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5 Lesetipps für den 27. April

In unseren Lesetipps geht es heute um das Erbeben in Nepal, digitale Bildung, die AppleWatch, Tidal, und einen Hackerangriff im Weißen Haus. Ergänzungen erwünscht.

  • NEPALGolem.de: Nepal: Facebook, Google und Openstreetmap helfen Erdbebenopfern: Facebook und Google haben ihre Personensuchfunktion für die Erdbebenregion in Nepal freigeschaltet. Nachdem Erbeben dort Tausende von Opfern gefordert haben, versuchen die Unternehmen Facebook, Google und Openstreetmap jetzt zu helfen. Mit dem Google Person Finder, zum Beispiel, kann man in einer öffentlichen Datenbank Menschen suchen oder Informationen zu den Schicksälen von Personen hinterlegen. Damit können Angehörige versuchen herauszufinden, was mit ihrem Verwandten, Freunden und Bekannten geschehen ist. Via Facebook können User mit dem Safety Check ihren Kontakten mitteilen, dass es ihnen gut geht. Außerdem möchte Google neues Kartenmaterial der Region zur Verfügung stellen. Openstreetmap rief seine Unterstützer auf, dass Kartenmaterial der Region zu verbessern.

  • BILDUNGheise online: Digitale Medien und die User: Von wegen dümmer! Studien zufolge ermöglichen digitale Medien ganz neue Lernformen und eine neue Art der Steigerung unserer kognitiven Fähigkeiten. Die Befürchtung von Kritikern, dass die digitale Technologie unsere Intelligenz beeinträchtigt, bestätigt sich damit nicht. Durch digitale Medien können Prozesse sichtbar gemacht und Lernen vereinfacht werden, wodurch der Mensch effizienter lernt und Vorgänge tiefer versteht. Bisher ist aufgrund von Horrorbildern wie Manfred Spitzers „Digitale Demenz“ die Digitalisierung in Deutschland mehr als ein Fluch gesehen worden. In mehreren Projekten wurde jetzt Untersucht, wie digitale Medien beim Lernen helfen können.

  • APPLE WATCH Mashable: A weekend in Australia with the Apple Watch: Is it worth the hype?: Lohnt sich eine Apple Watch? Jenny Ryall hat sich ein Wochenende mit der Apple Watch auf den Weg gemacht und getestet, was die Uhr alles kann. Auf jeden Fall bekommt man mit der Uhr neugierige Blicke, oohs und aahs zu hören. Positive an der Watch ist außerdem die Messanger-Funktion. Texte diktieren und Sprachnachrichten aufnehmen ist einfach und unkompliziert, genauso wie das Beantworten von kurzen Anrufen. Auch die Fitnesstracker-Funktion überzeugt die Autorin. Allerdings erscheint ihr der Bildschirmschoner zu häufig. Viele Apps müssen zusammen mit dem iPhone konfiguriert werden, und das ist eine lange und nervige Arbeit, dank langer Ladezeiten. Uber ist die am Besten funktionierende App auf der AppleWatch. Ryall vermisst allerdings eine App für Facebook, welche zum momentanen Zeitpunkt nicht verfügbar ist. Nach Testberichten zu weiteren Apps kommt die Autorin zu dem Ergebnis, dass für sie sich die Watch voll und ganz lohnt.

  • TIDAL Mashable: Jay Z goes on tweeting spree to defend his Tidal streaming service: Jay Z verteidigt seinen Streamingdienst Tidal. Via Twitter nimmt der Rapper Abstand von Kritik: Tidal würde sich gut machen, und die Followerzahl würde steigen. Weiter twittert Jay Z, dass auch der iTunes Store nicht in einem Tag erbaut worden sei und auch Spotify neun Jahre gebraucht habe, um erfolgreich zu werden. Mittlerweile hat Tidal nach Angabe des Rappers 770.000 Subscriber. Die Tweets wurden veröffentlicht kurz nachdem Tidal aus den 500 meist geladenen Apps im US Markt gefallen ist. Selbst nachdem ein Gerücht rumgegangen ist, welches behauptet, dass Jay Z und Beyonce ein Album rausbringen, das exklusiv auf Tidal veröffentlicht wird, kletterte der Streamingdienst nur auf Platz 664 der App Chats. Inzwischen hat Jay Z allerdings alle Verweise auf Tidal von seinem Twitter wieder gelöscht.

