Fluch der Karibik: Schwarzes Gold

Öl-Raffinerie
Zum besonderen Engagement der US Navy auf Haïti nach dem Beben und den möglichen wirtschaftlichen und politischen Beweggründen. Von Gastblogger Daniel Khafif.

Die Üblichen Verdächtigen schrieben es bereits einen Tag nach dem verheerenden Erdbeben auf Haïti in ihre Blogs und glichen krächzenden Krähen auf den Totenbergen von Port au-Prince: Wieso das massive Engagement der US Navy im Armenhaus der Karibik und vor allem – warum so schnell?


Oh, Katrina!

Erinnern wir uns: Es war der 28. August 2005, als „Katrina“ mit der Kategorie Stufe 5 seine höchste Intensität erreichte und die Golfküste der USA, insbesondere die Küsten von Louisiana, Mississippi, Alabama und vor allem den Großraum New Orleans unter Wasser setzte, verwüstete und über 1.800 Menschen das Leben kostete. Etwa 1 Million Menschen wurden obdachlos, viele können in ihre zerstörten Häuser bis jetzt noch nicht zurück und leben in Trailerparks rund um Houston, Texas.

Der finanzielle Schaden durch „Katrina“ betrug nach offiziellen Schätzungen 81,2 Milliarden US-$. Teile des historischen French Quarter und weitere Stadtbezirke von New Orleans wurden bis heute nicht wieder aufgebaut. Insofern wundert es schon, daß die aktuelle Regierung unter Präsident Obama, trotz enormen Haushaltsdefizits, sowohl finanziell, logistisch wie militärisch so intensiv im verwüsteten Haïti operiert, während gleichzeitig viele Bürger New Orleans’ noch immer auf ein ebensolches Engagement warten.

Und nun zu den Krähen: Die schrecklichen Bilder aus Haïti, die wir diesseits des Atlantiks nach dem Beben empfangen, reichen sicherlich kaum an das tatsächliche Grauen vor Ort heran und haben eine große Schar Anteilnehmender und sogar die Charity-Muffel zu spontanen Spenden bewogen – diese Mal vor allem über Buchungsservices via Mobil – Account, Facebook- und Twitterlinks. Auch ich habe wiederholt per Mobiltelefon hoffentlich helfende Euros in mehr oder weniger nachvollziehbar seriöse Fonds gespendet. Obwohl ein flaues Gefühl im Magen bleibt: Kommt die Hilfe an oder bläht sich erstmal die Rentenrücklage von Vodafone oder Telekom auf? Die Krähen riefen aufgeplustert: „Nicht spenden! Ihr finanziert die US-Falken!“ Ignoriert. Das Ami-Bashing ist doch old school. Gehörte zum guten Ton unter Bush. Aber nicht doch bei Obama! Und Krähen tragen doch immer schwarzes Gefieder, egal zu welchem Wetter.

Akkreditierte Helfer

Kurz nach dem omnipräsenten Eintreffen der Marines kamen immer mehr kritische Töne von den internationalen Hilfsorganisationen vor Ort: Nachbarschaftshilfe aus Kuba: Verweigert. Ärzteteams aus Jamaica: Während ihres Dienstes im Bebengebiet zurückgewiesen. Venezuela: Bloß die nicht! Brasilien? Wollen die jetzt noch dicker werden? Einzig die ehemalige Hegemonialmacht Frankreich ließ sich nicht so schnell in die Schranken weisen, die in der Karibik fern jeder EU-Verordnungen schneller intervenieren konnte, als im heute weniger kooperativen Maghreb, dem eigentlichen Hinterhof Galliens. Generell haben es die Europäer, liegt ja nahe, etwas einfacher mit der Soforthilfe, als die trotz eigener Sorgen hilfsbereiten Nachbarstaaten. Es scheint ein wenig wie bei einem Filmfestival, wo die Wahrscheinlichkeit, eine begehrte Akkreditierung zu bekommen, mit der jeweiligen Entfernung des Wohnortes zum Festivalort zunimmt.

