Yahoo kauft Startup um YouTube Konkurrenz zu machen

Yahoo hat wieder eingekauft – diesmal das Video-Streaming-Startup RayV Inc. Damit unterstreicht das Unternehmen erneut, dass der Video-Bereich ein neuer Fokus ist. // von Daniel Kuhn

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YouTube hat sich schon vor langer Zeit als die Videoplattform Nummer Eins etabliert, doch in letzter Zeit wächst der Druck von Unternehmen wie Facebook und Twitter, die ebenfalls ein Stück vom Kuchen abbekommen möchten. Auch Yahoo hat gerade ein weiteres Unternehmen aufgekauft, das auf Video-Streaming spezialisiert ist. Damit macht der Konzern unter Marissa Mayers Führung erneut deutlich, dass auch für Yahoo Online-Videos zu einem der wichtigsten Kerngeschäfte werden sollen. Dabei soll YouTube aber nicht bloß kopiert werden, sondern eine Mischform aus YouTube und Netflix für den gewünschten Erfolg sorgen.


Warum ist das wichtig? Videos sind schon lange eine der wichtigsten Medienformen im Internet und eine gute Möglichkeit online Geld zu verdienen.

  • Yahoo hat das Unternehmen RayV Inc gekauft, das für Video-Streaming wichtiges Know How mitbringt.

  • Bereits im letzten Jahr wurde mit dem Unternehmen Brightroll eine Werbeplattform für Videoinhalte übernommen.

  • Yahoo meint es mit den Bestrebungen im Video-Bereich ernst und produziert nicht nur eigene Serien, sondern versucht auch YouTube-Stars abzuwerben.


Ein Video sagt mehr als tausend Worte

Mit Videoinhalten kann man auf YouTube sehr erfolgreich sein und im Idealfall sogar eine ganze Menge Geld verdienen. Allerdings macht sich in letzter Zeit auch zunehmend Unmut unter vielen YouTube-Stars breit, die der Meinung sind, mit ihren Inhalten nicht genug zu verdienen. Hier wittern Facebook und Twitter momentan ihre Chance, diese großen Namen samt Gefolgschaft dank einer besseren Monetarisierung auf ihre eigenen Plattformen zu locken. Und auch Yahoo verstärkt diese Bemühungen nun noch mehr. Ganz neu sind die Pläne von Yahoo, mit einer eigenen Videoplattform YouTube das Wasser abgraben zu wollen allerdings nicht. Bereits im März 2014 hat Recode von derartigen Plänen berichtet. Nachdem die Versuche, die französische Videoplattform Dailymotion zu übernehmen, gescheitert sind, hat Yahoo kurzerhand entschieden, eine eigene Plattform auf Basis von Yahoo Screen zu schaffen.

Und Yahoo wäre nicht Yahoo, wenn für diesen Zweck nicht neue Unternehmen übernommen würden. Zuletzt war es für eine ungenannte Summe das Startup RayV Inc, wie über den firmeneigenen Tumblr bekannt gegeben wurde. Eine große Überraschung ist dies nicht, denn die Verhandlungen zwischen den beiden Parteien wurden bereits im Mai 2014 bekannt. Das amerikanisch-israelische Startup hat bisher eine Software Suite angeboten, die ein Content-Distribution-Netwerk, ein Content-Management-System und Digital-Rights-Management umfasst. Damit dürften die Pläne von Yahoo, für die eigene Videoplattform ein komplett neues CMS zu erschaffen, ein gutes Stück vorangetrieben werden.

Mehr Stars und eigene Serien

Doch selbst wenn Yahoo nun die tollste Videoplattform der Welt bieten könnte, eines fehlt: Inhalte. Doch auch dafür gibt es eine Strategie. Man will aber YouTube nicht einfach kopieren, wo Nutzer bis zu 100 Stunden pro Minute hochladen. Also gibt es zunächst nur ausgewählte Inhalte von ausgewählten Nutzern, sowie eigens produzierte Inhalte, wie etwa die neue Staffel der beliebten amerikanischen Serie Community. Bereits vor Monaten ist das Unternehmen an eine Vielzahl YouTube-Stars herangetreten, um diese für die neue Plattform zu begeistern. Das wohl wichtigste Argument ist, dass Yahoo eine bessere Monetarisierung als YouTube, in Form von garantierten Anzeigenpreisen und höheren Werbeeinnahmen bieten kann. Um dies auch wirklich in die Tat umsetzen zu können, hat das Unternehmen bereits im November 2014 die Video-Werbeplattform Brightroll für 640 Millionen US-Dollar übernommen – immerhin die zweitteuerste Übernahme nach Tumblr.

Apropos Tumblr, die Microblogging-Plattform, die hauptsächlich für GIFs bekannt ist, erfährt derzeit ebenfalls einen Wandel in Richtung Online-Videos. Die dort geposteten Videos nehmen ständig zu, allerdings handelt es sich dabei vor allem um eingebettete YouTube-Clips. Aber auch an dieser Baustelle arbeitet Yahoo unter Hochdruck. Ein im letzten Jahr vorgestellter neuer Videoplayer soll Tumblr als Videoplattform stärken. Ob dies aber nun in direktem Zusammenhang mit den oben genannten Videoplänen steht, ist nicht ganz klar. Ganz abwegig wäre dies aber nicht, da Yahoo immer noch versucht, Tumblr zu monetarisieren und die investierte Summe von 1,1 Milliarden US-Dollar zu rechtfertigen.


Image & Teaser by Sebastian Bergmann (CC BY-SA 2.0)


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Daniel Kuhn

Daniel Kuhn

ist Wahl-Berliner mit Leib und Seele und arbeitet von dort aus seit 2010 als Tech-Redakteur. Anfangs noch vollkommen Googles Android OS verfallen, geht der Quereinsteiger und notorische Autodidakt immer stärker den Fragen nach, was wir mit den schicken Mobile-Geräten warum anstellen und wie sicher unsere Daten eigentlich sind. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.

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