Apple empfiehlt: Nutzt andere „Karten“-Dienste

Tim Cook scheint das Desaster um die iOS-Kartenfunktion zu viel geworden zu sein. Er fordert Nutzer auf, sich auf andere Dienste zu begeben.

Was beim Verschwinden des Kölner Doms beginnt und über abgerissene Brücken bis hin zu Flüssen mitten durch Großstädte führt, hat nichts mit einem Katastrophenfilm oder einem Science-Fiction-Trailer zu tun, nein, dabei geht es schlicht um Apples Eigenproduktion „Karten“.

Diese ist mit dem Launch von iOS 6 an die Stelle von Google Maps als Standard-App getreten, weil a) die Nutzungslizenzen ausliefen und b), Apple laut Tim Cook neue Funktionen, wie „turn-by-turn directions, voice integration, Flyover and vector-based maps“ in die „Karten“-App einbauen wollte.

Offenbar ist Apple der Hohn und die Kritik an der Eigenproduktion nun zu viel geworden. So kommt es, dass sich CEO Tim Cook in einem offenen Brief auf der Website bei den Nutzern entschuldigt und – welch Ironie – Konkurrenzanwendungen, wie Bing, MapQuest, Waze oder Google Maps oder Nokias Karten-App empfiehlt:

„We are extremely sorry for the frustration this [“Karten”] has caused our customers and we are doing everything we can to make Maps better. […]While we’re improving Maps, you can try alternatives by downloading map apps from the App Store like Bing, MapQuest and Waze, or use Google or Nokia maps by going to their websites and creating an icon on your home screen to their web app.”

Außerdem gibt Cook erstmals Zugriffszahlen der neuen App bekannt. So sollen bereits über 100 Millionen iOS Geräte die neue „Karten“-App verwenden (sprich: auf iOS 6 upgedatet haben) und über eine halbe Milliarde Plätze sollen bisher – in etwas über einer Woche – gesucht worden sein. Beachtliche Zahlen – umso ärgerlicher für Apple, dass die mit TomTom-Material bestückten Karten noch nicht rundlaufen.


 


Tobias Gillen

war von 2012 bis 2015 Autor der Netzpiloten. Seither arbeitet er als Geschäftsführer von BASIC thinking, schreibt Bücher und pflanzt dadurch Bäume. Zudem hat er das Online-Magazin Finanzentdecker.de gegründet. Am besten ist er über Facebook, Twitter und Instagram zu erreichen.


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