Arschloch. Es gibt auch welche, die dieselben Ziele erreichen, ohne so zu werden. Präziser müsste man sagen, sie waren nie so und wurden es auch nicht durch den Ehrgeiz. Das mag mehrere Gründe haben. Die Startbedingungen sind oft sehr unterschiedlich. Der Hass und der Neid auf andere ist bei den Menschen verschieden ausgeprägt. Aber am wichtigsten ist die prognostische Fähigkeit und der Glaube an sich selbst.

Mancher erinnert sich an den Springer-Chef Döpfner, der sich vor Steve Jobs verbeugte, weil er glauben wollte, dass das iPad den Verlagen die schwere Arbeit abnehmen würde, im Web lukrative Geschäftsmodelle zu entwickeln. Aber das klappte nicht. Bezahlte Apps werden immer unbeliebter laut aktueller Studie von Tomorrow Focus. Einzig facebook ist in in großem Maße der Lage, Google ein wenig vom Werbekuchen abzuluchsen, auch wenn der Preis hoch ist. Übersee haben sowieso einige ihre Hausaufgaben besser gemacht und verdienen gutes Geld im Web. Mit Blick auf Spiegel Online und bild.de erkennen die Verlage hierzulande, dass es wie immer um Reichweite gehen muss (was bei General Interest schon immrr so war). Den Rest will man mit Apps bei Apple verdienen. Nur verdient einzig Apple in der Apple-Welt. Die Verlage könnten also merken, dass es nicht so schlau ist, jede einzelne Website als App zu verkaufen; es sei denn man hätte einen großen Brand, gutes Design, preisgekrönte User Interfaces und findige Marketingleute. Es dämmert die Idee, dass die “doofen Open Source Freaks” mit dem Begriff “closed world” irgendwie den Nerv getroffen hatten. Konsequenzen hat diese Vorstufe einer Erkenntnis nicht… [Mehr]


Jörg WittkewitzLesetipps für den 17. Januar

Erlesene Links zu einigen Perlen im Web: Blogposts, Artikel und Nachrichten, die uns wichtig erscheinen. Ergänzungen erwünscht.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten “vorgeblättert” START.


Parker HigginsPalin’s Breath

Netzpiloten Videotipp

When Sarah Palin addressed the United States from Vimeo last Wednesday, she expected that every word she used would be analyzed. (Why she chose certain ones — especially the ones that have been questioned since — remains a mystery.) She probably didn’t expect that somebody would focus on just her breaths. In what has to be one of the most bizarre video “supercuts” released, every breath Palin takes during the speech is isolated.

Check out the video after the click.

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Jörg WittkewitzMiriam Meckel: “Das Netz ist auch die Welt”. Aha.

Miriam Meckel gehört zu meinen Lieblingsexperten, wenn es um “das Web” geht. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, all den Leuten, die seit Jahren Google, E-Mail und Excel nutzen, die ganz neue Welt von twitter, blogs, wikis und sozialen Netzwerken zu erklären. Aktuell im Focus als Auftakt für die DLD. Ersteres ist nicht SMS an und für viele, Blogs sind nicht digitale Tagebücher und Wikis sind nicht gemeinsame Seminarhefte und soziale Netzwerke sind nicht offene Poesialben mit Adressliste. Nein. Es sind Teile der Welt. Das ist seltsam, da sie doch alle von Menschen erschaffen wurden. Und da der Mensch den Begriff Welt erschuf, wird immer alles, was er sagen wird, Teil der Welt sein. Bei Frau Meckel ist das einen ganzen Artikel wert. Was ist neu an dem Gemeinplatz, dass die Werkzeuge der Menschen teil der Welt sein sollen? Neu wäre es, wenn das Netz Teil der Heringwelt wäre oder Teil der Welt der Polarfüchse.

Ich habe den Eindruck, dass eines Tages so viele Loblieder auf das gemeinsame Lesen und Schreiben im Web gesungen werden, dass keiner mehr Lust hat, es wirklich zu nutzen. Aber der Reihe nach: Die Frau ging zu David Weinberger an das Berkman Center an der Harvard Uni, um dort über das Web zu forschen. Sie kommt wieder mit einem Text über crowdsourcing und Journalismus. Das erinnert mich an die Tage, als noch über die HuffPost oder spot.us diskustiert wurde – das war 2009. Worum geht es Ihr?

Journalistische Medien sind per se sozial, weil sie zur Verständigung der Menschen in einer Gesellschaft beitragen, indem sie etwas leisten, was auch in einer vernetzten und globalisierten Gesellschaft unerlässlich ist: die sachliche, zeitliche und soziale Synchronisation.

Dieser Satz ist falsch, wenn man damit Massenmedien einschließt, denn der Begriff “Sozial” beschreibt eine wechselseitige Beziehung. Das ist weder bei TV noch im Radio und schon gar nicht bei Zeitungen der Fall. Sehr oft wird der Begriff auch mit zugewandt oder fürsorglich assoziiert, auch das kann man keinem Medium unterstellen, das journalistisch aufbereitet wird. Außerdem werden nur die Informationen verteilt (synchronisiert), die bestimmten Kreisen sinnvoll erscheinen. Wer in einer Redaktion gesessen hat, weiß, dass bestimmte Infos über die Golffreunde des Verlegers nie in den Lokalteil kommen werden. Aber es kommt noch deutlich flacher:

Zum anderen ist „Social Media“ ein Übergangsbegriff. Er wird sterben, weil er zum Normalfall wird. Es gibt bald keine sozialen und nicht sozialen Medien im Netz. Es gibt nur noch das Netz.