Wo’s raucht, gibt’s Brennstoff…

Nun stolpert der aufmerksame Leser immer mehr über Berichte, welche die vermutlich großen Ölvorkommen vor der haitianischen Küste als auch in den Tiefen der Karibikinsel selbst beschreiben: Demnach, so berichten bereits am 28. Januar 2008 auf der haitianischen Website von „Radio Metropole“ gäbe es unter Haïti’s Oberfläche grosse Erdölvorkommen, sowie strategisch wichtige Erze, unter anderem Uran 235 und Uran 238 (!) sowie Zirconium im Jacmel-Gebiet. Beide äußerst seltenen Elemente werden bekanntermaßen sowohl für den Bau von Atombomben als auch Brennstäben verwendet.

„Ferner“, so Daniel Mathurin, „haben wir 20 Stellen auf Haïti mit Ölvorkommen identifiziert“ und meint weiter, „dass 5 davon von Experten der Petroindustrie und Politikern als sehr wichtig angesehen werden: Das Zentralplateau, einschließlich der Region Thomond, -der Ebene Cul-de-sac und die Bucht von Port-au-Prince, sind voll von Erdöl“, sagt Mathurin und fügte hinzu, „dass die Ölreserven von Haïti grösser seien als die von Venezuela, einem der weltgrößten Ölförderländer – „ Haïti habe zum Vergleich so viel mehr Erdöl als Venezuela, wie ein Glas Wasser und ein olympisches Schwimmbecken.“

Die Ölblasen im Sediment der Windwardpassage zwischen den Inseln Kuba und Hispaniola seien so groß, daß damit auch die Regierung von La Habana auf einen Schlag unabhängig vom Devisenbetteln wäre. Huch!?

Umzingelt von Neureichen?

Im Klartext: Wenn diese Ausführungen stimmen sollten, hätten die USA auf einen Schlag keine armen, nostalgisch-sozialistischen Republiken mehr vor der Nase, die von den gesetzten Medienbeobachtern und Investoren (außer China!) bestenfalls belächelt würden, sondern unabhängige, reiche Nachbarn, die sich nicht so leicht gängeln ließen.

Sogar Jamaica, das seiner Beziehung mit Haïti meist nicht gerade freundschaftlich verbunden war, würde von den Ölvorkommen profitieren. Da alle Inselstaaten im Gegensatz zu Mexiko, Brasilien oder Venezuela eine relativ kleine Bevölkerungszahl besitzen, würde sich der Wohlstand durch das generierte Ölgeschäft – idealerweise – auch breiter in der Gesellschaft verteilen.

Weniger Korruption. Weniger Zwischenstopps von Kurieren und Geldwäschetransfers über die Drogenkartelle Mexicos und Kolumbiens? Das wäre ja ein Traum für die drei sprachlich unterschiedlichen, doch in ihrer traditionellen Armut sehr ähnlichen Großen Antillen. Ein Traum, der dem American Dream ein jähes Aufwachen bereiten würde. Könnte dieses wahrscheinlich große Vorkommen von Rohstoffen und Bodenschätzen das wirkliche Motiv für die „Besetzung“ von Port au-Prince und Übernahme der Kontrolle durch 10.000 US-Soldaten sein? Muß es wieder so enden? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Also gehen wir etwas in die Tiefe und schauen, ob weitere Quellen von Ölquellen veröffentlicht wurden:

Viele Stimmen, eine Vorahnung

Hier ist es u. a. die jamaikanische Zeitung „The Jamaican Observer“, die in punkto Seriösität und Sprachstil ein Vorbild nicht nur in der karibischen Medienlandschaft darstellt: Der langjährige Redakteur + Kolumnist Bill Maxwell fragte bereits 2004 in dieser Zeitung: „Is there Oil in Haïti? Und drückt hier gleich die Ängste karibischer Bewohner aus, demnach das Aufspüren neuer Bodenschätze den Antillen eben nicht helfen, sondern wieder in eine Ära des Quasi-Kolonialismus zurückwerfen würde.

