Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 20. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um die Digitale Agenda, Gawker, die von Medien gehypte Angst vor Monopolen, Evernote und Kritik an Evgeny Morozov. Ergänzungen erwünscht.

  • DIGITALE AGENDA Die Welt: "Die Agenda ist zu wenig visionär": In der Politik ist Gesche Joost eine angenehme Ausnahme. Selten erlebt man bei Interviews und Gesprächen mit Politikern so klare Antworten und ehrliche Kritik am Schaffen des politischen Betriebs, wie von ihr. So auch im Interview der deutschen Internet-Botschafterin mit Welt-Wirtschaftsredakteur Thomas Heuzeroth, in dem sie die noch großen Lücken in der digitalen Strategie der Bundesregierung kritisch benennt.

  • GAWKER Digiday: This is the most important person at Gawker you've never heard of: Auf Digiday stellt Lucia Moses die wohl wertvollste Mitarbeiterin des Blogs Gawker vor: Erin Pettigrew. Sie steht wohl für die Zukunft von mit Journalismus im Internet wirklich Geld verdienen, aber das wird jetzt außerhalb von Axel Springer keine angenehme Lektüre. Pettigrew nutzt Gawkers Reichweite für den Einstieg in E-Commerce, allerdings mit einer Konsequenz wie sie hierzulande und auch bei den meisten Journalismus-Flaggschiffen in den USA, überrascht. Ein weiteres Beispiel dafür, dass die Zukunft des Journalismus nicht von den Leuten gemacht wird,die ihn (jetzt noch) betreiben.

  • MONOPOLE Wirtschaftswoche: "Wir müssen die Internetgiganten nicht fürchten": Die Wirtschaftswoche lässt Gerrit Heinemann (Link findet sich im Artikel) und Justus Haucap über Monopole im Internet diskutieren, eines der Lieblingsthemen der den Ton angebenden Sozialdemokraten in der Bundesregierung. Doch für Haucap ist die Angst vor Google und Amazon ein Medien-Hype, denn gerade die Konkurrenz zwischen diesen beiden Unternehmen zeige, dass die Marktstellung keineswegs so zementiert ist, wie es scheint. Und bekanntlich wird in irgendeinen Garagen gerade an den Ideen gearbeitet, die wiederum beide Firmen in die Bedeutungslosigkeit schicken.

  • EVERNOTE Quartz: Evernote – The new anti-censorship tool in China: Es ist ungefähr anderthalb Jahre her, dass ich auf einer Veranstaltung jemanden traf, der in Evernote-Notizen über den Abend bloggte und sie dann via Twitter teilte (ich glaube, dass es Christopher Bulle war, bin mir aber nicht sicher). Eine interessante Idee, über die ich seitdem viel nachgedacht habe, denn was braucht es eigentlich heutzutage noch, um über etwas zu schreiben und zu veröffentlichen? Evernote reicht dafür aus, auch um die chinesische Zensur zu umgehen, wie sich jetzt in Hongkong zeigt. Da die Regierung bestimmte Begriffe in den sozialen Netzwerken blockiert, schreiben Journalisten, Demonstranten, etc. ganze Artikel in Evernote-Notizen, die sie dann teilen. Lily Kuo und Ning Hui schreiben auf Quartz über mein persönlichen Hack des Jahres.

  • JOURNALISMUS PandoDaily: Evgeny Morozov did not “plagiarize” in the New Yorker, but what he did was almost as bad: Auf PandoDialy denkt David Holmes darüber nach, welche Standards es im Journalismus brauchen könnte, nachdem der Liebling des deutschsprachigen Anti-Technik-Feuilletons, Evgeny Morozov, im Magazin "The New Yorker" die Ideen anderer ohne Nennung als seine eigenen ausgegeben hat bzw. alles weg ließ, damit dieser Eindruck entstehen kann. Zurecht regen sich mehrere Wissenschaftler über Morozov auf, aber nachdem auch hierzulande Journalisten gerne auf Links zu ihren Quellen verzichten, sollten wir in Zeiten des digitalen Journalismus über etwas wesentliches des Internets nachdenken: Links. Das Internet baut auf sie, Journalismus sollte es auch tun.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten "vorgeblättert" START.


Merle Miller5 Lesetipps für den 17. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um die neueste Android-Version 5.0 Lollipop, die größten Datendiebstähle der letzten Jahre, Twitters jüngste Soundcloud-Integration, Paypals Abspaltung von Ebay und den Start der deutschen Buzzfeed-Ausgabe. Ergänzungen erwünscht.

  • ANDROID Androidnext: Android 5.0 Lollipop: In einem offiziellen Blogeintrag hat Google am Mittwoch nebst dem neuen Tablet Nexus 9 und dem Phablet Nexus 6 auch die neueste Android-Version 5.0 Lollipop vorgestellt. Zunächst wird sie mit den soeben erwähnten, jüngsten Geräten veröffentlicht, soll aber in den kommenden Wochen auf weitere Nexus-Geräte ausgerollt werden. Die Version bietet viele neue Features, so soll nicht nur die Android-Oberfläche dreidimensionaler und weniger mechanisch wirken, sondern auch für eine verbesserte Akkulaufzeit dank der obligatorisch integrierten Laufzeitumgebung ART gesorgt werden. Ebenso sei die Kamerafunktion optimiert, die nun RAW-Formate speichern können soll. Alles in allem ziemlich interessante Neuerungen, die die jüngste Android-Version mit sich mitbringt.

  • DATEN t3n: Die 8 größten Datendiebstähle der Geschichte – und wie sie passierten (Infografik): Passend zum aktuellsten Artikel unseres Autors Daniel Kuhn über die Gleichgültigkeit der Internetnutzer gegenüber Sicherheitslücken wird in diesem Lesetipp-Link eine Infografik von WhoIsHosting zu den acht größten Datendiebstählen vorgestellt. Inzwischen ist das Internet nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken, wir kaufen online ein, tätigen digitale Bankgeschäfte und vertreiben unsere Freizeit in Sozialnetzwerken. Damit geht aber auch der allbekannte Nachteil einher: Die Daten, die bei diesen Vorgängen übermittelt werden, sind beliebte Ware bei kriminellen Hackern sowie Geheimdiensten. So haben sich auch in den letzten Jahren viele Vorfälle ereignet, bei denen unter anderem Kreditkarten- und Login-Infos ausgespäht wurden. Aber nicht nur Unternehmen sind beliebte Ziele gewesen, auch behördliche Daten wurden liebend gern von politisch motivierten Hackern oder sogenannten Whistleblowern a

  • TWITTER The Wall Street Journal: Tweet the Beat: Twitter Users Can Now Listen to iTunes, SoundCloud Tracks: Nun gibt es in Twitter auch die Möglichkeit, innerhalb der Timeline Musikstücke zu genießen – dank der Kooperation und Integration von Soundcloud, einer Berliner Musikplattform. Gestern hat nämlich das Social Media-Kanal Twitter den Start von Twitter Audio Card verkündet, damit können User nicht nur beim Scrollen ununterbrochen bestimmte Lieder hören, sondern diese auch vom iTunes Store kaufen. Twitter wird dadurch zwar keine Einnahmen erwirtschaften, allerdings können mit der neuen Funktion mehr User auf die Social Media-Plattform geholt und zudem dazu motiviert werden, mehr Zeit auf dieser zu verbringen. Ursprünglich wollte Twitter Soundcloud sogar übernehmen, hat aber aufgrund des hohen Preises und der unklaren Rechtelage der Musikstücke doch davon abgesehen.

  • EBAY Die Welt: Ohne Paypal ist bei Ebay bald nichts mehr los: Der digitale Bezahldienst PayPal hat angekündigt, im nächsten Jahr an die Börse zu gehen. Mit dieser Abspaltung wird die Online-Auktionsplattform Ebay dan ohne PayPal, die Ebays erfolgreichste Bezahlfunktion ist, auskommen müssen und an Umsatz einbüßen. Der Onlineriese Ebay steht damit vor einer ungewissen Zukunft und hatte bereits die Ziele für das laufende Geschäftsjahr gesenkt, der Umsatz dürfte also geringer ausfallen als erwartet, wie Ebay mitgeteilt hat. Auch zwischenzeitlich fiel die Ebay-Aktie schon nachbörslich um fast fünf Prozent. Ebay-Chef John Donahoe zeigt sich allerdings – trotz Auflehnung gegen Carl Icahns Kampagne zur Abspaltung von PayPal Anfang des Jahres - zuversichtlich und ist nun der Meinung, dass Ebay und PayPal im raschen Wandel des Online-Marktes jeweils allein am meisten profitieren würde.

