All posts under Soziale-Netzwerke

Protest in unserer Gesellschaft: Wo Social Media versagt

Black Lives Matter (Bild: The All-Nite Images [CC BY-SA 2.0], via Flickr)

Proteste via Social Media verkommen immer mehr zum Störgeräusch statt wirkliche Veränderungen hervorzurufen. // von Imaani El-Burki

Black Lives Matter (Bild: The All-Nite Images [CC BY-SA 2.0], via Flickr)

Die öffentliche Reaktion auf die Morde an Michael Brown und Eric Garner haben diverse Vergleiche mit den Bürgerrechtsbewegungen der 1960er hervorgerufen. Es gibt aber eine Menge Unterschiede zwischen den Ereignissen vor rund 50 Jahren und heute – einer der wichtigsten ist hierbei das Vorhandensein des Internets.

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Die 5 Instagram-Trends, die man 2015 im Auge behalten sollte

Virale Videos werden auf Instagram relevanter

Im Gastbeitrag erklärt Iris Vermeren, Community Managerin bei Brandwatch, fünf in diesem Jahr kommende Trends auf Instagram. // von Iris Vermeren

Virale Videos werden auf Instagram relevanter

 

Instagram lässt kein Anzeichen des Nachlassens erkennen. Der mobile Foto-Sharingdienst rühmt sich aktuell mit 300 Millionen aktiven Nutzern und ist das soziale Netzwerk für bildbasiertes Social-Media-Marketing. Mehr als 42 Prozent der Online-Marketer planen, ihre Nutzung von Instagram in 2015 auszuweiten. Tatsache ist, dass Marketer, die mehr als 40 Stunden in der Woche auf Social Media-Plattformen verbringen, ihren Gebrauch von Instagram in 2015 um insgesamt sogar 49 Prozent steigern möchten. Weiterlesen »

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Wie aktiv sind Politiker in sozialen Netzwerken?

Social Media (Bild: kropekk_pl [CC0], via Pixabay)

Soziale Netzwerke sind auch für Politiker von immer größerer Bedeutung, wie der Politik- und Kommunikationsberater Martin Fuchs anhand der Aktivität der Bundestagsabgeordneten bei Facebook, Google+ und Twitter nachweist. // von Lars Sobiraj

Social Media (Bild: kropekk_pl [CC0], via Pixabay)

Martin Fuchs hat sich selbst zum „Hamburger Wahlbeobachter“ erkoren. In Zusammenarbeit mit Technikern hat er mehrere Portale erschaffen, die die Aktivität von Personen und Organisationen in sozialen Netzwerken analysieren und vorstellen. Zwar ist die Präsentation in erster Linie Werbung in eigener Sache, zumal Fuchs als Kommunikationsberater tätig ist. Dennoch kommen dabei recht spannende Ergebnisse zutage.

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5 Lesetipps für den 7. Januar

In unseren Lesetipps geht es heute um die Netzpolitik in 2014, Amazon-Gründer Jeff Bezos, Social Media, das Freihandelsabkommen TTIP und wertvollen Content. Ergänzungen erwünscht.

  • NETZPOLITIK Collaboratory: Die Netzpolitik 2014 war ein Erfolg, aber nicht in der Politik: Nicht nur als jemand, der sich auch privat im netzpolitischen Think Tank Collaboratory e.V. engagiert, freue ich mich zu jedem Jahreswechsel auf den Rückblick von CoLab-Geschäftsführer Sebastian Haselbeck auf die Netzpolitik im vergangenen Jahr. Sein Beitrag über 2014, was für die Netzpolitik ein wichtiges Jahr war, wird diesem Fakt auch gerecht. Besonders nachdenkenswert fand ich Haselbecks Sichtweise auf das Nichendasein der Netzpolitik und was es braucht, damit eine bessere Politik stattfindet.

  • JEFF BEZOS Fast Company: The Real Story Behind Jeff Bezos’s Fire Phone Debacle And What It Means For Amazon’s Future: In der Vorweihnachtszeit ist Amazon in Deutschland immer ein Thema – entweder wegen dem Protest der Gewerkschaften oder der Frage, ob die Lieferungen rechtzeitig ran kommen. Dabei wird oft der Kopf dahinter, Jeff Bezos, medial vergessen. Austin Carr ist mit diesem Artikel auf Fast Company ein spannendes Proträt des Amazon-Gründers gelungen, dass unabsichtlich eine spannende Ergänzung zu Brad Stones „Der Allesverkäufer“ darstellt. Bei aller berechtigten Kritik an Amazon, warum Jeff Bezos nicht mindestens genauso hoch eingeschätzt wird wie Steve Jobs, verstehe ich persönlich nicht.

  • SOCIAL MEDIA Medium: A Teenager’s View on Social Media: Andrew Watts ist 19 Jahre alt und Student an der Universität von Texas. Ein weißer US-amerikanischer Jugendlicher aus einer westlichen Industrienation und damit – ganz ironiefrei – ein vermeintlicher Experte für moderne Technologien und Social Media. In einem Beitrag auf Medium setzt sich Watts mit den sozialen Netzwerken und Apps auseinander, die er und seine Freunde nutzen, wie z.B. Facebook (gut für Gruppen), Instagram (meistgenutztes Medium), Twitter (unverständliches Netzwerk, um Fremden zu folgen oder von ihnen gefolgt zu werden), Snapchat (wird immer beliebter), Tumblr (ähnlich wie Twitter, nur anonymer), Yik Yak (die wohl heißeste App zur Zeit) und Medium (die überzeugenste Blogging-Plattform). Ein sehr interessanter Meinungsbeitrag.

  • TTIP Handelsblatt: Gabriels TTIP-Berater fühlen sich übergangen: Das Verhältnis von Zivilgesellschaft und Politik ist stets interessant und meist von vielen Missverständnissen geprägt, denn was nach Faktenlage richtig ist, muss noch lange nicht die richtige Politik sein oder dieser passen. Jüngstes Beispiel ist der von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel einberufene TTIP-Beirat, der sich von Gabriels politischen Aussagen her als zunehmend das begreift, was er wohl ist: eine PR-Aktion. Gabriel ist politisch abhängig vom Erfolg der Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen, egal was die Experten dazu sagen. Die reagieren nun mit einem offenen Brief, in dem sie wissen wollen, ob ihre Meinung überhaupt von Gabriel Ernst genommen wird.

  • CONTENT Digiday: HuffPost CEO Jimmy Maymann: ‚A great year for digital media‘: Während sich mit den Krautreportern ein paar Journalisten auf der Suche nach werbefreien und damit angeblich unabhängigeren Journalismus machen, macht sich das Blogging-Medium Huffington Post in eine andere Richtung auf. „Ich bin froh über den Wechsel von der rechten Randspalte zum Content.“, sagt der Huffington Post-CEO Jimmy Maymann im Interview mit Eric Blattberg und sieht mit Formaten wie Native Advertising oder Programmatic Buying bessere Möglichkeiten mit Inhalten auch Geld zu verdienen. Ein interessantes Interview auf Digiday, dass einen zunehmenden Trend für dieses Jahr aufzeigt: Content ist wieder König.

Die morgendlichen Lesetipps und weitere Linktipps am Tag können auch bequem via WhatsApp abonniert werden. Jeden Tag informiert dann Netzpiloten-Projektleiter Tobias Schwarz persönlich über die lesenswertesten Artikel des Tages. Um diesen Service zu abonnieren, schicke eine WhatsApp-Nachricht mit dem Inhalt arrival an die Nummer +4917622931261 (die Nummer bitte nicht verändern). Um die Nachrichten abzubestellen, einfach departure an die gleiche Nummer senden. Wir werden, neben dem Link zu unseren morgendlichen Lesetipps, nicht mehr als fünf weitere Lesetipps am Tag versenden.

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5 Lesetipps für den 1. Dezember

In unseren Lesetipps geht es heute um Google+, einen Selbstversuch als Uber-Fahrer, Selfies, Internet-Monopole und den Wandel des Vice Magazin. Ergänzungen erwünscht.

  • GOOGLE+ Medium: Thoughts on Google: Meine Medium-Community herzte das ganze Wochenende über folgenden Text der ehemaligen Google-Mitarbeiters Chris Messina, der sich in seinem Blogeintrag mit dem sozialen Netzwerk Google+ auseinandersetzt. Auch wenn ich sein Urteil, dass Google+ vollkommen überflüssig ist, so nicht teilen unbedingt kann, ist seine Begründung lesenswert, wie auch der Socialmediawatchblog meint: „womöglich der wichtigste Text, der diese Woche über Social Media, digitale Monopole (Stichwort: Facebook), Privacy und informationelle Selbstbestimmung geschrieben wurde“.

  • UBER Jetzt.de: Selbstversuch als Uber-Fahrer in München: Für Jetzt.de hat Jan Stremmel den Selbsttest gemacht und ist eine Nacht als Uber-Fahrer durch München gefahren. Dabei fallen zwei Sachen auf: Zum einen scheint er dabei wirklich viel Spaß gehabt zu haben und viele interessante Leute kennengelernt zu haben, was sich mit meinen Eindruck von den meisten Uber-Fahrern in Berlin deckt. Und zum anderen, dass sich das Geschäft auch in München, wo der festgelegte Kilometerpreis mehr als doppelt so hoch ist wie in Berlin, einfach nicht lohnt. Am Ende zahlt Stremmel für seinen als angenehme Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr wahrgenommenen Dienst noch drauf.

  • SELFIE Quartz: How the selfie is boosting demand for plastic surgery: Auf Quartz setzt sich Hanna Kozlowska mit einer Studie des American Academy of Facial Plastic and Reconstructive Surgery auseinander, demnach ein Drittel der befragten Patienten ihre Schönheitsoperationen zur Verbesserung ihres eigenes Bildes in den sozialen Medien vornahmen lassen. Einerseits lassen Selfies uns sich mehr mit unserem Selbstbild beschäftigen, was sich auch positiv aufs Selbstvertrauen auswirken kann, andererseits ist dieser Trend zur Optimierung, um es diplomatisch auszudrücken, ein wirklich beunruhigendes Zeichen für Narzismus.

  • MONOPOLE The Economist: Everybody wants to rule the world: Der FC Bayern München muss… äh… Google muss zerschlagen werden, denn erfolgreiche Unternehmen auf dem Weg zu Monopolen stellen eine Bedrohung dar. Die Diskussionen der letzten Woche um Googles Marktmacht nahmen immer lächerlichere Züge an und mündeten in einem Antrag des mit der deutschen Zeitungsbranche eng verbundenen Europaabgeordneten, dass derartige Unternehmen, also erfolgreich und nicht aus Europa, zerschlagen werden müssen. Wer sich einmal ernsthafte Gedanken über Internet-Monopole machen will, dem sei dieses Briefing des Economist empfohlen, dass sich auf sehr hohem Niveau mit der Thematik auseinandersetzt.

  • VICE taz: Das Magazin „Vice“ expandiert: Auf taz.de stellt Fatma Aydemir das wohl zur Zeit rentabelste Magazin vor, dass es gibt: Vice. Ich habe das Magazin seit 2008 nicht mehr aufmerksam gelesen. Davor hat es mich begeistert, schockiert und unterhalten. Im gleichen Jahr fing der damals 23-jährige Tom Littlewood an, dass Magazin zu leiten und grundlegend zu wandeln. In den USA wurden bereits weitere Kanäle wie Vice News aufgemacht, bald gibt es sie auch hierzulande. Vice könnte bald jede Art von Journalismus abbilden, denn für Littlewood macht das Magazin den besonderen Zugang zu Inhalten aus, nicht unbedingt das Thema an sich. Es wird wohl mal Zeit, einen Blick in das Magazin zu werfen.

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5 Lesetipps für den 25. November

In unseren Lesetipps geht es um Social Media in der Politik, Community im Journalismus, Datenschutz und Big Data, die Arbeitswelt, sowie Flickr. Ergänzungen erwünscht.

  • SOCIAL MEDIA Tagesspiegel: Die Kommunikation über Soziale Netzwerke steigt: Trotz der jährlichen Empfehlung in den Berichten der amtlichen Datenschützer, auf die Nutzung von Social Media zu verzichten, setzen immer mehr Ministerien auf die Kommunikation in den sozialen Netzwerken, wie Christian Tretbar im Tagesspiegel zeigt. Ob und wie aber kommuniziert wird, hängt von den jeweiligen Hausleitungen ab und nicht in den sozialen Netzwerken zu sein, kann auch eine Form von Medienkompetenz sein, wie ausgerechnet die Bundeskanzlerin zeigt (wobei sie als Person anders als ein Ministerium zu bewerten ist).

