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Medien in Geiselhaft

CanettiLieber eine sichere Kirche voll von Gläubigen als die unsichere ganze Welt.“ Elias Canetti

Wer die letzten Tage eine Zeitung aufgeschlagen hat oder den Fernseher abends einschaltete kam nicht umhin, an das Stockholmsyndrom zu denken. Da war ein Mann zu sehen oder zu lesen, der kostenlos mit aufwendig abgezirkelten Stammtischparolen für ein Machwerk werben konnte, das weder inhaltlich noch methodisch Innovatives zur gesellschaftlichen Diskussion beitragen kann. Und die Geiseln hatten ein wirkliches Interesse an den unlauteren Motiven des Geiselnehmers – sie waren fast versucht, etwas zutiefst Menschliches in ihm zu finden. Fast wie der schwarze Ring, der brandneue Verein der philantropischen Täterschützer.

Man könnte an die alten Interessensgruppen denken, die Ressentiments schüren wollen, um von ihren Geschäften abzulenken, man könnte auch an die hochnotpeinliche Bewegung der heiligen Inquisition denken, die im Gewand des ewigen Bürgerlichen auf der Suche nach der Mitte den Einen oder Anderen auf den Scheiterhaufen der traditionellen Presseerzeugnisse stellt. Alles was im Wandel begriffen ist, muss ja dort sowieso schon seit Jahrzehnten immer wieder mit mental fragwürdigen Brandbeschleunigern zum Lodern gebracht werden… Weiterlesen »

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