  • BUZZFEED FAZ: Buzzfeed startet in Deutschland - Mit Katzen auf Klickjagd: Das US-Medienportal Buzzfeed, das Journalismus mit einer Mischung aus Blog, Newsticker und Online-Magazin betreibt, ist mit einer offiziellen, deutschen Ausgabe gestartet. Buzzfeed wird gerne für seine Masche – abwegiger, listenreicher Content und niedliche Katzen – belächelt, ist allerdings mit 150 Millionen Besuchern pro Monat eines der beliebtesten Portale im englischsprachigen Raum. In einem Berliner Katzencafé stellten die Macher ihre Pläne für die deutsche Version vor. Zunächst wird es viele Unterhaltungsinhalte geben und in etwa acht Monaten sollen auch Nachrichten und Inhalte zu Lifestyle-Themen geliefert werden. Sie setzen außerdem bewusst darauf, dass die Leser die Artikel und Bildersammlungen auch an ihre Freunde oder in Sozialnetzwerken verbreiten. So wird ein Großteil der Buzzfeed-Leser auf die Webseite geholt. In Deutschland hat Facebook stolze 25 Millionen Nutzer, bildet also eine gute Grundlage für das Buzzfeed-Team. Man darf gespannt bleiben.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten "vorgeblättert" START.


Lukas Menzel5 Lesetipps für den 16. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um HBOs eigenen Streamingdienst, eine Umfrage, die die Sichtweise des Silicon Valley zeigt, das mögliche Ende der Netzneutralität für Werbung, einen Dienst, der Gründerwissen sammelt, und Sascha Lobos neue Kolumne. Ergänzungen erwünscht.

  • STREAMINGDIENST: Golem: Netflix unter Druck: HBO plant eigenen Streamingdienst: Der amerikanische Kabelsender HBO macht Netflix Konkurrenz und kündigte an, ab 2015 einen eigenen Streamingdienst für Serien anzubieten. Der Grund hierfür ist, dass Time Warner, der Mutterkonzern von HBO, sich stärker um Kunden kümmern möchte, die zwar einen Internetanschluss von Timer Warner, aber kein Kabelfernsehen haben. Im Gegensatz zu Netflix hat HBO nicht nur eine Handvoll eigens produzierte Serien, sondern deutlich mehr eigenen Content als der ebenfalls amerikanische Konkurrent. Dadurch dürfte es HBO leicht haben, Kunden für das Zusatzangebot zu begeistern.

  • SILICON VALLEY: The Atlantic: The View From the Valley: The Atlantic hat seine erste Silicon Valley Insider-Umfrage veröffentlicht. In dieser wurden 50 Führungskräfte, Innovatoren und Denker insgesamt 19 Fragen wie “Welches Tech-Unternehmen ist am überbewerteten?” oder “Was ist das meist begehrteste Statussymbol im Silicon Valley?” gestellt. Die Ergebnisse dieser Umfrage wurden von The Atlantic übersichtlich und anschaulich aufbereitet und liefern ein gutes Bild, was die Führungskräfte, Innovatoren und Denker aus dem Silicon Valley denken.

  • NETZNEUTRALITÄT: The Wall Street Journal: Naht das Ende der Netzneutralität für Werbung?: Wenn es nach dem israelischen Startup Shine geht, könnten sich in Zukunft die Telekommunikationsunternehmen mit einem dreisten Plan ihre Anteilen an den Werbeerlösen erkämpfen und somit die Netzneutralität bei Werbung im Internet kippen. Shine Technologies hat nämlich eine Technologie entwickelt, mit der sich Werbung anders behandeln lässt als andere Daten. Laut Roi Carthy, Marketingchef bei Shine, wollen einige große Telekommunikationsunternehmen in den nächsten Monaten Anzeigen blockieren. So sollen die Werbenden zu Verhandlungen gezwungen werden und anschließend einen Teil der Werbeeinahmen an die Telekommunikationsunternehmen abstottern.

  • STARTUPS: t3n: Lernen von Entrepreneuren: The How sammelt Gründerwissen: Mit The How gibt es nach Primer nun den nächsten Dienst, der Startups hilfreichen Content bieten möchte. Anders als Primer erscheint das Projekt der Lean Startup Production aber nicht als App, sondern als übersichtliches Sammelsurium an nutzerwertigem Content. Dieser soll zeigen, wie Startups aufgebaut sind und wie sich diese skalieren lassen. Zusätzlich zu dem kostenlosen Angebot soll The How auch mit Videobeiträgen in Form von Webcasts ergänzt werden.

  • EINFLUSS: Spiegel Online: Sascha Lobo über die Macht der Mädchen im Internet: In seiner neuen Kolumne schreibt Sascha Lobo bei Spiegel Online, warum Mädchen zwischen 13 und 20 Jahren mit ihrem Smartphone “die Welt beherrschen”. Laut Lobo habe das Verhalten der weiblichen Teenager großen Einfluss auf die Netz- und Medienkonzerne, da diese durch die intensive Nutzung der sozialen Medien Trends entstehen lassen, die immer stärker sowohl die digitale als auch nicht-digitale Welt beeinflussen. An verschiedenen aktuellen Beispielen erläutert Lobo seine Position, wobei seine These, dass als Nächstes die Mädchen die Finanzwirtschaft umkrempeln werden, meiner Meinung nach dann doch ein bisschen überspitzt formuliert ist. Lobos Gedanken sind aber auch so erfrischend und lesenswert.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten "vorgeblättert" START.


Merle Miller5 Lesetipps für den 15. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um den Aufstieg von LinkedIn, die Veränderung unseres Gedächtnisses durch das Internet, die Startups Shopwings und Shopsters, die den Online-Lebensmitteleinkauf revolutionieren möchten, Samsungs neueste WLAN-Technologie sowie Wikileaks' jüngster Verbot von T-Shirts auf GetDigital. Ergänzungen erwünscht.

  • LINKEDIN Online Marketing Rockstars: USA: So ist LinkedIn neben Google und Facebook zum dritten massiven Traffic-Kanal für Publisher aufgestiegen: Längst ist die News-Plattform LinkedIn nicht mehr nur ein Karrierenetzwerk. Vor sieben Jahren beschloss das Online-Portal, die Verweildauer von Usern zu erhöhen, indem mehr interessante Inhalte angeboten werden. Nun mausert sich LinkedIn dank etwa 7.000 täglichen Fachartikeln zu einem wichtigen Portal für Wirtschaftsjournalismus. Auch die Darstellung personalisierter Links zu interessanten Artikeln wurde auf der Webseite eingeführt, die in einer Box namens LinkedIn News angezeigt werden. In Deutschland ist das Sozialnetzwerk zwar noch nicht gleichermaßen beliebt wie das deutsche Pendant Xing, aber die Mitgliederzahlen steigen rasant an. So ist LinkedIn dieses Jahr innerhalb von acht Monaten bereits um eine Million User gewachsen.

  • INTERNET Stuttgarter Zeitung: Wie das Internet unser Denken verändert: Die Zeiten, in denen sich Menschen alle möglichen Daten von Familie und Freunden wie Rufnummern gemerkt hatten, sind lange vorbei – oder zumindest weiterhin auf dem besten Wege zur Digitalisierung. Bei einer Befragung des Bundesverbands Digitale Wirtschaft musste die Hälfte der Handynutzer, die nach der Telefonnummer des Partners gefragt wurden, passen. Denn heutzutage ist das Wissen immer nur ein paar Klicks entfernt und muss nicht mehr im Gehirn gespeichert werden. Das Internet und deren Suchmaschinen übernehmen diese Arbeit. Dabei stellt sich schließlich auch die Frage, ob das Internet damit Freund oder Feind ist. Neurobiologin Hannah Monyer kritisiert "das Internet für das Gedächtnis", warnt vor allem vor Oberflächlichkeit und meint damit die Speicherung im Gehirn.

