Durchs Jahr mit den Netzpiloten: Au revoir, Blogpiloten

Während der Frühling langsam Einzug hielt, wurde auch bei den Blogpiloten Netzpiloten einiges neu. Die Monate Drei und Vier aus Zweitausendzehn brachten viel Kopfkino – Thesen und Debatten um die digitale Gesellschaft wurden geführt. Doch auch das konkrete Netzgeschehen stand auf der Agenda.

Digitale Denker in der Bewertung

Auffallend im März und April: Die vielen Theorien und Thesen zur digitalen Gesellschaft, die wir uns vorgenommen haben. Jörg Wittkewitz setzte sich mit den Thesen von David Gelernter auseinander – und hielt ihm Kategorienfehler vor. Doch auch andere Vordenker kamen zu Ehren – etwa Matteo Pasquinelli im Gespräch über seine Theorie des digitalen Neo-Feudalismus oder Jaron Lanier mit seinem digitalen Maoismus.

Doch gab’s auch eigene Ideen zur digitalen Kultur. Arne Bense ging angeregt von einer Konferenz der Frage nach dem Verhältnis von Musik und Medialität (geschult an Marshall McLuhan) nach, insbesondere wenn der Computer als Musikinstrument ins Spiel kommt. Lesenswert bleibt außerdem unsere Hinterfragung der Online Reputation und des Trends zum Instant-Ich.

Zukunft und Gegenwart – Blicke ins aktuelle Netzgeschehen

Etwas handfester und weniger kopflastig ging es in anderen Beiträgen zu. Da war zunächst die Antwort auf die Frage, was eigentlich Social CRM ist. Die Monetarisierung von Social Networks nahmen wir uns im März vor – doch unser Typisierungsvorschlag der Nutzer gab wenig Grund zu euphorischen Vorhersagen. Die Nutzertypen als Säulen der digitalen Gesellschaft waren ebenso Thema wie etwas Hintergrundwissen zur Entstehung des Internets. Ein wenig Berufsberatung gab’s auch: Ob sich Online-Marketing-Studiengänge lohnen – dieser Frage ging André Paetzel mitsamt einem Absolventen-Interview nach. Und mit Niiu schauten wir uns eine Idee an, wie eine digital zusammengestellte Zeitung funktionieren könnte – so ganz überzeugend war die Sache jedoch nicht.

Der Agenda-Setter ab April 2010: die re:publica. Kurz vor Peter Sundes Auftritt dort erklärte er im Interview die Idee hinter Flattr. Außerdem sprachen wir mit Svenja Schröder vom Mädchenblog über Feministische Netzkultur. Das Gespräch gibt’s hier noch mal zum Anschauen – spart einen Klick.

Ach ja, eine Kleinigkeit war noch: „Alles neu macht der April“ weiß der Volksmund (oder so ähnlich, hust). Und so wurden aus den Blogpiloten die Netzpiloten.


Björn Rohles

ist Medienwissenschaftler und beobachtet als Autor („Grundkurs Gutes Webdesign“) und Berater den digitalen Wandel. Seine Themenschwerpunkte sind User Experience, anwenderfreundliches Design und digitale Strategien. Er schreibt regelmäßig für Fachmedien wie das t3n Magazin, die Netzpiloten oder Screenguide. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.


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