  • KRAUTREPORTER Zeit Online: „Das Produkt des Journalismus ist die Community“: Auf Zeit Online findet sich ein Interview von David Schmidt mit Jessica Weber und Frederik Fischer von den Krautreportern über das Thema Community. Ein immer wichtiger werdendes Thema im Journalismus, das besonders bei den Kraureportern ausgetestet wird, denn hier haben nur zahlende Abonnenten die Möglichkeit Kommentare zu lesen und zu schreiben. Und auch nur sie werden zu den bisher sehr interessanten Community-Abenden eingeladen, die für mich bisher, trotz der guten Texte, den eigentlichen Mehrwert einer Krautreporter-Mitgliedschaft ausmachen.

  • DATENSCHUTZ Blog von Tabea Wilke: Was ihr wollt: In ihrem Blog kommentiert Tabea Wilke ein Studienergebnis, wonach fast alle Internetnutzer bereit sind, ihre Daten den Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Wilke zeigt auf, dass wenn nicht Big Data das eigentliche Problem ist, also die Erhebung und Verarbeitung von Daten, sondern nur das Geschäft damit, die Unternehmen mit verstärkter Transparenz über den Umgang mit unseren Daten auf die gesellschaftliche Debatte um einen zeitgemäßen Datenschutz antworten müssen. Denn der Zielkonflikt steckt im Bereich Datenschutz und dem Geschäft mit den Daten und weniger unserer Nutzung von datenproduzierenden Diensten.

  • ARBEITSWELT Cicero Online: „Die westliche Unternehmenskultur beruht auf Stress, Schlafentzug und Burnout“: Auf Cicero.de finde sich ein interessantes Interview mit Arianna Huffington. Im Grunde geht es um ihr neues Buch, aber eben auch um das grundlegende Thema, die ihrer Meinung nach falschen Definition von Erfolg in unserer Gesellschaft und die moderne Arbeitswelt. Zwei Bereiche, die sich zumindest in den westlichen Industrienationen ähneln und laut Huffington neu gedacht werden müssen. Huffington erfindet das Rad nicht neu, doch der „Spitzen-Unternehmerin“, wie der Cicero schreibt, lohnt sich immer zuzuhören. Sie benennt interessante Punkte, die diskutiert werden können.

  • FLICKR CNET: Some photographers bristle over Flickr’s selling of photos: Auf CNET schildert Richard Nieva die neueste Kontroverse um Flickr und das mehr Nutzungsfreiheit bietende Lizenzmodell Creative Commons. Flickr hat angefangen, Leinwandkopien von Flickr-Fotos zu verkaufen. Wer sein Foto unter dem klassischen Copyright veröffentlicht hat, bekommt 51 Prozent des Gewinns. Die Fotografen, die ihre Fotos unter Creative Commons der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt haben, bekommen gar nichts. Der Ärger ist vorprogrammiert, hat aber nichts mit Creative Commons zu tun. Die meisten Fotografen haben nämlich gar nichts gegen die rechtskonforme Nutzung von Flickr, sondern hätten sich von Yahoo als Plattformbetreiber nur ein alle Fotografen fairer behandelndes Vorgehen gewünscht. Jetzt wirkt es so, dass die der Gesellschaft Freiheiten einräumenden Fotografen bestraft werden. Nicht von der Gesellschaft, sondern von Yahoo.

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Relevanz statt Penetranz: Nutzer können Facebooks Newsfeed steuern

facebook (adapted) (Image by English106 [CC BY 2.0] via Flickr)

Facebook und Twitter bieten ihren Mitglieder mehr Möglichkeiten für Einstellungen, denn ab sofort soll im Newsfeed Relevanz wichtiger als Penetranz sein. Sowohl per Smartphone als auch über die reguläre Web-Oberfläche können nun alle Facebook-Nutzer ihren Newsfeed mit einem Handgriff optimieren. Entweder nur dieser eine Beitrag oder alle folgenden werden nach Wunsch ausgeblendet. Auch Twitter stellt auf einen hauseigenen Algorithmus um, anstatt den Followern wie bisher ausnahmslos alles anzuzeigen. Es bleibt abzuwarten, ob beziehungsweise wann und in welcher Form Twitter der Initiative von Facebook folgen wird.

Wie stellt man den Facebook-Newsfeed ein?

Rechts oberhalb des Beitrages auf Facebook erscheint wie üblich der Haken nach unten. Mit dem Menüpunkt „Ich möchte das nicht sehen“ wird nur diese eine Meldung verborgen. Mit „Person bzw. Seite XY nicht mehr abonnieren“ verbannt man alle künftigen Postings automatisch aus dem Newsfeed. Wer das bei Freunden tut, muss keine Angst haben. An der Freundschaft zu einer Person ändert diese Einstellung nichts. Wie üblich kann man zudem auch ohne Beitrags-Abo Fan einer Seite sein. Das eine schließt das andere nicht aus. Wer weitere Erläuterungen zur Anpassung des Newsfeeds braucht, wird auf der Hilfeseite von Facebook fündig.

Genauso einfach können übrigens alle Online-Anzeigen eines bestimmten Anbieters im eigenen Newsfeed unterdrückt werden. Mit „Alle Werbeanzeigen von „Anbieter XY“ verbergen“ ist man diese los. Das bedeutet natürlich nicht, dass man die Anzeigen anderer Firmen im Newsfeed ebenfalls unterdrückt, eher das Gegenteil ist der Fall.

Online-Marketing: Relevanz schlägt Penetranz

Der alte Leitspruch gilt jetzt mehr denn je. Wer bei seinen Lesern nicht in Ungnade fallen will, muss ihnen interessante weil relevante Postings bieten. Firmen können über veränderte Öffnungszeiten oder besondere Aktionen und Gewinnspiele informieren. Auch reduzierte Preise von Produkten sind stets von Interesse, weil dabei der eigene Geldbeutel geschont wird.Wer seinen Lesern aber zu viele nervige Postings präsentiert, dürfte jetzt noch schneller die Rechnung quittiert bekommen. Eine hohe Anzahl von Fans ist gut und schön. Personen kann man aber nur dann auf die eigene Webseite locken, wenn bei Facebook der Content stimmt und sie nicht nur Fan sondern auch Abonnent sind und dauerhaft bleiben.

Mitarbeiter von Marketing-Agenturen sollten sich jetzt noch intensiver mit dem Newsfeed-Algorithmus von Facebook auseinandersetzen. Nach eigenen Angaben soll die mathematische Formel den „richtigen Menschen“ die „richtigen Inhalte“ zur „richtigen Zeit“ anzeigen. Wie das im Detail funktionieren soll, weiß nur Facebook selbst. Die Kollegen von t3n haben aber einige Faktoren zusammengetragen, die darüber entscheiden, ob Facebook Ihre nächsten Beiträge bei Ihren Fans und Freunden anzeigt oder eben nicht.

Wenn der neue Newsfeed Schule macht, werden viele andere soziale Netzwerke dem Beispiel des Marktführers folgen.


Image (adapted) „facebook“ by English106 (CC BY 2.0)


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5 Lesetipps für den 11. November

In unseren Lesetipps geht es heute um Netzneutralität in den USA, Kommunikation ohne Internet, das Urheberrecht, Social Media im Wahlkampf und dem Studium. Ergänzungen erwünscht.

  • NETZNEUTRALITÄT Re/code: What President Obama’s Net Neutrality Proposal Means: In einem Blogpost auf Medium erklärt der US-Präsident Barack Obama sein Vorhaben, wie er sich für ein offene Internet einsetzen möchte, indem die Netzneutralität ein wesentlicher Bestandteil der Ordnung darstellt. Amy Schatz und Peter Kafka kommentieren auf Re/code, wie realistisch die Pläne sind, wie die Entwicklung aussehen könnte und das es sich bei Obamas Statement in erster Linie um ein Statement handelt und noch nicht mehr.

  • KOMMUNIKATION Nieman Journalism Lab: Can mesh networks and offline wireless move from protest tools to news?: In Zeiten der Digitalisierung konzentriert sich unsere Kommunikation verstärkt auf das Internet, doch es ist auch (immer noch) die Zeit von politischer Unterdrückung und Folgen der Klimakatastrophe. Demonstranten werden online überwacht, während zum Beispiel Flutopfern keine funktionierende Infrastruktur zur Verfügung steht. Für diese Menschen sind nicht auf das Internet setzende Wege der Kommunikation entscheidend. Susan E. McGregor vom Tow Center for Digital Journalism stellt im Blog des Nieman Journalism Lab einige Tools und die Entwicklung an sich vor.

  • WAHLKAMPF The Huffington Post: Wie Facebook künftig Wahlen entscheiden könnte: In den letzten Wochen haben wir in den Lesetipps verschiedene Artikel zum Einfluss von sozialen Netzwerken bei den kürzlich stattgefundenen Wahlen in den USA kuratiert. Auf der Seite der deutschsprachigen Huffington Post (am besten mit dem Browser-Add-on Clearly lesen) fasst Sebastian Christ die Entwicklungen gut zusammen, gibt einen lesenswerten Überblick zum Thema und ordnet am Beispiel eines historischen Wahlkampfmoments die Bedeutung von Social Media ein.

  • URHEBERRECHT Vox: How copyright law could get you killed: Das Urheberrecht ist im digitalen Zeitalter schon eine wirklich gefährliche Sache. Ein Fall von Wissenschaftlern in den USA zeigt jetzt, dass das Urheberrecht auch tödlich sein kann. Genauer gesagt geht es um das Patentrecht und der Unterschied zum Urheberrecht wird in den bekannten Vox-Cards auch erklärt, weshalb der Artikel trotz der etwas spitz formulierten Überschrift einen interessanten Einstieg in die Debatte um immaterielle Güter und ihren manchmal Schaden verursachenden Schutzgesetzen ist, die zum Wohle der Menschheit gelockert werden müssten.

  • SOCIAL MEDIA The Conversation: Why we banned laptops, iPads and smartphones in lectures: Im australischen The Conversation-Blog schreibt der dänische Professor Bent Meier Sørensen über den Bann von Laptops, iPads und Smartphones in seinem Unterricht. Bei allen Vorteilen von sozialen Netzwerken im Unterricht, zeigt sich in seinen Kursen, dass sich die Hälfte der Studierenden davon ablenken lassen, was wiederum Auswirkungen auf die andere Hälfte der Anwesenden hat. Sørensen steht nicht im Verdacht in Manier des F.A.Z.-Feuilleton die neuen Medien einfach zu verteufeln, viel mehr geht es darum, wie an Anwesenheit gebundener Unterricht in Zeiten der sozialen Netzwerke funktionieren kann, immer auch gekoppelt an ihren Nutzen außerhalb der Unterrichtsstunden.

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Steht eine Revolution der sozialen Netzwerke bevor?

Baum (adapted) (Image by geralt [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Der Techblog TheVitalEdge verkündet eine regelrechte Revolution der sozialen Netzwerke, die kurz bevorstehen soll. Künftig können die Nutzer bei verschiedenen Anbietern sowohl Teilhaber als auch Nutznießer sein. Von synereo, Tsu oder Reveal hat sicher noch kein Leser etwas gehört, angeblich soll sich dies bald ändern. Ello und vor allem der Social News Aggregator Reddit sind weitaus bekannter. Sie alle wollen uns Nutzern ein neues Erlebnis bieten. Wir sollen künftig nicht mehr nur die Ausgenutzten sein, deren Daten verkauft werden.

