Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 31. Oktober

In unseren Lesetipps geht gleich zweimal um Überwachung, Meinung im Journalismus und wie Facebook diesen verändert, sowie Macht durch Digitalisierung. Ergänzungen erwünscht.

  • ÜBERWACHUNG NDR: Sascha Lobo und die Überwachung im Netz: Am Mittwochabend hat Sascha Lobo in Hannover über das Netz und die digitale Kluft gesprochen. Zentrale Punkte der Rede waren die Überwachung im Internet und der Umgang mit Daten, auch im Anschluss ging es in der vom stellvetretenden c't-Chefredakteur Jürgen Kuri moderierten Diskussion um die Überwachung. Der NDR hat die Rede und Debatte aufgezeichnet und veröffentlicht. Die über zwei Stunden lange Aufzeichnung lohnt sich anzuschauen, wenn sicher auch nicht heute Morgen, aber vielleicht am Wochenende, wenn nichts im Fernsehen, z.B. im NDR, läuft.

  • FACEBOOK Social Media Watchblog: Eine neue Ära von Journalismus auf Facebook?: "Facebook ist wie ein riesiger Hund. Du weißt nie genau, ob er einfach nur spielen oder Dich fressen will – am Ende leckt er Dich womöglich tot." So beschreibt David Carr in der New York Times in einem viel beachteten Artikel die Beziehung von Journalismus und Facebook und wird von Martin Giesler in einem lesenswerten Beitrag auf dem SocialMediaWatch-Blog zitiert, wo Giesler die Meldung kommentiert, dass Facebook bald selbst journalistische Inhalte anbieten könnte.

  • DIGITALISIERUNG The Huffington Post: Wem nützen digitale Technologien und Geschäftsmodelle?: In einem leider wenig beachteten Blogpost auf der deutschen Huffington Post (13 Shares, really?) hat Ayad Al-Ani vom "Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft" geschrieben, dass es an der Zeit ist, bei der Bewertung der Digitalisierung, nicht nur auf technologische Aspekte zu achten, sondern auch die politischen und ökonomischen Dimensionen genauer zu untersuchen. Seiner Meinung nach haben sich nämlich nicht immer die effizientesten Technologien und Organisationsformen durchgesetzt, "sondern jene, die den politischen Machtverhältnissen am besten entsprachen (Might makes right!)".

  • JOURNALISMUS The Conversation: Journalists need a point of view if they want to stay relevant: Zum US-Start des akademischen Journalismus-Blogs "The Conversation" hat sich Jay Rosen Gedanken über die Haltung von Journalisten gemacht und ist zu dem Fazit gekommen, dass es in unserer komplexen Welt heutzutage nicht mehr ausreicht, nur die Gewinner und Verlierer einer Geschichte zu benennen, Strategien und Taktiken von beiden Seiten offenzulegen und dann sein Kürzel unter einen Artikel zu setzen. Journalisten müssen lernen einen Standpunkt einzunehmen und ihn zu begründen. Meiner Meinung nicht nur in den USA, auch hierzulande würde das unserer Gesellschaft gut tun.

  • MAUT Heise Online: Mehr Überwachung statt Mehreinnahmen?: Auf Heise.de hat Technology Review-Redakteur Gregor Hensel den aktuellen Maut-Vorschlag von Verkehrsminister Alexander Dobrindt kommentiert und sich neben dem Aspekt, dass die Verwaltungskosten des Projekts wohl gerade einmal durch die Einnahme gedeckt sind, es also finanziell gar nichts bringt, auf den Punkt der Datenerhebung konzentriert: "Surveillance by Design", denn die (wieder einmal) massenhafte Erhebung von Daten zur Erhebung der Maut-Daten kann nach den Snowden-Leaks nicht mehr als sicher angesehen werden, egal wie sehr die Politik das beteuert.

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Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 30. Oktober

In unseren Lesetipps geht es um Nachrichten via App, Apple und Journalismus, Twitter, das Projekt Blogwalk und die Video-Strategie der New York Times. Ergänzungen erwünscht.

  • NEWS-APPS ReadWrite: Flipboard, Circa, And Yahoo Deliver The News: Wie bekommt Ihr eigentlich eure morgenlichen Nachrichten, die über die Themen unserer Lesetipps hinausgehen? Viele nutzen sicher Flipboard, manche auch die tolle News-App von Yahoo, einige das bald auch in Deutschland startende Circa. Owen Thomas gibt auf ReadWrite einen Überblick über die drei News-Apps. Für News-Junkies eine interessante Lektüre über die bekannten Apps.

  • APPLE Krautreporter: Der Apfel fällt nicht weit vom Bann: Auf Krautreporter schreibt Richard Gutjahr über das unegsunde Verhältnis zwischen Apple und den Medien, unter dem auch Gutjahr schon leiden musste (hier ein Interview mit Richard Gutjahr über Apple), bis jetzt aber mitmachte. Damit ist wohl vorbei, denn Gutjahr reicht es wohl, wie der Konzern mit dem oft als "Fanboy" abgetanen Journalisten umgegangen ist. Andere Kollegen machen weiter, weshalb eigentlich jeder Artikel, der von einer räumlichen Nähe oder privilegierten Zugang zum Unternehmen zeugt, unter Verdacht auf Selbstzensur steht.

  • TWITTER Gigaom: If you don’t like algorithmic filters, you’re probably not going to like the future of Twitter: Schon seit Jahren lässt sich bei Twitter beobachten, dass beliebte Sachen abgeschafft werden, während unbeliebte Features eingeführt werden. Die darunter leidenden Nutzerzahlen sind für Marin Weigert ein Indikator für das Scheitern dieser Strategie, denn Fabric kommt vielleicht zu spät. Sooder so, wird Twitter diesen Weg wohl weitergehen und zu unserem vermeintlichen Nutzen die Plattform gestalten, wie Matthew Ingram auf Gigaom erklärt. Algorithmen übernehmen die Kontrolle über "unser" Twitter, ob wir es mögen oder nicht.

  • BLOGWALK torial Blog: Bloggen unterm Konzerndach: Im Torial-Blog schreibt der ehemalige Netzpilot Stefan Mey über einen vermeintlichen "Coup" des Medienkonzern Bertelsmann, der 30 Modebloggerinnen für das RTL-Projekt "Blogwalk" gewonnen hat. Die Autorinnen schreibe, drehen und besprechen ausschließlich für den Konzern die neuesten Modetrends, der beteiligt die Frauen an den Werbe- und Transaktionserlösen der Plattform. Für RTL ein interessantes Geschäft, für die Bloggerinnen ein möglicher Weg der Professionalisierung, der sich meiner Meinung nach, erst noch beweisen muss.

  • NEW YORK TIMES Digiday: Inside The New York Times’ video strategy: Die New York Times geht im Medienwandel nicht immer voran, aber kein Medium macht sich so viele Gedanken über die Digitalisierung des Journalismus und wird so sehr von der eigenen Branche beobachtet, wie die berühmte New Yorker Zeitung. Neueste Veränderungen auf den Seiten der New York Time sind die Video-Player, die jetzt mehr Platz auf der Seite bekommen. Scheinbar setzen die Verantwortlichen vor allem auf Videos, denn im September wurde ein Drittel mehr Videos veröffentlicht. Viele darin gezeigten Themen wurden erst später auch zu Printartikeln, manche gar nicht. Und der Erfolg der Video First-Strategie führt auch hier zum nächsten Schritt: schon jetzt wird über eine Video-Paywall nachgedacht.

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Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 29. Oktober

In unseren Lesetipps geht es um Günther Oettinger, Gmail und Inbox, ein zensiertes Magazin von Verizon, Tsu und Ello, sowie das neue Video von OK Go. Ergänzungen erwünscht.

