Studie: Twitter-Nutzer sind jung, städtisch und mobil

Es war ja nur noch eine Frage der Zeit, bis das renommierte Pew Internet & American Life Project den Mikroblogging-Dienst Twitter entdeckt, und nun ist es geschehen: in der ersten Studie über Twitter und Status Updates haben die Forscher emsig Statistiken über die Twitter-User zusammengetragen. Die meisten Ergebnisse sind dabei nicht überraschend:

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  • Twitter-Nutzer sind tendenziell jung (siehe Grafik), obwohl ihr Durchschnittsalter mit 31 Jahren etwas höher liegt als unter MySpace- (27 Jahre) und Facebooknutzern (26 Jahre).
  • Twitter-Nutzer tendieren dazu, in städtischen Gebieten zu leben und geringere Einkommen zu erzielen als die restliche Internet-Bevölkerung (wohl ihrem geringerem Alter geschuldet).
  • Twitter-Nutzer sind in höhere Zahl dazu bereit, ihr Handy als mobiles Datengerät zu verwenden und dort auch Zeitungen zu lesen.
  • Obwohl Twitter-Nutzer neue Technologien nicht schneller annehmen als andere Internetuser, zeigen sie eine größere Bereitschaft, damit zu kommunizieren und Informationen auszutauschen.

Methodisch bauen die Zahlen auf Telefoninterviews mit 2253 erwachsenen Amerikanern von November bis Dezember 2008. Eine Zusammenfassung des Reports gibt es als PDF. [via arstechnica]

Update: Die oben angebotene Grafik war leider missverständlich. Es folgt eine verbesserte Grafik. Vielen Dank an Falk Hedemann für den Hinweis. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Grafik zur Pew-Studie


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Björn Rohles

Björn Rohles

ist Medienwissenschaftler und beobachtet als Autor („Grundkurs Gutes Webdesign“) und Berater den digitalen Wandel. Seine Themenschwerpunkte sind User Experience, anwenderfreundliches Design und digitale Strategien. Er schreibt regelmäßig für Fachmedien wie das t3n Magazin, die Netzpiloten oder Screenguide. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.

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11 comments

  1. Sorry, aber sollte ein Kreisdiagramm nicht eigentlich 100 Prozent darstellen? Hier sind es lediglich 60 Prozent, also nicht mal zwei Drittel. Wo sind denn die restlichen 40 Prozent geblieben? Glaubt man den angegebenen Werten, müssten sie auf die Altersgruppe 0-17 fallen.

  2. Das ist ein guter Einwand: ein Kreisdiagramm ist für die Darstellung dieser Werte nicht geeignet, weil es die Assoziation mit „100 Prozent“ weckt. Ein Balkendiagramm wäre sicherlich besser. Ich hielt die Vergleichbarkeit der einzelnen Altersgruppen in einem Kreisdiagramm für besser, aber das war ein Denkfehler.
    Gemeint ist nämlich nicht die Gesamtzahl aller Twitter-Nutzer, sondern die Verwendung von Twitter innerhalb einer Altersgruppe. Soll heißen: von allen 18-25jährigen Onlinenutzern (Amerikas) nutzen 19% Twitter.
    Sorry für die fehlleitende Darstellung.

  3. Das interessanteste Ergebnis geht bei Euch ein wenig unter: „… und dort auch Zeitungen zu lesen.“ und ist so auch nicht ganz richtig.
    Tatsächlich (laut ars technica) lesen 17% bzw. 14% die Zeitung auf dem Smart- bzw. Cell phone, aber 76%(!) lesen die Zeitung online.
    Für mich ein weiteres Indiz, daß die Zukunft der Zeitung im Internet liegt und sie sich jetzt noch mehr anstrengen muß, denn die Twitterer sind nur die Speerspitze der Bewegung.

  4. @Ralf Schwartz: Dass die Zukunft der Zeitung im Internet liegt, ist keine neue Erkenntnis und auch durch vorhergehende Studien zu belegen. Die Zahlen 17% und 14% für die mobile Nutzung von Zeitungen halte ich allerdings für die interessantesten Zahlen, weil sie in meinen Augen zeigen, wo die Entwicklung hingehen wird (und dass sie jetzt schon so hoch sind).
    @Philipp: Das geht aus der Studie nicht hervor, war allerdings auch nicht die Fragestellung.

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