Microsoft Windows 7: Debakel oder kluger Schachzug?

windows 7 logoDie Idee klang ja eigentlich ganz gut: Microsoft kündigte schon vor einigen Wochen groß an, man wolle eine schöne Rabatt-Aktion auf Windows 7 veranstalten. Wer heute das mit reichlich Vorschusslorbeeren bedachte Produkt vorbestellt, kommt zum Preis von knapp 50 Euro in den Genuss der „Home Premium“-Version. Natürlich sei das Angebot streng limitiert. Schnell sein, dachte ich mir da, und saß pünktlich um 9 Uhr vorm Rechner. Doch: So einfach war das gar nicht. Bei Amazon waren die Exemplare nach 7 Minuten weg – bis dahin ging nichts außer Fehlermeldungen beim Versuch, die Bestellung abzuschließen. Direkt danach ging Conrad in die Knie. Die deutsche Twittersphäre ist voll von ähnlichen Meldungen.

Nun ist das lange Warten auf den großen Moment sicher nichts Neues: auch bei Apple stellte man sich stundenlang vor den Apple Store, um ein neues iPhone zu ergattern. Und Enttäuschungen gibt es immer, wenn jemand keines ergattern konnte. So musste Amazon schon eine Reihe von negativen Bewertungen löschen von Leuten, die sich hintergangen vorkommen. Begründung für das Entfernen der Kommentare: das limitierte Angebot hat nichts mit dem Produkt zu tun. Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass Microsoft seine limitierten Menge etwas zu limitiert dimensioniert hat. Das Problem dabei: wenn nicht jeder eine ermäßigte Version bekommt, ist das gut fürs Geschäft. Wenn aber zu wenige eine bekommen, wird das schnell zum Imageproblem.

Was meint ihr? Kluger Schachzug, der den Leuten zeigt, wie begehrt Windows 7 ist? Oder einfach nur #fail? Habt ihr überhaupt eine Version bekommen?

Update 17.07.2009, 18:38 Uhr: Wie es scheint, verschickt Amazon gerade Gutschein über 70 € an Kunden, die bei der Bestellung durch die Server-Überlastung nicht zur Kasse gehen konnten. Mit diesen Gutscheinen können sie dann Windows 7 zum Preis von 49,95 € erwerben.

Björn Rohles

ist Medienwissenschaftler und beobachtet als Autor („Grundkurs Gutes Webdesign“) und Berater den digitalen Wandel. Seine Themenschwerpunkte sind User Experience, anwenderfreundliches Design und digitale Strategien. Er schreibt regelmäßig für Fachmedien wie das t3n Magazin, die Netzpiloten oder Screenguide. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.


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5 comments

  1. Leider kein Erfolg gehabt, trotz ca. 200mal „reload“.
    Und ab jetzt (15.07. / 18:30Uhr) kostets selbst auf der MS-Seite 199,-. Komischer Preis. Ich denke, die Home-Version sollte 119,- kosten???

  2. Wenn man schon so konkret gefragt wird habe ich den Eindruck, dass „Image“ manchmal überbewertet wird (und die ganze Industrie dahinter auch).

    Möglicherweise war das Limit zu limitiert. Aktion nach hinten losgegangen, ok. Aber: wenn kümmert´s? Taugt das Produkt was wird es genutzt, so einfach ist das ;-)

  3. Bei Amazon war ich auch äußerst unerfolgreich. Ware im Korb, aber an der Kasse war’s plötzlich weg.

    Ich hab dann doch noch ne Version bekommen, nachdem sich der Server von Alternate 1,5 Std. später wieder erholt hatte.

    Trotzdem bleibt ein komischer Nachgeschmack, wenn es sich um ein (für den Hersteller) beliebig duplizierbares Produkt handelt und die Kunden sich virtuell darum prügeln müssen.

  4. @Ludwig Na ja, mich kümmert es schon. Wenn ich das Gefühl bekomme, unzufrieden über eine Aktion zu sein und sich das auf das Produkt niederschlägt, könnte ich schon auf die Idee kommen, eben ein anderes Produkt zu nutzen.

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