  • GÜNTHER OETTINGER Zeit Online: Günther Oettinger hat das Thema doppelt verfehlt: Im Handelsblatt hat EU-Digitalkommissar Günther Oettinger ein viel beachtetes Interview gegeben, dass zwar im Vergleich zu seinem Hearing im Europaparlament keine wirklichen Neuigkeiten besaß, aber wieder einmal durch eine unglaubliche Naivität bei den digitalen Herausforderungen "glänzte". Auf Zeit Online hat sich Leonard Dobusch mit den Aussagen des Interviews auseinandergesetzt, der nicht sehr überzeugt ist, dass Oettinger auch nur einen Bruchteil seiner Vorhaben schaffen wird.

  • GOOGLE Computerworld: Why Google wants to replace Gmail: Seit gestern nutze ich die von Google selber entwickelte Gmail-Alternative "Inbox", die viele tolle Features von anderen Maildiensten kopiert hat. Mein erster Eindruck ist positiv, aber vielleicht müssen wir sowieso uns daran gewöhnen, denn es kann sein, so Mike Elgan auf Computerworld.com, dass Google mit Inbox seinen eigenen Mailing-Dienst langsam beerdigt. Es liegt wohl im Interesse des Unternehmens einen von Nutzern kontrollierten Dienst ebenfalls in die Kontrolle seiner Algorithmen zu begeben.

  • VERIZON The Daily Dot: Verizon is launching a tech news site that bans stories on U.S. spying: Verizon startet eine neues Geschäftsmodell und Patrick Howell O'Neill fragt noch im ersten Satz, was an diesem Vorhaben überhaupt schief gehen kann und das nicht ohne Grund. Der US-amerikanische Telekommunikationsanbieter startet eine Tech- und Lifestyle-Seite namens “Sugerstring” hoch und macht, auch wenn es sich um eine Form von Corporate Publishing handelt, den größten Fehler überhaupt: Zensur von bestimmten Themen. Den Redakteuren ist es verboten, über Themen wie die von Edward Snowden geleakte Überwachung zu berichten oder die Debatte um Netzneutralität.

  • SOCIAL MEDIA Medium: Wenn Tsu und Ello sich um Nutzer streiten: In einem Blogpost auf Medium untersucht Klaus Eck die neuen sozialen Netzwerken Ello und Tsu hinsichtlich das Thema Anzeigen. Der größte Unterschied ist, während Ello persönlich und menschlich sein will, zählt auf Tsu allein das Geld. Es ist spannend zu beobachten, wie sich die beiden sozialen Netzwerke entwickeln, Klaus Ecks Beobachtungen sind dabei ein lesenswertes Kommentar dieser Entwicklung.

  • REDEFREIHEIT Vox: The latest OK Go video is amazing. Would it have been legal in the United States?: Ein sehr kurzer Text von Timothy B. Lee auf Vox.com, dafür mit dem neuesten Video von OK Go, über das neueste Video der Band, denn das wieder einmal mit einer beeindruckenden Choreografie versehene Musikvideo wurde nur mit Drohnen gedreht und zwar in Japan. Dies hat etwas mit der Gesetzgebung bezüglich Drohnen in den USA zu tun. Und damit erinnert das sehenswerte Video daran, dass es bei der gesetzlichen Regulierung von Drohnen auch um eine Einschränkung der freien Meinungsäußerung geht, die gut begründet sein muss.

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Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 28. Oktober

In unseren Lesetipps geht es um Coworking, wie unsere Bildung sein müsste, Uber, ein Denkmal für die Wikipedia und Smart Guns bei der Polizei. Ergänzungen erwünscht.

  • COWORKING Deskmag: Neue Fraunhofer-Studie zur "Faszination Coworking": Dass die meisten Coworking Spaces einfach irgendwie „cool“ sind, wissen inzwischen wohl die meisten, die je damit in Berührung gekommen sind. Doch – was genau ist es, was diese Faszination des Coworking ausmacht? Worauf sollten Coworking Spaces achten, um eine solche Anziehungskraft zu entfalten? Wie reagieren herkömmliche Unternehmen auf die Sogwirkung, die Coworking offenbar auslöst? Ist eine Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Coworking Spaces denkbar? Diese und eine Reihe weiterer Fragen wurden vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation untersucht und in einer aktuellen Studie veröffentlicht.

  • BILDUNG Ramen.io: Technology and the Humanities: Die Digitalisierung wirkt sich auch auf verschiedenste Art und Weise auf die Bildung aus. Doch die Antworten der Politik geraten gedanklich oft zu kurz: Ein Laptop für jedes Kind, Informatik als Pflichtfach, mehr Medienkompetenz in der Schule (zumindest für die Schüler, aber zu selten für die Lehrer). Auf Ramen.io kommentiert Blossom-Geschäftsführer Thomas Schranz diese vermeintlichen Lösungen und bietet auch interessante Alternativen an.

  • UBER Slate.com: Uber says its drivers make great money, but its math just doesn’t add up: Auf Slate.com setzt sich die Wirtschaftsjournalistin Alison Griswold mit der Mathematik hinter und vor allem in Uber auseinander. Kernfrage ist, wie viel eigentlich die Fahrer verdienen, denn Ubers Angaben scheinen doch mit über 90.000 US-Dollar im Jahr etwas hoch. Was an den Aussagen der mit 17 Milliarden US-Dollar bewerteten Firma dran ist, kann im sehr gut recherchierten und aufgebreiteten Artikel nachgelesen werden.

  • WIKIPEDIA CNET: A Wikipedia monument? It's true (we're pretty sure): In der polnischen Stadt Słubice, direkt gegenüber von Frankfurt/Oder, steht nun das erste Denkmal für die Wikipedia, mit der die Initiatoren ein Zeichen für die Bedeutung von freiem Wissen setzen wollen. Eingeweiht wurde es bereits letzte Woche Mittwoch, weshalb ich mich gerade frage, wieso ich erst sechs Tage später auf der Website eines US-Mediums davon lese. Neben dem Ausflugstipp an unsere Leserschaft aus Berlin und Brandenburg, kann die Meldung auch als Warnung gesehen werden, seine Filter mal neu zu justieren.

  • ÜBERWACHUNG Golem.de: US-Polizei testet Onlineüberwachung von Dienstwaffen: Auf Golem.de schreibt Nico Ernst über einen Test in zwei US-amerikanischen Polizeidienststellen: die Dienstwaffen von Polizisten werden um ein kleines Griffstück ergänzt, dass durch Sensoren u.a. das Ziehen und Abfeuern der Pistole in Echtzeit erfassen und an die Behörde funken. Was eine rechtliche Entlastung der Polizei bringen soll, stellt aber ebenso eine Form der Onlineüberwachung von für die Polizei arbeitenden Individuen dar. Es ist zum Glück unwahrscheinlich, dass es etwas ähnliches in Europa geben wird.

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Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 27. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um emanzipierende Selfies, Netflix-Konkurrent Qello, #theconf-Highlights, Bitcoin und die Schulden-Strategie von Amazon. Ergänzungen erwünscht.

  • SELFIE Zeit Online: Das nackte Selbst: Ich möchte diesem Gastbeitrag von Edition F-Chefredakteurin Teresa Bücker auf Zeit Online nicht mit zu vielen Worten anteasern, er sollte einfach gelesen werden. Sie setzt sich mit dem Selfie als einen Akt der Emanzipation auseinander. Das soll hier kein Lesebefehl sein, sondern ein gut gemeinter Ratschlag, diesen Artikel nicht zu verpassen.

  • QELLO PandoDaily: Qello is quietly building a “Netflix for music films” — and maybe building the future of digital video: In einem lesenswerten Beitrag auf PandoDialy wirft David Holmes einen Blick in die Nische neben Netflix und stellt den Streaming-Dienst Qello vor, der für 4,99 US-Dollar im Monat Konzertfilme und Musik-Dokumentationen anbietet. Was Qello zeigt, findet sich nur zum Bruchteil auch auf Netflix oder Hulu wieder und schon gar nicht im Fernsehen, was den Dienst so wertvoll für Musikinteressierte macht.