Der Comic von geek & poke ging um die ganze Welt. Zwei Hausschweine unterhalten sich völlig begeistert über ihren Aufenthaltsort. Den Stall könne man umsonst benutzen. Und sogar das Essen wird einem kostenlos frei Haus geliefert. Der freundliche Schweinehirte des 21. Jahrhunderts wäre folglich Mark Zuckerberg. Im digitalen Schweinestall bespaßt er uns nicht einmal, das müssen wir gegenseitig tun. Für den Aufenthalt im „sozialen“ Netzwerk werden wir mit Anzeigen, Spieleanfragen und gesponserten Pinnwandeinträgen bombardiert. Zudem wird unser Nutzungsverhalten analysiert und an Firmen verkauft. Auch Twitter zeigt nun auf der Suche nach Erlösmodellen mehr Werbung an. Dort soll jetzt auch ein Algorithmus zum Einsatz kommen. Wir dürfen nicht mehr selbst entscheiden was für uns wichtig ist, das erledigt eine mathematische Formel für uns. Bislang wurden bei Twitter wahllos alle Tweets unserer Kontakte angezeigt, das soll bereits vorbei sein. Auch sollen Mitteilungen von Personen angezeigt werden, denen wir gar nicht folgen. Immerhin haben wir im Gegensatz zu den Hausschweinen die Möglichkeit, frei über unseren Aufenthaltsort zu entscheiden. Oder etwa nicht?

Auch Gideon Rosenblatt von The Vital Edge findet, es muss nicht immer Facebook sein. Ello bietet beispielsweise ein Freemium-Modell an. Alle grundlegenden Optionen gibt es umsonst. Für ein spezielles Aussehen der eigenen Seite oder ausgefuchste Analyse-Daten muss man bezahlen. Ähnlich funktioniert auch WordPress, wo der Blog umsonst ist aber besonders leistungsfähige Plugins oder Themes zum Verkauf angeboten werden. Ob es mit Ello klappt, wird die Zeit zeigen. Immerhin wurde den Surfern versprochen, dass sie dort nicht zum Produkt gemacht werden. Die Nutzung der Daten oder die Anzeige von Online-Anzeigen ist bei Ello schlichtweg untersagt. Auf Dauer soll Ello in eine Stiftung oder einen gemeinnützigen Verein umgewandelt werden, um die Sicherheit der Daten zu gewährleisten. Bisher basiert dieses Projekt auf Geldern von Venture-Kapitalgebern.

Tsu zwischen Schneeball- und Pyramiden-System

Bei Tsu (Sue ausgesprochen) sollen die Erträge an die Benutzer gezahlt werden. Das Unternehmen hat sich nach eigenen Angaben auf die Durchführung von Geldtransfers spezialisiert. Wer bei Tsu Postings verfasst, die Likes, Shares oder Kommentare generiert oder neue Nutzer anlockt, erhält einen gewissen Anteil. 10% behalten die Betreiber, 45% gehen an die Nutzer. Tsu funktioniert dabei nach dem berüchtigten Schneeballsystem. In der Folge erhalten die Nutzer den höchsten Anteil, die die meisten neuen Anwender angelockt haben. Diese Hierarchie wird dort als „Familienbaum“ (family tree bezeichnet. Das Pyramiden-System wird zwar durch gegensätzliche Regelungen teilweise ausgehebelt. Trotzdem ist zu befürchten, dass einige Anwender dabei auf dumme Ideen kommen könnten. Es geht schließlich um Geld. Wer bei Tsu mit legalen Mitteln arbeitet, wird dabei nicht rein. Die Nutzer an den Werbeeinnahmen zu beteiligen soll vor allem für ein schnelles Wachstum dieses Netzwerks sorgen. Es bleibt abzuwarten, ob dieses monetäre System den Betreibern nicht über kurz oder lang auf die Füße fallen wird. Nicht jeder lebt den amerikanischen Traum und will so viel Geld wie möglich verdienen. Viele Menschen haben ganz andere Prioritäten. Oder aber sie bemerken schnell, dass sie bei Tsu trotz ihrer intensiven Bemühungen aufgrund der Beteiligung ihrer Anwerber und deren Anwerber keine hohen Umsätze generieren können.

Synereo vereint Diaspora mit Bitcoin-Technologie

Ganz anders funktioniert das dezentrale Netzwerk synereo. Vom Aufbau her erinnert dieser neue Ansatz an die unzähligen Zugangspunkte (Pods) von Diaspora. Technikaffine User können eigene Server aufziehen und ihre Nutzer mit denen der anderen Zugangspunkte verknüpfen. Das System ist absolut zensurresistent und verhindert zuverlässig, dass die eigenen Daten in fremde Hände geraten. Obwohl Diaspora vom Aussehen stark an frühere Versionen von Facebook erinnert und die Benutzung selbsterklärend ist, konnte sich diese Struktur bisher nicht durchsetzen. Im Gegensatz zu Diaspora gibt es bei synereo für jeden Account einen Gradmesser. Wer besonders viel Aufmerksamkeit generieren kann, dessen Wert gemessen in „Reo“ steigt an. Geplant ist auch eine virtuelle Währung, die auf Bitcoin-Technologie aufsetzen soll. Auch hier sollen die Nutzer in Heller und Pfennig an ihrer Aktivität verdienen. Wer sich vor der offiziellen Eröffnung schon jetzt registrieren will, kann dies hier tun.

Reddit will Community belohnen

50 Millionen US-Dollar erhielt kürzlich der Betreiber von Reddit. Zehn Prozent der 50 Millionen Dollar sollen demnächst an die Community ausgezahlt werden. Wie das im Detail ablaufen soll, ist aber noch unklar. Laut Reddit-CEO Yishan Wong ist eine Cryptowährung denkbar, die die Community-Mitglieder in direkte Anteile umwandeln können. Die bisherigen Investoren haben den Plänen bereits zugestimmt. Die frühe Planungsphase ist aber noch nicht abgeschlossen. Auf jeden Fall würde diese Aktion bewirken, dass die aktivsten Reddit-Nutzer künftig direkt am Erfolg ihrer Plattform beteiligt werden.

Reveal mit eigener Cryptowährung

Auch das neue soziale Netzwerk Reveal kommt mit einer eigenen Cryptowährung daher. Wer Dritte zu einer Anmeldung, zum Lesen der eigenen Beiträge oder sogar zu einer Aktivität motivieren kann, wird mit so genannten Reveal Coins belohnt. Die Betreiber werben damit, dass ihre App vor allem für mehr Fairness im Web sorgen soll. Man wird sehen, ob sich die neuen Ideen durchsetzen können. Vielleicht werden sie auch von einem der führenden Schweinezüchter übernommen.

Nicht vergessen: Die machen uns tagtäglich aufs Neue vor, dass sie jetzt und für immer kostenlos bleiben werden.


Image (adapted) „Baum“ by geralt (CC0 Public Domain)

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Lesetipps für den 6. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um Journalismus bei LinkedIn, Vice und der Huffington Post, sowie den Kampf Fernsehen vs. YouTube und das Silicon Valley. Ergänzungen erwünscht.

  • LINKEDIN Digiday: How Dan Roth became the most powerful editor in business publishing: Auf Digiday erklärt John McDermott anhand von Dan Roth die Entwicklung von LinkedIn, dem sozialen Netzwerks für Berufstätige, hin zu einer der wichtigsten Plattform für Content. Was Facebook gerne schaffen würde, sich aber nur durch einen die Medien in einer für sie ungesunde Abhängigkeit zwingenden Algorithmus zu helfen weiß, hat LinkedIn durch sein Netzwerk und gezielt für sie und von ihnen erstellte Inhalte geschafft. LinkedIn ist nur ein Teil der Zukunft des Journalismus und hat eher etwas von einem Blogging-Netzwerk als einer Tageszeitung, dafür sieht man an LinkedIn besonders gut die sich auflösenden Trennlinien zwischen für Öffentlichkeit sorgenden Akteuren. Für einige Menschen könnte LinkedIn wichtiger und lesenswerter als die Süddeutsche Zeitung sein.

  • FERNSEHEN Broadmark: Tod dem Fernsehen – es lebe die Glotze!: In seiner Kolumne auf Broadmark.de befasst sich Thomas Langhammer mit der These, dass das Internet das herkömmliche Fernsehen überflüssig macht. Und um das Fazit vorwegzunehmen: dazu wird es so schnell nicht kommen, was Langhammer gut erklärt und auch an Zahlen belegt. Denn während wir bei YouTube-Stars mit meiner Meinung nach wirklich nichtssagenden Inhalten über Klickraten in Millionenhöhe reden, macht die bisherige Fernsehindustrie Geschäfte im Milliardenbereich. Da kann zwar auch YouTube-Betreiber Google mitreden, aber eben sonst niemand auf der Videoplattform.

  • SILICON VALLEY Silicon Valley Business Journal: Google buys Redwood City office park Pacific Shores from Blackstone Group’s Equity Office Properties: Als gebürtiger Magdeburger habe ich in den Neunziger Jahren nur die Folgen einer von der Industrie verlassenen Region gesehen, die jahrzehntelang von Unternehmen geprägt wurden und denen sich nahezu die gesamte Stadt unterordnete. Eigene Bahnhöfe, Eisenbahnlinien, Kultureinrichtungen, etc. gehörten einst zum Stadtbild, wie später die mir bekannten Ruinen all dessen. Im Silicon Valley kann man zur Zeit den Anfang einer solchen Entwicklung beobachten, wo Google sich in alle Himmelsrichtungen ausbreitet, riesige Gebiete und Bürokomplexe aufkauft, sowie eigene Verkehrsmittel wie z.B. Fähren plant. Ein Ende des Tech-Booms scheint zwar unwahrscheinlich, aber auch die Automobilindustrie verließ irgendwann Detroit und in Magdeburg kann man vom einst die Stadt prägenden „Schwermaschinenbau-Kombinat Ernst Thälmann (SKET)“ nur noch Reste finden und viele Ruinen.

  • VICE Gawker: Vice Requires Writers to Get Approval to Write About Brands: Das Medienunternehmen Vice mit seinem kostenlosen Printmagazin, diversen Websites und Kanälen in den sozialen Netzwerken, gehört wohl zu den in den letzten 10 Jahren am meist beachtetesten Medien der Welt. Vice verstand es Geld zu verdienen, was bekanntlich aus den Werbebudgets der Wirtschaft kommt. Im besten Fall hat dieses Verhältnis keine Auswirkung auf die Redaktionen und den dort betriebenen Journalismus, im wirtschaftlich geprägten Fall allerdings schon, wie neue Mails eines Freelancers zeigen, der regelmäßig für die Vice schrieb. Das Verhältnis zu den Marken steht scheinbar noch vor dem journalistischen Anspruch der Autoren. Und so führt man heute ein Geld verdienendes Medienunternehmen, wenn man es nicht schafft, dass Journalismus das eigentliche Geschäftsmodell ist.

  • MEDIENWANDEL Huffington Post: Warum die eigentliche Revolution erst noch bevorsteht: Sebastian Matthes, Chefredakteur der deutschen Ausgabe der Huffington Post, sieht den eigentlichen Medienwandel im mobilen Konsum von Journalismus. Die Leserschaft findet Artikel nicht mehr bei den Medien, sondern durch Freunde in sozialen Netzwerken. Was ich für gefährlich halte, ist für Matthes die Zukunft, wenn sich was in den Redaktionen ändert, „denn in sozialen Medien sind mitunter andere Texte gefragt. Niemand verteilt trockene Nachrichten an seine Freunde weiter.“ Und das ist das Problem an dieser Entwicklung, denn dadurch kommt es erst zu solchen Artikeln wie denen der HuffPo: „Bonzen-Bayern: Der Freistaat will den Rest Deutschlands im Stich lassen“, „Costa Concordia: Unglaublich, was die Geliebte des Kapitäns enthüllt“, „So erfuhr eine Mutter, dass ihr Sohn im Heiligen Krieg starb“ und „Warum schwule Priester perfekt für die katholische Kirche sind“. Ich glaube aber, dass Leser durchaus Qualität akzeptieren und auch teilen, wenn sie sie angeboten bekommen.

Auf Startnext.de kann noch die nächsten 25 Tage das Crowdfunding-Projekt unserer Autorin Gina Schad unterstützt werden: „Durchgedreht mit…„.

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Mehr Qualität statt mehr Abhängigkeit, liebe Medien!

Die Unabhängigkeit gegenüber sozialen Netzwerken wie Facebook wird für Medien immer relevanter, doch das Problem wird noch zu oft verkannt. // von Tobias Schwarz

Medien machen sich zu Abhängig von Facebook & Co.