Dazu gibt es Folgendes zu anzumerken: [Mehr]


Jörg WittkewitzDigitale Wirkungslosigkeit?

Nico Lumma ist Director Social Media bei der Werbeagentur Scholz & Friends. Er hatte damals die Sache mit vodafone geplant (die Social Media Pressekonferenz und die Werbewelle mit Sascha L. im Bus) bei der die eine oder andere Bloggerin vor die Hunde ging. Nun ist offenbar Gras über die Sache gewachsen und er versucht seine Erfolge mit beratungsresistenten Kunden zu erklären. In seinem Artikel Auch in 2011: Digitale Hilflosigkeit erklärt er uns, dass das Web eine disruptive Entwicklung in der zivilisierten Welt ausgelöst hat und das kein Stein mehr auf dem anderen bleibe. Er repetiert öfter das Wort neu.
Wer dabei an den OPEL-Begriff frisches Denken erinnert wird, liegt gar nicht so falsch. Alles muss neu, alles muss anders. Er erkennt, dass operative Hektik nur Symbolpolitik ist. In vielen Firmen werden Webprojekte mit voller Absicht mit lächerlicher konzeptionelle und finanzieller Ausstattung an die Wand gefahren, damit die alten Gleise nicht durch neue Züge und andere Schaffner verdrängt werden. Wer mal einen Verlag in Sachen Web beraten hat, weiß, was ich meine. Dort wird vornehmlich das Geld mit Anzeigen im Print verdient und auf Google geschimpft. Eigenen Projekte sind bestenfalls metoo-Geschäftsmodelle oder Feigenblätter nach dem Motto “Papier hinter Glas”.

Aber das ist ja alles seit mindestens 3 Jahren ein alter Hut. Und dass nur Apple am iPhone- und iPad-Boom verdient, ist jetzt sogar dem heiligen Döpfner klar geworden. Spitzenmanager brauchen eben auch spitzenlange um Spitzenideen zu verstehen. Und durch Lummas rant wird klar, warum auch Agenturen wie Scholz & Friends im Web einige Millionen Euro ihrer Kunden in den Sand setzen… [Mehr]


Parker HigginsThe Frontier is Everywhere

Netzpiloten Videotipp

Web culture skeptics like to play down the quality of online comment as just the work of amateurs. But sometimes amateurs are able to do a job that the professionals don’t think they need to do. NASA was once the most exciting organization around, but in the past few years (decades!) they’ve let some of the shine wear off. One space enthusiast has had enough of NASA’s lack of promotional gloss, and has taken it upon himself to develop the brilliant first spot in a new campaign for the group.

Check out his video, “The Frontier is Everywhere,” after the click.

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Jörg WittkewitzSoziale Netzwerke 2010 in Zahlen

Soziale Netzwerke gelten bei einigen “Experten” ja als Social Media. Beim Wort Medien horcht man dann auf und betrachtet Reichweite und TKP. Ergo sind aktuelle Zahlen genau das was der große Manitu namens Controller vorgesetzt bekommt. Was ist schon target marketing, wenn man Millionen aufweisen kann. Compass Heading hat aktuelle Zahlen vorgelegt und Xing ist der ganz große Verlierer mit 25%. LinkedIn kann allerdings nix aufholen und bleibt abgeschlagen im B2B-Netzwerkumfeld. Die vielen Neuerungen bei Xing haben aber genauso wenig Erfolg gebracht wie das tiefe Murmeln bei LinkedIn.

Mit 23 Millionen unique visitors liegt facebook im Dezember vorn, sehr knapp dahinter kommt wer-kennt-wen.de mit 5 Millionen und stayfriends mit fast 4 Millionen. Wenn das so weitergeht, dann kann facebook bald sogar Geld verdienen und muss nicht über den IPO. Aber wann dort ein breakeven in Sicht ist, ist ja egal, weil demnächst alle an der Börse wetten, dass es facebook 2014 nicht so ergeht wie Xing jetzt. Welchen Anlaß sie für diese Wette haben, kann ich nicht ausmachen.

Insgesamt erkennt Compass eine Stagnation des Marktes bei rund 53 Millionen Nutzern. twitter gilt noch immer als soziales Netzwerk. Ähem. Holtzbrinck hat ja gerade angekündigt mehr als 150 Millionen in deutschen bzw. europäischen Startups zu investieren. Es bleibt zu hoffen, dass sie etwas schlauer vorgehen als beim metoo-Netzwerk aus der VZ-Reihe. Denn dort verliert man gern mal fast das Doppelte des Xing-Verlustes an Nutzern. Und anders als die Hoffnungen auf den großen Werbekuchen, die facebook noch zwei bis drei Jahre beatmen, ist bei der VZ-Reihe die Luft raus. Mehr dazu hier bei media-treff.de.


Parker HigginsNew York City timelapse

Netzpiloten Videotipp

Timelapse photography of cityscapes usually makes up the “b roll” footage between more traditional action shots in films. It can establish a place, or the passage of time, but isn’t usually considered the main attraction. This footage, made up of various shots of New York, threatens to upend that stereotype—it’s so majestic and impressive, it’s more than enough to keep your attention.

Check out the video after the click.

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