Autor Dr. George Michel aus Haïti geht in seinem Beitrag im Forum „Kiskeyan Connections bereits weiter und fordert die lokale Unterstützung zur Ausbeutung haitianischer Ölquellen und bilaterale Handelsabkommen mit Kuba, Jamaica, Venezuela und der Dominikanischen Republik.

Die in Port Au-Prince geborene amerikanische Lyrikerin, Schriftstellerin und Rechtsanwältin Marguerite Laurent aka Ezili Dantò schreibt bereits am 13. Oktober 2009 über das Engagement von USA und UN auf Haiti aufgrund der reichen Ölvorkommen.

Ezili Dantò, ebenso Vorsitzende der haitianischen Rechtanwaltsvereinigung Haitian Lawyers Leadership Network (HLLN) – die auch den abgesetzten Präsidenten Jean-Bertrand Aristide als Anwältin vertreten hat – erinnert daran, daß Aristide zum Ende seiner Amtszeit Pläne für die Entwicklung Haitis verfasst und in Buchform veröffentlicht hat: Darin seien die Rohstoffvorkommen Haitis zum ersten Mal amtlich und detailliert aufgeführt gewesen. 2004 wurde Aristide dann, je nach Lesart mit Wohlwollen und/oder Unterstützung der Bush – Administration aus seinem Land vertrieben.
Wem all diese älter datierten Autorenbeiträge (und davon gibt es zahlreiche) zu einseitig erscheinen: Am Dienstag, den 02. Februar 2010, also NACH dem Beben, berichtete sogar der eher konservativ orientierte US-Nachrichtendienst Bloomberg von den großen Erdölvorkommen auf und um Haïti, „die hier“, so Geologe Stephen Pierce, „durch das jüngste Erdbeben aufgebrochen und freigelegt wurden“. Ach! Schon wetzen die Petrofirmen ihre Bohrer: Pierce ist Exploration Manager, der in Dallas, Texas ansässigen Zion Oil & Gas Inc. und fährt fort: „Eine Entdeckung solcher Ölvorkommen könnte die Wirtschaft des Landes nachhaltig stimulieren und regt weitere Bohrungen und Ölsuche an!“

Mit den großen Hunden pinkeln?

Die Wirtschaft welchen Landes profitiert hier? Jedenfalls war Haïti s PM Jean-Max Bellerive am Montag, 01. Februar in Montreal und wurde sowohl von Kanadas Außenminister Lawrence Cannon als auch der US – Secretary-of-State Hillary Clinton empfangen. Da geht ein Kleiner mit den großen Hunden pinkeln? Stephen Pierce abschließend: „ Haïti ist vom Standpunkt der öl- und Gasindustrie weit weniger entwickelt als beispielsweise sein Nachbar, die Dominikanische Republik. Man könnte hier weit mehr erarbeiten!“.

Inflationäres Öl – ohne Ende

Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer: Nun schleicht uns leise die Frage an, weshalb die Regierungen von Haïti, die offenbar schon länger wissen, auf was für einem prallen Ölfass sie schlummern, nicht schon längst die Entwicklung zu einem Förderstaat statt einem Petroimporteur vollzogen hatten? Die Antwort könnte sein: Weil dann der Markt weiter mit billigem Öl überschwemmt würde!

Der Schleier lüftet sich und schärft den Blick: Schon Mexico, Brasilien und Venezuela lassen so ihre Muskeln spielen und der Dollar geriete weiter unter Druck. Noch lebt die amerikanische Petroindustrie – und damit ihr Konglomerat aus Zulieferern, Banken und Regierungsaufträgen – vom Verkauf des relativ teuren Öls aus eigener Kontrolle.

Je dünner die Tinte aus teurem Öl, umso schwärzer die Blaupause, umso mehr Petrodollars. Chemisch und physikalisch Unsinn. Aus Bankensicht (und damit nicht zwangsweise sinnvoller) aber nachvollziehbar, denn wertvoll ist, was rar und exklusiv ist. Und so soll es nach ihrem unilateralen Mantra auch weiter bleiben! Brasilien, der Sudan, Mexico, Venezuela, Afghanistan, Irak, Nordafrika könnten den Weltmarkt mit Tsunami von billigem Öl überschwemmen und tun dies zum Teil auch schon. Wenn nun noch vor der eigenen Golfküste ein Petrodumping entsteht, kann die texanische Ölindustrie langsam das Licht ausknipsen – oder ihren Beschäftigten ein Lohnniveau auf Augenhöhe von Caracas, Khartoum oder La Habana anbieten. Könnte aber möglicherweise Ertrag, Wählerstimmen und Machtposition gefährden.

