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5 Lesetipps für den 30. Juni

In unseren Lesetipps geht es heute um Amazon, die Krautreporter, QR-Codes auf Friedhöfen, eine Farce namens Leistungsschutzrecht und den 7. Geburtstag des iPhones. Ergänzungen erwünscht.

  • AMAZON FAZ: Wir drucken dann einfach eure Bücher nach: In England berichten Verleger von Vertragsverhandlungen mit Amazon, welche die Grundlagen des klassischen Verlagswesens erschüttern. Frankreich dagegen erlässt ein Gesetz, das Amazon dazu zwingt, Portokosten in Rechnung zu stellen. Andreas Platthaus stellt in der FAZ die weitgehenden und aggressiv vorgetragenen Forderung von Amazon vor, die so eigentlich nicht haltbar erscheinen.
  • KRAUTREPORTER Die Trendblogger: Krautreporter – ein Rück- und Ausblick auf ein Mammutprojekt: Die Mission Krautreporter ist nach einem fulminanten Endspurt erfolgreich abgeschlossen – beziehungsweise die erste Phase davon. Denn im Grunde genommen geht es jetzt erst los. Auf dem Blog „Die Trendblogger“ gibt unser Autor Julian Heck einen Rück- und Ausblick auf ein journalistisches Mammutprojekt.
  • DIGITALER NACHLASS MDR.de: Friedhof mit QR-Codes: In der Mediathek des MDR Sachsen-Anhalt ist ein interessanter Beitrag von Marko Litzenberg zu sehen, der den Ascherslebener Friedhof vorstellt, auf dem seit neuestem QR-Codes auf ausgewählten Grabsteinen, die Besucher über die an der Stelle begrabene Persönlichkeit informieren. Zur Zeit bekommen nur historische Persönlichkeiten der Stadtgeschichte einen QR-Code, der zu einem weiterführenden Text führt, aber die Methode könnte auch der Nachwelt eine Verbindung zu unseren digitalen Identitäten anbieten.
  • LEISTUNGSSCHUTZRECHT Zeit Online: Eine Farce nähert sich ihrem Höhepunkt: Deutsche Verleger wollen Google zwingen, ihre Texte zu verlinken und dafür auch noch zu zahlen. Ihre absurde Kartellbeschwerde ist rechtlich aber wohl unhaltbar. Auf Zeit Online erklärt der Rechtsanwalt Till Kreutzer die unglaubliche Farce, die das Leistungsschutzrecht für Presseverlage darstellt.
  • IPHONE TIME: 7 Years of the iPhone: Gestern feierte das iPhone von Apple seinen 7. Geburtstag. Das damals von Steve Job vorgestellte Smartphone revolutionierte unser Verhalten grundlegend. Inzwischen gibt es erstklassige Smartphones von verschiedenen Herstellern, aber man muss Apple lassen, das das iPhone der Anfang war. Doug Aamoth lässt auf Time.com die letzten Jahre in einer interaktiven Grafik Revue passieren.

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E-Commerce: Interview mit den Gründern von BuchhandlungVorOrt

Buchhandlung (Bild: Sergey Pyatakov [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia)
Im Interview sprechen die Gründer vom Startup BuchhandlungVorOrt.de über ihre Idee, welche die lokale Wirtschaft stärken und nachhaltiges Einkaufen fördern soll. // von Gina Schad Den Gründern von BuchhandlungVorOrt.de geht darum, eine E-Commerce-Plattform aufzubauen, die es ermöglicht, Bücher online bei der Buchhandlung meiner Wahl zu bestellen, selbst wenn sich diese [...]
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BuchhandlungVorOrt will Online-Handel mit Buchhandlungen verbinden

Das Startup BuchhandlungVorOrt will mit einem gemeinsamen Online-Shop die unabhängigen Buchhändler stärken. Doch zu welchem Preis? Amazons Image ist schlecht: Neben den Arbeitsbedingungen im Lager und die Steueroasen beschäftigt die PR-Abteilung der Vorwurf für den Tod des stationären Buchhandels verantwortlich zu sein. Dass Online-Handel und kleine unabhängige Buchläden zusammengehen können, will das Startup BuchhandlungVorOrt zeigen. Unter ihrer Marke sollen sich unabhängige Läden zu einer gemeinsamen Online-Plattform zusammenschließen. Zielgruppe sind Leser, die sich bewusst für den kleinen Laden um die Ecke entscheiden wollen.

