Twitter-Klons: Heello und Subjot

Still ist es geworden um Twitter. Abgesehen vom Activity Stream, wo jetzt jeder sieht, wer wann welche neuen Follower hat oder oft retweetet wird. Aber ist das so interessant? Jeden Tag liest man auf Google+, dass der eine oder andere zugunsten von Googles neuem Spielzeug bei Twitter oder Facebook die Türen zusperrt. Eigentlich ist das keine gute Zeit für Twitter-Klons. Aber da diese seit einiger Zeit in der Entwicklung sind, konnten die Gründer ja nicht ahnen, dass Google so schnell so viele Nutzer anziehen würde. Mit Heello und Subjot sind diese Woche zwei Dienste gestartet, die noch vor 6 Wochen Furore gemacht hätte, zumindest Subjot, denn das ist wirklich ganz sinnvoll ausgestattet.

TwitPic-Gründer Noah Everett hat nun nichts mehr zu lache, seit Twitter seinen Foto-Dienst quasi mit eigener Direct-Upload-Funktion vereinnahmte. Aber auch mit seinem Konkurrenzprodukt zu Twitter namens Heello hat er nichts Neues erfunden: seine tweets heißen ping und man kann direct messages mit ganzen Gruppen teilen, dass sind aktuell die Alleinstellungsmerkmale. Subjot ist grundsätzlich auch mit Twitter vergleichbar. Es gibt jedoch eine Möglichkeit, seine tweets (subjots) mit Etiketten zu versehen (tags), sodass man dann bestimmten Leuten folgen kann in bezug auf ihre Themen. Das macht für mich deutlich mehr Sinn. Es wäre – ohne Google+ – sicher heute der Burner, denn es sieht schick aus ist performant (zumindest bisher). Im Grunde wünscht man genau diese Funktionen für Google+ (das differenzierte Folgen nach Themen). Subjot ist daher wirklich zuende gedacht. Aber es ist eben noch recht leer in beiden Diensten, der Robert Scoble Effekt hat noch nicht eingesetzt.

Schaut es Euch an, bei Heello ist seit gestern schon etwas mehr los, bei subjot überzeugt die Idee. Aber beides sind „nur“ Twitter-Klone. Mal sehen, ob und wie sie erweitert werden.

Ob Twitter durch seine andere neue Funktion Show me more
mehr Nutzer halten kann, wer weiß? Analysetools für Twitter gibt es wie Sand am mehr. Aber vielleicht ist es ja Teil des Twitter-Ökosystems, nach und nach alle erfolgreichen Funktionen, die Dritte geliefert hatten selbst anzubieten. Apple ist ja auf diesem Ohr auch besonders hellhörig, wenn man den AppStore beobachtet. Es scheint, dass das Thema Ökosystem rund um Software-Plattformen seine Kinder auffrisst. Das kann für Startups und Neugründer nur heißen, ganz neue Züge auf ganz neue Gleise zu setzen…

Jörg Wittkewitz

  ist seit 1999 als Freier Autor und Freier Journalist tätig für nationale und internationale Zeitungen und Magazine, Online-Publikationen sowie Radio- und TV-Sender. (Redaktionsleiter Netzpiloten.de von 2009 bis 2012)


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4 comments

  1. Die Anmeldung bei Subjot kann derzeitig ausschließlich Autorisierung über Twitter oder Facebook erfolgen. Auf der Twitter-OAuth-Seite kann man dann beispielsweise lesen:

    Diese Applikation kann:
    – Tweets aus deiner Timeline lesen.
    – sehen, wem Du folgst, und neuen Leuten folgen.
    – Dein Profil aktualisieren.
    – Tweets für Dich veröffentlichen.

    Das kann man mögen, muss man aber nicht. Ob die Freunde der Geschwister Carella, die ja laut About-Seite an diesem Projekt werkeln, auch meine Freunde sind, habe ich noch nicht entschieden, weshalb ich sie auch einstweilen noch nicht in meinen persönlichen Daten stöbern und Meinungsäußerungen in meinem Namen veröffentlichen lassen möchte.

    Übrigens: Ein Klick auf dein Antlitz über dem Artikel rechts liefert eine 404. Der Name unter dem Artikel ist dagegen richtig verlinkt.

    1. Hi Jens.

      Danke für den Hinweis!

      Naja, es ist ja so, dass man per subjot auch auf twitter publizieren kann. Insofern ist das das Veröffentlichen von tweets zu verstehen. Und man kann natürlich auch tweets aus twitter dort lesen, wenn man will. Mir gefällt eben die Umsetzung der Idee, Themen von Leuten zu folgen. Mal sehen, wie es sich entwickelt. Grundsätzlich gilt hier wie überall im Web „Ockhams Pinsel“, was Du mit wenig Tools machen kannst, das löse gefälligst auch mit wenigen Werkzeugen und verhedder Dich nicht im Wald der Möglichkeiten.

      Ja, das mit dem Klick auf die Benutzerfotos funktioniert nicht bei der single.php, wir haben noch nicht herausbekommen, warum, manchnmal geht es eben…

      Update 14:00 Uhr : Der technische Herrscher der Riff-Kabylen hat das Problem mit den Links auf Autorenfotos gelöst!
      Danke dafür!

  2. Sicherlich ist Subjot, wie du ja schon schreibst, was die Konzeption betrifft, das bessere Twitter. Als unglücklich empfinde ich lediglich die Vorgabe, sich ausschließlich über konkurrierende Services einschließlich deren Freigabe anmelden zu können. Heello geht da meines Erachtens den sympathischen Weg, indem man sich zunächst mit frei gewählten Daten anmelden kann und dann bei Bedarf entscheidet, ob man seine Twitter- oder Facebook-Konten damit verknüpfen will.

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