Puzzle, Risiko oder Monopoly?

Abschließend ein Blick von oben: Wie so oft, erkennt man die einzelnen Puzzleteile erst, nachdem das Bild schon fertig ist;
Der umstrittene und unter zweifelhaften Umständen gewählte Präsident Haïtis, René Préval, unterstützt die vom IWF geforderten Privatisierungen.

Angeblich unterhält Préval Beziehungen zu den „Chimeres“, den haitianischen Oligarchen, die 2004 die Vertreibung von Aristide unterstützt haben. Aristide forderte nur kurz zuvor in einer Rundfunkrede, die Entwicklung der (damals schon erwähnten) haitianischen Öl- und Goldvorkommen sowie andere wertvolle Rohstoffe nicht nur zum Wohle der Oligarchen, sondern in den Dienst der gesamten haitianischen Wirtschaft und der Bevölkerung des Landes zu stellen. Bis heute verbietet das US-Außenministerium Aristide die Rückkehr aus seinem südafrikanischen Exil. Der Mohr hat schließlich seine Schuldigkeit getan. Haiti besitzt also bereits seit 2004 quasi eine Marionettenregierung.

Nach dem furchtbaren Erdbeben vom 12. Januar hat nun das US-Militär mit insgesamt ca. 20.000 Soldaten im Land die Kontrolle über die vier Flughäfen Haitis übernommen. Verschiedene Reporter und internationale Hilfsorganisationen haben der Navy-Administration vorgeworfen, sie kümmerten sich mehr um die Errichtung militärischer Kontrolle – das Militär spricht von »Sicherheit« –, als um den Transport von Wasser, Nahrungsmitteln und Medikamenten von den Flughäfen zu den Menschen, die dringend darauf angewiesen sind.

Wieder Flott, die Vierte:

Die aktuell vor und auf Haïti operierende 4. US –Flotte, welche die See-, Luft- und Landversorgung Haïtis mittels Helikoptern, Marines und Begleitschiffen koordiniert, wurde erst zum 01. Juli 2008 reaktiviert. Ihr Kommandeur hält zusätzlich den strategisch wichtigen und ranghohen Posten der US Naval Forces Southern Command (NAVSO) inne, dem Navy Combatant Command des US Southern Command (SOUTHCOM), welches seit 25. Juni 2009 vom Dreisterne-General Douglas M. Fraser geführt wird. Während des 2. Weltkrieges hatte die US-Navy im März 1943 schon einmal eine 4. US-Flotte mit Zuständigkeitsbereich Südatlantik aufgestellt. 1950 war diese 4. US-Flotte in die in Norfolk/Virginia beheimatete 2. US-Flotte integriert und das Kommando aufgelöst worden.

Mitten im Wahlkampf, der sich im Juli 2008 schon zu Gunsten des neuen Präsidenten Barack Obamas abzeichnete, erklärte Floridas Senator Bill Nelson (Demokraten) vier Gründe zur Bildung der Flotte: 1. Die wachsende ökonomische Stärke Brasiliens (bekanntermaßen kein „evil state“), 2. die „aggressiv feindliche Haltung Venezuelas“ (Nun gut), 3. Den zunehmenden Handelsverkehr (Hä?) durch den Panamakanal und 4. das Alter Fidel Castros. (Um ihn mit Medikamenten zu versorgen?). Der Pariser Figaro (Natürlich) kommentierte die Bildung der 4. US-Naval Fleet deutlicher: „Um mit militärischer Präsenz den politisch wie wirtschaftlich stärker werdenden Linksregierungen Lateinamerikas entgegen zu treten!“ (Aha!).

