Wir starten das Buzzword-Glossar (Teil 3)

buzzword-glossar

„Egal, ob Shitstorm, Community-Awareness oder klassische Content-Trigger: Am Ende des Tages müssen die KPIs stimmen.“

Habt Ihr diese Phrasen auch schon einmal gehört oder beschäftigt Ihr euch in Meetings mittlerweile lieber mit Buzzword-Bingo, weil Ihr nur noch Bahnhof versteht? Netzpiloten.de bringt mit dem Buzzword-Glossar Licht ins Dunkel und erklärt, was eure Kollegen euch eigentlich wirklich sagen wollen.

Das Netzpiloten-Buzzword-Glossar ruft euch außerdem zum mitmachen auf. Wir werden regelmäßig neue Buzz-Wörter präsentieren, sie erklären und Stück für Stück in eine alphabetische Reihenfolge einfügen, sodass wir mit der Zeit ein Glossar von A – Z angelegt haben. Also erzählt uns, welches Buzzword euch am meisten Kopfzerbrechen bereitet.

Beziehungs-Management, das:

Seriöser Nachfolger des Networking. Bietet eine hervorragende Möglichkeit, das seit den 80er Jahren etwas verpönte Wining & Dining politisch korrekt in den Berufsalltag des Jahres 2012 zu integrieren. Traditionell Hauptbeschäftigung extrem produktiver Berufsgruppen (Lobbyisten, PR-Berater, Stromberg)

Verwendungsbeispiele:

  • „Nachhaltiges Beziehungs-Management ist das A und O für unser Unternehmen“: Bedeutet: Lahmende Schreibtischhengste und akribische Faktenhuber sind zum Abschuss frei gegeben. Die Zukunft gehört den Spesenrittern der Schwafelrunde.

Weitere Begriffe: Facility Management, PR-Management, Psychologie heute

 

Cloud, die:

Für Trendforscher in etwas so bedeutend wie Justin Bieber für Zahnspangenträgerinnen. Mega! Steht für den ganz großen gesellschaftlichen Paradigmenwechsel. Der bewusste Verzicht von Besitz als neues Statussymbol. Beschäftigung für Generationen von Soziologen.

Verwendungsbeispiele:

  • „Nee, das hab ich alles in der Cloud:“: Bombensichere Taktik, um sich auf Partys als zeitgemäßer Vollchecker zu outen.

Weitere Begriffe: Klaut, Claude, DriveNow, ZebraMobil

 

Social Media Hub, der:

Von Zynikern hierzulande liebevoll SM-Hupe genannt. Drückt man selbige, erzielt man im besten Fall Aufmerksamkeit. Also: Alles an Tweets, Posts, Videos zusammen kratzen und kräftig tröten. Irgendjemand wird schon im digitalen Nirwana vorbei schauen. Wenn auch nur aus Mitleid.

Verwendungsbeispiele:

  • Vorstand: „Wir brauchen einen gescheiten Social Media Hub!“: Bedeutet: „Sehen Sie zu, wie Sie aus diesem Social Media-Gedöns endlich eine vorzeigbare Erfolgsgeschichte machen“

Weitere Begriffe: Social Media Newsroom, Buzz Volume, Nirvana

 

Markenkern, der:

Wenn alles schon gegessen ist, bleibt selbiger in Meetings meist noch übrig. Wer ihn zur Sprache bringt, wird mit einer Meeting-Verlängerung bestraft, die gefühlt alle Folgen von „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ überdauert. Echte Sitzungsprofis bohren deshalb tiefer und versuchen gleich die Marken-DNA frei legen. Das Ergebnis ist in der Regel ein Workshop.

Verwendungsbeispiele:

  • „Unser Markenkern sieht etwas anderes vor!“: Bedeutet: Ihre Kampagnenidee finde ich Mist.

Weitere Begriffe: Workshop, Burnout, Jakobsweg

 

Pitch, der:

Zwangloses und im besten Fall inspirierendes Happening. Für Unternehmen die effizienteste Art, an neue Ideen zu kommen. Für Agenturen die beste Art, mögliche Freizeitprobleme ihrer Mitarbeiter fürsorglich zu lösen.

Verwendungsbeispiele:

  • „Oh, ich muss noch den Pitch vorbereiten“: Entschuldigung von – meist jungem – Agenturvolk um sich vor langweiligen Veranstaltungen zu drücken und gleichzeitig Wichtigkeit zu simulieren.

Weitere Begriffe: unbezahlter Pitch, Betriebsrat, Woodstock

 

Myrjam Ansorge

ist PR Managerin bei cocodibu, wo sie hauptsächlich Kunden aus dem Online-Bereich, u.a. die Netzpiloten, berät. Privat ist die Wahl-Münchnerin ein großer Fan von stundenlangem Internetsurfen und Skifahren. Außerdem schreibt sie für das Pop-Feuilleton philibuster.de.


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