  • THE CONFERENCE Ole Reißmanns Blog: Was ich auf #theconf in Malmö gelernt habe: Auf seinem Blog listet der SPON-Redakteur Ole Reissmann in einem Rückblick seine persönlichen Highlights der "The Conference" statt, die im August in Malmö stattfand. Diese skandinavische Version der re:publica hat rund tausend "Kreative und Irgendwas-mit-Internet-Menschen", wie Reissmann es formuliert, zusammengebracht, um über die digitale Zukunft zu reden.

  • BITCOIN Welt.de: Bitcoin erlebt sein Comeback: Laut Welt-Finanzredakteur Daniel Eckert "kaum bemerkt" (–> hier geht es zu unseren Newslettern, um mehr zu bemerken), macht Bitcoin weltweit Fortschritte als Zahlungsmittel. Trotz des etwas holprigen Einstiegs und der seltsamen Überschrift gibt Eckert einen lesenswerten Einblick in die Digitalwährung, benennt spannende Beispiele für die wachsende Relevanz von Bitcoin und zeigt auf, wo das wahre Potenzial des Netzgeldes liegt. Anfang Februar haben wir zusammen mit Politik Digital im 11. Berliner Hinterhofgespräch das Thema Bitcoin diskutiert – die Hangout-Debatte findet sich hier zum nachschauen.

  • AMAZON Quartz: Why Amazon has no profit—and why it works: Als Amazon letzte Woche seine aktuellen Zahlen bekannt gegeben hat, gab es vor allem in meinen diversen Timelines viel Hohn und Spott, denn vom traditionellen Wirtschaftsdenken her, kann es einem Unternehmen nicht gut gehen, dass keinen Gewinn macht und noch mehr Schulden anhäuft. Benedict Evans erklärt auf Quartz, was Amazon eigentlich macht und wieso es erfolgversprechend sein kann, denn das Unternehmen bastelt an der Zukunft des E-Commerce. Die Frage ist, wie lange die Aktionäre auf Jeff Bezos warten.

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Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 24. Oktober

In unseren Lesetipps geht es um die Apps der Zukunft, framende Links im Urheberrecht, Journalismus, USA vs. China und das wirkungslose Leistungsschutzrecht. Ergänzungen erwünscht.

  • APPS Inside Intercom: The End Of Apps As We Know Them: Die Apps der Zukunft werden vor allem als System funktionieren und nicht als das Ziel eines Nutzers. Karten werden dabei das vorwiegend genutzte Format sein, mit einem Design das weitaus weitergehen wird als heutzutage Responsive Design. Benachrichtigungen und die Integration interagierender Dienste wird dabei selbstverständlich sein und Apps über verschiedene Betriebssysteme gleich gut funktionieren. Irgendwie scheint die Zukunft richtig schick und praktisch zu werden.

  • URHEBERRECHT Golem.de: Framende Links sind keine Urheberrechtsverletzung: Auf Golem.de schreibt Achim Sawall über die jüngste Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, der entschieden hat, dass framende Links, wie etwa auf ein Youtube-Video bei Facebook, keine Urheberechtsverletzung darstellen. Dem Argument der vor Gericht tätigen Kanzlei Knies & Albrecht, die an dem Beschluss beteiligt war, wurde mit dem Urteil gefolgt. Sie argumentierte, dass es sich nicht um eine öffentliche Wiedergabe im Sinne der Richtlinie zur Informationsgesellschaft handelt, solange sich die Wiedergabe nicht an ein neues Publikum wende und keine andere Wiedergabetechnik einsetze.

  • JOURNALISMUS Digiday: What journalists learn when they become entrepreneurs: Vor drei Jahren stellte eine Studie der Columbia Journalismus-Schule fest, dass Journalisten sich nicht um ihre eigene Branche kümmern. Lucia Moses hat sich für Digiday mit drei Journalisten unterhalten, die eigene Startups gegründet haben, um Journalismus betreiben zu können. Jessica Lessin von The Information, Ryan Singel von Contextly und Nicholas White von The Daily Dot berichten über ihre Erfahrungen.

  • CHINA PandoDaily: We asked Yahoo cofounder Jerry Yang: How much will China’s tech companies shape the new global economy?: Es könnte natürlich sein, dass die chinesische Regierung ihre eigenen Internetunternehmen aus Angst vor dem kapitalistischen Kontrollverlust über sie noch selber bremst, aber wenn nicht, könnte der chinesische Markt auch der entscheidende für die digitale Wirtschaft werden. Davon geht Yahoo-Mitgründer Jerry Yang aus, wie er beim PandoMonthly erklärte. Die USA, die ähnlich wie China noch einen für Nachfrage sorgenden Binnenmarkt besitzt, könnte vielleicht ein starker Konkurrent bleiben, aber von Europa, nicht ohne Grund, hat an dem Abend niemand gesprochen.

  • LEISTUNGSSCHUTZRECHT Golem.de: Streit zwischen Verlagen und Google geht weiter: Das Leistungsschutzrecht für Presseverlage hat eine lange Reise hinter sich, die wohl noch etwas weitergehen wird. Erst war es eine Schnapsidee der Presseverlage, dann der Beleg für undemokratischen Einfluss von Lobbyismus, nach Beschluss eine Gefahr für die Pressefreiheit, in Kraft getreten nur noch wirkungslos und jetzt wird es langsam aber sicher lächerlich. Google blieb stur, fast alle Presseverlage knickten ein und der das Gesetz erfundene Verlag Axel Springer lässt einige seiner Medien auf das Leistungsschutzrecht bestehen, weshalb sie nur noch verkürzt in den Suchergebnissen dargestellt werden, andere Medien werden aber wie bisher angezeigt werden. Wie kann man eigentlich als Gesellschaft solchen Unternehmen etwas so wichtiges wie Journalismus antun?

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Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 23. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um Interaktion auf YouTube, den IT-Gipfel, Crowdfunding, Sprache im Digitalen und die Pressefreiheit im Bundestag. Ergänzungen erwünscht.

  • YOUTUBE Broadmark: Wo die Interaktionshölle YouTube Deutschland hinführt: Auf Broadmark.de schreibt der Blogger Jan Karres über die Folgen der Fokussierung von YouTube auf Interaktion. Diese ist für die YouTuber wichtig, denn sie wirkt sich auf das Ranking von YouTube als Suchmaschine aus und hat so Auswirkungen auf die Reichweite. Doch die Kommentare können immer mehr zum Problem für die YouTube werden, denn auf Quantität statt Qualität zu setzen, erfordert ein umfassendes Community Management. Karres erklärt in dem Beitrag, wie er das händelt.

  • IT-GIPFEL Heise Online: Ein Gipfel von Gestern: Auf Heise.de findet sich die wohl zur Zeit realistischste Einschätzung des IT-Gipfels der Bundesregierung: "Doch der IT-Gipfel ist kein Ort für Diskussionen oder gar Entscheidungen, sondern eine Verkündungsveranstaltung. Wie ein viel zu lang geratenes Pressestatement, bei dem die wichtigsten Akteure keine Fragen und Infragestellungen zulassen, wird dort die Weisheit verkündet – oder zumindest das, was die hohen Damen und Herren dafür halten." Was die Bundesregierung und Wirtschaft bei ihrem "IT-Gipfel" am Dienstag in Hamburg geboten haben, war alles andere als eine Spitzenvorstellung, meint Falk Steiner.