Kurz nachdem die 4. US – Flotte offiziell in den Dienst verabschiedet wurde, hielt diese bald Flottenmanöver in der Karibik ab. Venezuelas Präsident Hugo Chavez fühlte sich etwas provoziert und lud kurz darauf ein paar russische Kriegsschiffe ein, vor seinen Gewässern ebenfalls ein paar Seemanöver abzuhalten. Etwas entfernt von der baltischen See, um auch mal die tropische Sonne zu erleben, versteht sich. Das Säbelrasseln in der Karibik hat also längst begonnen. Da die Finanzierung einer gesamten Navy-Flotte doch etwas Kleingeld fordert, die Ersparnisse aus Washington aber langsam knapp werden, versteht sich nun auch der angekündigte Kurswechsel in der ohnehin nicht zu gewinnenden Afghanistan – Politik, womit ein paar Außenstände des Pentagons eingespart und eher für die Sicherung des karibischen Vorgartens verwendet werden könnten. Das lässt sich der zunehmend kriegsmüden amerikanischen Öffentlichkeit sicherlich auch besser verkaufen.

Status Quo: divide et impera

Unabhängig davon, welchen der Leser der mittlerweile mannigfaltig kursierenden Beiträge zum Thema „Öl, Haiti, Beben“ mehr Glauben schenkt, so bleibt schon jetzt ein bitterer Beigeschmack ob des ungewöhnlich hohen US-Engagements auf Haiti. Es bleibt zu wünschen, daß die notleidende und von der Geschichte vollkommen unverwöhnte Bevölkerung Haïtis, ihre Überlebenden und ihre Opfer, dennoch in den Genuß eines wie auch immer gearteten Wirtschaftsaufbaus kommen. Oder bleibt der größte Reichtum Haitis weiterhin seine Armut? Der große amerikanische Schriftsteller und Pulitzer- Preisträger James A. Mitchener beschrieb es 1989 in seinem Werk „Karibik“ so.

Die Karibik war, ist und bleibt ein Spielplatz der Großmächte, wo sie, wie einst die Piraten und ihre europäischen Auftraggeber, ihre Freunde und Feinde, ihre Spielregeln und Flaggen jederzeit neu definieren können. Ihr Reichtum war seit ihrer Entdeckung durch Columbus stets ein Fluch für ihre Bewohner und ein Segen für ihre Eroberer…

Bildnachweis: Grafixar

Daniel Khafif

studierte Kunstgeschichte, Romanistik und Komparatistik in Sevilla, Saarbrücken, Cádiz, Florenz und Berlin. Er ist Journalist, Kurator für bildende Kunst, Übersetzer und Dozent für Medien, kreatives Schreiben und Kulturtourismus. Als Autor für das Fotoreisebuch „7 Helden“ bekam er 2008 den Golden IF – Award. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.


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5 comments

  1. Danke für den Beitrag, zumal auch endlich haitianische und karibische Autoren zitoert werden, derer es nicht wenige gibt und die die Lage vor Ort aus eigener Erfahrung kennen. Solange die Rohstoffe und Bodenschätze in der Karibik (Und ganz Lateinamerika) nicht völlig ausgebeutet sind, so lange wird von außen interveniert. Eine Gesellschaft wird erst durch Wissen unabhängig, erst durch den Übergang von der Agrar- zur Industriegesellschaft wahrgenommen und erst von der Industrie – zur Wissensgesellschaft möglicherweise respektiert. Leider.

  2. Es stellt sich nur die Frage, ob wir uns wirklich so weit von damals (Zeit der Piraten)unterscheiden. Sklaven waren damals genau so normal wie heute Leiharbeiter und Departements als Einnahmequelle so selbstverständlich wie wir heute aus armen Ländern billige Lohnleistungen Importieren.

  3. @Wimmer: Vielen Dank für den Kommentar. Gerade bin ich dabei , die Situation vor Ort zu sichten + den Beitrag kurz zu aktualisieren. Und, ja, die Situation heute ist zumindest hinsichtlich Kapitalverteilung und Ausbeutung nur wenig besser geworden, als im 18. Jahrhundert…

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