  • OBAMA Süddeutsche.de: US-Präsident – Hacker lasen Obamas Mails: Es ist russischen Hackern gelungen Einblick in Mails des US Präsidenten Barack Obama zu erhalten. Allerdings enthielten diese Mails keine Informationen der Hochsicherheitsserver. Das Computersystem des Weißen Haus ist in zwei Netzwerke unterteilt. Die Beamte in Obamas Umfeld nutzen somit zwei Computer: Einer ist mit einem Hochsicherheitsnetzwerk verbunden. Über diesen werden höchstvertrauliche Informationen ausgetauscht. Der andere Computer im weniger gesicherten Netzwerk diene zur Kommunikation zur Außenwelt. Die Angriff ist vor allem wegen der Spannungen zwischen Moskau und Russland, welche im vergangenen Jahr erheblich zugenommen haben, sehr kritisch zu sehen. Mittlerweile ist es allerdings gelungen, die Hacker aus dem Mailsystem herauszudrängen.

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Digitalisierung in Japan: Mobile Erdbebenwarnung per App

Ein Junge nach der Zerstörung. Erdbeben und Tsunami, Japan 2011 (adapted) (Image by Schweizerisches Rotes Kreuz [CC BY 2.0] via Flickr)
In Japan zeigt sich besonders, wie lebenswichtig die Digitalisierung ist. Mit einer mobilen Erdbebenwarnung per App werden so im wahrsten Sinne des Wortes Leben gerettet. Roboter verkaufen Kaffeemaschinen, und Getränkeautomaten empfehlen je nach Alter, Geschlecht und Wetter unterschiedliche Drinks – Japan besticht mit digitalem Ideenreichtum. So überrascht eine Erdbeben-Warnapp nicht, [...]
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Verehrtes japanisches Volk,

das Beileid unserer gesamten Autoren-Mannschaft gilt den vielen Toten und ihren Angehörigen, die durch das Erdbeben, den Tsunami und den Störfall im Atomreaktor ums Leben kamen oder noch kommen werden.

Leider gibt es große Probleme bei der Hilfe der Überlebenden, die wir in Deutschland nicht ausreichend würdigen. Denn hier entbrennt ein Wettbewerb der Gutmenschen. Manche machen sich große Sorgen wegen der Beschwichtigungen von offizieller Seite, die selten in einem realen Verhältnis zum echten Zustand der Katastrophen stehen. Viele Deutsche bewundern die Energie mit der jeder einzelne Japaner versucht, zu helfen. Noch mehr Menschen aus unserem Land betrachten die Hilfe der offiziellen Stellen jedoch mit Sorge.

Die große asiatische Tradition, Gemütsbewegungen für sich zu behalten, wird in Deutschland gern als Ausdruck der Stärke angesehen und bewundert. Wir alle wissen, dass Stärke nur dann ein guter Ratgeber ist, wenn es sich um einen gerechten Kampf handelt. Der Kampf der Technologie gegen die Gesetze der Natur ist aber in weiten Teilen ein Ausdruck krankhafter und wahnhafter Hybris, die es dem Menschen im Westen nach dem Verlust spriritueller Erbauung erlaubt hat, selbst etwas zu erschaffen, was seine eigenen Möglichkeiten bei weitem übersteigt. Die Atomkraft als Energiegewinnung ist so eine Übersteigerung des Menschen mit den Mitteln der Technologie.

Wir haben in Deutschland spätestens seit dem zweiten Weltkrieg ein tiefes Verständnis für die Potentiale der Technologie in verantwortungslosen Händen. Daher kommt auch die weit verbreitete Angst vieler Deutscher, wenn wir uns näher mit der Betreiberfirma Tepco beschäftigen und die hilflos wirkenden Versuche, Tonnen von radioaktivem Müll mit Wasserschläuchen zu kühlen. Auch die Verharmlosung der bereits freigesetzten Strahlung in Luft, Wasser, Boden und Nahrung macht uns nicht zuversichtlicher, dass das japanischen Volk in den besten Händen ist.

Giri und Ninjô sind wichtige Werte in Japan. Wir würden sie als Ehre und Menschlichkeit übersetzen. Beides wären gute Ratgeber für einen transparenten Umgang der Offiziellen Japans über die wahren Verhältnisse rund um Fukushima und Onogawa. Aber beide Werte sollten nach meiner Ansicht auch unsere hiesigen Besserwisser dazu anleiten, nicht den Nächsten (Helfer) zu bewerten, sondern selbst ein besseres Vorbild zu sein – im Handeln wie im Denken.

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Jörg Wittkewitz

Wem nichts Besseres einfällt, der könnte einfach in den nächsten 12 Monaten vermehrt japanische Produkte kaufen, was dem drohenden Wirtschaftsabschwung in Japan entgegenwirken könnte. Denn Nachfrage ist nicht immer nur bloßes Konsumieren. Es lenkt auch mittelbar die Schicksale von Arbeitern, Angestellten und ihren Familien. Aber das kennt man bereits hoffentlich aus der Diskussion über nachhaltigen Lebenswandel und der/die geneigte Leser/in setzt das schon um.

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