Google One Pass: Mega Payment

Gegen Apples iTunes und AppStore anzustinken, ist einfach. Man muss einfach die Kunden und Verkäufer weniger an der Kette herumzerren. Damit hat Google nun angefangen mit seinem Bezahldienst One Pass. Einmal anmelden und schon kann man jeden Inhalt, jedes Verlags-Produkt der Google-Partner im Web erwerben, ohne dass der Kauf bzw. das Benutzen an bestimmte Hardware gebunden wäre. Abos, Artikel und ebooks können also mit allen webtauglichen Geräten (neudeutsch=devices) gelesen, gesehen und gehört werden. Wenn sich Döpfner vor Apple für deren mittlerweile in Verlegerkreisen verrufene Verkaufsplattform hinkniete, dann dürfte er jetzt den Herren Page und Brin nicht ganz jugendfreie Dienste anbieten. Denn Google kommt den Branchenverbänden der Verleger nun deutlich mehr entgegen und könnte damit Apple düpieren.

Mit One Pass können diese wieder fast frei wählen, ob und wie sie Koppelgeschäfte und Crosselling umsetzen. Denn endlich (?) gibt es auch ein Gutscheinsystem. Ob dieses Mehr an Freiheit, das Google bietet, letztlich das ist, was den Verlagen hilft, im Web mehr Geld zu verdienen, bleibt fraglich, denn in Digitalien ist die Konkurrenz und die Volatilität des Lesers extrem. Mittelfristig werden sie um eigene Geschäftsmodelle im Web nicht auskommen, die mehr liefern als nur bedrucktes Papier hinter Monitorglas mit eingesprengselten Videos. Aber starke Personen, die qua Stimme überzeugen, will ja keiner in der professionellen Medienwelt. Das hat man ja bei den Bloggern gesehen, wie schnell so ein Persönlichkeitskult Reichweiten produziert. Soviel Erfolg würde ja Abhängigkeiten schaffen. Da zahlt man lieber siebenstellige Summen in die Lobbyarbeit für die Gesetzgebung.

Jörg Wittkewitz

  ist seit 1999 als Freier Autor und Freier Journalist tätig für nationale und internationale Zeitungen und Magazine, Online-Publikationen sowie Radio- und TV-Sender. (Redaktionsleiter Netzpiloten.de von 2009 bis 2012)


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