Der Buchhandel gilt als eine der Branchen, die das Internet besonders schmerzvoll getroffen hat. Schließlich ist es das Online-Kaufhaus Amazon, das als erstes das Internet als Vertriebsweg das Internet nutzte. Traditionelle Unternehmen im Buchhandel haben es nicht geschafft, eine konkurrenzfähige Alternative zu Amazon zu schaffen „Leider ist die Online-Präsenz der lokalen Buchhändler oftmals wenig ausgebaut und nicht an unsere veränderten Bedürfnisse angepasst. Bislang existierende Weblösungen und E-Commerce-Plattformen, welche Bestellungen bei lokalen Buchhändlern ermöglichen, überzeugen weder uns noch die lokalen Buchhändler selbst„, sagen die Gründer von BuchhandlungVorOrt.de im Netzpiloten-Interview (hier).

Die Idee klingt einleuchtend: Eine Bestellung bei BuchhandlungVorOrt wird an einen lokalen Buchhändler weitergeleitet, der das Buch an den Kunden verschickt. Bequemes Online-Shopping soll so mit kleinen, unabhängigen Buchhandlungen kombiniert werden.

Zentraler Shop strategisch richtig

Strategisch ist ein zentraler Shop der richtige Schritt: Durch die fixen Preise der Buchpreisbindung kann Gewinn nur dadurch gesteigert werden, indem die Kosten sinken. Je größer ein Unternehmen, desto leichter geht das. Amazon zeigt es, wie ein Geschäft mit geringen Margen trotzdem profitabel betrieben werden kann. „Obwohl viele stationäre Buchhändler einen eigenen Webshop haben, finden sie keine Zeit, den Webshop als weiteren Verkaufskanal kosteneffizient auszuspielen„, sagt die Gründer von BuchhandlungVorOrt.de weiter ausführen. Und in diese Lücke möchte BuchhandlungVorOrt treten.

Die Idee ist es, dass Käufer ihre Lieblingsbuchhandlung auswählen können. Doch das kann auch ein Laden in einer anderen Stadt sein. Damit könnte das Konzept auch weg
von der Fokussierung auf einen bestimmten Laden hin zu einer allgemeinen Plattform für alternativen Buchhandel entwickeln.

 

Eine Frage bleibt offen: Wie hoch ist die Provision?

Doch etwas überrascht doch: Entscheidend über den geschäftlichen Erfolg der Buchhandlung vor Ort ist die Provision, die das Startup für die Vermittlung der Aufträge erhält. Doch bisher gibt es keine konkrete Zahlen – zumindest offiziell. Die Provision sei „derzeit eine zentrale Frage, die wir derzeit im Team erörtern„, heißt es im Interview mit den Netzpiloten. „Hierbei gehen wir auch ins Gespräch mit Buchhandlungen.“ Es überrascht, dass sich das Startup über die zentralste Frage ihres Geschäftsmodell keine genauere Auskunft machen kann – oder will.

Denn auch für die Buchhandlungen, die vor der Entscheidung stehen, ob sie Teil des Vertriebnetzwerkes werden wollen, könnte das der entscheidende Punkt sein: Wieviel des Preises geht als Provision für die Vermittlung an BuchhandlungVorOrt, wieviel bleibt ihnen selbst? Dazu kommt die Überlegung: Können Buchhandlungen so neue Zielgruppen erschließen? Also diejenigen, die sowieso nie in den Laden gehen, aber gerne kleine Geschäfte unterstützen würden. Oder aber kaufen über BuchhandlungVorOrt auch diese Menschen, die sonst in den Laden gehen würden – für deren Einkäufe die Händler aber Provision an BuchhandlungVorOrt zahlen müssen.

