Curiosity – What’s Inside The Cube?

Curiosity – What’s Inside The Cube?

Lukrative Investitionen im Games-Segment sah man sich nicht selten in Casino- oder Facebook-Apps. Mit dem Social Game Curiosity geht man kreativere Wege.

Curiosity – What’s Inside The Cube?

Selten hat ein mobiles App-Game so viel Hype erzeugt wie „Curiosity – What’s Inside The Cube?“ Natürlich lag das auch an den Entwicklern hinter dem Spiel. Die neu gegründete, britische Software-Firma “22Cans” wurde von Peter Molyneux, ehemaligem Microsoft Game-Entwickler, ins Leben gerufen. Ziel der Firma ist es, 22 einzigartige Spiele zu veröffentlichen, die eher sozialen Experimenten als eigentlichen Games gleichen sollen.

Das erste dieser Spiele ist nach langer Ankündigung endlich im Herbst 2012 erschienen. In den ersten Tagen waren die Server so überlastet, dass viele Features erst mal aufgeschoben wurden. Der Ansturm auf das Game kam für die Entwickler überraschend – immerhin ist es eigentlich nicht wirklich etwas Besonderes. Im Großen und Ganzen geht es darum, dass die User alle gemeinsam an einem riesigen Würfel “arbeiten”. Sie zerhacken – per Fingertipp auf den Touchscreen – die kleinen Kästchen- und Würfel-Schichten, aus denen der riesige Cube besteht. Der ist immerhin so riesig, das nach vielen Monaten und Millionen von Usern immer noch kein Ende in Sicht ist.

Curiosity – What’s Inside The Cube?Ziel ist es, an den Kern des Würfels zu kommen. Dort verbirgt sich ein Geheimnis, das nur die Entwickler kennen. Ob es ein Geldpreis, ein Musikstück, ein brandneues Auto ist – niemand weiß es. Der Clou: nur einer der Spieler wird an den Mittelpunkt kommen. Timing, Glück und ein bisschen Geschick geben hier den Ton an. Das bedeutet: seit Monaten haben User in Rage auf ihren Screen getippt, ohne tatsächlich etwas davon gehabt zu haben. Sie sammeln Punkte, die sie wiederrum in besseres Werkzeug investieren können. Doch das ist nur einige Sekunden, maximal Minuten lang verwendbar. Danach fängt man beim Punktestand Null – und ohne Werkzeug wieder an.

Für die besonders leidenschaftlichen Spieler gibt es aber einen Umweg. Die Monetarisierung des Spiels liegt nämlich darin, dass die User sich das Werkzeug auch für entsprechende Dollar kaufen können. Kurios ist daran tatsächlich das teuerste Werkzeug. Satte 50.000 US-Dollar soll die Diamanten-Pike kosten, die auf einen Schlag ganze Schichten zerhaut. Die öffentlichen Statistiken sagen aber, dass die noch niemand gekauft hat.

Wenn sich so ein Spiel wirklich erfolgreich vermarkten lassen kann – alles spricht derzeit dafür – dann dürfte sich bald einiges auf dem Spielemarkt zu Gunsten kreativer Entwickler verändern. Wo einst das Glücksspiel, etwa Online-Casino Apps oder die berühmten Zynga-Apps für Facebook, als lukrativste Investition galten, könnte es nun so ein Spiel sein. Die Innovation liegt natürlich im Reiz für den Spieler. Das eigentliche Experiment ist jedoch ein anderes. Molyneux und sein Team wollen herausfinden, was der zufällige Gewinner eigentlich macht, wenn er das Geheimnis entdeckt hat. Wird er es mit der restlichen Community teilen, ohne die er es nicht an die Mitte des Kubus geschafft hätte? Oder wird er es für sich behalten, was auch immer es sein mag?

Wer mitspielen möchte wird im iTunes App-Store und auf Google Play fündigt. Wie lange es noch dauert, bis der Würfel “explodiert”, vermag keiner richtig einzuschätzen. Anscheinend haben aber über die letzten Monate die Userzahlen deutlich abgenommen. Geht den Usern etwa die Luft aus?

Andreas Weck

schreibt seit 2011 für die Netzpiloten und war von 2012 bis 2013 Projektleiter des Online-Magazins. Zur Zeit ist er Redakteur beim t3n-Magazin und war zuletzt als Silicon-Valley-Korrespondent in den USA tätig.


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