  • CROWDFUNDING Zeit Online: Die Crowd, die nicht misstraut: Manches scheint zu schön, um wahr zu sein. Diese Weisheit setzt sich in letzter Zeit verstärkt auf Crowdfunding-Plattformen durch, denn unter dem Begriff Scampaign gibt es immer mehr Geld einsammelnde Projekte, die nicht im Ansatz halten, was sie versprechen. Auf Sueddeutsche.de erklärt Eike Kühl die logische Konsequenz von erfolgreichen Crowdfunding-Kampagnen, die es geschafft haben, viel Geld einzusammeln: Betrugsversuche und Hochstapler. Kein neues Phänomen des Internets, denn Investitionsgelder ergaunernde, vermeintliche Erfinder gab es auch schon immer. Jetzt eben auch im Internet.

  • SPRACHE Vocer: “Facebook und all der Scheißdreck”: In einem Gastbeitrag auf Vocer wirft "Next Level Publishing"-Gründer Jan Klage einen Blick auf die Digitalisierung unserer Sprache. Im zweiten Teil der Vocer-Artikelserie geht es darum, was “Facebook und all der Scheißdreck” (Günter Grass) mit unserem Wortschatz anstellen. Soviel sei schon hier verraten, sie wächst um neue Begriffe aus neuen Bereichen, ein natürlicher Prozess, den "Verarmungspessimisten" gerne übersehen.

  • PRESSEFREIHEIT Telemedicus: Zur rechtlichen Zulässigkeit satirischer Berichterstattung aus dem Bundestag: Noch ist das Problem mit der Akkreditierung von durch die Verwaltung des Bundestags nicht genehmer Presse nicht gelöst (Was sich diesen Herbst aber noch ändern wird. Stay tuned!), weshalb es nach Bloggern wie mich im Frühjahr nun die ZDF-Sendung "Heute Show" getroffen hat. Jonas Kahl kommentiert auf Telemedicus erneut das Vorgehen der Bundestagsverwaltung und zeigt auf, wie gefährlich eindimensional für ein Organ unserer Demokratie, im dem dem Volk gewidmeten Haus ein Grundrecht wie die Pressefreiheit ausgelegt wird.

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Lukas Menzel5 Lesetipps für den 22. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um das Jubiläum von Spiegel Online, die Frage, ob Kinder programmieren lernen müssen, Merkels Rede auf dem IT-Gipfel, das Startup Magic Leap und eine Studie zur Social Media-Nutzung. Ergänzungen erwünscht.

  • JUBILÄUM SPIEGEL ONLINE: Geschichte und Entwicklung des Online-Journalismus: Vor 20 Jahren, im Jahr 1994, begann der Spiegel-Verlag, als eine der ersten Medien mit Spiegel Online auch eine Online-Präsenz aufzubauen. Nun feiert das Nachrichtenportal zwanzigjähriges Jubiläum, wozu die Redaktion einen multimedialen Rückblick auf die letzten zwei Jahrzehnte erstellt hat. In diesem wird gezeigt, was zum einen bei Spiegel-Online passiert ist und zum anderen, was in der Welt geschah. Durch den übersichtlichen Aufbau und die zahlreichen multimedialen Elemente auf jeden Fall empfehlenswert, sich den Rückblick einmal genauer anzuschauen.

  • PROGRAMMIEREN Heise Online: Kommentar: Müssen Kinder das Programmieren lernen?: Auf Heise Online äußert sich der Philosoph und IT-Unternehmer Jörg Friedrich zu der strittigen Frage, ob Kinder in der Schule das Programmieren lernen sollen. Zuletzt hatten sich dafür unter anderem Microsoft, SAP und Facebook stark gemacht und einen öffentlichen Brief veröffentlicht. Friedrich stimmt diesen zwar zu, dass Programmieren wichtig sei und gerne Teil der Schule sein dürfe, doch ist er der Meinung, das dieses bei weitem nicht das Wichtigste, was Kinder über die digitale Welt lernen sollten, sei. Vielmehr ist es wichtiger, dass diese lernen würden, wie Netze und Computer funktionieren und aufgebaut sind. So solle die Schule praktisches Orientierungswissen anstatt stumpfe Programmierbefehle vermitteln.

  • IT-GIPFEL Golem: Merkel auf IT-Gipfel: Netzneutralität wird erst im Glasfasernetz wichtig: Am Dienstag startete der achte nationale IT-Gipfel in Hamburg, auf dem sich Bundeskanzlerin Angela Merkel für die Digitalisierung stark machte und über Netzneutralität und Big Data sprach. So dürfe es laut Merkel keine völlige Regulierungslosigkeit im Netz geben, wobei sie die europäische Datenschutzverordnung als ein schwieriges Unterfangen sieht. Zu dem Thema der Netzneutralität vertrat Merkel die Ansicht, dass diese erst bei schnellen Internetverbindungen ab 50 Mbit/s eine Rolle spielen würde. Zudem outete sie sich als Unterstützer von Big Data und meinte scherzhaft, dass Big Data-Mining gewinnträchtiger als der Steinkohleabbau werden könne. Neben Merkel besuchten auch sechs weitere Mitglieder des Bundeskabinetts den IT-Gipfel.

  • STARTUP The Verge: Google leads $542 million funding of mysterious augmented reality firm Magic Leap: Google hat sich an einer 542 Millionen US-Dollar starken Investitionsrunde für das mysteriöse Startup Magic Leap beteiligt. Mysteriös deswegen, weil bislang nicht viel über die Arbeit des amerikanischen Startups bekannt ist. So weiß man lediglich, dass Magic Leap an der Zukunft von interaktiven Schnittstellen unter dem Namen "Cinematic Reality" arbeitet. Mithilfe dieser Technologie soll es laut der Aussage von Thomas Tull, CEO von Legendary Pictures, möglich sein, dass Bilder direkt auf das Auge projiziert werden können, sodass es wirkt, als ob sich diese Bilder in der echten Welt befinden. Was Google mit dem Startup genauer plant, ist bislang aber noch unklar. Schon bald soll aber ein erstes Produkt von Magic Leap erscheinen.

  • SOCIAL MEDIA Studie zu Social-Media-Nutzung: Geplatzte Blase - Digital - Süddeutsche.de: Eine Studie zeigt, dass wir bei Facebook und Twitter nicht unter einer Filterglocke, sondern sogar politisch heterogener als im normalen Leben leben. So werden die Nutzer in ihrer Timeline mit politischer Vielfalt konfrontiert, was dazu führe, dass sich die Wahrscheinlichkeit, eine extreme politische Position zu beziehen, verringere. Ebenfalls ermöglichen es die sozialen Netzwerke, auch mit entfernteren Bekannten den Kontakt aufrecht zu erhalten. Dadurch erhalten Social Media-Nutzer Informationen aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln, sodass es keine Spur einer Filterblase gebe.

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Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 21. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um den IT-Gipfel, Journalismus in sozialen Netzwerken, Akquise-Gerüchte zu Netflix, LaterPay und Social Media. Ergänzungen erwünscht.

  • IT-GIPFEL Süddeutsche.de: Mehr Verantwortung, weniger Gipfel: In einem Gastbeitrag auf Sueddeutsche.de schreiben Stefan Heumann und Sebastian Rieger von der Stiftung Neue Verantwortung zum Start des IT-Gipfel über die Probleme der Bundesregierung mit der Digitalisierung und warum die Digitalpolitik in Deutschland nicht vorankommt.

  • MEDIENWANDEL Konrad Lischkas Blog: So abhängig sind Onlinemedien von Intermediären: Ende September warnte ich in einem Blogpost vor der Abhängigkeit von Medien gegenüber sozialen Netzwerken. Es tut dem Journalismus nicht gut, wenn Algorithmen die Auswahl treffen, welche Nachrichten angezeigt werden und welche nicht, denn zu schnell könnten anstatt Nachrichten nur gefällige Beiträge entstehen. Konrad Lischka reicht auf seinem Blog jetzt die Zahlen nach, wie sehr deutsche Medien jetzt schon auf soziale Netzwerke angewiesen sind.

