Die 11. Woche im Web

wochenrückblick

Das neue iPad ist da. Auf der Pressekonferenz wurde Apples neues Wunderwerk bereits ausführlich angepriesen. Heute kommt es in den Handel. Ist allerdings schon ausverkauft – zumindest was die Vorbestellungen angeht. Die gute Nachricht: Alles Hardcover, die man fürs iPad2 anschaffte, passen auch beim Neuen. Aber muss man sich dann überhaupt ein neues iPad kaufen, wenn man die zweite Generation schon besitzt? Hm. Das Neue ist einen Ticken schwerer und wird schneller warm. Insofern gibt es Abzüge in der B-Note. Und sonst? Das neue Retina-Display stellt auf derselben Fläche wie früher nun mehr dar: 2048 × 1536 Bildpunkte. Das sind vier Mal so viel wie beim iPad 2 (1024 × 768 Pixel). Die Pixeldichte hat sich mit 264 dpi gegenüber dem iPad 2 verdoppelt. Das Auge guckt ja mit. Apple hat dankenswerterweise die Icons und die Menus auf die höhere Auflösung angepasst. Bei den App-Entwicklern dürfte dies dauern und zunächst für Blinzelorgien sorgen. Insgesamt ist das Surferlebnis gleich gut wie früher, nur Bilder und Karten ruckeln mehr, weil sie ja nun mehr Daten nachladen müssen wegen der höheren Auflösung. Mehr dazu hier

Das Pinterest das Allertollste ist seit Pip.io, Quora, und wie hießen die noch? Richtig: Amen. Das dürfte bis spätestens Mitte Mai der Fall sein. Ob und wer dann noch davon spricht? Wir werden berichten. Außerdem war da noch das fast neue Problem mit den mobilen Abofallen, das besonders beim iPhone immer wieder aufpoppt. Ob wir dann nun auch bald einen Hohen Rat fürs Internet bekommen wie im Iran, dürfte einen spannende Frage sein. Wenn Sascha Lobo, Mario Sixtus, Ansgar Heveling und zu Guttenberg zusammen mit Frau Weisband und Stephan Urbach über die großen Fragen des Netzes in Deutschland zu Gericht sitzen, könnte es lustig werden. Zumindest deutlich spannender als in der unseligen Enquete-Kommision. Kennt die noch jemand?

Und dann war da noch die Nachricht des AK Zensur, dass man sich gestern in mehrfacher Hinsicht ein Beispiel an ACTA genommen hatte und erneut hinter verschlossenen Türen tagte: Die Zugangsprovider fürs weltweite Netz sollen zukünftig freiwillig auf Anforderung der Rechteinhaber und ohne rechtsstaatliche Kontrolle Abmahnungen, genannt Warnhinweise, an ihre Kunden verschicken. Zum Glück werden keine Vertreter der Netznutzer eingeladen. Warum auch? Verbraucher sollen schließlich zahlen und schweigen. Wofür sonst soll die Demokratie denn taugen, wenn nicht für ein unbehelligtes Agieren von Anbietern und ihren Interessenvertretern beim Gestalten von Verordnungen und rechtlicher Praxis. Unter der Ägide des BMWi herrscht wenigstens noch eine große Portion preußischen Sendungsbewußtseins für die Untertanen bzw. Bürger, wie sie neuerdings genannt werden möchten.

Herr Rösler wird schon sehen, welche erdrutschartigen Siege durch seine Lieferungen eingefahren werden. Wider den intelligiblen Gedanken…

Jörg Wittkewitz

  ist seit 1999 als Freier Autor und Freier Journalist tätig für nationale und internationale Zeitungen und Magazine, Online-Publikationen sowie Radio- und TV-Sender. (Redaktionsleiter Netzpiloten.de von 2009 bis 2012)


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