Das für seine viralen Gerüchte bekannte Blog Gawker hat im Juli eine Erfahrung gemacht, die viele Medien seit Dezember 2013 immer mal wieder durchmachen mussten: Facebook gibt und Facebook nimmt. Letzteres wird schmerzlich gespürt, wenn sich Medien zu abhängig von sozialen Netzwerken machen. Auch wir haben diese Erfahrungen gemacht, allerdings ohne Schaden. In unserer Selbstbetrachtung sehen wir unseren Ruf als Marke für den Hauptgrund der Unabhängigkeit. Eine Lektion für andere Medien?

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Memento mori: Was tun mit dem digitalen Nachlass?

Resting (adapted) (IMage by Chris Maidlow [CC BY SA 2.0], via flickr)

Ein Todesfall ist nicht nur mit Trauer verbunden, sondern auch mit vielen Aufgaben für die Hinterbliebenen. Neben der Trauerfeier, der Beerdigung und den Erbschaftsangelegenheiten gibt es heutzutage in der vernetzten Welt auch noch andere offene Fragen, die möglicherweise wichtig werden können. So etwa der digitale Nachlass.

Der Fall Zelda Williams

Als digitalen Nachlass bezeichnet man die Aktivitäten, die der Verstorbene in sozialen Netzwerken, in seinem E-Mail- und seinen Online-Banking-Konten und überhaupt im Internet hinterlässt. Problematisch wird es da, wenn man die Accounts dann löschen oder deaktivieren möchte. Schließlich hat man nicht immer alle Passwörter des Verstorbenen zur Hand, die Netzwerke halten sich mit entsprechenden Funktionen da leider auch bisweilen zurück.

Doch nun gibt es Neuigkeiten. Auslöser war der kürzliche Tod von Schauspieler Robin Williams und die anschließenden Anfeindungen und Photoshop-Geschmacklosigkeiten, die seine Tochter Zelda Williams ertragen musste. Sie kündigte daraufhin an, sich bei Twitter und Instagram nun für längere Zeit zu verabschieden.

Keine übergreifende Lösung

Twitter reagierte sofort und ließ gegenüber Washington Post verlauten, dass man an einer Lösung arbeite und den Prozess des Meldens von solchen Beiträgen sowie die Vorgehensweise bei Todesfällen künftig verbessern wolle. Es dauerte dann nicht lange, bis Twitter im Hilfecenter eine Option zum Melden von Todesfällen eingeführt hat.

Darüber kann man Twitter mit einigen Dokumenten, darunter Sterbeurkunde des Verstorbenen und den eigenen Ausweis, dazu auffordern, einen Account zu deaktivieren. Auch Fotos sollen künftig schneller gelöscht werden. Das Problem ist nur, dass man meist nicht nur bei Twitter aktiv ist, sondern auch in diversen anderen Netzwerken. Eine einzelne Lösung hilft den Hinterbliebenen da also wenig.

US-Staat Delaware gibt den Vorreiter

Aus diesem Grund sprießen aktuell digitale Nachlassverwalter aus dem Boden, die ein Geschäftsfeld entdeckt haben. Die Idee: Man gibt ihnen wie dem Notar das Testament die Passwörter zu den Accounts. Hier ist es noch schwierig, seriöse und sichere Anbieter zu erkennen und von schwarzen Schafen zu trennen. Außerdem dürfte es nicht unbedingt behagen, dass die Account-Passwörter mit sensibelsten Daten möglicherweise das halbe Leben lang bei einem digitalen Nachlassverwalter liegen. Ab einem gewissen Alter macht diese Möglichkeit vielleicht Sinn.

In den USA wird derzeit an Gesetzen getüftelt, nach denen Notare mehr Rechte bekommen sollen, mit dem digitalen Nachlass umzugehen. So etwa in Delaware, dem zweitkleinsten US-Bundesstaat an der Ostküste. Dort hat Gouverneur Jack A. Markell kürzlich ein Gesetz unterschrieben, das den Zugriff von Notaren erleichtern soll. Diese können dann den Zugang einfordern und Accounts oder E-Mails an Familienangehörige weiterleiten.


Bericht des Marktmagazin m€x des hr-fernsehen, wie mit dem digitalen Nachlass umgegangen werden kann:


Des Meisters letzter Schluss?

Doch das Gesetz trifft nicht nur auf Gegenliebe. Kritiker bemängeln, dass dadurch ein Eingriff in die Privatsphäre von Verstorbenen genommen würde, weil nicht jede E-Mail für die Hinterbliebenen bestimmt sei. Unter anderem Google hat den Gouverneur zu einem Veto aufgefordert. Schließlich könne man dort einstellen, was mit dem Konto bei Inaktivität geschehe.

Letztlich muss man sagen, dass Delaware aufgrund seiner Größe und seiner Einwohnerzahl nur einen kleinen Teil der USA ausmacht. Allerdings sollen, so ein Bericht des Wall Street Journal, zehn weitere Staaten an ähnlichen Gesetzen arbeiten.

Ob das des Meisters letzter Schluss ist? Fraglich. Aber immerhin ist es ein Anfang in die richtige Richtung. Denn gar nichts zu tun, löst das Problem auch nicht. Mir persönlich würde es mit einem Gesetz von staatlicher Seite aus jedenfalls besser gehen als mit einem sich gerade gegründeten Nachlassverwalter im Netz. Ob ich aber möchte, dass ein Notar meine E-Mails weiterleitet – eher nicht.


Image (adapted) “Resting“ by Chris Maidlow (CC BY-SA 2.0)


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Reddit, Imgur und Twitch öffnen sich

BASIC Week at retroBattlestations (adapted) (Image by Blake Patterson [CC BY 2.0], via flickr)

Das neue Projekt DERP bringt mehrere Webseiten zusammen, die jeweils über einen aktiven und großen Userstamm verfügen. Künftig soll es für Wissenschaftler leichter sein, an Daten von sozialen Netzwerken zu gelangen. Bisher haben sich Untersuchungen als sehr kompliziert erwiesen, die über mehrere Internet-Plattformen hinweg Daten sammeln und auswerten sollen. DERP bringt nun Communitys unterschiedlicher Ausrichtungen zusammen, um die Auswertung einfacher zu gestalten.

Es ist kein Zufall, dass die Teilnehmer dieser Allianz so unterschiedlich sind. Reddit ist bekannt als sozialer News-Aggregator, über den tagtäglich unzählige Blogbeiträge und Newsseiten verbreitet werden. Auch bei Imgur geht es um die Verbreitung von Inhalten, allerdings ausschließlich von Bildern und GIF-Animationen. Ebenso bei Twitch, wo die Community klar im Vordergrund steht. Diesmal sind es allerdings ausschließlich Gamer, die in Live-Streams ihr Können zeigen und sich im Chat den Kommentaren der Beobachter stellen müssen. Durch die Zusammenführung der Daten dieser und weiterer Anbieter sollen die Gesetzmäßigkeiten von großen Web-Gemeinschaften entdeckt werden. Dies gelingt nur, wenn man auch Daten außerhalb des eigenen Tellerrandes erhebt und auswertet. Zwar ist die Auswertung der Daten von Twitter leicht, weil diese für jeden verfügbar sind. Egal ob klein oder groß: Die meisten sozialen Netzwerke, Foren oder sonstige Communities geben ihre Daten nur sehr ungern preis.

 

DERP steht für Digital Ecologies Research Partnership. Voraussetzung für den Zugang zu den Informationen ist die Verpflichtung der Wissenschaftler, die Ergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zudem sollen unbedingt die Datenschutzrichtlinien der Partner-Portale und das Recht der Nutzer auf die Wahrung ihrer Privatsphäre gewährleistet werden. Zwar verfügt jede einzelne Plattform schon jetzt über eine Schnittstelle für einen möglichst barrierefreien Zugang. Dieser soll demnächst aber noch für die teilnehmenden Forscher optimiert werden.


Image (adapted) “BASIC Week at RetroBattlestations“ by Blake Patterson (CC BY 2.0)


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Facebook Messenger: Die Gründe für den App-Split

Facebook Messenger app (adapted) (Image by K?rlis Dambr?ns [CC BY 2.0] via Flickr)

Die Ausgliederung der Direktnachrichten in eine eigene App hat zwei triftige Gründe: WhatsApp und Twitter. Facebook-Nutzer haben derzeit wieder einen Grund zum Jammern: Sie werden von den Machern des Online-Netzwerks derzeit dazu gezwungen, sich für das Empfangen und Versenden von Direktnachrichten die eigene App “Messenger” (gratis für iPhone, Android und Windows Phone) zu installieren – in der Haupt-App von Facebook wird man künftig private Nachrichten nicht mehr senden können. Diese Aufsplittung der Facebook-App in mehrere Unterfunktionen begründet Facebook mit einem besseren Nutzungserlebnis. Dank der eigenständigen Messenger-App würden User Antworten auf Direktnachrichten 20 Prozent schneller bekommen, heißt es seitens der Firma.

„Wir machen das, weil wir herausgefunden haben, dass die Messaging-Funktion innerhalb der Facebook-App ein Zweite-Klassen-Ding ist und Reibereien verursacht“, sagt Firmenchef Mark Zuckerberg zum umstrittenen App-Split. „Deswegen wollen wir den Leuten ein fokussierteres Erlebnis fürs Messaging bieten.“ Noch dürfte diese Idee die User nicht überzeugt haben: Die Rezensionen des Messenger in Apples App Store und in Googles Play Store sind bis dato vernichtend – kaum einer will eine Extra-App für die Direktnachrichten am Smartphone installieren müssen.

Ich gehe davon aus, dass sich die heute genervten Facebook-User morgen mit der Nutzung von zwei Apps statt einer arrangieren werden und die Welle der Entrüstung schnell abklingen wird. Am Smartphone laufen heute ohnehin in den Notifications (Benachrichtigungen) die Updates verschiedener Apps zusammen.

Facebook reagiert auf einen großen Trend

Spannender als der aktuelle Shitstorm aber ist die Evolution von Social Networks, die sich auch an der Trennung von Facebooks Haupt-App und dem Messenger ablesen lässt. Auch aus Sicht von Mark Zuckerberg macht ein Netzwerk, in dem man sowohl öffentlich als auch privat kommunizieren soll, immer weniger Sinn. Facebook selbst ist über die Jahre zu einem Monster angewachsen, in dem man von komplett öffentlichen Updates (z.B. auf Facebook-Seiten) über halböffentliche Kommentare (sichtbar für im Schnitt 383 Freunde) und Kommentare in kleineren Gruppen bis zu Direktnachrichten alle erdenklichen Kommuniktionsarten (“many to many”, “one to many”, “one to a few”, “one to one”) nutzen konnte.

>Sieht man sich aber an, welche Social Networks Menschen heute neben Facebook nutzen, dann kristallisieren sich zwei große Gruppen heraus: die (fast) komplett öffentlichen, und die (fast) komplett privaten. In dieser Infografik habe ich das veranschaulicht:

 

1. Öffentliche Netzwerke: Während bei Facebook viele Inhalte der Nutzer hinter Privatsphäreeinstellungen (“nur sichtbar für Freunde”) versteckt liegen, sind bei Twitter sämtliche Tweets, Fotos und Infos der User von Haus aus komplett öffentlich einsehbar – einmal abgesehen von den Direktnachrichten. Nach dem selben Prinzip funktionieren auch die Foto-App Instagram, das Blog-Netzwerk Tumblr, Twitters Video-App Vine oder der chinesische Twitter-Klon Sina Weibo. Während es bei Facebook immer wieder zu Skandalen rund um geänderte Privatsphäreeinstellungen gekommen ist, die vormals private Daten öffentlich(er) gemacht haben, gab es bei Twitter oder Instagram diesbezüglich nie Probleme. Die User wissen: Was ich hier poste, ist öffentlich, es sei denn, ich schreibe es in eine Direktnachricht.

2. Private Netzwerke: Die zweite große Gruppe neuer Social Networks laufen zumeist unter dem Namen Messaging-Apps. WhatsApp, Snapchat, Line, Telegram, WeChat oder eben Facebooks Messenger sind für die private Kommunikation zu zweit oder in kleinen Gruppen gedacht. Zwar gibt es bei Snapchat oder WhatsApp Funktionen, um Nachrichten für ein größeres Publikum sichtbar zu machen, doch primär wollen User damit privat kommunizieren.

