Starke Leistung für kleines Geld – Gaming-Smartphone Honor Play im Test

Gaming-Smartphones liegen bereits seit rund einem Jahr im Trend. Viele Hersteller, die vorher eher für PC-Hardware bekannt waren, versuchen nun, Smartphones auf den Markt zu bringen, welche extra auf die Bedürfnisse von Gamern zugeschnitten sind. Nun hat Honor als „klassischer“ Smartphone-Hersteller ebenfalls ein Gaming-Smartphone auf den Markt gebracht. Beim Honor Play klingt vor allem der Preis verlockend. Ich habe mir das Smartphone einmal genauer für euch angeschaut.

Schlichtes Design – gute Ergonomie

Auf den ersten Blick sieht man dem Honor Play nicht an, dass es sich um ein Gaming-Smartphone handelt. Statt auffälligen Farben oder einer ungewöhnlichen Form, wie man es sonst von Gaming-Geräten gewöhnt ist, setzt man beim Honor Play auf eine schlichte Aluminium-Rückseite mit abgerundeten Kanten. So liegt das Smartphone angenehm in der Hand; trotz seines sogar für heutige Verhältnisse großen, 6,3-Zoll-Displays. Die Auflösung von 1.080 mal 2.340 Pixeln reicht aus, um alles scharf darstellen zu können, allerdings sind die Farben nicht so brillant, wie sie bei einem AMOLED-Display wären.

Honor Play Rückseite
Die schlichte Rückseite des Honor Play mit Kamera. Image by Timo Brauer

Honor Play überzeugt bei der Leistung

Der Kirin 970 ist der aktuell stärkste Prozessor von Huawei und ungefähr auf einem Niveau mit dem Snapdragon 835. Auch leistungshungrige Apps laufen flüssig und ohne Probleme, wie man es von einem Gaming-Smartphone erwartet. Dank Huaweis „GPU-Turbo“-Technologie soll es beim Spielen zu weniger Frameeinbrüchen kommen, was eine flüssigere Darstellung gewährleistet. Spiele wie PUBG oder Asphalt 9 lassen sich ohne Probleme in der höchsten Detailstufe spielen.

Honor Play im Game-Mode. Image by Timo Brauer

Auch Honors eigene Benutzeroberfläche EMUI, welche in Android 8.2 installiert ist, läuft problemlos und ohne Aussetzer. Kleine Gimmicks sind ebenfalls vorhanden. So sorgt die sogenannte „4D Smart Shock“-Technologie für zum Spiel passende Vibrationen ähnlich wie bei einem X-Box- oder PlayStation-Controller und der Game-Mode sorgt dafür, dass man beim Zocken nicht von Anrufen gestört wird, sondern zeigt diese lediglich in einem kleinen Fenster an.

Hält lange durch, lädt lange

Der Akku ist mit 3750 mAh relativ groß, was sich auch bei der Laufzeit positiv bemerkbar macht. Auch als Vielnutzer kommt man problemlos über den Tag und hat immer noch ein paar Prozent Akku als Reserve. Aufgeladen wird der Akku per beiliegendem USB-C Kabel. Laut Honor ist zwar einer Quick-Charge Technologie verbaut, diese ist allerding bei weitem nicht so schnell wie die im Honor 10 oder Huawei P20 verbaute Ladetechnologie.

Kamera nur Standard

Auf die Kamera hat Honor keinen großen Wert gelegt. Auf beiden Seiten wurde ein 16 Megapixel großer Sensor verbaut, dem auf der Rückseite eine zweite Linse mit einer Auflösung von zwei Megapixeln für Tiefeninformationen zur Seite steht. Bei idealen Lichtbedingungen gelingen die Aufnahmen zwar, aber bei viel Schatten oder Dunkelheit kommt das Smartphone an seine Grenzen. Daran lässt sich erkennen, dass Honor die Kamera beim Thema Gaming für nicht allzu wichtig erachtet.

Honor Play
Die Kamera des Honor Play kann nur bei guten Lichtverhältnissen punkten. Image by Timo Brauer
Nachtaufnahme mit dem Honor Play lässt zu Wünschen übrig. Image by Timo Brauer

Gut angebunden

An Verbindungsmöglichkeiten mangelt es dem Honor Play nicht. Neben Wlan im AC-Standard und Bluetooth 4.2 ist auch NFC für Google Pay und zur Datenübertragung mit an Bord. Wenn man bereit ist, auf eine MicroSD-Karte zu verzichten, lässt sich auch eine zweite Simkarte in dem Smartphone nutzen.

Ist das Honor Play ein Gaming-Smartphone?


Beim Play hat Honor sich auf die Bedürfnisse von Gamern konzentriert. Ein starker Prozessor, ein großer Akku sowie ein großer Bildschirm sind die wichtigsten Features, wenn es um das Spielen am Smartphone geht. Kleine Extras, wie das bis jetzt nur im Spiel PUBG nutzbare Feature „4D Smart Shock“ sind lustige Gimmicks, aber nicht wirklich notwendig. Um den Preis des Smartphones dennoch niedrig zu halten, hat Honor bei einigen Features den Rotstift angesetzt.

Insbesondere bei der Kamera muss man deutliche Abstriche im Vergleich zu anderen Smartphones machen. Andere Dinge, wie der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite oder ein Gehäuse aus Aluminium statt Stahl und Glas fallen weniger schwer ins Gewicht, da das Smartphone trotzdem sehr hochwertig verarbeitet ist. Meiner Meinung nach hat der chinesische Hersteller beim Honor Play an den richtigen Ecken gespart, um ein Smartphone abzuliefern, das perfekt auf die Bedürfnisse von Gamern zugeschnitten ist und dabei lediglich 350 Euro kostet.

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Images by Timo Brauer


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