Nokia 1.3 im Test – das solide Einsteiger-Smartphone

Mit seinem Nokia 1.3 veröffentlicht der finnische Hersteller ein neues Einsteiger-Smartphone, das sich an eine ganz bestimmte Zielgruppe wendet. Der Markt für günstige Smartphones boomt seit Jahren und immer mehr Hersteller platzieren gute Geräte für wenig Geld. In unserer Übersicht der besten Smartphones für unter 100 Euro schlagen sich die aktuellen Trends des Niedrigpreis-Sektors zugrunde. Zumeist liegt der Fokus der Einsteiger-Klasse auf guter Handlichkeit und einem guten Bildschirm. Akkuleistung und Kamera werden dafür meistens vernachlässigt. Ob das auch bei dem Nokia 1.3 der Fall ist, erfahrt ihr in unserem Test.

Der erste Eindruck

Das Nokia 1.3 wartet mit einem eher klassischen Design auf, welches trotz des geringen Preises modern wirkt. Einzig die Tropfen-Notch in der oberen Mitte des Bildschirms unterbricht das Display, welches in der Diagonalen 5.71 Zoll misst. Auf den ersten Blick wirken die Ränder des Bildschirms etwas klobig, aber bei der Benutzung fällt das nicht weiter negativ auf. Das Gehäuse besteht aus Hartplastik, welches aber erstaunlich robust ist. Im Vergleich mit teureren Modellen muss man sich hier keine Gedanken um Kratzer in dem Cover machen und kann das Smartphone guten Gewissens auch ohne Hülle nutzen. Allgemein liegt das Nokia 1.3 sehr gut in der Hand und kann auch durch das geringe Gewicht punkten. Die Handhabung ist angenehm und an das Design gewöhnt man sich schnell.

Was im Nokia 1.3 Test allerdings negativ auffiel, war das Einsetzen des Akkus. Eigentlich ist es eine löbliche Idee, dass wir den Akku bei Bedarf auch selbst komplett austauschen können, aber leider gibt die beigelegte Bedienungsanleitung nur wenig Hinweise darauf, wie man die Hülle tatsächlich aufbekommt. Hier gilt es nicht zimperlich zu sein, denn ansonsten kommt man nicht an das Innere des Smartphones. Dort kann dann nach Bedarf die SIM-Karte und eine microSD-Karte eingesetzt werden. Die ist bei nur 16 GB internem Speicher auch meistens nötig.

Guter Bildschirm, aber Leistung mit Abzügen

Ohne Frage: Das klare Highlight in unserem Nokia 1.3 Test ist der Bildschirm. Die Auflösung von 720 x 1520 Pixeln macht im Alltag eine gute Figur und überzeugt auf ganzer Linie. Farben werden ausreichend kräftig dargestellt, jegliche Schrift ist gestochen scharf und auch die automatische Helligkeitsanpassung macht ihren Job ordentlich und ohne Abstriche. Zudem reagiert das Touch-Display zuverlässig und schnell. Das hängt natürlich auch mit dem Betriebssystem zusammen. Das Nokia 1.3 kommt ab Werk mit Android 10 Go, einer abgespeckten Version von Android 10. Ein Update auf das neue Android 11 ist für das Nokia 1.3 übrigens auch vorgesehen.

In unserem Nokia 1.3 Test liefen alle integrierten Google Anwendungen gewohnt flüssig und waren einfach und unkompliziert zugänglich. Allerdings fallen die Schwächen des verbauten Qualcomm Snapdragon 215 zumeist dann auf, wenn wir externe Apps von anderen Entwicklern verwenden. Viele Basic-Apps wie Instagram oder auch Spiele-Apps wie Candy Crush laufen größtenteils flüssig. Ab und zu jedoch merkt man dem Smartphone schon an, dass es im Punkto Performance nicht mit teureren Konkurrenten mithalten kann. Sehr selten stürzt eine App auch mal ab, aber des Öfteren stocken Apps oder brauchen länger zum Laden, als man es von anderen Smartphones gewöhnt ist. Gerade Vielnutzern dürfte dieser Aspekt sauer aufstoßen.