(Anm.: Wie “privat” WhatsApp, Snapchat und Co. wirklich sind, darüber lässt sich streiten. Die Daten der User laufen über Server in den USA, zudem fliegen immer wieder Sicherheitslücken auf, die Angreifern Zugriff auf vermeintlich private Informationen geben)

Facebook als Eigentümer eines privaten Netzwerks (WhatsApp) und eines öffentlichen Netzwerks (Instagram) ist dieser Trend wohl so bewusst wie niemandem anderen. Die Aufsplittung seiner Haupt-App in kleinere, auf einzelne Funktionen beschränkte Apps ist daher nicht die Bevormundung seiner User, sondern lediglich eine Reaktion auf ein vor allem durch Smartphones geändertes Nutzungsverhalten. Dementsprechend kann man davon ausgehen, dass die Haupt-App von Facebook künftig sehr stark auf “öffentlich” getrimmt wird.


Image (adapted) „Facebook Messenger app“ by K?rlis Dambr?ns (CC BY 2.0)


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Lesetipps für den 11. August

In unseren Lesetipps geht es heute um Printmedien in der Gay-Community, Soziale Netzwerke in der Ukraine, neue Facebook-Kritik, Analoge Mitgliederbefragung und einen Hackerwettbewerb. Ergänzungen erwünscht.

  • PRINT taz: Magazine für Homosexuelle: „Schwule leben anders, lieben anders“: Den Printmarkt geht es nach wie vor schlecht und die Krise macht auch vor schwulen Printmedien nicht halt. Das neueste Opfer ist das Traditionsmagazin Du&Ich, welches nach 45 Jahren nun endgültig eingestellt wurde. Galten die Magazine im Prä-Internetzeitalter als mehr oder weniger einzige Informationsquelle für die Schwul-Lesbische-Gemeinde, fristen sie heute allenfalls ein Dasein als Gratisheftchen oder sind bereits in der Versenkung verschwunden. Wie kam es dazu? Ein Erklärungsversuch.

  • SOZIALE NETZWERKE DW: Geliked, geteilt: Medien in der Ukraine: Medien und soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter und Co. spielen schon während der Maidan-Proteste in Kiew eine große Rolle. Auch jetzt noch, einige Monate später, sind Fotos und Amateuraufnahmen jeglicher Art eine enorm wichtige Quelle. Experten waren allerdings vor Fälschungen und Manipulation.

  • FACEBOOK Golem: Facebook: Nutzer kritisieren Messenger-App: Facebook zieht einmal mehr den Zorn seiner Nutzer auf sich. Bereits im April 2014 ließ Facebook verlautbaren, die Chat-Funktion in den Android- und iOS-Apps zu deaktivieren. Wer Lust auf einen Chat hat ist daher gezwungen, die eigenständige Messenger-App zu installieren. Die Folge: Unmut der Kunden und schlechte Bewertung en Masse. Wie kann Facebook dem erneuten PR-Debakel entgegen wirken?

  • POLITIK SPIEGEL: Piratenpartei setzt bei Mitgliederbefragung auf Postboten: Nichts ist der Piratenpartei wichtiger als konsequent gelebte Basisdemokratie. Um alle Parteimitglieder in Entscheidungen einbeziehen zu können, wurde seinerzeit die Netzplattform LiquidFeedback ins Leben gerufen. Doch anstatt schnell Entscheidungen herbeizuführen, wurde mehr Streit produziert und die Partei lähmte sich selbst. Daher setzen die Piraten bei ihrer anstehenden Mitgliederbefragung auf ein analoges und nahezu NSA-sicheres Mittel: dem Briefträger.

  • NETZWERKE ZEIT ONLINE: DEF CON: Spielplatz für Hacker: Las Vegas am vergangenen Wochenende. Etwas abseits des hektischen Strips, im Hotel Rio, gaben sich die weltbesten Hacker die Klinke in die Hand. Der Grund: die legendäre DEF CON lud die talentiertesten unter ihnen bereits zum 22. mal ein, um sich sich in anspruchsvollen Hacker-Wettbewerben zu messen. Mehr als 15.000 Netzwerk-Renegaten folgten dem Aufruf. Ziel war es, bis zum Sonntag die meisten feindlichen Netzwerke zu hacken. Dem Gewinner winken schwarze DEF-CON-Badges, welche ihn neben Ruhm und Anerkennung der Community, lebenslang kostenlosen Eintritt gewähren.

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5 Lesetipps für den 25. Juli

In unseren Lesetipps geht es heute um uns, das Urheberrecht in Europa, das Recht auf Vergessen, die Metamorphose von Facebook und Tageszeitungen im Medienwandel. Ergänzungen erwünscht.

  • NETZPILOTEN Was mit Medien: 15 Jahre Netzpiloten: Im letzten Jahr feierten wir unseren 15. Geburtstag. Gestern Abend waren Wolfgang Macht und ich zu Gast in der Radiosendung „Was mit Medien“ und unterhielten uns mit Daniel Fiene und Dennis Horn über die Entwicklung des Magazin, den Wandel der Netzszene und die Zukunft des Online-Journalismus. Auf DRadio Wissen könnt ihr die Sendung nachhören.
  • URHEBERRECHT Netzpolitik.org: EU-Kommission legt Bericht zur Urheberrechtskonsultation vor: Auf Netzpolitik.org kommentiert Leonhard Dobusch den offiziellen Bericht der EU-Kommission über die Ergebnisse der öffentlichen Konsultation zum Urheberrecht, an der sich Anfang des Jahres die vergleichsweise hohe Zahl von rund 11.000 Menschen beteiligt hat. Die Auswertung der Konsultation zeigt, dass es einen vorherrschenden Frust über das aktuelle Urheberrecht in Europa gibt.
  • RECHT AUF VERGESSEN CNET: Google meets with EU over ‚right to be forgotten‘: Gestern trafen sich die Europäischen Datenschützer mit Google und Microsoft (und sonst niemanden), um über die Umsetzung des „Recht auf Vergessen“ zu unterhalten. Was bei den Gespräch herauskam ist noch unklar, aber diese beiden Unternehmen werden wohl als erstes Bescheid wissen, was sich der EU-Datenschützer wünschen. Don Reisinger wird seinen Artikel auf CNET aber stets aktualisieren, wenn es neue Informationen gibt.
  • FACEBOOK PandoDaily: Facebook is no longer a social network. It’s the world’s most powerful news reader: Facebook ist heutzutage die mächtigste Nachrichtenplattform der Welt. So sieht das Bryan Goldberg auf PandoDialy und erklärt, wie Facebook aus seiner vor zwei Jahren startenden Krise durch den Wandel zu einer Nachrichtenplattform herausarbeitete. Ausschlaggebend war dafür wohl der Erfolg von BuzzFeed, der Facebook einen Weg aus der Krise zeigte.
  • MEDIENWANDEL Katharina Brunners Blog: Ist das Internet nicht Schuld am Auflagenrückgang von Tageszeitungen?: Der Presseforscher Andreas Vogel hat für die Friedrich-Ebert-Stiftung den Auflagenrückgang der Tagespresse untersucht: “Talfahrt der Tagespresse: Eine Ursachensuche”. Unsere Autorin Katharina Brunner hat sich in ihrem Blog mit der Studie auseinandergesetzt und zeigt, dass das Argument, das Internet sei allein Schuld an den sinkenden Auflagen, sich nicht halten lässt.

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5 Lesetipps für den 15. Juli

In unseren Lesetipps geht es um Journalismus in der Zukunft und von woanders für hier, Facebook, den Routerzwang und ein Medienprojekt über den ersten Weltkrieg. Ergänzungen erwünscht.

  • JOURNALISMUS I Rhein-Zeitung: Die WM der Selfies war nur der Anfang: Für den Redakteur Marcus Schwarze von der Rhein-Zeitung zeigte die Weltmeisterschaft im Herrenfußball bereits erste Ansätze eines automatischen Journalismus, der seiner Meinung nach in ein oder zwei Jahren schon Alltag in den Redaktionen sein könnte. Dann werden wohl Maschinen einen Teil der Berichterstattung übernehmen.
  • FACEBOOK iRights.info: Was uns Facebooks Experimente lehren: Facebook experimentiert mit unseren Gefühlen, wie aus einer jüngst veröffentlichten Studie hervorgeht. Damit steht Facebook laut Danah Boyd nicht allein. Auf iRights.info schreibt sie, dass Medien und IT-Unternehmen das jeden Tag ebenfalls machen. Es führt aber vor Augen, dass wir weder Einblick noch Kontrolle über die Algorithmen der Unternehmen haben, die unsere Daten nutzen.
  • ROUTERZWANG Heise.de: Stellungnahmen zur Anhörung spiegeln massiven Widerspruch: Die Bundesnetzagentur hat die Stellungnahmen zum Thema Zwangsrouter lieblos veröffentlicht, wie Dusan Zivadinovic auf Heise.de berichtet. Nun hat ein anonymer Bearbeiter die Pro- und Kontra-Argumente aus den über 300 Eingaben extrahiert. Das ganze Ausmaß des Widerspruchs von Zwangsroutern wird so klar.
  • JOURNALISMUS II Nieman Journalism Lab:: How some news orgs use time zones to their advantage to operate 24/7: Über das Finale des an der Ostküste der USA ausgetragenen Stanley Cups haben die Eishockey-begeisterten Finnen von einem Reporter aus Australien erfahren, denn um am Morgen im eigenen Land immer die neuesten Nachrichten schon aufbereitet anbieten zu können, setzen immer mehr Medienunternehmen auf im Ausland stationierte Reporter. Joseph Lichterman stellt im Blog des Nieman Journalism Lab diese Praxis vor.
  • ERSTER WELTKRIEG MDR: Medienprojekt zeigt wie Weltkrieg das Leben veränderte: Mit dem Medienprojekt „Heimatfront 1914-1918 – Als hier alles anders wurde …“ versucht sich der MDR Sachsen-.Anhalt und die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt in einem interessanten Projekt, um den Kriegsalltag im heutigen Sachsen-Anhalt und den darauffolgenden Aufbruch in ein neues Zeitalter erlebbar zu machen. Interessant ist, neben der historischen und politischen Ebene des Bildungsprojektes, dass sich ein Öffentlich-Rechtlicher Sender als Akteur versucht.

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5 Lesetipps für den 27. Juni

In den Lesetipps geht es um die Digitalisierung der Gesellschaft, neue Erzählformen im Journalismus, Streaming, Überwachung und soziale Netzwerke. Ergänzungen erwünscht.

  • DIGITALE GESELLSCHAFT Frau Dingens: Die falsche Debatte: In ihrem Blog schreibt Yasmina Banaszczuk über das emanzipatorische Potential des Internets und ordnet die sehr deutsche Anti-Google-Debatte in einen interessanten Kontext ein: das Bildungsbürgertum fürchtet durch die Digitalisierung der Gesellschaft seinen Status zu verlieren, denn das Internet gleicht viele Nachteile anderer Milieus aus. Mir fallen gerade die Scheuklappen von den Augen.
  • JOURNALISMUS Tagesspiegel.de: „Emilio Tasso“ vereint Fiktion und Reportage: Alexander Bühler und Zaza Uta Röttgers vereinen Fiktion und Reportage zu einer Räuberpistole über Atompläne im Kongo. Dagmar Dehmer findet das im Tagesspiegel zwar sprachlich manchmal etwas ungelenk, trotzdem lotet das Buch ihrer Meinung nach neue journalistische Erzählweisen aus.
  • STREAMING CNET: US loses to Germany but World Cup streaming scores big: Unabhängig davon, wie gestern die Teams bei der Männerfußball-Weltmeisterschaft gespielt haben, der US-Fernsehsender ESPN konnte sich am Ende freuen, denn mit 1,7 Millionen Zuschauern im Stream, erzielte der Sender einen neuen internen Rekord.
  • ÜBERWACHUNG Zeit Online: Verfassungsschutz baut Auswertung sozialer Netzwerke aus: Wenn der Bundesnachrichtendienst die Internetspionage ausbaut, will auch der Bundesverfassungsschutz nicht nachstehen: Der Inlandsgeheimdienst baut eine Gruppe neuer Referate auf, um im Kampf gegen Terroristen Onlinedienste wie Facebook, Twitter oder YouTube wirkungsvoller auswerten zu können. Die „Erweiterte Fachunterstützung Internet“ (EFI) soll helfen, Radikale aufzuspüren, ihre Verbindungen zu ermitteln und verschlüsselte Kommunikation mitzulesen.
  • SOZIALE NETZWERKE Golem.de: Soziale Netze sind für Jugendliche wichtigster Verbreitungsweg für Nachrichten: Im Internet sind soziale Netzwerke die wichtigste Nachrichtenquelle für Jugendliche. Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag des IT-Branchenverbands Bitkom informieren sich fast zwei Drittel (63 Prozent) der 16- bis 18-Jährigen über soziale Netzwerke wie Facebook, Google+ oder Twitter. „Soziale Netzwerke sind heute die wichtigste Plattform für den Austausch von aktuellen Informationen unter den Jugendlichen, indem sie Links zu Artikeln, Videos oder Fotos untereinander teilen“, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder.