  • NETFLIX Digital Trends: What if Yahoo or Alibaba bought Netflix? It might just happen: Porter Bibb hat die wohl unangenehme Wahrheit ausgesprochen. Auch wenn es zur Zeit nur Prognosen sind, so scheint der Weg von Netflix wohl vorgezeichnet zu sein. Ein Millionen Menschen als Kunden gewinnendes, aber keine Gewinne erzielendes Unternehmen, muss laut dem Finanzexperten irgendwann aufgekauft werden. Die Frage ist nur von wem. Laut Bibb wird es wohl Yahoo oder Alibaba sein. Letzteres Unternehmen als Käufer wäre wohl Zeichen eines grundlegenden Wandels in der Wirtschaft- und Technologie-Branche. Wie gesagt, alles nur Spekulationen, aber unglaublich interessante.

  • LATERPAY G! gutjahrs blog: LaterPay - die Abrechnung: Auf seinem Blog gibt Richard Gutjahr Einblick in seine Verdienste mit dem Micropayment-Dienst LaterPay, den er berät. Zwar ist Gutjahr einer der bekanntesten Blogger und ähnlich hohe Einnahmen werden zur Zeit nur einige Blogger erreichen können bzw. von Leben kann auch Gutjahr nicht, aber es zeigt, dass das Konzept von LaterPay grundsätzlich funktioniert.

  • SOCIAL MEDIA PandoDaily: No, social media is not the best way to track Ebola: Software kann helfen, die Welt zu retten. Doch das kann es nicht alleine. David Holmes setzt sich mit dem gerade wieder zu Zeiten der Ebola-Epidemie aufkommenden Mythos auseinander, wie mithilfe von Social Media in den Daten die Verbreitung von Krankheiten erkannt werden kann. Was bei einer Grippewelle noch funktioniert, sieht allerdings bei Ebola schon anders aus, denn 99,999 Prozent der Leute, die in sozialen Netzwerken darüber reden, haben es mit Sicherheit nicht.

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Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 20. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um die Digitale Agenda, Gawker, die von Medien gehypte Angst vor Monopolen, Evernote und Kritik an Evgeny Morozov. Ergänzungen erwünscht.

  • DIGITALE AGENDA Die Welt: "Die Agenda ist zu wenig visionär": In der Politik ist Gesche Joost eine angenehme Ausnahme. Selten erlebt man bei Interviews und Gesprächen mit Politikern so klare Antworten und ehrliche Kritik am Schaffen des politischen Betriebs, wie von ihr. So auch im Interview der deutschen Internet-Botschafterin mit Welt-Wirtschaftsredakteur Thomas Heuzeroth, in dem sie die noch großen Lücken in der digitalen Strategie der Bundesregierung kritisch benennt.

  • GAWKER Digiday: This is the most important person at Gawker you've never heard of: Auf Digiday stellt Lucia Moses die wohl wertvollste Mitarbeiterin des Blogs Gawker vor: Erin Pettigrew. Sie steht wohl für die Zukunft von mit Journalismus im Internet wirklich Geld verdienen, aber das wird jetzt außerhalb von Axel Springer keine angenehme Lektüre. Pettigrew nutzt Gawkers Reichweite für den Einstieg in E-Commerce, allerdings mit einer Konsequenz wie sie hierzulande und auch bei den meisten Journalismus-Flaggschiffen in den USA, überrascht. Ein weiteres Beispiel dafür, dass die Zukunft des Journalismus nicht von den Leuten gemacht wird,die ihn (jetzt noch) betreiben.

  • MONOPOLE Wirtschaftswoche: "Wir müssen die Internetgiganten nicht fürchten": Die Wirtschaftswoche lässt Gerrit Heinemann (Link findet sich im Artikel) und Justus Haucap über Monopole im Internet diskutieren, eines der Lieblingsthemen der den Ton angebenden Sozialdemokraten in der Bundesregierung. Doch für Haucap ist die Angst vor Google und Amazon ein Medien-Hype, denn gerade die Konkurrenz zwischen diesen beiden Unternehmen zeige, dass die Marktstellung keineswegs so zementiert ist, wie es scheint. Und bekanntlich wird in irgendeinen Garagen gerade an den Ideen gearbeitet, die wiederum beide Firmen in die Bedeutungslosigkeit schicken.

  • EVERNOTE Quartz: Evernote – The new anti-censorship tool in China: Es ist ungefähr anderthalb Jahre her, dass ich auf einer Veranstaltung jemanden traf, der in Evernote-Notizen über den Abend bloggte und sie dann via Twitter teilte (ich glaube, dass es Christopher Bulle war, bin mir aber nicht sicher). Eine interessante Idee, über die ich seitdem viel nachgedacht habe, denn was braucht es eigentlich heutzutage noch, um über etwas zu schreiben und zu veröffentlichen? Evernote reicht dafür aus, auch um die chinesische Zensur zu umgehen, wie sich jetzt in Hongkong zeigt. Da die Regierung bestimmte Begriffe in den sozialen Netzwerken blockiert, schreiben Journalisten, Demonstranten, etc. ganze Artikel in Evernote-Notizen, die sie dann teilen. Lily Kuo und Ning Hui schreiben auf Quartz über mein persönlichen Hack des Jahres.

  • JOURNALISMUS PandoDaily: Evgeny Morozov did not “plagiarize” in the New Yorker, but what he did was almost as bad: Auf PandoDialy denkt David Holmes darüber nach, welche Standards es im Journalismus brauchen könnte, nachdem der Liebling des deutschsprachigen Anti-Technik-Feuilletons, Evgeny Morozov, im Magazin "The New Yorker" die Ideen anderer ohne Nennung als seine eigenen ausgegeben hat bzw. alles weg ließ, damit dieser Eindruck entstehen kann. Zurecht regen sich mehrere Wissenschaftler über Morozov auf, aber nachdem auch hierzulande Journalisten gerne auf Links zu ihren Quellen verzichten, sollten wir in Zeiten des digitalen Journalismus über etwas wesentliches des Internets nachdenken: Links. Das Internet baut auf sie, Journalismus sollte es auch tun.

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Merle Miller5 Lesetipps für den 17. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um die neueste Android-Version 5.0 Lollipop, die größten Datendiebstähle der letzten Jahre, Twitters jüngste Soundcloud-Integration, Paypals Abspaltung von Ebay und den Start der deutschen Buzzfeed-Ausgabe. Ergänzungen erwünscht.

  • ANDROID Androidnext: Android 5.0 Lollipop: In einem offiziellen Blogeintrag hat Google am Mittwoch nebst dem neuen Tablet Nexus 9 und dem Phablet Nexus 6 auch die neueste Android-Version 5.0 Lollipop vorgestellt. Zunächst wird sie mit den soeben erwähnten jüngsten Geräten veröffentlicht, soll aber in den kommenden Wochen auf weitere Nexus-Geräte ausgerollt werden. Die Version bietet viele neue Features, so soll nicht nur die Android-Oberfläche dreidimensionaler und weniger mechanisch wirken, sondern auch für eine verbesserte Akkulaufzeit dank der obligatorisch integrierten Laufzeitumgebung ART gesorgt werden. Ebenso sei die Kamerafunktion optimiert, die nun RAW-Formate speichern können soll. Alles in allem ziemlich interessante Neuerungen, die die jüngste Android-Version mit sich mitbringt.