  • STARTUPS Handelsblatt: Rocket-Investment Shopwings: Einkaufen für Fleißige und Faule: Deutsche Konsumenten kaufen ihre Lebensmittel bisher nur selten im Internet, laut Zahlen des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel fallen nur 2,1 Prozent der Bestellungen auf Lebensmittel. Aber das dürfte sich bald ändern: gleich zwei deutsche Startups wollen mit ihren Zustelldiensten Konsumenten dazu animieren, mehr Lebensmittel im Internet einzukaufen. Hinter Shopwings, das bereits am Montag in München gestartet ist, steckt der Inkubator Rocket Internet. Das andere Startup, Shopsters in Konstanz, ist privat finanziert und befindet sich noch in der Testphase. Die Zielgruppe dieses Konzepts sind stark eingebundene Berufstätige, Alleinerziehende, Familien und ältere Menschen. Aber auch jene, die schlichtweg zu faul zum Einkaufen sind. Beide Startups wollen allerdings erreichen, dass deren Zustelldienste auch für den Einzelhandel hilfreich sind, statt zu deren Konkurrenten zu mutieren.

  • WLAN-TECHNOLOGIE ZDNet: Samsung kündigt kommenden WLAN-Standard 802.11ad für 2015 an: Das Ziel des schnellen Internets scheint immer näher zu kommen, denn nun hat Samsung eine WLAN-Technologie für das 60-GHz-Band entwickelt, die Übertragungsraten von bis zu 4,6 GBit oder 575 MByte pro Sekunde erlauben soll. Laut Samsung bildet diese Technik die Grundlage für den kommenden WLAN-Standard 802.11ad und soll bereits Anfang nächsten Jahres kommerziell nutzbar sein. Im Gegensatz zu aktuellen Technologien soll die neue Technologie damit sogar bis zu zehnmal schneller werden – so würde beispielsweise die Übertragung eines 1 GB großen Filmes weniger als drei Sekunden dauern. Bislang konnte die Geschwindigkeit eigentlich nur auf kurzer Entfernung und bei störungsfreier Übertragung erzielt werden, aber nach eigenen Angaben hätte Samsung dieses Problem nun gelöst. Damit steht neuen und innovativen Veränderungen nichts mehr im Wege.

  • WIKILEAKS Süddeutsche: Wikileaks verbietet Get Digital Verkauf von T-Shirts: Schon seit vier Jahren verkauft die Webseite "Get Digital", die als Gemischtwarenladen allerlei Gadgets für Nerds anbietet, auch T-Shirts von Wikileaks und spendet den Gewinn aus den Verkäufen fast zu 100 Prozent an die Plattform. So kamen bislang schon stolze 7500 Euro an Spenden zusammen. Doch nun trat etwas ein, womit man gerade bei der Whistleblower-Plattform Wikileaks nicht rechnen würde: die Bavaria Media GmbH, welche die Markenrechte vertritt, hat nun GetDigital in einer E-Mail rechtliche Schritte angedroht, sollte der Online-Shop nicht binnen 14 Tagen alle Produkte, die mit Wikileaks in Verbindung stehen, entfernen. Konkret heißt dies also, auf Druck von Wikileaks selbst soll der Verkauf von T-Shirts mit Wikileaks-Aufdrücken, dessen Erlös auch der Plattform zugute kam, eingestellt werden.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten "vorgeblättert" START.


Lukas Menzel5 Lesetipps für den 14. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um Googles Telemedizin, Startups im Sicherheitssektor, YouTubes neues Creator Space, den größten Konkurrenten von Google und den Datenschutz von Messengern. Ergänzungen erwünscht.

  • TELEMEDIZIN Spiegel Online: Google Telemedizin: Virtuelle Sprechstunde statt Selbstdiagnose: Bei Google kann jetzt nicht nur mehr nach Krankheiten gesucht werden, sondern besorgte Suchmaschinennutzer können nun auch direkt per Videochat mit medizinischem Personal sprechen. Momentan befindet sich der Dienst, der eine Spezialanwendung von Google Helpout ist, zwar noch in einer Testphase, doch soll es in Zukunft auch möglich sein, dass Ärzte über Google Helpout ihre Dienstleistungen anbieten können. Ein Einsatz in Deutschland dürfte jedoch unwahrscheinlich sein, da es hierzulande verboten ist, Fernbehandlungsmaßnahmen durchzuführen.

  • STARTUPS Die Welt: Internet-Sicherheit : So verdienen Start-ups am deutschen Datenschutzwahn: Die Deutschen fangen endlich an, sich Gedanken um ihre Daten im Internet zu machen. Aus diesem Grund wollen nun zahlreiche Startups in diesem lukrativen Marksegment Fuß fassen. So verbannt beispielsweise die Software Mynigma unerwünschte Mitleser aus privaten E-Mails und Everbase möchte eine sichere Alternative zu Dropbox anbieten. Die deutschen Startups haben dabei gute Chancen, sich auch international zu behaupten, denn Sicherheit made in Germany sei inzwischen eine Marke geworden. Auch die Investoren haben den zukunftsträchtigen Markt erkannt, auch wenn in Deutschland bislang noch zurückhaltend agiert wird.

  • YOUTUBE New York Times: YouTube Takes Manhattan: Die weltweit größte Videoplattform YouTube hat angekündigt, Anfang November in Manhattan, New York ein weiteres YouTube Creator Space zu eröffnen. In dem Creator Space soll es neben Produktionsstudios und einer Video-Universität auch ein BrandLab geben. In diesem sollen erstmals auch Marken die Möglichkeit bekommen, mit den Creators Kontakt aufzunehmen und diesen zum Beispiel neue Produkte zu präsentieren. Das YouTube Creator Space in New York ist dabei das erste Produktionsstudio der Google-Tochter an der Ostküste der USA. 

  • KONKURRENZ Cnet: Google's 'biggest search competitor' is Amazon, says former CEO: Google hat so ziemlich jedes Technologieunternehmen als Konkurrent. Doch nicht die Suchmaschinenanbieter Bing oder Yahoo gehören zu den Hauptkonkurrenten von Google, sondern inzwischen ist Amazon der größte Wettbewerber im Suchmaschinensektor, wie Eric Schmidt verkündete. So würden sich sehr viele Menschen auf Amazon über Produkte durch Rezensionen oder die Produktseiten informieren. Vor allem die letzten Entwicklungen von Amazon dürften den Wettbewerb zwischen Google und dem größten Onlineversandhändler verschärft haben, denn erst vor wenigen Monaten hatte Amazon den Online-Streaming-Dienst Twitch aufgekauft sowie angekündigt, eine eigene Werbenetzwerkplattform aufzubauen.

  • DATENSCHUTZ Golem: Datenschutz: Was der Online-Status bei Messengern wie Whatsapp verrät: Wie Informatiker der Hochschule und Universität Ulm herausfanden, verrät der Online-Status bei Messengerdiensten wie WhatsApp weitaus mehr als nur den reinen Online-Status. So konnten die Forscher nur anhand der Daten den kompletten Tagesablauf eines Anwenders rekonstruieren und feststellen, wann eine Person aufsteht, arbeitet oder eine Party besucht. Ebenfalls konnte bei der Untersuchung auch erkannt werden, wer mit wem Kontakt hatte. Laut den Informatikern funktioniere aber eine solche Auswertung nur bei kleinen Personengruppen.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten "vorgeblättert" START.


Merle Miller5 Lesetipps für den 13. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um eine mögliche Überwachung beim Untersuchungsausschuss zur BND-Überwachungsaffäre, den ehemaligen Obama-CTO Harper Reed, Backdoors gegen Cyberkriminelle, das Berliner Startup Meshine sowie das thailändische Startup Latterly. Ergänzungen erwünscht.

  • ÜBERWACHUNG Zeit Online: Schüchtert der Bundestag Medien ein?: Der Untersuchungsausschuss des Bundestages zur BND-Überwachungsaffäre behandelt die Frage, ob der deutsche Geheimdienst und dessen ausländische Partner die Deutschen ausspähen darf. Dieser Ausschuss ist öffentlich und auch der Ausschussvorsitzende Partick Sensburg macht in jeder Sitzung deutlich, es sei wichtig, dass die Öffentlichkeit, das heißt die Gäste und Medienvertreter auf der Zuschauertribüne, sich informieren könne. Am Donnerstag vergangener Woche sah dies aber ganz anders aus: einer der anwesenden Medienvertreter, Andre Meister, Mitarbeiter von Netzpolitik.org, wurde ganz offensichtlich von einem Polizisten des Bundestages „im Auge behalten“. Sollte Meister seinen Platz auf der Tribüne wechseln, so würde der Polizist laut dessen Aussage ihm auch folgen. Nur ein Missverständnis oder doch bedenklich?