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5 Lesetipps für den 25. Juni

In unseren Lesetipps geht es um BuzzFeed, Hypes und Daten in sozialen Netzwerken, kinderleichte Verschlüsselung und M-Pesa macht Bitcoin Konkurrenz. Ergänzungen erwünscht.

  • BUZZFEED Dan Barker: BuzzFeed is Watching You: In einem Beitrag auf seinem Blog erklärt der Blogger Dan Barker wie BuzzFeed die Quiz-Antworten seiner Leser trackt und was die Daten alles über uns verraten.
  • SOZIALE NETZWERKE OnlineMarketingRockstars: „Facebook ist langweilig“ – Wie die Rockstars von morgen das Web nutzen: Der Hype-Zyklus in der digitalen Welt dreht sich in einem rasanten Tempo und lässt Werbetreibende zeitweise atemlos zurück. Wo entstehen die neuen Mega-Reichweiten? Birthe Ziegler hat für Onlinemarketingrockstars.de sechs Jugendliche in einem persönlichen Gespräch befragt und auch wenn Facebook weiter wächst, ist bei den Jugendlichen ein Trend zu mobileren Anwendungen erkennbar.
  • VERSCHLÜSSELUNG Zeit Online: Verschlüsselung soll kinderleicht werden: Junge Firmen wollen die E-Mail aufpolieren und sicherer machen. Sie versprechen kinderleichtes Verschlüsseln oder einen Sicherheitscheck: Was nicht verschlüsselt ist, wird nicht gesendet. Johannes Wendt stellt auf Zeit Online verschiedene Anbieter genauer vor.
  • M-PESA ReadWrite: Forget Bitcoin, There’s A Better Model For Mobile Money: Die vom kenianischen Telekommunikationsanbieter Safaricom entwickelte Digitalwährung M-Pesa wird oft als Zeichen der fortschrittlichen Entwicklung von Mobile Payment in Afrika genannt. Bernard Lunn sieht auf ReadWrite noch darüber hinaus und schreibt, das M-Pesa auch global auftreten könnte und ein Konkurrent für Bitcoin werden könnte.
  • BIG DATA Golem: Wie sich Suizide durch Pinnwandeinträge vorhersagen lassen: Südkorea ist das Land der weltweit höchsten Internetdichte, aber auch der höchsten Selbstmordrate aller Industrienationen. Auf Golem schreibt Felix Lill über einen jungen Mediziner, der beides untersucht und beobachtet, wie soziale Medien wie Facebook und Twitter frühzeitig Hinweise auf Suizide geben können.

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Generation Analog: Stößt die Digitalisierung an ihre Grenzen?

Chips und Netz sollen einmal alles durchdringen, heißt es. Doch 2014 mehren sich die Anzeichen für einen Rückbau der Digitalisierung. Bald werden wir alle mit Smartwatches, Datenbrillen oder gar implantierten Chips herumlaufen, jede Sekunde und jeder Schritt unseres Lebens wird in den Clouds der IT-Riesen gespeichert, alles Konsumierbare, vom personalisierten Turnschuh bis zur Pizza aus dem 3D-Drucker, wird irgendwie auch digital sein. Unsere Autos werden ferngesteuert durch die Gegend düsen, Wahlen werden im Netz abgehalten, der Job im Coworking Space via Internetleitung erledigt, und den Sexpartner fürs Wochenende tindern wir uns einfach am Smartphone herbei. Doch derzeit häufen sich die Anzeichen, dass der Höhepunkt der Digitalisierung bald erreicht sein und sich die Technologisierung der Gesellschaft auf ein erträgliches Maß einpendeln könnte.

Die Zukunft scheint digital vorgezeichnet, unausweichlich wirkt die komplette Digitalisierung der Welt. Das Analoge ist zum Sterben verurteilt, während „Big Data Brother“ uns das Morgen berechnet und alles in dafür notwendige Bahnen lenkt, von der grünen Ampel bis zur Todesurkunde. Angeblich gehören Plus-30-Jährige wie ich zu den letzten Menschen, die noch analog, mit Musikkassetten und VHS-Rekorder aufgewachsen sind, alle anderen nach uns werden für immer auf den Servern von Google und Facebook verewigt. Die einen finden das praktisch und machen freiwillig mit, den anderen schwant eine Dystopie irgendwo zwischen “1984” und “Minority Report”, doch kaum jemand fragt sich: Was, wenn das alles doch nicht so kommt?

Anti-Tech-Bewegung im Herzen der Branche

Vielleicht ist ja das Jahr 2014, also das Jahr 1 nach Snowden, der Beginn der Kehrtwende, der Anfang vom Ende der ultimativen Digitalisierungsfantasie. Ausgerechnet im Herzen von Hightech-Land, San Francisco, begehrt eine Anti-Tech-Bewegung (darunter eine anarchistische Gruppe namens „The Counterforce“) gegen IT-Riesen wie Google auf, weil der Reichtum ihrer Mitarbeiter die Wohnungspreise in der Stadt weit über die Schmerzensgrenze getrieben hat. Während IT-Hipster, coole Gründer und selbst Twitter-Praktikanten sich auch noch so teure Wohnungen von ihren dicken Gehältern und Venture-Capitalist-Schecks leisten können, sehen sich jene, die nicht in der Tech-Branche arbeiten, unter die Räder des Fortschritts gekommen. Die Google-Busse, die die Mitarbeiter gratis von zu Hause in die Arbeit bringen, sind zum Hassobjekt geworden: Eine Studie zeigte, dass die Wohnungsmieten rund um die Bushaltestelle dieser Shuttles um 20 Prozent gestiegen sind.

Auf der anderen Seite des Atlantiks steht Google im Besonderen und Überwachungstechnologien im Allgemeinen 2014 unter verstärktem Beschuss. So hat der Europäische Verfassungsgerichtshof (EuGH) Anfang April die kontroverse Vorratsdatenspeicherung gekippt, weil diese nicht mit dem Grundrecht auf Privatleben vereinbar ist, und außerdem Mitte Mai ein Grundsatzurteil zum „Recht auf Vergessen werden im Internet“ getroffen. Künftig ist Google verpflichtet, Verweise auf Webseiten mit sensiblen persönlichen Daten in seinen Suchergebnissen zu streichen. Zudem gibt es immer mehr Firmen gerade im Datenschutz-bewussten Mitteleuropa, die sich weigern, ihre Firmendaten aus Angst vor Wirtschaftsspionage in die US-Cloud zu speichern. Sehen wir da gerade die Beginne eines Rückbaus, stößt die Digitalisierung da auf ihre natürlichen Grenzen?

Digitale Ermüdungserscheinungen

Parallel zu wichtigen politischen Entscheidungen zeigen sich auf gesellschaftlicher Ebene zarte digitale Ermüdungserscheinungen. Der Boom von Facebook in Österreich (3,2 Millionen Nutzer, 40 Prozent der Bevölkerung), in Deutschland (28 Millionen Nutzer, 35% der Bevölkerung) ist schon länger vorbei, die 100 Prozent scheinen mittlerweile unmöglich. Twitter war und bleibt sowieso ein Nischenphänomen, das in Österreich gerade einmal 1,5 Prozent der Bevölkerung erreicht (siehe Social Media Radar). Dazu kommt der Wunsch nach mehr digitaler Privatheit, der User von Facebook und Twitter in Richtung WhatsApp, Snapchat, Whisper oder Secret zieht, wo es nicht mehr um das Sharen mit der Weltöffentlichkeit, sondern um vertrauliche Gruppen-Chats und Anonymität geht. Vielleicht sind diese Smartphone-Apps sogar ein Zwischenschritt zurück in analoge Gefilde (Vinyl, Schreibmaschinen und alte Kameras sind längst wieder en vogue)und entwöhnen uns langsam vom „Always on“-Paradigma.

Überhaupt ist die Frage, wie es mit Apps und Smartphones weitergehen wird. Abgesehen von einigen Games wie Quizduell, 2048 oder Candy Crush gibt es kaum mehr neue Applikationen, die jeder mal ausprobiert, wie man es noch vor einigen Jahren mit Dropbox, Evernote, Spotify oder Instagram machte. In der Flut an immer neuen Diensten, die sich manchmal nur um Nuancen unterscheiden, ist es verständlich, dass sich immer mehr User abschotten und das Mobiltelefon nur mehr zum ursprünglichen Zweck verwenden: Kommunikation mit Freunden und manchmal der Arbeit. Da ist es auch wieder vorstellbar, dass es wieder cool wird, gar kein Smartphone zu haben.

Analoge Freiräume schaffen

Das heißt nun nicht, dass man komplett auf Smartphone und Internet verzichten wird, aber die Menschen können sich analoge Freiräume in Raum und Zeit schaffen. Am Wochenende kann man zur Erholung offline gehen, und man kann Räume wie Schlafzimmer oder Esstisch zur Smartphone-freien Zone machen. Freundeskreise tun das schon jetzt, wenn sie beim gemeinsamen Dinner die Mobiltelefone stapeln und denjenigen zur Strafe die komplette Rechnung zahlen lassen, der als erster dem Drang nicht widerstehen kann, zum Gerät zu greifen.

In der TV-Serie „Girls“ wird so eine neue Technologieverweigerin, die weltreisende Bohemian Jessa, porträtiert. Nein, man sie könne nicht auf Facebook kontaktieren, sagt Jessa achselzuckend zu ihrer Freundin Shoshanna, weil sie dort ja gar kein Profil habe. Was Shoshanna ziemlich cool findet und erwidert: „You´re so classy.


 


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5 Lesetipps für den 15. Mai

In unseren Lesetipps geht es um Idealismus im Silicon Valley, die Kryptowährung Bitcoin, Datenschutz in TTIP, unsere Gesellschaft und das Internet sowie soziale Netzwerke. Ergänzungen erwünscht.

  • IDEALISMUS PandoDaily: Netflix and Mozilla show that there’s no room for idealism in modern tech: Gestern Abend verbreitete sich die Meldung, dass Mozilla dem Druck der Industrie nachgibt und ab sofort DRM mit in seinem HTML5-Browser zulässt. Nach dem Netflix einen die Netzneutralität gefährdenden Deal mit Comcast abgeschlossen hat schon der zweite Rückschlag für Menschen, die noch an Idealismus im Silicon Valley geglaubt haben. Nathanial Mott nimmt sich dem Thema lesenswert auf PandoDialy an.
  • BITCOIN W&V: „Bitcoin ist dem derzeitigen Finanzsystem überlegen“: Das Aus des Bitcoin-Handelsplatzes Mt. Gox im Februar sorgte für Negativschlagzeilen. Der Wert der Kryptowährung ist seither um die Hälfte gefallen. Was aber mitunter übersehen wird: Nicht die Währung selbst ist das eigentlich Revolutionäre, sondern die ihr zugrunde liegende Technologie. Über die aktuelle Situation sprach W&V-Autor Franz Scheele mit Brian Fabian Crain, der sich in mehreren Bitcoin-Projekten engagiert. So ist er Gründer des Epicenter Bitcoin und der Veranstaltungsreihe Bitcoin Startups Berlin.
  • DATENSCHUTZ Carta: TTIP – Transparenz gewährleisten, Datenschutz sicherstellen: Auf Carta.info schreibt der ehemalige Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar, ob ein zeitgemäßer Datenschutz nach Snowden ein Handelshemmnis darstellt? Geklärt wurde diese Frage bisher nicht, aber der Datenschutz ist ein wichtiger Aspekt im geplanten Freihandelsabkommen TTIP zwischen Europa und den USA.
  • GESELLSCHAFT Berliner Gazette: Unsere gestörte Beziehung zum Internet ist reif für eine Kur: Nach den Enthüllungen um Edward Snowden ist unsere Beziehung zum Internet gestörter denn je. Dennoch, obwohl wir um die Probleme wissen, geben wir weiterhin munter unsere Daten weiter. Kulturwissenschaftlerin und Berliner Gazette-Autorin Mercedes Bunz schlägt eine Kur vor.
  • SOZIALE NETZWERKE NDR.de: Wie sozial ist digital?: Mal ein Hör- statt Lesetipp: Fabienne Hurst geht der Frage nach, wie sozial eigentlich das Digitale ist? Studien wollen belegen, dass Facebook ein Zeitfresser ist, und dass es oberflächlich und einsam macht. Stimmt nicht, meinen andere Medienwissenschaftler.