  • DATEN t3n: Die 8 größten Datendiebstähle der Geschichte – und wie sie passierten (Infografik): Passend zum aktuellsten Artikel unseres Autors Daniel Kuhn über die Gleichgültigkeit der Internetnutzer gegenüber Sicherheitslücken wird in diesem Lesetipp-Link eine Infografik von WhoIsHosting zu den acht größten Datendiebstählen vorgestellt. Inzwischen ist das Internet nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken, wir kaufen online ein, tätigen digitale Bankgeschäfte und vertreiben unsere Freizeit in Sozialnetzwerken. Damit geht aber auch der allbekannte Nachteil einher: Die Daten, die bei diesen Vorgängen übermittelt werden, sind beliebte Ware bei kriminellen Hackern sowie Geheimdiensten. So haben sich auch in den letzten Jahren viele Vorfälle ereignet, bei denen unter anderem Kreditkarten- und Login-Infos ausgespäht wurden. Aber nicht nur Unternehmen sind beliebte Ziele gewesen, auch behördliche Daten wurden liebend gern von politisch motivierten Hackern oder sogenannten Whistleblowern ausgespäht und verbreitet.

  • TWITTER The Wall Street Journal: Tweet the Beat: Twitter Users Can Now Listen to iTunes, SoundCloud Tracks: Nun gibt es in Twitter auch die Möglichkeit, innerhalb der Timeline Musikstücke zu genießen – dank der Kooperation und Integration von Soundcloud, einer Berliner Musikplattform. Gestern hat nämlich das Social Media-Kanal Twitter den Start von Twitter Audio Card verkündet, damit können User nicht nur beim Scrollen ununterbrochen bestimmte Lieder hören, sondern diese auch vom iTunes Store kaufen. Twitter wird dadurch zwar keine Einnahmen erwirtschaften, allerdings können mit der neuen Funktion mehr User auf die Social Media-Plattform geholt und zudem dazu motiviert werden, mehr Zeit auf dieser zu verbringen. Ursprünglich wollte Twitter Soundcloud sogar übernehmen, hat aber aufgrund des hohen Preises und der unklaren Rechtelage der Musikstücke doch davon abgesehen.

  • EBAY Die Welt: Ohne Paypal ist bei Ebay bald nichts mehr los: Der digitale Bezahldienst PayPal hat angekündigt, im nächsten Jahr an die Börse zu gehen. Mit dieser Abspaltung wird die Online-Auktionsplattform Ebay dan ohne PayPal, die Ebays erfolgreichste Bezahlfunktion ist, auskommen müssen und an Umsatz einbüßen. Der Onlineriese Ebay steht damit vor einer ungewissen Zukunft und hatte bereits die Ziele für das laufende Geschäftsjahr gesenkt, der Umsatz dürfte also geringer ausfallen als erwartet, wie Ebay mitgeteilt hat. Auch zwischenzeitlich fiel die Ebay-Aktie schon nachbörslich um fast fünf Prozent. Ebay-Chef John Donahoe zeigt sich allerdings – trotz Auflehnung gegen Carl Icahns Kampagne zur Abspaltung von PayPal Anfang des Jahres - zuversichtlich und ist nun der Meinung, dass Ebay und PayPal im raschen Wandel des Online-Marktes jeweils allein am meisten profitieren würde.

  • BUZZFEED FAZ: Buzzfeed startet in Deutschland - Mit Katzen auf Klickjagd: Das US-Medienportal Buzzfeed, das Journalismus mit einer Mischung aus Blog, Newsticker und Online-Magazin betreibt, ist mit einer offiziellen deutschen Ausgabe gestartet. Buzzfeed wird gerne für seine Masche – abwegiger, listenreicher Content und niedliche Katzen – belächelt, ist allerdings mit 150 Millionen Besuchern pro Monat eines der beliebtesten Portale im englischsprachigen Raum. In einem Berliner Katzencafé stellten die Macher ihre Pläne für die deutsche Version vor. Zunächst wird es viele Unterhaltungsinhalte geben und in etwa acht Monaten sollen auch Nachrichten und Inhalte zu Lifestyle-Themen geliefert werden. Sie setzen außerdem bewusst darauf, dass die Leser die Artikel und Bildersammlungen auch an ihre Freunde oder in Sozialnetzwerken verbreiten. So wird ein Großteil der Buzzfeed-Leser auf die Webseite geholt. In Deutschland hat Facebook stolze 25 Millionen Nutzer, bildet also eine gute Grundlage für das Buzzfeed-Team. Man darf gespannt bleiben.

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Lukas Menzel5 Lesetipps für den 16. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um HBOs eigenen Streamingdienst, eine Umfrage, die die Sichtweise des Silicon Valley zeigt, das mögliche Ende der Netzneutralität für Werbung, einen Dienst, der Gründerwissen sammelt, und Sascha Lobos neue Kolumne. Ergänzungen erwünscht.

  • STREAMINGDIENST: Golem: Netflix unter Druck: HBO plant eigenen Streamingdienst: Der amerikanische Kabelsender HBO macht Netflix Konkurrenz und kündigte an, ab 2015 einen eigenen Streamingdienst für Serien anzubieten. Der Grund hierfür ist, dass Time Warner, der Mutterkonzern von HBO, sich stärker um Kunden kümmern möchte, die zwar einen Internetanschluss von Timer Warner, aber kein Kabelfernsehen haben. Im Gegensatz zu Netflix hat HBO nicht nur eine Handvoll eigens produzierte Serien, sondern deutlich mehr eigenen Content als der ebenfalls amerikanische Konkurrent. Dadurch dürfte es HBO leicht haben, Kunden für das Zusatzangebot zu begeistern.

  • SILICON VALLEY: The Atlantic: The View From the Valley: The Atlantic hat seine erste Silicon Valley Insider-Umfrage veröffentlicht. In dieser wurden 50 Führungskräfte, Innovatoren und Denker insgesamt 19 Fragen wie “Welches Tech-Unternehmen ist am überbewerteten?” oder “Was ist das meist begehrteste Statussymbol im Silicon Valley?” gestellt. Die Ergebnisse dieser Umfrage wurden von The Atlantic übersichtlich und anschaulich aufbereitet und liefern ein gutes Bild, was die Führungskräfte, Innovatoren und Denker aus dem Silicon Valley denken.

  • NETZNEUTRALITÄT: The Wall Street Journal: Naht das Ende der Netzneutralität für Werbung?: Wenn es nach dem israelischen Startup Shine geht, könnten sich in Zukunft die Telekommunikationsunternehmen mit einem dreisten Plan ihre Anteilen an den Werbeerlösen erkämpfen und somit die Netzneutralität bei Werbung im Internet kippen. Shine Technologies hat nämlich eine Technologie entwickelt, mit der sich Werbung anders behandeln lässt als andere Daten. Laut Roi Carthy, Marketingchef bei Shine, wollen einige große Telekommunikationsunternehmen in den nächsten Monaten Anzeigen blockieren. So sollen die Werbenden zu Verhandlungen gezwungen werden und anschließend einen Teil der Werbeeinahmen an die Telekommunikationsunternehmen abstottern.

  • STARTUPS: t3n: Lernen von Entrepreneuren: The How sammelt Gründerwissen: Mit The How gibt es nach Primer nun den nächsten Dienst, der Startups hilfreichen Content bieten möchte. Anders als Primer erscheint das Projekt der Lean Startup Production aber nicht als App, sondern als übersichtliches Sammelsurium an nutzerwertigem Content. Dieser soll zeigen, wie Startups aufgebaut sind und wie sich diese skalieren lassen. Zusätzlich zu dem kostenlosen Angebot soll The How auch mit Videobeiträgen in Form von Webcasts ergänzt werden.

  • EINFLUSS: Spiegel Online: Sascha Lobo über die Macht der Mädchen im Internet: In seiner neuen Kolumne schreibt Sascha Lobo bei Spiegel Online, warum Mädchen zwischen 13 und 20 Jahren mit ihrem Smartphone “die Welt beherrschen”. Laut Lobo habe das Verhalten der weiblichen Teenager großen Einfluss auf die Netz- und Medienkonzerne, da diese durch die intensive Nutzung der sozialen Medien Trends entstehen lassen, die immer stärker sowohl die digitale als auch nicht-digitale Welt beeinflussen. An verschiedenen aktuellen Beispielen erläutert Lobo seine Position, wobei seine These, dass als Nächstes die Mädchen die Finanzwirtschaft umkrempeln werden, meiner Meinung nach dann doch ein bisschen überspitzt formuliert ist. Lobos Gedanken sind aber auch so erfrischend und lesenswert.

