Windows Mobile 7 – Konsole oder Handy?

Auf der World Mobile Conference in Barcelona hat Microsoft gestern zum Generalangriff gegen Googles Android und das heiß ersehnte iPhone OS 4 geblasen. Es erinnert sehr an die Oberfläche des MP3/Video-Players namens Zune HD, der den iPod vom Thron stoßen sollte. Das Schöne daran ist, dass man sich seine Startseite künftig völlig frei selbst zusammenstellen kann – mithilfe sogenannter tiles, die man mit beliebigen Inhalten und Links zu Applikationen bestückt.

Für die Gamer unter den Microsoft-Kunden wurde neben dem Mediaplayer Zune die Integration des Xbox-Online Dienstes XboX Live bekanntgegeben, sodass nun eine kleine Konsole aus Handys mit WM7 entstehen kann – natürlich nur bei leistungsfähiger Hardware.
Mindestens werden die bekannten Spiele, die auch schon auf dem Zune HD laufen spielbar sein. Böse Zungen könnten also behaupten, dass die Jungs und Mädels aus Redmond nun einfach ihren Quasi-iPod zu einer Plattform für ein Quasi-iPhone erweitern. Ich kenne übrigens sehr viele Leute, die ihr iPhone nur wegen der Spiele in starker Beanspruchung haben. Insofern ist das also konsequent nachgemacht.

Die optischen Neuerungen auf der Oberfläche sollen die Möglichkeiten der kapazitiven Displays besser nutzen und somit eine deutliche bessere Benutzerfreundlichkeit gewährleisten. Ob der Office-Bereich profitiert bleibt fraglich, weil Office Mobile, SharePoint, OneNote und Mailclient noch nicht per se mobiltauglich sind. Ende 2010 werden dann HTC, Samsung, LG,Toshiba und Garmin ihre Smartphones auf WM 7 vorstellen und wir sind gespannt, ob das iPhone OS 4, das nächsten Monat erscheint bis dahin den Abstand noch weiter erhöht hat. Der Marktanteil, der neulich noch 25% betrug, ist mittlerweile bei 10% angekommen. Ob Microsoft die herben Verluste an Marktanteilen dann in einem Jahr mit WM 7 ausgleichen kann, darf heftig bezweifelt werden. Denn dieses Jahr wird Android seine Position über Motorola, HTC und ander extrem ausbauen und sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Apple liefern. Wenn zwei sich streiten, wird der Dritte möglicherweise schlicht übersehen.

Wer tiefer einsteigen will, schaut bei gizmodo nach.
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Jörg Wittkewitz

  ist seit 1999 als Freier Autor und Freier Journalist tätig für nationale und internationale Zeitungen und Magazine, Online-Publikationen sowie Radio- und TV-Sender. (Redaktionsleiter Netzpiloten.de von 2009 bis 2012)


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