  • HACKER t3n: "Ihr Deutschen verhindert Innovationen": Der ehemalige Obama-CTO Harper Reed im Interview: Harper Reed, US-amerikanischer Hacker ist ohne Fernseher, aber mit einem Mac IIC aufgewachen und schrieb bereits mit sieben Jahren seine ersten eigenen Programme. Berühmt wurde er dann durch seine Tätigkeit als Technischer Leiter des Wahlkampf-Teams von Barack Obama. Mit Reeds Team waren damit zum ersten Mal nicht externe Berater, sondern eine interne Hacker-Task-Force für die US-Wahlkampagne verantwortlich – mit Erfolg. Im Interview mit t3n erklärt er, wo Hacker einen Unterschied machen können und wie man diese zu Höchstleistungen anspornt.

  • CYBERCRIME Golem: Europol will Backdoors gegen Cyberkriminelle nutzen: Der Chef des Europol Cybercrime Centre, Troels Oerting, will Hintertüren in Software nutzen, sogenannte Backdoors, um mithilfe dieser Cyberkriminelle zu überführen. In einem Interview mit der BBC ließ er verlauten, dass es eine Möglichkeit für Strafverfolger geben müsse, wenn sie doch die Erlaubnis dafür haben, Einblick in das zu nehmen, was jemand in seiner Online-Welt verstecken will. Laut Oerting gäbe es demnach zwar ein Recht auf Privatsphäre, aber kein Recht auf Anonymität im Internet. Weltweit existieren zwar nur 100 Drahtzieher der Cybercrime-Szene, aber das größte Problem bei der Ergreifung dieser sei, dass Cyberkriminelle grenzübergreifend handeln und so die Festnahme erschweren. Staaten müssten aus diesem Grund zusammenarbeiten, um die Malware-Szene zu Fall zu bringen.

  • STARTUP Wall Street Journal: Kongress statt Demo: Berliner wollen das Firechat-Prinzip auf Messen bringen: Das Berliner Startup Meshine hat laut eigener Aussage eine Technik entwickelt, die bei Ausnahmezuständen, in denen das mobile Internet zusammenbricht, zum Einsatz kommt und insbesondere zwischen allen Smartphones funktionieren würde – unabhängig vom Betriebssystem und der Hardware. Die Gründer sehen hierbei aber den Zweck eher darin, die Kommunikation auf Veranstaltungen zu erleichtern statt nur Demonstrierende in Unrechtsstaaten zu unterstützen. Also überall dort, wo riesige Menschenmassen entstehen und die Netze damit an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Dabei ginge es auch nicht "um den Normalbetrieb", sondern "um den Ausnahmezustand", sagt Jan Lachenmayer, Geschäftsführer von Meshine. Die Idee sei auch selbst bei einem Ausnahmezustand entstanden, als die Gründer von Meshine sich in den Menschenmassen des Maifestes in Berlin-Kreuzberg verloren hatten.

  • STARTUP Venturebeat: Journalism startup Latterly doesn’t care about page views one bit: Nächsten Monat beginnt das thailändische Startup Latterly ein gewagtes Projekt: Ob es möglich sei, ein Geschäft ausschließlich auf das Veröffentlichen von hochwertigen Non-Fiction-Geschichten aufzubauen und zu führen. Dies würde dann auch bedeuten, dass es keinerlei Werbung geben wird, stattdessen bietet das Startup den Lesern zwei mögliche Abonnements an: ein Monat für 3 US-Dollar oder drei Monate für 8 US-Dollar. Abgesehen davon wird Latterly zwar auch finanzielle Unterstützung von Spendern erhalten, aber hier enden auch schon die Einnahmen. Zudem wird das Startup keinen Wert auf Clicks oder Traffic legen. Es ist ihnen egal, was bei den Lesern gut ankommt und was nicht. In Zeiten des Traffic-gesteuerten Journalismus' ist dieses Experiment durchaus sehr gewagt, ziehen Webseiten doch mit Clickbait-Schlagzeilen, ständiger Werbung auf Social Media-Kanälen und weiteren eingesetzten Metriken die Aufmerksamkeit der Leser auf sich.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten "vorgeblättert" START.


Merle Miller5 Lesetipps für den 10. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um eine künstliche Intelligenz namens Watson, die Kreditkarten-Idee des US-Startups Plastc, deutsche Krypto-Handys, Adobes Datensammlung und Amazons kommendes US-Offline-Geschäft. Ergänzungen erwünscht.

  • IBM Die Presse: Genie-Computer Watson soll für IBM Geschichte schreiben: Das betagte Konzern IBM, auch liebevoll Computerdino genannt, will sich mit seinem neuesten Projekt, einer künstlichen Intelligenz namens Watson, zu neuem Glanz verhelfen. Dafür scheut der IT-Riese auch keine Kosten: eine Milliarde Dollar und ein Team aus 2000 Mitarbeitern wurden dafür zur Verfügung gestellt. Der nach IBM-Firmengründer Thomas J. Watson benannte „Genie-Computer“ wird bereits mit technologischen Revolutionen wie der Dampfmaschine gleichgestellt. Seinen bislang größten Auftritt hatte er 2011, als er zwei Seriengewinner bei der US-Quizsendung Jeopardy besiegte. Dieses Superhirn weiß also offenbar alles - oder lernt es zumindest blitzschnell und soll unter anderem Ärzten bei der Entwicklung von Therapien helfen.

  • HIGH-TECH t3n: Portemonnaie war gestern: Dieses Startup hievt die Kreditkarte ins 21. Jahrhundert: Schon vor einem Jahr hatte die US-Firma Coin eine High-Tech-Kreditkarte versprochen, die mehrere physische Plastikkarten zu einer kombinieren und so dem Chaos im Portemonnaie gerecht werden soll. Allerdings ist dies der Firma bis heute nicht gelungen und die Konkurrenz schläft bekanntlich auch nicht. So plant das Startup Plastc aus Palo Alto, eine ähnliche, aber mit mehr Features ausgestattete Idee auf den Markt zu bringen. Genau wie Coin verfolgt Plastc das Ziel, viele Kreditkarten zu einer High-Tech-Karte zu formen. Aber sie haben eine noch größere Konkurrenz: Der bald bevorstehende Launch von Apple Play setzt Startups unter Druck.

  • KRYPTO-HANDY Süddeutsche: Der hohe Preis der Sicherheit: Eigentlich hatte die Telekom große Pläne für ihre abhörsicheren Handys, aber inzwischen steht die Entwicklung von Simko3, einem abhörsicheren Smartphone unter deutscher Führung, auf der Kippe. In den Ministerien sind die Geräte unbeliebt, da sie zu wenig Speicherplatz bieten würden und zu langsam seien. Besser stünden da schon die ebenfalls abhörsicheren Geräte der Düsseldorfer Firma Secusmart. Doch im Sommer wurde bekannt, dass der kanadische Blackberry-Konzern Secusmart übernehmen will. Die Bundesregierung steht damit vor einem Problem: Deutsche Politiker und Experten fordern wegen der NSA-Affäre, stärker auf technische Lösungen aus Deutschland zu setzen. Ohne die Hilfe ausländischer Hersteller klappt dies aber bislang hierzulande nicht besonders gut.

  • ADOBE ComputerBase: E-Book-Software Adobe Digital Editions sammelt Nutzerdaten: Immer wieder zeigen sich die Schattenseiten und Herausforderungen der Digitalisierung. Nun hat Adobe bestätigt, dass dessen neueste Version der E-Book-Software 'Digital Editions' Informationen über Leserverhalten sammeln und diese zu Servern von Adobe schicken würde. Kritisch ist hierbei vor allem, dass die Übertragung im Klartext erfolge und somit die Daten von Dritten abgefangen und eingesehen werden können. Eine Unternehmenssprecherin sagte dazu lediglich, dass die Datensammlung nur dem Überprüfen von Lizenzen und der besseren Implementierung verschiedener Lizenzmodelle dienen würde. Aber es besteht auch der Verdacht, dass die Software nicht nur importierte Bücher erfassen, sondern auch die Festplatte (nach E-Books) absuchen würde.