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Merle Miller5 Lesetipps für den 15. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um den Aufstieg von LinkedIn, die Veränderung unseres Gedächtnisses durch das Internet, die Startups Shopwings und Shopsters, die den Online-Lebensmitteleinkauf revolutionieren möchten, Samsungs neueste WLAN-Technologie sowie Wikileaks' jüngster Verbot von T-Shirts auf GetDigital. Ergänzungen erwünscht.

  • LINKEDIN Online Marketing Rockstars: USA: So ist LinkedIn neben Google und Facebook zum dritten massiven Traffic-Kanal für Publisher aufgestiegen: Längst ist die News-Plattform LinkedIn nicht mehr nur ein Karrierenetzwerk. Vor sieben Jahren beschloss das Online-Portal, die Verweildauer von Usern zu erhöhen, indem mehr interessante Inhalte angeboten werden. Nun mausert sich LinkedIn dank etwa 7.000 täglichen Fachartikeln zu einem wichtigen Portal für Wirtschaftsjournalismus. Auch die Darstellung personalisierter Links zu interessanten Artikeln wurde auf der Webseite eingeführt, die in einer Box namens LinkedIn News angezeigt werden. In Deutschland ist das Sozialnetzwerk zwar noch nicht gleichermaßen beliebt wie das deutsche Pendant Xing, aber die Mitgliederzahlen steigen rasant an. So ist LinkedIn dieses Jahr innerhalb von acht Monaten bereits um eine Million User gewachsen.

  • INTERNET Stuttgarter Zeitung: Wie das Internet unser Denken verändert: Die Zeiten, in denen sich Menschen alle möglichen Daten von Familie und Freunden wie Rufnummern gemerkt hatten, sind lange vorbei – oder zumindest weiterhin auf dem besten Wege zur Digitalisierung. Bei einer Befragung des Bundesverbands Digitale Wirtschaft musste die Hälfte der Handynutzer, die nach der Telefonnummer des Partners gefragt wurden, passen. Denn heutzutage ist das Wissen immer nur ein paar Klicks entfernt und muss nicht mehr im Gehirn gespeichert werden. Das Internet und deren Suchmaschinen übernehmen diese Arbeit. Dabei stellt sich schließlich auch die Frage, ob das Internet damit Freund oder Feind ist. Neurobiologin Hannah Monyer kritisiert "das Internet für das Gedächtnis", warnt vor allem vor Oberflächlichkeit und meint damit die Speicherung im Gehirn.

  • STARTUPS Handelsblatt: Rocket-Investment Shopwings: Einkaufen für Fleißige und Faule: Deutsche Konsumenten kaufen ihre Lebensmittel bisher nur selten im Internet, laut Zahlen des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel fallen nur 2,1 Prozent der Bestellungen auf Lebensmittel. Aber das dürfte sich bald ändern: gleich zwei deutsche Startups wollen mit ihren Zustelldiensten Konsumenten dazu animieren, mehr Lebensmittel im Internet einzukaufen. Hinter Shopwings, das bereits am Montag in München gestartet ist, steckt der Inkubator Rocket Internet. Das andere Startup, Shopsters in Konstanz, ist privat finanziert und befindet sich noch in der Testphase. Die Zielgruppe dieses Konzepts sind stark eingebundene Berufstätige, Alleinerziehende, Familien und ältere Menschen. Aber auch jene, die schlichtweg zu faul zum Einkaufen sind. Beide Startups wollen allerdings erreichen, dass deren Zustelldienste auch für den Einzelhandel hilfreich sind, statt zu deren Konkurrenten zu mutieren.

  • WLAN-TECHNOLOGIE ZDNet: Samsung kündigt kommenden WLAN-Standard 802.11ad für 2015 an: Das Ziel des schnellen Internets scheint immer näher zu kommen, denn nun hat Samsung eine WLAN-Technologie für das 60-GHz-Band entwickelt, die Übertragungsraten von bis zu 4,6 GBit oder 575 MByte pro Sekunde erlauben soll. Laut Samsung bildet diese Technik die Grundlage für den kommenden WLAN-Standard 802.11ad und soll bereits Anfang nächsten Jahres kommerziell nutzbar sein. Im Gegensatz zu aktuellen Technologien soll die neue Technologie damit sogar bis zu zehnmal schneller werden – so würde beispielsweise die Übertragung eines 1 GB großen Filmes weniger als drei Sekunden dauern. Bislang konnte die Geschwindigkeit eigentlich nur auf kurzer Entfernung und bei störungsfreier Übertragung erzielt werden, aber nach eigenen Angaben hätte Samsung dieses Problem nun gelöst. Damit steht neuen und innovativen Veränderungen nichts mehr im Wege.

  • WIKILEAKS Süddeutsche: Wikileaks verbietet Get Digital Verkauf von T-Shirts: Schon seit vier Jahren verkauft die Webseite "Get Digital", die als Gemischtwarenladen allerlei Gadgets für Nerds anbietet, auch T-Shirts von Wikileaks und spendet den Gewinn aus den Verkäufen fast zu 100 Prozent an die Plattform. So kamen bislang schon stolze 7500 Euro an Spenden zusammen. Doch nun trat etwas ein, womit man gerade bei der Whistleblower-Plattform Wikileaks nicht rechnen würde: die Bavaria Media GmbH, welche die Markenrechte vertritt, hat nun GetDigital in einer E-Mail rechtliche Schritte angedroht, sollte der Online-Shop nicht binnen 14 Tagen alle Produkte, die mit Wikileaks in Verbindung stehen, entfernen. Konkret heißt dies also, auf Druck von Wikileaks selbst soll der Verkauf von T-Shirts mit Wikileaks-Aufdrücken, dessen Erlös auch der Plattform zugute kam, eingestellt werden.

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Lukas Menzel5 Lesetipps für den 14. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um Googles Telemedizin, Startups im Sicherheitssektor, YouTubes neues Creator Space, den größten Konkurrenten von Google und den Datenschutz von Messengern. Ergänzungen erwünscht.

  • TELEMEDIZIN Spiegel Online: Google Telemedizin: Virtuelle Sprechstunde statt Selbstdiagnose: Bei Google kann jetzt nicht nur mehr nach Krankheiten gesucht werden, sondern besorgte Suchmaschinennutzer können nun auch direkt per Videochat mit medizinischem Personal sprechen. Momentan befindet sich der Dienst, der eine Spezialanwendung von Google Helpout ist, zwar noch in einer Testphase, doch soll es in Zukunft auch möglich sein, dass Ärzte über Google Helpout ihre Dienstleistungen anbieten können. Ein Einsatz in Deutschland dürfte jedoch unwahrscheinlich sein, da es hierzulande verboten ist, Fernbehandlungsmaßnahmen durchzuführen.

  • STARTUPS Die Welt: Internet-Sicherheit : So verdienen Start-ups am deutschen Datenschutzwahn: Die Deutschen fangen endlich an, sich Gedanken um ihre Daten im Internet zu machen. Aus diesem Grund wollen nun zahlreiche Startups in diesem lukrativen Marksegment Fuß fassen. So verbannt beispielsweise die Software Mynigma unerwünschte Mitleser aus privaten E-Mails und Everbase möchte eine sichere Alternative zu Dropbox anbieten. Die deutschen Startups haben dabei gute Chancen, sich auch international zu behaupten, denn Sicherheit made in Germany sei inzwischen eine Marke geworden. Auch die Investoren haben den zukunftsträchtigen Markt erkannt, auch wenn in Deutschland bislang noch zurückhaltend agiert wird.