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#rp14: Wie persönliche Daten zurückerobert werden könnten

Wie können wir die Souveränität über unsere Daten zurückerlangen? Drei Sessions auf der re:publica versuchten eine Antwort zu finden. // von Katharina Brunner

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Wir müssen unsere Daten schützen! Der Satz ist leichter gesagt als getan. Wie könnte man es tatsächlich schaffen, die Souveränität über die eigenen Daten zurückzugewinnen? Am ersten Tag der re:publica haben sich in drei Sessions die Referenten versucht, über eine Definition von My Data, konkreten Tools und einem Gedankenexperiment zu einem idealen Netzwerk versucht, sich dem Thema zu nähern. Das große Zauberwort: Dezentralität.

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LinkedIn entwickelt sich zur Content-Plattform

Obwohl LinkedIn als Social Network gehandelt wird, will es genau dies gar nicht sein – die Plattform ist längst dabei sich in eine Content Plattform zu entwickeln. Linked in ist doch auch nur ein weiteres Social Network für Arbeitssuchende oder Menschen, die sich mit anderen Branchenköpfen vernetzen wollen. So ungefähr hört sich die landläufige Meinung an. Doch LinkedIn befindet sich schon seit einiger Zeit im Umbruch und will sich ganz stark von anderen Social Networks unterscheiden. Es will eigentlich gar kein Social Network sein, sondern ein ‚Professional Network‘ und eine Plattform für Content.

Sinn und Zweck

Vor knapp zwei Wochen erhielt ich eine Kontaktanfrage von einer Freundin bei LinkedIn. Natürlich nahm ich an und sah auf ihrem Profil, dass sie gerade erst ihr Profil erstellt hat. Als ich sie am letzten Wochenende darauf ansprach gab sie sich desinteressiert. Sie habe sich nur angemeldet, weil sie gerade auf Jobsuche ist und ihr geraten wurde, sich dort anzumelden. „Aber was ist eigentlich der Sinn von LinkedIn? Das ist doch auch nur ein weiteres Social Network, das einem die Zeit stiehlt oder„.

LinkedIn ist durchaus bewusst, dass es dringend notwendig ist, eine eigene Identität zu finden. Zwar gibt es inzwischen über 300 Millionen angemeldete Nutzer, doch die Zahl der monatlich aktiven Nutzer liegt eher bei 200 Millionen. Dabei gehen die Besuche über die Desktop-Besucher und –Seitenzugriffe stetig zurück, wohingegen die mobilen Zugriffe deutlich steigen. Die meisten Nutzer greifen nur auf die Seite zu, wenn sie auf Jobsuche sind – LinkedIn muss also einen Anreiz für diese Nutzer finden, öfter wiederzukommen. Der resultierende Findungstrip scheint durchaus erfolgreich gewesen zu sein, wie die Entwicklungen der letzten Zeit deutlich machen.

The Times They Are a-Changin‘

Das Ziel von LinkedIn ist es, den Social Network-Charakter hinter sich zu lassen. Nach eigener Aussage war LinkedIn ohnehin nie ein Social Network, sondern ein ‚Professional Network‘. Content soll nun in den Fokus rücken, und den Nutzer dazu bewegen, den LinkedIn-Newsfeed künftig am Morgen so zu konsumiert, wie in vielen Fällen den Twitter- oder Facebook-Feed. Gewisse Ähnlichkeiten bleiben also doch bestehen, allerdings sollen statt Buzzfeed-Artikeln und Katzenvideos professionelle Inhalte erstellt und geteilt werden.

Mit dem stärkeren Fokus auf Inhalte sollen die Nutzer nicht nur zur häufigeren Wiederkehr bewegt werden, sondern auch dazu sich stärker auf der Seite zu engagieren. Die reine Zahl der Neuanmeldungen lässt sich schließlich schlecht monetarisieren. Sobald die Nutzer aber viel Zeit auf LinkedIn verbringen und Inhalte konsumieren, wird das Portal auch für Werbekunden interessant. Zwar bietet LinkedIn schon die Möglichkeit Werbeanzeigen zu schalten, allerdings ist deren Anteil am Umsatz bisher gering und sogar rückläufig, während Recruiter und Premium-Abos den Löwenanteil ausmachen.

Content is King

Der Content soll also eine prominentere Rolle einnehmen – doch wie will LinkedIn dies bewerkstelligen? Zunächst einmal wurde bereits 2011 LinkedIn Today eingeführt, was dann wiederum im April 2013 mit der Übernahme der Newsreader-App Pulse nochmals verfeinert wurde. Der Konsum von relevanten News, die im Übrigen auch von LinkedIn kuratiert werden, ist also schon mal gesichert. Doch noch wichtiger ist es, dass auch eigene Inhalte auf LinkedIn erstellt werden, um die Plattform nicht nur zum Link-Umschlagplatz zu machen.

Im Februar wurde dann die Blog-Plattform, die bisher nur für wenige auserwählte Branchengrößen zugängig war, für die Allgemeinheit geöffnet. Nun kann jeder seine Gedanken über bestimmte Aspekte und Entwicklungen seines Berufsfeldes oder der Branche direkt an die vernetzten und potenziell interessierten Nutzer teilen. Das ehrgeizige Ziel sind übrigens die nächsten 3 Milliarden Nutzer, was zwar aus derzeitiger Sicht mit 300 Millionen Nutzern in weiter Ferne scheint – die massiven Zuwächse in Indien sowie dem gerade erschlossenen chinesischen Markt lassen das Ziel wiederum realistisch erscheinen. Ob all dies allerdings ausreichen wird, um meine Freundin doch von der Plattform zu überzeugen wird sich erst noch zeigen.


 


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Multi-App-Strategie oder die Abkehr vom ganzheitlichen Ansatz

Der Siegeszug von Mobile bringt immer mehr große Internet-Unternehmen wie Facebook, LinkedIn oder Twitter dazu, sich in Einzelteile zu zerlegen – freiwillig. Die großen Internet-Unternehmen zerbrechen am zunehmenden Mobile-Siegeszug. Dies ist allerdings nicht etwa Folge von hartem Wettbewerb, sondern geschieht komplett freiwillig. Die zunehmende Nutzung von Smartphones und Tablets macht es nötig, die umfassenden Angebote für diese Geräte anzupassen und auf viele einzelne spezialisierte Apps aufzuteilen. Der Nutzer kann somit zielgerichtet aussuchen welche Funktionen er nutzen will und bleibt gleichzeitig den großen Unternehmen treu, ohne es oftmals zu merken.

Übernahmen über Übernahmen

Angefangen hat alles mit Instagram. Als Facebook den Fotofilterdienst vor rund zwei Jahren aufgekauft hat, ging es dem Social Network vor allem darum, einen möglichen Konkurrenten in Schach zu halten. Als man dann herausfand, dass sich der Dienst sich nicht in das eigene Kerngeschäft integrieren lässt, beschloss man, Instagram einfach als eigenen Dienst weiterzuführen. Und was gut funktioniert, kann man später mit WhatsApp, Moves und einigen weiteren übernommenen Startups gleich wiederholen.

Facebook ist mit diesem Strategiewechsel allerdings nicht alleine. Twitter zum Beispiel lässt unter anderem die aufgekauften Unternehmen Tweetdeck und Vine eigenständig weiterlaufen. Ein weiteres Beispiel ist Yahoo, die nach wie vor auf Einkaufstour sind und dabei viele Dienste wie das wohl prominenteste Beispiel Tumblr bestehen lassen, statt zu versuchen diese in das vorhandene eigene Angebot zu integrieren.

Für alles eine App statt eine App für alles

Der längst abgegriffene Witz, dass es für alles eine App gibt, ist gar nicht so weit von der neuen Strategie der großen Unternehmen entfernt. In einem Interview mit der New York Times erklärt Mark Zuckerberg diese neue Strategie und deren Hintergründe. Früher kam die überwiegende Mehrheit der Nutzer über Desktop-Rechner auf die Seiten von Facebook und Co. Die Unternehmen waren es daher gewohnt, auf einer Webseite möglichst alle Dienste gebündelt anzubieten, damit es für ihn keinen Grund gibt, die Seite zu verlassen.

Heutzutage nutzen aber immer weniger Menschen Desktop- oder Laptop-Rechner und stattdessen immer mehr mobile Endgeräte. Anfangs versuchte man noch, den Funktionsumfang der Desktop-Seiten möglichst komplett in eine App zu übernehmen – doch die Einsicht ließ nicht lange auf sich warten, dass Mobile-Nutzer andere Dinge wollen. Schnellen Zugriff auf die gewünschten Dienste, die Kontrolle darüber, welche Benachrichtigungen man erhält. Zudem ist der Platz auf den kleinen Touchscreens ganz stark limitiert, so dass Apps mit einem einzelnen Zweck deutlich übersichtlicher und nutzerfreundlicher sind, als gebündelte Allround-Pakete. Facebook musste dies etwas schmerzhaft im vergangenen Jahr am eigenen Leib erfahren, nachdem der Versuch, Android-Nutzern Facebook Home als Haupt-Interface auf das Smartphone schmackhaft zu machen grandios gescheitert ist.

Masse mit Klasse

Das Ergebnis dieser Neuausrichtung? Facebook will noch in diesem Jahr eine ganze Armada an eigenständigen Apps in die App-Stores bringen. Paper ist hier sicher nur der Anfang und der Messenger soll dadurch mehr Zuspruch erfahren, dass man die Funktion aus der eigentlichen Facebook-App entfernt. Auch andere Unternehmen wie LinkedIn haben bereits mehrere Apps mit unterschiedlichen Aufgaben in den App-Stores platziert und auch Dropbox bewegt sich mit Mailbox und Carousel stetig vom reinen Anbieter von Cloud-Speicher weg. Und die Rechnung scheint aufzugehen.

Wenn es gelingt, den Nutzer teilweise vielleicht sogar ohne sein Wissen an die eigenen eigenständigen Apps zu binden, kommt dies einem kleinen Triumph über die Konkurrenz gleich. Wobei der begehrte Lock-In-Effekt, also die Bindung der Kunden an das eigene Angebot vor allem durch den optionalen Log-In mit dem zentralen Nutzerkonto ausbleiben kann. Dies kann man aus Sicht des Nutzers durchaus positiv werten. Allerdings hat dieser dafür als direkte Folge mit einer unüberschaubaren Flut an Mini-Apps zu kämpfen – aber auch dafür findet bis dahin sicher jemand eine Lösung in Form einer App.


 


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Twitter kopiert Facebook kopiert Twitter kopiert Facebook kopiert…

Das Wettrüsten der beiden Social Networks Facebook und Twitter um die neuesten und besten Features hat jahrelange Tradition. // von Jakob Steinschaden

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Die neuen Twitter-Profile sehen verdächtig nach dem Design aus, das Facebook 2011 als Timeline seinen Nutzern zur Verfügung stellte. Doch dass der Kurznachrichten-Dienst immer mehr wie das Social Network aussieht, ist nicht alleine seine Schuld – auch Facebook hat in der Vergangenheit fleißig bei seinem hellblauen Konkurrenten abgekupfert.

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Facebook sperrt die Fan-Seite des Magazins Cicero

Wieder einmal ist ein deutsches Medium in seiner freien Berichterstattung an den Richtlinien des sozialen Netzwerks Facebook gescheitert – diesmal traf es den Cicero. // von Tobias Schwarz

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Das politische Magazin Cicero hat auf seiner Website einen Artikel über das Thema Abtreibung als Frauenrecht veröffentlicht und den Bericht mit einem Bild von protestierenden Aktivistinnen versehen, die im Stil der Femen-Bewegung „oben ohne“ demonstrieren. Als der Artikel von Andrea Dernbach im sozialen Netzwerk Facebook geteilt wurde, ist die Facebook-Seite des Magazins gesperrt wurden. Wieder einmal kommt es zum Konflikt zwischen Nutzungsbedingungen und dem Social Media-„Zwang“ der Berichterstattung.