  • AMAZON Golem: Amazon plant Laden in New York: Kurz vor der Weihnachtszeit will Amazon nun ein Offline-Geschäft in New York eröffnen und damit seinen Kundenservice ausbauen. Zudem könnte ein solcher Laden vor Ort auch dazu genutzt werden, eigene Produkte wie den Kindle oder das Fire Phone vorzustellen, denn mehrere Großhändler wie Walmart und Target hatten den E-Reader aus ihrem Sortiment verbannt. Vom Erfolg des Offline-Experiments hängt es auch ab, ob es überhaupt weitere Geschäfte dieser Art geben wird. Zudem hat Amazon seit längerem auch mit Vorwürfen zu kämpfen, dass seine Leih- und Zeitarbeiter schlecht behandelt und nicht ausreichend bezahlt werden würden.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten "vorgeblättert" START.


Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 9. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um DDoS-Trolle, Netzneutralität vs. Breitband, Verbraucherschutz, Gesichtserkennung im Teatreneu und Axel Springer ist beleidigt. Ergänzungen erwünscht.

  • THE GODS OF THE INTERNET CNET: Interview with a DDoS troll: Sich selber "The Gods of the Internet" zu nennen deutet auf viele Probleme hin, aber scheinbar gibt einem die Fähigkeit DDoS-Attacken durchzuführen auch ein unglaubliches Gefühl von Macht. Michelle Starr hat sich mit Mitglieder der Gruppe DerpTrolling getroffen, die ihr einen Einblick in die DDoS-Trollszene gaben, für die derartige Angriffe eine zeitgemäße Form von Protest sind.

  • NETZNEUTRALITÄT Golem.de: Telekom-Unternehmen fordern "Qualitätsklassen" fürs Netz: Auf Golem.de berichtet Thorsten Schröder, dass die Deutsche Telekom und Vodafone sich offen für die Einführung von "Qualitätsklassen" im Internet aussprechen. Gegner nennen den Vorstoß zu Recht einen Angriff auf die Netzneutralität. Doch ähnliches plant scheinbar auch die CDU, wie Stefan Krempl auf Heise.de berichtet. Jens Koeppen (CDU), Vorsitzender des Bundestagsausschusses für die digitale Agenda, will Providern zusätzliche "Servicedienste" erlauben, wenn sie ländliche Regionen an die Datenautobahn anschließen. Die SPD hält (noch) dagegen.

  • VERBRAUCHERSCHUTZ iRights.info: Meine Daten, meine Rechte und wie man sie durchsetzt: Fast jeder Dienst im Netz erfordert eine Anmeldung mit einem Benutzerkonto, selbst die App zum Pizzabestellen. Zugleich sind unsere Daten begehrte Ware im digitalen Markt. Michaela Zinke vom Verbraucherzentrale Bundesverband fasst auf iRights.info zusammen, welche Rechte man hat, an wen man sich wendet und welche Mühen und Überraschungen man dabei erleben kann.

  • GESICHTSERKENNUNG Digital Trends: Comedy club charges by the laugh using facial recognition tech: Das Comedy-Theater Teatreneu in Barcelona hat scheinbar einen neuen Weg gefunden, Geld zu verdienen und das auch noch erfolgsabhängig, was wahrscheinlich der Standup Comedy neue Impulse bringen wird. Oder auch eine sicherlich interessante Debatte über Datenschutz, denn das Teatreneu verwendet eine Gesichtserkennungssoftware, um die Lacher der einzelnen Zuschauer im Publikum zu erfassen. Einmal Lachen kostet 30 Cent, die auf den Ticketpreis aufgeschlagen werden. Bei 24 Euro gibt es eine Bremse, damit besonders vergnügte Gäste nicht arm werden.

  • AXEL SPRINGER Macnotes.de: Springer-Presse schießt jetzt gegen Apple und Google: Thank you for pointing out the obvious, Macnotes. Alexander Trust hat noch einmal schön aufgezeigt, wie sich die Berichterstattung über Apple und Google in Medien des Axel Springers Verlag von deren Beziehungen zu diesen Firmen verhalten. Und die kühlten zuletzt ab, was Computer BILD und BILD-"Zeitung" zu teils sehr obskuren Meldungen über die beiden Konzerne veranlasste. Zum Beispiel darüber, dass das neue iPhone 6 zur Haarausfall führt, also dem Ausfallen bzw. Ausreißen eines einzigen Haares. Mit ähnlichen Berichten der Computer BILD hat sich Philipp Biel erst letzte Woche auseinandergesetzt.

Auf Startnext.de kann noch die nächsten 22 Tage das Crowdfunding-Projekt unserer Autorin Gina Schad unterstützt werden: "Durchgedreht mit…".


Steve Martin5 Lesetipps für den 8. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um Twitter und das MIT, Fotografie, Netflix im Test, das Zertifizierungsprogramm Safe Harbor und Spotify. Ergänzungen erwünscht.

  • TWITTER 20 Minuten: Forscher sollen Twitter zur Goldgrube machen: Twitter hat dem Technologie-Institut Massachusetts rund zehn Millionen Dollar zur Verfügung gestellt. Zusätzlich bietet die Plattform noch Zugang zu seiner Datenbank. Damit hat das Institut nun vollen Zugriff auf alle öffentlichen Tweets, die seit 2006 gepostet wurden. Twitter will, wie auch schon Facebook vor einiger Zeit, künftig mehr an seinen Nutzern verdienen.

  • FOTOGRAFIE Whudat: François Dourlen Blurs The Line Between Popular Culture And The Real World With His IPhone: Der Franzose Francoi Dourlen verbindet bekannte Charaktere aus Filmen, Comics und Videospielen mit der realen Welt. Dafür transportiert er die auf seinem iPhone angezeigten Bilder der Charaktere in die reale Welt und erschafft so humorvolle Szenerien. Auf WHUDAT zeigt Dourlen 15 seiner schrägsten Fotos.

  • NETFLIX Welt: Ist Netflix wirklich besser als Watchever & Co?: Seit dem 16. September ist die weltweit größte Onlinevideothek auch in Deutschland durchgestartet. Doch der "Neuling" könnte es auf dem deutschen Markt schwer haben. Nicht nur, dass es hier mehr frei empfangbare TV-Sender als in den USA gibt, sondern es tummeln sich auch nicht gerade wenige Rivalen auf dem VoD-Markt. Watchever, Prime Instant Video, Maxdome und Snap, um nur die Flaggschiffe zu nennen. Ob sich Netflix auch in Deutschland auf lange Sicht durchsetzen kann, wird sich zeigen.

  • SAFE HARBOR Datenschutzbeauftragter: EU-Kommission: Safe Harbor bald auf dem Prüfstand?: "Safe Harbor", das Zertifizierungsprogramm, könnte bald vor der EU-Kommission auf seine Gültigkeit hin überprüft werden. Angeblich seien das Programm und die Inhalte nicht sicher. Das Problem: Unternehmen können sich selbst registrieren, eine Kontrolle hinsichtlich der Einhaltung der Prinzipien zum Datenschutz existiert quasi nicht. Eine Datenübermittlung basiert faktisch auf Vertrauensbasis.

  • SPOTIFY The Trichordist: Five Important Questions For Spotify from Artists and Managers: David Lowery, Sänger von Camper van Beethoven und Cracker, kämpft für die Rechte der Musiker im fortschreitenden digitalen Zeitalter. Er sieht Spotify als Pirat, welcher die Künstler ausbeutet. In seinem Blog stellt er fünf Fragen, in denen es darum geht, an welchem Punkt sich Spotify für die Künstler zu einem gut funktionierenden Geschäftsmodell entwickeln kann. Zahlen liegen vor, nur die Antwort lieferte bislang noch niemand.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten "vorgeblättert" START.


Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 7. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um Qualität dank Flatrate, Creative Commons, Joss Whedon, die Idee des Knopfdrucks und Stefan Niggemeier im Interview. Ergänzungen erwünscht.