  • YOUTUBE New York Times: YouTube Takes Manhattan: Die weltweit größte Videoplattform YouTube hat angekündigt, Anfang November in Manhattan, New York ein weiteres YouTube Creator Space zu eröffnen. In dem Creator Space soll es neben Produktionsstudios und einer Video-Universität auch ein BrandLab geben. In diesem sollen erstmals auch Marken die Möglichkeit bekommen, mit den Creators Kontakt aufzunehmen und diesen zum Beispiel neue Produkte zu präsentieren. Das YouTube Creator Space in New York ist dabei das erste Produktionsstudio der Google-Tochter an der Ostküste der USA. 

  • KONKURRENZ Cnet: Google's 'biggest search competitor' is Amazon, says former CEO: Google hat so ziemlich jedes Technologieunternehmen als Konkurrent. Doch nicht die Suchmaschinenanbieter Bing oder Yahoo gehören zu den Hauptkonkurrenten von Google, sondern inzwischen ist Amazon der größte Wettbewerber im Suchmaschinensektor, wie Eric Schmidt verkündete. So würden sich sehr viele Menschen auf Amazon über Produkte durch Rezensionen oder die Produktseiten informieren. Vor allem die letzten Entwicklungen von Amazon dürften den Wettbewerb zwischen Google und dem größten Onlineversandhändler verschärft haben, denn erst vor wenigen Monaten hatte Amazon den Online-Streaming-Dienst Twitch aufgekauft sowie angekündigt, eine eigene Werbenetzwerkplattform aufzubauen.

  • DATENSCHUTZ Golem: Datenschutz: Was der Online-Status bei Messengern wie Whatsapp verrät: Wie Informatiker der Hochschule und Universität Ulm herausfanden, verrät der Online-Status bei Messengerdiensten wie WhatsApp weitaus mehr als nur den reinen Online-Status. So konnten die Forscher nur anhand der Daten den kompletten Tagesablauf eines Anwenders rekonstruieren und feststellen, wann eine Person aufsteht, arbeitet oder eine Party besucht. Ebenfalls konnte bei der Untersuchung auch erkannt werden, wer mit wem Kontakt hatte. Laut den Informatikern funktioniere aber eine solche Auswertung nur bei kleinen Personengruppen.

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Merle Miller5 Lesetipps für den 13. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um eine mögliche Überwachung beim Untersuchungsausschuss zur BND-Überwachungsaffäre, den ehemaligen Obama-CTO Harper Reed, Backdoors gegen Cyberkriminelle, das Berliner Startup Meshine sowie das thailändische Startup Latterly. Ergänzungen erwünscht.

  • ÜBERWACHUNG Zeit Online: Schüchtert der Bundestag Medien ein?: Der Untersuchungsausschuss des Bundestages zur BND-Überwachungsaffäre behandelt die Frage, ob der deutsche Geheimdienst und dessen ausländische Partner die Deutschen ausspähen darf. Dieser Ausschuss ist öffentlich und auch der Ausschussvorsitzende Partick Sensburg macht in jeder Sitzung deutlich, es sei wichtig, dass die Öffentlichkeit, das heißt die Gäste und Medienvertreter auf der Zuschauertribüne, sich informieren könne. Am Donnerstag vergangener Woche sah dies aber ganz anders aus: einer der anwesenden Medienvertreter, Andre Meister, Mitarbeiter von Netzpolitik.org, wurde ganz offensichtlich von einem Polizisten des Bundestages „im Auge behalten“. Sollte Meister seinen Platz auf der Tribüne wechseln, so würde der Polizist laut dessen Aussage ihm auch folgen. Nur ein Missverständnis oder doch bedenklich?

  • HACKER t3n: "Ihr Deutschen verhindert Innovationen": Der ehemalige Obama-CTO Harper Reed im Interview: Harper Reed, US-amerikanischer Hacker ist ohne Fernseher, aber mit einem Mac IIC aufgewachen und schrieb bereits mit sieben Jahren seine ersten eigenen Programme. Berühmt wurde er dann durch seine Tätigkeit als Technischer Leiter des Wahlkampf-Teams von Barack Obama. Mit Reeds Team waren damit zum ersten Mal nicht externe Berater, sondern eine interne Hacker-Task-Force für die US-Wahlkampagne verantwortlich – mit Erfolg. Im Interview mit t3n erklärt er, wo Hacker einen Unterschied machen können und wie man diese zu Höchstleistungen anspornt.

  • CYBERCRIME Golem: Europol will Backdoors gegen Cyberkriminelle nutzen: Der Chef des Europol Cybercrime Centre, Troels Oerting, will Hintertüren in Software nutzen, sogenannte Backdoors, um mithilfe dieser Cyberkriminelle zu überführen. In einem Interview mit der BBC ließ er verlauten, dass es eine Möglichkeit für Strafverfolger geben müsse, wenn sie doch die Erlaubnis dafür haben, Einblick in das zu nehmen, was jemand in seiner Online-Welt verstecken will. Laut Oerting gäbe es demnach zwar ein Recht auf Privatsphäre, aber kein Recht auf Anonymität im Internet. Weltweit existieren zwar nur 100 Drahtzieher der Cybercrime-Szene, aber das größte Problem bei der Ergreifung dieser sei, dass Cyberkriminelle grenzübergreifend handeln und so die Festnahme erschweren. Staaten müssten aus diesem Grund zusammenarbeiten, um die Malware-Szene zu Fall zu bringen.

  • STARTUP Wall Street Journal: Kongress statt Demo: Berliner wollen das Firechat-Prinzip auf Messen bringen: Das Berliner Startup Meshine hat laut eigener Aussage eine Technik entwickelt, die bei Ausnahmezuständen, in denen das mobile Internet zusammenbricht, zum Einsatz kommt und insbesondere zwischen allen Smartphones funktionieren würde – unabhängig vom Betriebssystem und der Hardware. Die Gründer sehen hierbei aber den Zweck eher darin, die Kommunikation auf Veranstaltungen zu erleichtern statt nur Demonstrierende in Unrechtsstaaten zu unterstützen. Also überall dort, wo riesige Menschenmassen entstehen und die Netze damit an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Dabei ginge es auch nicht "um den Normalbetrieb", sondern "um den Ausnahmezustand", sagt Jan Lachenmayer, Geschäftsführer von Meshine. Die Idee sei auch selbst bei einem Ausnahmezustand entstanden, als die Gründer von Meshine sich in den Menschenmassen des Maifestes in Berlin-Kreuzberg verloren hatten.

  • STARTUP Venturebeat: Journalism startup Latterly doesn’t care about page views one bit: Nächsten Monat beginnt das thailändische Startup Latterly ein gewagtes Projekt: Ob es möglich sei, ein Geschäft ausschließlich auf das Veröffentlichen von hochwertigen Non-Fiction-Geschichten aufzubauen und zu führen. Dies würde dann auch bedeuten, dass es keinerlei Werbung geben wird, stattdessen bietet das Startup den Lesern zwei mögliche Abonnements an: ein Monat für 3 US-Dollar oder drei Monate für 8 US-Dollar. Abgesehen davon wird Latterly zwar auch finanzielle Unterstützung von Spendern erhalten, aber hier enden auch schon die Einnahmen. Zudem wird das Startup keinen Wert auf Clicks oder Traffic legen. Es ist ihnen egal, was bei den Lesern gut ankommt und was nicht. In Zeiten des Traffic-gesteuerten Journalismus' ist dieses Experiment durchaus sehr gewagt, ziehen Webseiten doch mit Clickbait-Schlagzeilen, ständiger Werbung auf Social Media-Kanälen und weiteren eingesetzten Metriken die Aufmerksamkeit der Leser auf sich.

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