Blogvorstellung: ScienceBlogs PLANETEN

www.scienceblogs.de/PLANETEN

Wie heißt du? Ludmila Carone

Seit wann bloggst du? Seit Anfang 2007 und seit November 2007 bei den scienceblogs. 

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen? Weil die meisten Leute nur vage und meist eher Hollywood-Klischee- Vorstellungen davon haben, was ein Wissenschaftler so den lieben langen Tag macht. Ach und weil ich zeigen wollte, dass Wissenschaftler nicht nur alte humorlose Männer in weißen Kitteln sein müssen. Ich hab noch nie in meinem Leben einen Kittel getragen… Worüber schreibst du? Im Grunde über alles, was ich interessant oder besonders doof finde. Vor allem versuche ich zu vermitteln, dass Wissenschaft mehr als eine Ansammlung von Wissen ist. Das Wesen der Wissenschaft ist: Faszination für das Neue und schonungslose Ehrlichkeit auch und gerade sich selbst gegenüber. Und sie stellt für manche Menschen einen Wert an sich dar: Freude an der Schönheit von Sternen und Galaxien. Verwunderung über die wunderbare und geradezu verrückte Welt der Quantenmechanik. Das erhebende Gefühl ein Rätsel gelöst zu zu haben, was vor einem vielleicht noch nicht mal einer gesehen hat. Wer das alles unter dem Diktat von „Wozu soll das gut sein?“ sieht, schießt sich letztendlich selbst ins Knie. Anwendungen wurden in der Vergangenheit fast immer aus den Möglichkeiten gewonnen und nicht aus der Notwendigkeit heraus. Max Planck hat z.B. niemals einen Computer im Sinn gehabt, als er die Wärmestrahlung erforschte. Benjamin Franklin hat nicht an Stromkraftwerke gedacht, als er seine Drachen steigen ließ, um Blitze zu erforschen. Dennoch könnte ich diesen Text hier ohne diese beiden Ereignisse nicht schreiben und veröffentlichen. Am Anfang jedes wissenschaftlichen Fortschritts stand eher die Frage: „Hmm, was passiert wohl, wenn ich das und das mache?“ Und weniger: „Ich mache das jetzt, um xyz zu erreichen.“ Und selbst wenn man mit einem festgesetzten Ziel antritt, muss man sich immer auf Überraschungen gefasst machen. Ach ja und oft versuche ich zu vermitteln, dass ich keinen Grund sehe, warum Frauen da nicht genauso gut sein sollten wie ihre männlichen Mitstreiter. Eine Frauenquote von 5-10% im Physikstudium ist ja wohl steigerungsfähig. Was dir ohne Internet nicht passiert wäre: Spontan von einem Film-Team angerufen und interviewt zu werden, damit ich für die Sendung „Taff“ auf Pro7 meinen Senf über ein angebliches Alien in Südamerika zugeben soll, das die BLÖD gefunden haben will. Wurde meines Wissens allerdings nie gesendet. War wohl zu skeptisch und aufklärerisch. Kann auch einfach sein, dass ich schlicht scheiße aussah. Wer rechnet auch damit, dass da gleich ein Film-Team reingestürmt kommt? Einer der Vorteile des Wissenschaftler-Daseins ist, dass ich hier mit Schlabber-T-Shirt, nackten Füßen und kurzer Hose am Schreibtisch sitzen kann. Natürlich ungeschminkt. Immerhin gab es ein nettes Gespräch mit den Medienleuten. Vielleicht haben die auch was gelernt. Bild‘ ich mir zumindest ein. Ach und die Story von dem älteren Herrn, der mich im Büro anrief, um sich von mir versichern zu lassen, dass der neue Teilchenbeschleuniger am CERN wirklich, wirklich nicht die Welt untergehen lassen wird. Obwohl er das in der PM gelesen hat. Hat mich ne halbe Stunde meines Lebens gekostet, aber ich glaub‘, der war hinterher wirklich ruhiger. Wovon braucht das Internet mehr: Mehr Frauen, die sich für Wissenschaft interessieren und sich nicht schämen, es auch zu zeigen. Frauen im Web sind… unterrepräsentiert. Die meisten meiner Kommentatoren sind eindeutig Männer. Es kann doch nicht sein, dass sich fast nur die trauen, ihren Senf dazuzugeben? Oder was zu fragen? *Kopf kratz* Deine tägliche Web-Lektüre: Natürlich die Scienceblogs und die Scilogs. Ansonsten ein buntes Sammelsurium an Jobblogs, politischen Blogs, feministischen Blogs etc. Eine der besten: Isis, the Scientist – Wissenschaftlerin, Mutter, Latina und nimmt kein Blatt vor den Mund. Dies ist ein Crossposting von www.maedchenmannschaft.net von der Autorin Helga Hansen. Tipps und Bewerbungen für die WWW Girls an post(at)maedchenmannschaft.net.

Die Netzpiloten nehmen immer mal wieder Gastpiloten mit an Bord, die über ihre Spezialthemen schreiben. Das kann dann ein Essay sein, ein Kommentar oder eine kleine Artikelserie.


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