  • FLATRATE Süddeutsche.de: Alle Macht dem Kunden: Die Kulturflatrate war eine der besten Ideen, die in den letzten Jahren als Reaktion auf den digitalen Wandel diskutiert wurden. Doch analoge Denkweisen in der Politik und ihre Pfründe sichernde Rechteinhaber zerstörten erfolgreich jeglichen Fortschritt dieses Gedankens. Mit dem Ergebnis, dass wir heute für verschiedene Flatrates bezahlen, die Gelder allerdings auf die Konten von Technologieunternehmen gehen und nur Cent-Beträge bei den Künstlern ankommen. Matthias Huber erklärt auf Süddeutsche.de (für die meisten leider zehn Jahre zu spät), warum Flatrates auch für Qualität sorgen können und zeigt, wie toll eigentlich ein Flatrate-Konzept à la Kulturflatrate "made in Germany" gewesen wäre.

  • CREATIVE COMMONS Politik Digital: Creative Commons in der ARD: Im vergangenen Jahr hat die ARD auf Beschluss der Redaktionskonferenz Online (RKO) eine Arbeitsgruppe Creative Commons gegründet, in der darüber nachgedacht wurde, ob Creative Commons (CC) ARD-kompatibel ist und inwiefern freie Lizenzen in den ARD-Anstalten genutzt werden können. Nun wurden Ergebnisse bekannt, die ich in einem Gastbeitrag auf Politik Digital kommentiert habe.

  • KREATIVITÄT Co.Create: Life And Work Lessons From Joss Whedon's Biography: Selten bin ich der Meinung, dass über eine Person eine Biographie geschrieben werden muss, die nicht mindestens 70 Jahre alt ist, was heutzutage ja fast schon kein Alter mehr ist, in dem man schon ein Fazit ziehen kann. Bei dem Regisseur Joss Whedon möchte ich da fast eine Ausnahme machen, obwohl er in diesem Jahr erst 50 Jahre alt geworden ist. Doch sein Schaffen ist, wie es seine Biographin Amy Pascale treffend heraus gearbeitet hat, eine nahezu perfekte Anleitung für Kreative, besonders wie man mit dem Scheitern umgehen sollte. Jackie Snow erklärt auf Fastcocreate.com was wir alles vom Schaffer von "Buffy" und "Firefly" lernen können.

  • TECHNOLOGIE Berliner Gazette: Alles auf Knopfdruck? Wie Technik unsere Fantasien von Ermächtigung beflügelt: In der Politik verspricht man Wandel per Knopfdruck. Demokratie soll zum Computerspiel werden und einem Whistleblower wie Edward Snowden wird nachgesagt, die Welt mit einer „gewitzten Tastenkombination“ verändert zu haben. Auch Parteien haben diesen Traum. Doch können wir die Welt tatsächlich per Knopfdruck verändern? Berliner Gazette-Herausgeber Krystian Woznicki geht dieser interessanten Frage auf eine sehr lesenswerte Art und Weise nach.

  • INTERVIEW Horizont: "Die Huffington Post ist im Vergleich zur Bild...": Für Horizont hat Netzpiloten-Autor Jakob Steinschaden den Medienjournalisten und BILDblog-Gründer Stefan Niggemeier interviewt. In dem Interview gehen beide die komplette Checkliste an zu besprechenden Themen des Medienwandels durch – von C wie Clickbaiting. über K wie Krautreporter bis P wie Paywalls. Dazu spendiert Niggemeier die wohl beste Einordnung der deutschen Ausgabe der Huffington Post: "Es ist keine Bereicherung des deutschen Medienmarkts. Die deutsche Huffington Post macht nichts anderes, als Inhalte, die andere schon haben, nochmal zu überdrehen und eine übertriebene Überschrift zu geben."

Auf Startnext.de kann noch die nächsten 24 Tage das Crowdfunding-Projekt unserer Autorin Gina Schad unterstützt werden: "Durchgedreht mit…".


Tobias SchwarzLesetipps für den 6. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um Journalismus bei LinkedIn, Vice und der Huffington Post, sowie den Kampf Fernsehen vs. YouTube und das Silicon Valley. Ergänzungen erwünscht.

  • LINKEDIN Digiday: How Dan Roth became the most powerful editor in business publishing: Auf Digiday erklärt John McDermott anhand von Dan Roth die Entwicklung von LinkedIn, dem sozialen Netzwerks für Berufstätige, hin zu einer der wichtigsten Plattform für Content. Was Facebook gerne schaffen würde, sich aber nur durch einen die Medien in einer für sie ungesunde Abhängigkeit zwingenden Algorithmus zu helfen weiß, hat LinkedIn durch sein Netzwerk und gezielt für sie und von ihnen erstellte Inhalte geschafft. LinkedIn ist nur ein Teil der Zukunft des Journalismus und hat eher etwas von einem Blogging-Netzwerk als einer Tageszeitung, dafür sieht man an LinkedIn besonders gut die sich auflösenden Trennlinien zwischen für Öffentlichkeit sorgenden Akteuren. Für einige Menschen könnte LinkedIn wichtiger und lesenswerter als die Süddeutsche Zeitung sein.

  • FERNSEHEN Broadmark: Tod dem Fernsehen – es lebe die Glotze!: In seiner Kolumne auf Broadmark.de befasst sich Thomas Langhammer mit der These, dass das Internet das herkömmliche Fernsehen überflüssig macht. Und um das Fazit vorwegzunehmen: dazu wird es so schnell nicht kommen, was Langhammer gut erklärt und auch an Zahlen belegt. Denn während wir bei YouTube-Stars mit meiner Meinung nach wirklich nichtssagenden Inhalten über Klickraten in Millionenhöhe reden, macht die bisherige Fernsehindustrie Geschäfte im Milliardenbereich. Da kann zwar auch YouTube-Betreiber Google mitreden, aber eben sonst niemand auf der Videoplattform.

  • SILICON VALLEY Silicon Valley Business Journal: Google buys Redwood City office park Pacific Shores from Blackstone Group's Equity Office Properties: Als gebürtiger Magdeburger habe ich in den Neunziger Jahren nur die Folgen einer von der Industrie verlassenen Region gesehen, die jahrzehntelang von Unternehmen geprägt wurden und denen sich nahezu die gesamte Stadt unterordnete. Eigene Bahnhöfe, Eisenbahnlinien, Kultureinrichtungen, etc. gehörten einst zum Stadtbild, wie später die mir bekannten Ruinen all dessen. Im Silicon Valley kann man zur Zeit den Anfang einer solchen Entwicklung beobachten, wo Google sich in alle Himmelsrichtungen ausbreitet, riesige Gebiete und Bürokomplexe aufkauft, sowie eigene Verkehrsmittel wie z.B. Fähren plant. Ein Ende des Tech-Booms scheint zwar unwahrscheinlich, aber auch die Automobilindustrie verließ irgendwann Detroit und in Magdeburg kann man vom einst die Stadt prägenden "Schwermaschinenbau-Kombinat Ernst Thälmann (SKET)" nur noch Reste finden und viele Ruinen.

  • VICE Gawker: Vice Requires Writers to Get Approval to Write About Brands: Das Medienunternehmen Vice mit seinem kostenlosen Printmagazin, diversen Websites und Kanälen in den sozialen Netzwerken, gehört wohl zu den in den letzten 10 Jahren am meist beachtetesten Medien der Welt. Vice verstand es Geld zu verdienen, was bekanntlich aus den Werbebudgets der Wirtschaft kommt. Im besten Fall hat dieses Verhältnis keine Auswirkung auf die Redaktionen und den dort betriebenen Journalismus, im wirtschaftlich geprägten Fall allerdings schon, wie neue Mails eines Freelancers zeigen, der regelmäßig für die Vice schrieb. Das Verhältnis zu den Marken steht scheinbar noch vor dem journalistischen Anspruch der Autoren. Und so führt man heute ein Geld verdienendes Medienunternehmen, wenn man es nicht schafft, dass Journalismus das eigentliche Geschäftsmodell ist.

  • MEDIENWANDEL Huffington Post: Warum die eigentliche Revolution erst noch bevorsteht: Sebastian Matthes, Chefredakteur der deutschen Ausgabe der Huffington Post, sieht den eigentlichen Medienwandel im mobilen Konsum von Journalismus. Die Leserschaft findet Artikel nicht mehr bei den Medien, sondern durch Freunde in sozialen Netzwerken. Was ich für gefährlich halte, ist für Matthes die Zukunft, wenn sich was in den Redaktionen ändert, "denn in sozialen Medien sind mitunter andere Texte gefragt. Niemand verteilt trockene Nachrichten an seine Freunde weiter." Und das ist das Problem an dieser Entwicklung, denn dadurch kommt es erst zu solchen Artikeln wie denen der HuffPo: "Bonzen-Bayern: Der Freistaat will den Rest Deutschlands im Stich lassen", "Costa Concordia: Unglaublich, was die Geliebte des Kapitäns enthüllt", "So erfuhr eine Mutter, dass ihr Sohn im Heiligen Krieg starb" und "Warum schwule Priester perfekt für die katholische Kirche sind". Ich glaube aber, dass Leser durchaus Qualität akzeptieren und auch teilen, wenn sie sie angeboten bekommen.