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Foursquare weiß, was du gleich essen willst

FourSquare (adapted) (Image by StickerGiant Custom Stickers [CC BY 2.0] via Flickr)

Der Check-In-Dienst Foursquare will in Zukunft das Nutzerverhalten antizipieren und dem Anwender nicht nur sagen wo er essen soll, sondern auch was. Foursquare befindet sich im Umbruch – das Unternehmen will sich schon lange vom reinen Check-In-Service mit Gameification-Modell entfernen und vielmehr die wichtigste Empfehlungs-App auf dem Smartphone sein. Dabei soll anticipatory computing eine Hauptrolle spielen, wie Firmengründer Dennis Crowley gegenüber Read Write Web in einem langen Interview verrät. Die über die Jahre gesammelten Datensätze sollen dabei helfen, im Voraus zu erahnen, was der Nutzer essen oder trinken will.

Game(ification) Over?

Am Anfang von Foursquare stand das Gameification-Modell stark im Vordergrund. Wer sich an bestimmten Orten oft eincheckt, kann dort Mayor werden. Damals hat mich das Ganze herzlich wenig interessiert. Als dieses Modell allerdings immer weiter in den Hintergrund rückte und Foursquare sich zu einer Empfehlungs-App für Restaurants, Bars, Clubs und sonstige Geschäfte mauserte, fand ich den Dienst plötzlich deutlich interessanter. Wo finde ich etwas Gutes zu essen, oder eine für mich interessante Bar, wenn ich in einer fremden Stadt bin? In diesen Fällen hat sich Foursquare schon des Öfteren als gute Informationsquelle erwiesen – fast wie ein Freund, der in dieser Stadt heimisch ist und die entsprechenden Lokalitäten kennt.

Aber mit diesem Schritt ist das Ziel des Unternehmens, die ursprüngliche Vision noch nicht erreicht. In einem ausführlichen Interview hat Foursquare-Mitgründer und CEO, Dennis Crowley gegenüber Selena Larson von Read Write Web ausführlich erläutert, wohin die Reise in Zukunft gehen soll und wie anticipatory computing, also das Vorhersagen der des Nutzerverhaltens, dabei eine große Rolle spielt.

Times they are a changing

Das simple Einchecken bewirkt mehr, als nur den aktuellen Aufenthaltsort mit Freunden zu teilen – es wird vor allem ein Datenpunkt erstellt, der sehr viele persönliche Daten über den Nutzer und das Unternehmen oder die besuchte Lokalität. Die 45 Millionen Nutzer und die zwischen 5 und 6 Millionen Check-Ins pro Tag erstellen dabei aus firmenintern genannten „venue polygons“, per Crowdsourcing eine virtuelle Karte, gefüllt mit unzähligen Informationen. Dabei geht es aber nicht nur um die Locations selber, sondern ebenso um die erstellten Nutzerprofile. Das Unternehmen lernt daraus nicht nur welche Restaurants du besuchst, sondern auch in welchen Situationen du sie besuchst und welches Gericht du dort bestellst.

Im vergangenen Jahr hat Foursquare bereits den Schritt weg vom reinen Gameification-Modell gewagt und Echtzeitbenachrichtigungen eingeführt. Dadurch kann das Unternehmen den Nutzer bereits auf spannende Locations in seiner Umgebung hinweisen, die er vielleicht noch nicht kennt, aber mögen könnte. Doch wie soll das Smartphone wissen, wann und wo man ist und vor allem, was man gerade essen oder trinken will?

Es wird persönlich

Crowley vergleicht Foursquare dabei mit Google – der Suchmaschinen-Gigant hat ein beachtliches Maß an Informationen über seine Nutzer – diese generiert Google zum Großteil nach wie vor aus Suchergebnissen. Foursquare versucht das gleiche in der realen Welt umzusetzen. Bei Empfehlungen des besten Coffee-Shops in der Nähe nutzt Foursquare ein buntes Potpourri aus verschiedensten Daten, wobei die Check-In-History immer noch der wichtigste Faktor ist um zu erfahren, ob ein Nutzer eine Lokalität oder eine Gegend besonders mag. Durch die Daten von verbundenen Freunden lassen sich diese Vorhersagen auch für bisher fremde Orte erstellen. Die nächste Stufe ist dann zu verstehen, was die persönlichen Interessen eines Nutzers sind und warum er bestimmte Lokale besucht. Liegt es an der kreativen Küche und den exquisiten Cocktails, oder an den Fritten und dem günstigen Bier?

Viele Nutzer hinterlassen bei Foursquare Tipps, wenn ihnen eine Location besonders gut, oder eben überhaupt nicht gefallen hat. Daraus lassen sich natürlich die beliebtesten Empfehlungen ableiten, aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Aber all dies wird natürlich erst wirklich genau und nützlich, wenn man den Dienst häufig nutzt. Am Ende soll Foursquare wie ein guter Freund in einer fremden Stadt agieren, mit dem man unterwegs ist und der die richtigen Locations in der richtigen Situation kennt und einem diese auch noch im richtigen Moment mitteilt. 2014 wird bei Foursquare unter Hochdruck an der Umsetzung dieser Vision arbeiten – es wird also noch eine Weile dauern, bis wir mit unserem Smartphone um die Häuser ziehen können, wie mit einem alten Freund.


Image (adapted) „FourSquare“ by StickerGiant Custom Stickers (CC BY 2.0)


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5 Lesetipps für den 18. März

In unseren Lesetipps geht es heute um soziale Netzwerke, ein Manifesto des Datenjournalismus, die Zukunft der Arbeit, den digitalen Kulturwandel der Sexualität und die Anti-Social App Cloak. Ergänzungen erwünscht.

  • SOZIALE NETZWERKE Berliner Gazette: Sieben Jahre Hassliebe zu Google, Facebook und Co.: Eine neue Generation wächst heran: Digital Natives schicken sich Links via Skype als Liebeserklärung, schreiben auf Blogs über ihr Leben und erholen sich in Entzugskliniken vom Internet. Brauchen die jungen Leute eine Internet-Therapie? Oder sollte die Gesellschaft ihre Haltung gegenüber der Technik therapieren? Berliner Gazette-Autorin Adriana Radu über sieben Jahre Hassliebe zu Google, Facebook und Co.
  • DATENJOURNALISMUS FiveThirtyEight: What the Fox Knows: Gestern Nachmittag startete FiveThirtyEight.com, ein auf Datenjournalismus setzendes Online-Magazin, gegründet von Nate Silver, der die Beweggründe und seine Definition von Journalismus in diesen datengetriebenen Zeiten in einem interessanten Manifesto erklärt.
  • ARBEIT ?.0 PR-Blogger: Arbeitsplatz 2024 – wie wir in der Zukunft arbeiten: Anlässlich der vielen Internet-bezogenen Jubiläen hat sich PR-Bloggerin Anna-Katharina Lohre Gedanken über die Zukunft der Arbeit gemacht. Wie weit wird sich die digitale Welt wohl in weiteren zehn Jahren gedreht haben? Wo steht vor allem die Arbeitswelt im Jahr 2024? Lesenswerter Beitrag über den Future Workplace.
  • SEXUALITÄT Breitband: Digitaler Kulturwandel der Sexualität: Dass das Internet einiges in unserem Leben optimiert, ist kein Geheimnis. Weniger gesprochen wird allerdings darüber, wie es unserem Sexleben eine neue Dimensionen verleihen kann. Denn es gibt immer mehr Geräte, die über das Netz steuerbar sind. Was im ersten Moment skurril erscheint, könnte einen Kulturwandel der Sexualität einleiten, sagen einige Hersteller. Doch wie verändert das unseren Blick auf und unsere Definition von Sex? Die Sendung „Breitband“ von Deutschlandradio Kultur geht der Frage nach.
  • CLOAK TIME: Antisocial App Cloak Uses Location Data to Help You Avoid People: Die meisten Dienste versuchen sich das vernetzende Wesen des Internets zu Nutze zu mache, um noch besser in Kontakt mit anderen Menschen zu stehen. Doch die Daten können auch genutzt werden, um genau das zu verhindern. Das Konzept der iOS-App Cloak sieht vor, Geo-Daten von Foursquare und Instagram (später auch Facebook) zu nutzen, um Leuten gezielt aus dem Weg zu gehen.

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5 Lesetipps für den 7. März

In unseren Lesetipps geht es heute um Google und die Agenturen, sichere soziale Netzwerke, der Newsfeed von Facebook, eine falsche Identität auf Twitter und wie ein Startup auf die Gier eine Großindustrie reagiert. Ergänzungen erwünscht.

  • GOOGLE W&V: Google und die Agenturen: Im vergangenen Jahr veranstaltete Google den Kreativwettbewerb Youtube Film Hack in London, jetzt wird diese Veranstaltung in anderen europäischen Städten wiederholt. W&V-Online-Redakteurin Franziska Mozart hat mit Lars Lehne über Digitalität und Kreativität gesprochen. Er ist als Country Director Agencies für die Beziehung von Google mit der Agenturbranche verantwortlich.
  • SOZIALE NETZWERKE Hyperland: Wo sind die sicheren soziale Netzwerke?: Natürlich könnte man Google, Facebook und anderen Diensten einfach den Rücken kehren. Doch inzwischen ist ja das gesamte Internet ein datensaugender Mahlstrom, dem man nicht entkommt. Glücklicherweise wächst die Zahl interessanter Projekte, die sichere Netze errichten wollen. Andreas Winterer stellt vier Projekte im Hyperland-Blog des ZDF vor.
  • FACEBOOK CNET News: Facebook goes back to basics for new-new News Feed: Seit rund 12 Monaten bastelt Facebook am eigenen Newsfeed rum. Die gestern vorgestellten Änderungen sind wohl erst einmal die letzten Umbauarbeiten. Doch was hat sich eigentlich wirklich geändert? Jennifer Van Grove hat sich auf CNET News mit den vielen kleinen Neuerungen des Newsfeed beschäftigt.
  • IDENTITÄT 11 Freunde: Wie ein Schüler via Twitter Sportjournalisten auf der ganzen Welt narrte: Samuel Gardiner narrte als falscher Journalist die weltweite Twittergemeinde. Er diskutierte mit Premier-League-Spielern über krude Transfergerüchte und wurde bei Al Jazeera zitiert. Dabei wollte der 17-jährige Schüler einfach nur ein bisschen Aufmerksamkeit, wie er im Interview auf 11freunde.de erklärt.
  • TUFT & NEEDLE t3n: Wie ein Startup auf die Gier einer Großindustrie reagiert: Ein Jahr nach Gründung erreicht der Online-Händler Tuft & Needle für Matratzen eine Million US-Dollar Umsatz und viele Top-Bewertungen bei Amazon. Daniel Hüfner stellt auf t3n zum Jubiläum das Startup vor, dass mit nur 6.000 US-Dollar anfing, eine Großindustrie auf den Kopf zu stellen.

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Felix Stalder: „Transparenz ist Voraussetzung für soziales Vertrauen“

Felix Stalder (Bild: Tobias Schwarz/Netzpiloten, CC BY 4.0)

Im Interview mit den Netzpiloten spricht der Medientheoretiker Felix Stalder über Vor- und Nachteile von Transparenz und die Monopolstellung von sozialen Netzwerken. // von Gina Schad

Felix Stalder (Bild: Tobias Schwarz/Netzpiloten, CC BY 4.0)

Auf der Konferenz „Einbruch der Dunkelheit“ sprachen wir mit dem Medientheoretiker und Aktivisten Felix Stalder über Transparenz, Facebook und was die Telekom mit sozialen Netzwerken gemeinsam hat. Für Stadler ist Transparenz vor allem Sichtbarkeit, die einen sehen lässt, wer jemand anderes ist. Das ist die Grundlage von Vertrauen. Trotzdem kann Transparenz uns schaden, zum beispiel wenn wir transparent gemacht werden gegenüber Institutionen und Akteuren, die uns gegenüber eben nicht transparent sind.
Es sollte deshalb politisch erzwungen werden, dass wir mit Freunden bei Facebook auch kommunizieren können, ohne selbst dort angemeldet zu sein.

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