Facebook & Twitter – der Ton sozialer Netzwerke wird immer schärfer

Was Facebook nicht weiß, macht den Datenkraken heiß! Das spürt man derzeit wieder einmal. Um gegen Pseudonyme vorzugehen, hat das soziale Netzwerk eine Aktion gestartet und fragt derzeit die Nutzer nach den Klarnamen ihrer Freunde. Ein Skandal? Nicht wirklich.

„Hilf uns dabei Facebook zu verbessern!“

„Ist dies der Name deines Freundes?“, fragt ein Pop-up aktuell die Nutzer von Facebook. Eine rabiate Vorgehensweise meinen viele und schon wandert der Begriff „Stasibook“ durch alle Gassen. Tatsächlich ist aber jeder Nutzer laut AGBs verpflichtet in dem sozialen Netzwerk mit seinem sogenannten Klarnamen aufzutreten.

Die Realität sieht natürlich anders aus. Denn viele Nutzer vertrauen dem Zuckerberg-Imperium nicht und wollen sich lieber anonym auf der Plattform bewegen. Vor kurzem erst musste Facebook zugeben, dass es in etwa 42 Millionen Nutzer beherbergt, die mit Fake-Konten unterwegs sind. Dass das für das Unternehmen problematisch ist, liegt auf der Hand. Denn, das komplette Geschäftsmodell basiert auf Werbung und nur qualitative Daten sind für Werber interessant.

Wie soll man nun vorgehen? Glücklicherweise bekommt man einige Antworten mitgeliefert, die zumindest bewirken, dass man aus der Sache wieder heraus kommt ohne sein Dasein als IM fristen zu müssen. Wird man befragt, so kann man sich der Umfrage auch entziehen und mit einem „Ich möchte nicht antworten“ aus der Affäre ziehen. Was Facebook dann allerdings mit dieser Antwort intern anfängt, bleibt nur zu erahnen. Ohne Folgen wird diese sicherlich nicht sein. Und zumindest ein Vermerk im Datensatz werden sich die Verantwortlichen machen.

Der Ton der Netzwerke wird schärfer

Für viele sollte nun schlussendlich klar sein, auf was für einer Plattform man sich hier bewegt. Hinter alltäglicher Daddelei und dem so heiß begehrten Socialising steht nun mal ein knallharter Konzern, mit knallharten Interessen. Facebook ist kein Wohltäter, der euch das Leben vereinfachen möchte, sondern ein auf Profit ausgelegtes Unternehmen.

Doch auch andere beliebte Protagonisten verschärfen den Ton. So ist zum Beispiel auch Twitter derzeit in aller Munde, da es die API-Richtlinien verschärfen möchte. Martin Weigert hat den Sachverhalt in seinem Artikel „Twitter demontiert seine Plattform, weil es sich dies leisten kann“ schön auf den Punkt gebracht:

„Die API darf gerne dafür verwendet werden, um Apps und Services zu bauen, die Twitters eigene Funktionalität erweitern (wie Tools für Statistiken, Follower-Management oder Social News), aber nicht, um dem sechs Jahre alten Jungunternehmen direkte Konkurrenz zu machen.“

Für Nutzer wird damit die offene Plattform ein großes Stück weit eingeschränkter und so wird die geliebte Funktionalität von Twitter eingeängt, was selbst die Loyalsten unter den Fans mehr und mehr stinkt.

„But it’s all about the money money money!“, sang schon die Künstlerin Meya und kritisierte damit das System des Geldes und des Konsums. Das sehen die Plattformbetreiber allerdings ein wenig anders.

Andreas Weck

schreibt seit 2011 für die Netzpiloten und war von 2012 bis 2013 Projektleiter des Online-Magazins. Zur Zeit ist er Redakteur beim t3n-Magazin und war zuletzt als Silicon-Valley-Korrespondent in den USA tätig.


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3 comments

  1. Wir sehen das auch sehr kritisch. Denn es heißt zwar stellenweise, das Facebook einen großen Teil seiner vermeintlich anonymen Nutzer über Handynummern und/oder E-Mail-Adressen einem echten Namen zuordnen kann. Andererseits: Würde das so gut funktionieren, dann könnte man sich diesen Aufwand doch jetzt sparen, oder nicht? Die Frage ist: Antwortet man NICHT, oder antwortet man mit JA. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Denn man weiß ja nie, was Facebook sich als nächstes einfallen lässt, bzw. ob sie sich mit einem einfach ja zufrieden geben. Andererseits könnte man sagen, durch Nicht-Antworten boykottiert man die Anfrage. Für weitere Infos rund um dieses und andere Facebook-Themen besucht gern unseren Blog: http://netzreflexion.wordpress.com/

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