Auf Startnext.de kann noch die nächsten 25 Tage das Crowdfunding-Projekt unserer Autorin Gina Schad unterstützt werden: "Durchgedreht mit…".


Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 3. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um Datenschutz in Europa, die Gefahr durch Trolle, John Oliver's Last Week Tonight, die Washington Post und Journalismus. Ergänzungen erwünscht.

  • DATENSCHUTZ Politik Digital: Wirtschaft vs. Bürgerrechte: In der Diskussion um die Reform der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung wird der grundlegende Widerspruch zwischen eher bürgerrechtlichen und eher wirtschaftsfreundlichen Positionen deutlich, wie auch schon das Projekt "360°-Sicht Datenschutz-Grundverordnung" des Collaboratory gezeigt hat. Auf Politik-Digital.de gibt Erik Meyer einen Überblick über die aktuelle Entwicklung und die wesentlichen Kontroversen bei dem Thema.

  • TROLLE BuzzFeed: Why We Need To Fight Online Trolls, Not Just Ignore Them: Auf BuzzFeed schreibt die Schriftstellerin und ehemalige Mitherausgeberin von Gawker.com, Emily Gould, über ihre persönliche Erfahrungen mit Trollen. Am Beispiel ihres persönlichen Trolls erklärt sie, warum Trolle ein Problem für unsere Kommunikation im Internet sind und weshalb wir als Gesellschaft etwas dagegen unternehmen müssen. Besonders sexistische Kommentare von Trollen gegen Frauen schaffen ein Klima, dem sich Frauen nicht aussetzen wollen und eher aufhören zu Schreiben als sich dagegen persönlich zur Wehr zu setzen. Das war vor 50 Jahren ein Rückschritt für unsere Kultur, dass ist es auch im Jahr 2014 noch.

  • LAST WEEK TONIGHT The Daily Beast: “Last Week Tonight” Does Real Journalism, No Matter What John Oliver Says: Mir fallen wenig Gründe ein, warum man dem britischen Komiker John Oliver widersprechen sollte. Seine jeden Sonntag in den USA ausgestrahlte Sendung "Last Week Tonight" ist für mich jeden Montagmorgen (auf YouTube) Pflichtprogramm, denn sie stellt meiner Meinung nach das Beste dar, was politischer Journalismus zur Zeit zu bieten hat. Aber für Oliver ist die Sendung kein Journalismus, wo ihm Asawin Suebsaeng auf The Daily Beast zum Glück lesenswert und gut begründet widerspricht.

  • THE WASHINGTON POST Politico.com: Jeff Bezos’ plan for The Washington Post: Auch ein Jahr nach dem Kauf der Washington Post durch Amazon-Gründer Jeff Bezos rätseln Medienanalysten immer noch darüber, was Bezos mit der Zeitung vor hat. Dylan Byers lässt deshalb in einem lesenswerten Beitrag auf Politico.com die Entwicklung der letzten Monate Revue passieren und gibt einen interessanten Einblick in die Zeitung unter Jeff Bezos, der hier, auch wenn er sich wohl nur sehr wenig in das Tagesgeschäft einmischt, an der digitalen Zukunft des Journalismus arbeitet.

  • JOURNALISMUS torial Blog: Feldforschung Journalismus: Auf dem torial-Blog gibt Marcus von Jordan einen lesenswerten Einblick in seine beim Aufbau von torial gesammelten Erkenntnisse über Journalismus und die ihn betreibenden Akteure. In seinem Fazit kommt von Jordan zu dem wichtigen Gedanken, dass Journalismus kein "Return on Investment“§ sein darf, denn "wenn er nur noch wert ist, was der Endkonsument dafür bezahlen will, dann ist das ganz schlicht demokratiegefährdend".

Auf Startnext.de kann noch die nächsten 28 Tage das Crowdfunding-Projekt unserer Autorin Gina Schad unterstützt werden: "Durchgedreht mit…".


Merle Miller5 Lesetipps für den 2. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um Videospiele im Schulunterricht, Transparenz in den Medien, das Tor-Projekt, Googles Pflicht-Apps und Bendgate. Ergänzungen erwünscht.

  • VIDEOSPIELE Golem: Videospiele gehören in den Schulunterricht: Wissenschaftler sind sich einig, dass Videospiele mehr sind als ein Training für die Hand-Augen-Koordination. In Spielen werden nämlich Geschichten erzählt und Welten entworfen, die Szenarien dabei sind inzwischen realistischer und gesellschaftskritischer geworden. Sie sprechen Emotionen an und die Spieler sind gefordert, diese Welten zu hinterfragen. Deshalb sollten Videospiele in der Schule diskutiert statt ausgeschlossen zu werden, denn das Verständnis für digitale Spiele und der Umgang mit diesen sei im Lehrplan genauso wichtig wie Filme und Bücher. Schließlich haben auch Filme haben einmal einer Zeit angehört, in denen sie nicht auf sehr viel Verständnis gestoßen sind.

  • JOURNALISMUS der Freitag: Der gläserne Journalist: Anlässlich der Diskussion um eine Klage von zwei Zeit-Journalisten, deren Namen in einer Folge der ZDF-Sendung "Die Anstalt" mit verschiedenen Lobbygruppen in Zusammenhang gebracht worden sind, wurde das Add-on Cahoots entwickelt, mit dem User Verbindungen von Journalisten zu Lobbygruppen einsehen können. Beim Surfen auf Nachrichtenseiten sieht der User manche Autorennamen rot hinterlegt, fährt er dann mit der Maus darüber, werden die Lobbygruppen angezeigt und jeweils eine Quelle dazu. Mit Cahoots werden also eigentlich nur schon öffentlich zugängliche Informationen gesammelt, aber diese sind nun einfacher abzurufen. Deshalb stellen sich für Journalisten die zwei Fragen: Wie viel Transparenz brauchen wir und wie viel Transparenz wollen wir?

  • TOR Zeit Online: Tor könnte bald in jedem Firefox-Browser stecken: Etwa zweieinhalb Millionen Menschen weltweit nutzen die Open-Source-Software Tor, um sich anonym im Internet zu bewegen. Ginge es aber nach Andrew Lewman, dem Executive Director des Tor-Projekts, könnten es in Zukunft schon 500 Millionen sein. Grund dafür ist eine Meldung in der Mailingliste für Tor-Entwickler, in der die Rede davon ist, ein bestimmtes Unternehmen wolle Tor als "privaten Browsing-Modus" in seinen Browser integrieren. Der Browser, um den es geht, habe "einen weltweiten Marktanteil von zehn bis 20 Prozent, bei grob geschätzt 2,8 Milliarden Internetnutzern". Und diese Beschreibung trifft am besten auf den Firefox-Browser von Mozilla. Allerdings wollen weder Lewman noch Mozilla bestätigen, dass sie miteinander verhandeln.

  • GOOGLE heise online: Android-Geräte müssen mit 20 Google-Apps ausgeliefert werden: Google hat die Bedingungen, unter denen Hardware-Hersteller ihre Android-Geräte mit dem Google-System ausliefern dürfen, verschärft. Statt wie der gewohnt neun Pflicht-Apps müssen in Zukunft stolze 20 Google-Apps vorinstalliert und vom Homescreen aus oder in einem Unterordner zugängig sein. Die Begründung dafür liegt nicht nur darin, dass Google seine eigenen Dienste so stärker verbreiten und die Werbeeinnahmen steigern kann, sondern auch, dass Google selbst etwaige Sicherheitslücken in beispielsweise Chrome schnell beheben könnte.