Ein weiteres kleines Manko bei der Bedienung ist, dass viele Apps sich nicht an die besonderen Abmessungen des Smartphones anpassen lassen. Social Media Apps zum Beispiel weisen oben, dort wo die Notch des Handys ist, einfach einen weißen Balken auf. Hier ist die Integration bei anderen Herstellern schöner geregelt.

Nokia 1.3 Test
Der obere Rand ist bei Social Media Apps einfach sehr unschön designed. Andere Hersteller machen das besser.

Kamera und Lautsprecher entsprechen dem geringen Preis

Natürlich darf man von einem Smartphone, welches knappe hundert Euro kostet, nicht die gleichen Hardware-Leistungen erwarten, die man vielleicht in einem Mittelklasse-Gerät sucht. Trotzdem kann sich gerade die Selfie-Kamera für diese Preisklasse sehen lassen. Die 5 Megapixel Innenkamera wird von einiges an Android-Software unterstützt und schafft es somit, solide Fotos aufzunehmen. Bei der 8 Megapixel Außenkamera fällt der geringe Preis des Handys jedoch auf. Die Farben der Fotos wirken ausgewaschen und auch von gestochener Schärfe kann eher weniger die Rede sein. Gerade bei schlechteren Belichtungsverhältnissen verstärken sich die Probleme. Auch bei der Verwendung der Lautsprecher fällt auf, dass der Fokus bei der Produktion des Nokia 1.3 auf anderen Aspekten lag. Zwar sind die integrierten Lautsprecher ausreichend laut, aber die Tonqualität lässt sich eher mit einem alten Kofferradio vergleichen. Wer hier ordentlichen Sound möchte, sollte externe Kopfhörer über den 3,5 mm Klinkenanschluss am unteren Rand des Geräts benutzen.

Schnelle Ladung und gute Akkulaufzeit

Dafür konnte der Akku des Geräts dann wieder überzeugen. Das Aufladen geschieht über einen USB Host OTG (On-The-Go) Anschluss, welcher zugegeben etwas veraltet wirkt. Dennoch lädt sich das Smartphone innerhalb von zwei bis maximal drei Stunden komplett auf und kann dann gut einen Tag genutzt werden. Wie bereits eingangs erwähnt kann der Akku manuell auch ausgetauscht werden, wenn er doch mal schwächeln sollte.

Für wen eignet sich das Nokia 1.3?

Im Test des Nokia 1.3 ist schnell klar geworden, dass Vielnutzer und Smartphone-Junkies mit diesem Gerät eher weniger Freude haben werden. Wer viele Social Media Posts verfasst, ständig viele Apps gleichzeitig nutzt oder auch aufwendige Spiele spielen möchte, der sollte sich nach einem anderen Gerät umsehen. Aber der Fokus liegt bei Einsteiger-Smartphones schließlich auch nicht darauf, der teuren Konkurrenz in Sachen Leistung oder Hardware davonzulaufen, sondern eben die besten Funktionen von Smartphones kompakt und günstig anzubieten. Und das schafft das Nokia 1.3 in jedem Fall. Für knapp 100 Euro bekommen wir hier ein solides Smartphone, welches mit modernem Design und gutem Handling punktet. Besonders überzeugt hat uns das gute Display und der leistungsstarke Akku. Multitasking mit mehreren Apps ist schwierig und auch bei der Kamera und den Lautsprechern muss man hier Abstriche machen.

Wer jedoch auf der Suche nach einem Einsteiger-Smartphone ist, welches euch im Alltag nicht im Stich lässt und alle Grundfunktionen mit Bravour meistert, für den können wir das Nokia 1.3 uneingeschränkt empfehlen.

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Photos and Images by Leonie Werner

Leonie Werner

interessiert sich für alles, was mit Medien zu tun hat. Insbesondere für Themen im digitalen Bereich ist sie offen und in Sachen Gaming immer auf dem neuesten Stand.


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