Oft geht die Geschichte so: Die Marktmacht Amazons zerstört die kleinen, unabhängigen Buchläden. Doch, so schreibt das Wirtschaftsmagazin Quartz, zumindest für die USA korreliert der Aufstieg Amazons nicht mit dem Wegfall kleiner Geschäfte. Im Gegenteil: Dort ist die Anzahl zwischen 2009 und 2013 um über 15 Prozent angestiegen. Die wahren Verlierer durch Amazon sind dort die großen Buchhändler, wie Borders und Barnes and Nobles. Deren deutschen Pendants lauten: Weltbild, Thalia oder Hugendubel – Unternehmen, von denen gute Nachrichten schon eine Weile auf sich warten lassen.


 


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5 Lesetipps für den 4. Februar

In unseren Lesetipps geht es heute um den Transparenzbericht von Tumblr, wie Readfy die Buchbranche disruptet, Pubertät im im Netz, Netzneutralität in den USA und eine vielsagende Anekdote über Netflix. Ergänzungen erwünscht.

  • TUMBLR CNET News: Tumblr lets loose its first Transparency Report: Die im vergangenen Jahr von Yahoo aufgekaufte Blogging-Plattform Tumblr hat zum ersten Mal einen Transparenzbericht veröffentlicht, der zweimal im Jahr er scheinen soll. Daraus geht hervor, dass es 2013 insgesamt 462 Anfragen vom Staat bekam und in 76 Prozent der Fälle auch Folge leistete. Vergleiche zu früheren Jahren, in den Tumblr zumindest den Ruf einer Plattform für freie Meinung (jeglicher Art) hatte, sind leider nicht möglich.
  • READFY e-book-news.de: Readfy disruptet die Buchbranche: Mit Readfy startete gestern eine Plattform für E-Books, die den Nutzern einen New Deal anbietet: kostenlos und unbegrenzt E-Books lesen mit Werbeeinblendung, oder gegen einen Monatsbetrag eine unbegrenzte E-Book-Flatrate. Offensichtlich hat sich jemand von den zwar Reichweite fast schon garantierenden, aber stets bekämpften E-Book-Piraten inspirieren lassen und das Geschäftsmodell auf legale Füße gestellt.
  • NETZGESELLSCHAFT Zeit Online: Ewig währt die Netzpubertät: Auf Zeit Online schreibt Kathrin Passig in ihrer Kolumne über mehr Verständnis für die oft belächelten Technik-Enthusiasten, die auch mal ein paar Tage vor Verkaufsstart eines neuen Geräts vor einem Shop campen. Passig nennt das Netzpubertät – etwas, dass auch wir ab und zu durchleben.
  • NETZNEUTRALITÄT Techdirt: New Net Neutrality Bill Introduced, Has No Chance Of Passing: Auf Techdirt hat Mike Masnick einen neuen Gesetzesentwurf aus den USA veröffentlicht, in dem eine Hand voll Angeordneter doch noch die Netzneutralität per Gesetz einführen wollen. Wie MAsnick aber richtig schreibt, kommt das Gesetz aus der „Das ist nicht die Lösung, die wir haben wollen“-Abteilung, denn dieser Entwurf wird niemals angenommen werden und kann als PR-Maßnahme abgetan werden. Ein Kompromiss scheint bei diesem Thema zwischen Demokraten (für Netzneutralität) und Republikaner (gegen Netzneutralität) nicht in Sicht.
  • NETFLIX The New Yorker: Netflix and the Future of Television: Im aktuellen New Yorker gibt Ken Auletta eine Anekdote von Netflix-CEO Reed Hastings wieder, die sehr an eine ähnliche Geschichte von Jeff Bezos erinnert, die in Brad Stones neuestem Buch über den Amazon-Gründer nachgelesen werden kann. Wie Bezos sich einst mit Barnes & Noble-CEO Len Riggio traf, der das Unternehmen platt machen wollte, hatte Hastings einmal ein Treffen mit Blockbuster, die das Gespräch ebenfalls mit der Ankündigung eines eigenen Services beendeten. Die Parallelen sind spannend, wie die Aussichten von Netflix.

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