  • BENDGATE ZDNet: Bendgate: Apple entzieht Computer Bild Testgeräte: Weil "Computer Bild" in einem Redaktionsvideo gezeigt hat, wie sich das iPhone 6 plus verbiegen lässt, hat Apple dem Magazin sämtliche Testgeräte entzogen und zudem Event-Einladungen für dessen Redakteure zurückgezogen. Apple selbst wies den Vorwurf, seine neuen Geräte ließen sich aufgrund von Fehlern verbiegen, jedoch zurück und erklärt, dass sowohl das iPhone 6 als auch das iPhone 6 plus so angefertigt seien, dass sie stabil wären. Es hatten bislang auch nur neun Kunden verbogene iPhones gemeldet. Das tut aber dem Trend keinen Abbruch, Videos und Bilder über verbogene iPhones unter dem Hashtag "Bendgate" im Internet zu verbreiten.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten "vorgeblättert" START.


Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 1. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um Günther Oettinger und Google, Instagram im Journalismus, Sorgenfalten im Silicon Valley, Uber, sowie den Medienwandel. Ergänzungen erwünscht.

  • EU-KOMMISSION CNET: With new commissioner, Google faces tough times in Europe: Günther Oettinger hat bei der Anhörung vor dem Europäischen Parlament als möglicher EU-Kommissar für die Digitalisierung der Europäischen Unionen keinen guten Auftritt hingelegt. Seine Antworten zeigten, dass er von der Materie noch nicht sehr viel versteht, was man zum Glück nicht über seine Mitarbeiter sagen kann. Für CNET-Reporter Stephen Shankland wird Oettinger aber vor allem für Google ein schwerer Verhandlungspartner in Brüssel und das nicht nur wegen dem fehlenden Verständnis für die Materie.

  • INSTAGRAM Medienpraxis: Wie Journalisten Instagram nutzen können: Seit März nutzen wir Instagram für die Verbreitung unserer Artikel, Konferenzberichterstattung von unterwegs, aber auch Interviews und Videos. Instagram wird für Medien immer relevanter, wie uns Felicitas Hackmann in zwei lesenswerten Gastbeiträgen im Mai (hier und hier) erklärte. Auf seinem Blog Medienpraxis schreibt der freie Journalist Heiko Kunzmann über internationale Beispiel, wie Instagram im mobilen Journalismus eingesetzt wird. Eine prima Ergänzung zu den Artikel von Felicitas Hackmann.

  • SILICON VALLEY t3n: Kommt die IT-Blase?: Kritischere Töne aus dem Silicon Valley hört man nur sehr selten, doch der ehemaligen Netzpiloten-Leiter und jetziger t3n-Korrespondent Andreas Weck hat sie gefunden: drei Risikokapital-Manager warnen davor, dass es aufgrund der hohen Burn-Rates viele Startups nicht aus eigener Kraft schaffen zu überleben. Zwei Wege führen aus dieser möglich entstehenden Krise: Startups, die besser auf ihre Finanzen achten oder Investitionen in vertrauenswürdigere Startups. Beides gibt es übrigens in Hamburg und Berlin.

  • UBER Vox: Economists explain why they love Uber so much: Auf Vox.com erklärt Dylan Matthews, von einer Umfrage unter Wirtschaftswissenschaftlern ausgehend, warum diese Dienste wie Uber oder Lyft mögen. Neben den persönlichen Nutzungserfahrungen, die aufgrund der schlechten Taxi-Branche in der USA noch einmal viel positiver ausfallen als hierzulande, liegt es vor allem am Wettbewerb, den die neuen Anbieter schaffen. Und Wettbewerb, so die Wirtschaftswissenschaftler, schafft Wohlstand. Hätten wir das auch einmal geklärt.

  • MEDIENWANDEL Newsroom.de: Zeitungsforscher Günther Rager fordert: Schluss mit der Bescheidenheit: In einem Gastbeitrag auf Newsroom.de geht der Dortmunder Zeitungsforscher Günther Rager der Frage nach, wie die Zukunft der Printmedien aussieht. Dabei betont er aber, meiner Meinung nach vollkommen korrekt, dass es in erster Linie nicht um den Inhalt geht, also Journalismus, sondern wie dieser verpackt wird – digital und/oder gedruckt auf Papier? Und auch in einem weiteren Punkt stimme ich mit Rager vollkommen überein: Medien müssen starke Marken werden.

Auf Startnext.de kann noch die nächsten 30 Tage das Crowdfunding-Projekt unserer Autorin Gina Schad unterstützt werden: "Durchgedreht mit…".


Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 30. September

In unseren Lesetipps geht es um Gerüchte im Journalismus, Regulierung, Netflix zieht mit dem Kino gleich, Internet in China und Nachrichten auf YouTube. Ergänzungen erwünscht.

  • JOURNALISMUS NYTimes.com: Why Rumors Outrace the Truth Online: Auf der Website der New York Times schreibt Brendan Nyhan über ein interessantes Problem der modernen Medienwelt: für Empörung und Aufregung sorgende Geschichten werden öfters geteilt als die späteren Richtigstellungen und neuesten Erkenntnisse über die Fälle. Gerüchte sind eben interessanter als die Fakten, was die in den letzten Jahren geschrumpften Redaktionen eigentlich veranlassen sollte, ihre Fakten vor Veröffentlichung noch besser zu prüfen. Aber selbst wenn das personell noch möglich wäre, würde das Reichweiten kosten und darum scheint es immer öfters zu gehen. Eine gefährliche Entwicklung im Journalismus.

  • REGULIERUNG Inc.com: Tech-Friendly Cities Struggle with New Biz Rules: Technologie stellt für Althergebrachtes stets eine Herausforderung dar, selbst in Deutschland ist das zeitgleich zu den USA an Beispielen wie Uber oder Airbnb zu sehen. Dort auf beiden Seiten des Atlantiks wird zu schnell nach Regulierung seitens der Politik gerufen. Gerade Städte, die bisher einen Ruf als innovative Zentren des digitalen Fortschritts genossen, verspielen damit ihr Kapital anstatt nach neuen Lösungen für die vermeintlichen Probleme zu suchen, die durch die Technologien entstehen. Philip Marcelo schildert auf Inc.com die Debatte am Fall der US-amerikanischen Stadt Boston.

  • NETFLIX VentureBeat: In streaming media landmark, Netflix will show 'Crouching Tiger' sequel same day as theaters: Es ist nur eine kurze Meldung von Mark Sullivan auf Venturebeat.com, aber eine mit weitreichenden Folgen für die gesamte Unterhaltungsindustrie: Netflix hat sich mit dem unabhängigen Filmstudio Weinstein Company darauf verständigt, dass die Fortsetzung von Ang Lees "Tiger & Dragon" zum Kino-Start gleichzeitig auch ohne Extrakosten auf Netflix angeboten wird. Das wird eine Premiere, aber Netflix arbeitet bereits angeblich an weiteren derartigen Deals. Das es so kommen wird, war abzusehen, trotz der Proteste der Filmindustrie.

  • CHINA Foreign Policy: An Internet Where Nobody Says Anything: Auf Foreignpolicy.com schildert David Wertime den Fall des chinesischen Professors Ilham Tohti, der Mitglied der muslimischen Minderheit der Uiguren ist und der einen Blog namens UygurOnline gründete, um eine bessere Verständigung zwischen Uiguren und Han-Chinesen zu erreichen. Doch die chinesische Regierung sperrte Tohti für sechs Jahre ins Gefängnis, anstatt die Möglichkeiten der harmonischen Verständigung durch das Internet zu nutzen. Der Fall ist ein lesenswertes Beispiel, was für ein Internet sich politische Eliten wünschen – ein Einbahnstraßen-Kanal für Propaganda, ohne Möglichkeit der Partizipation – und wie stark es im Kontrast zu den Nutzungsmöglichkeiten steht.

  • YOUTUBE Siliconrepublic.com: Interview with Cenk Uygur: Nachrichten ist der auf YouTube zuletzt am stärksten wachsende Bereich, denn während hierzulande wohl nur "Jung & Naiv" zu Bekanntheit gelangt ist, sind anderswo Nachrichten-Formate auf YouTube sehr gefragt. Colm Grey hat sich für Siliconrepublic.com mit Cenk Uygur unterhalten, der den ältesten News-Channel auf YouTube leitet und daraus ein Nachrichten-Netzwerk gemacht hat. Noch verdienen YouTube-Kanäle nicht genauso viel wie TV-Sender, aber wenn sie es eines Tages schaffen, ist das Fernsehen endgültig erledigt.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten "vorgeblättert" START.


[1][2][3][4][5][6][7][8]...[85][86][87]Ältere Beiträge