Sieben Anregungen, mit denen ihr euren Wortschatz erweitern könnt

Letzte Woche war ich mit meiner Freundin Luca in einer Bar. Wir tranken etwas und unterhielten uns angeregt über die jüngsten Belanglosigkeiten. Wir teilten uns die Sofaecke mit zwei Herren in unserem Alter, die sich irgendwann eigenmächtig in unser Gespräch integrierten. Trotzdem verbrachten wir einen unheimlich schönen Abend mit ihnen, nennen wir sie mal Lothar und Leander, und zwar weil sie eine besonders wichtige Eigenschaft besaßen: sie waren eloquent. Auf humorvolle und geistreiche Art und Weise erzählten sie uns von Begebenheiten aus ihrer Jugend und versorgten uns mit überraschenden Pointen.

Redegewandte und rhetorisch sichere Menschen haben automatisch eine besondere Ausstrahlung und Überzeugungskraft. Nicht nur bei einem Geplänkel in einer Bar spielt Eloquenz eine beträchtliche Rolle, sondern auch im Job: Ein häufig erwähntes Attribut, das sich Arbeitgeber in Stellenausschreiben von ihren Bewerbern wünschen, ist Kommunikationsfähigkeit. Kommunikativ zu sein ist eine der wichtigsten sozialen Kompetenzen, ob im Team oder mit Kunden.

Aber wie wird man eloquent?

Eloquenz kann man, wie so viele Dinge, erlernen, indem man sie übt. Ein umfassender Wortschatz ist dabei essenziell für zungenfertige Menschen. Und genau den gilt es ausbauen. Dazu solltet ihr wissen: Es gibt den aktiven und den passiven Wortschatz. Der Aktive besteht aus all den Wörtern, die wir jeden Tag beim Sprechen und Schreiben verwenden. Der passive Wortschatz, den wir fortlaufend unbewusst erweitern, umfasst alle Wörter, die wir beim Lesen oder Zuhören verstehen.

Bei deutschen Muttersprachlern wird der Umfang auf 10.000 bis 100.000 Wörter geschätzt. Aktiv nutzt man davon allerdings nur 8.000 bis 15.000 Wörter. Das macht sich besonders bemerkbar, wenn man eine Fremdsprache erlernt: Man versteht wesentlich mehr als man selbst sprechen kann. Aber es gibt natürlich Möglichkeiten, die Wörter aus dem passiven Wortschatz in den aktiven umzusiedeln und den aktiven Wortschatz aufzustocken. Und zwar indem man…

… Sätze ausgestaltet!

Ihr nehmt euch als Anregung eine Zeitung oder Ähnliches zur Hand und erfindet zu jedem Substantiv ein Adjektiv und zu jedem Verb ein Adverb. Ein Beispiel könnte dabei so aussehen: Aus „Der Politiker hält nicht das, was er angekündigt hat.“ wird „Der ruchlose Politiker hält bedauerlicherweise nicht das, was er großspurig angekündigt hat“. Diese Übung erweitert nicht nur euren aktiven Wortschatz, sondern bringt auch noch jede Menge Spaß! 

… Thesaurus verwendet!

Ob online oder beim Microsoft Schreibprogramm Word – Thesaurus hilft euch dabei, Synonyme zu finden, sodass ihr in einem Text nicht mehrmals dasselbe Wort verwenden müsst. Dazu tippt ihr einfach das Wort ein, zu dem euch gerade keine passende Alternative einfällt. Euch werden dann mehrere Vorschläge angezeigt, mit denen ihr euren Text vielfältiger gestalten könnt.

… anspruchsvolle Literatur liest!

Das ist wohl selbsterklärend, aber für die, die einer Erläuterung bedürfen, sei gesagt: Mit dem Lesen einer überregionalen Tageszeitung ist wohl jedermann gut beraten. Zudem erhält man noch Allgemeinwissen obendrauf! Das ist neben einem umfangreichen Wortschatz auch sehr wichtig für ein eloquentes Auftreten. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass ein illuster ausgeschmückter Satz niemanden beeindruckt, wenn er keinen Sinn ergibt (außer vielleicht die, die ihn nicht verstehen).

… Sätze laut liest!

Ihr solltet in Zukunft alles halblaut lesen (idealerweise nicht in der Öffentlichkeit, schließlich seid ihr dort höchstwahrscheinlich die einzigen, die wissen, dass ihr weder auf dem Stand eines Erstklässlers noch der Schizophrenie zum Opfer gefallen seid). Durch das laute Lesen emigriert ihr die Wörter aus eurem passiven in euren aktiven Wortschatz, sodass die Wörter für euch präsenter werden. Das gleiche Prinzip gilt übrigens auch, wenn ihr einem beliebigen Redner aus dem Radio oder dem Fernsehen nachsprecht.

… diese Newsletter abonniert!

Meldet euch für die Newsletter von neues-wort.de oder wortkalender.de an. Ihr erhaltet jeden Tag eine E-Mail mit einem Fremdwort, das euch auch direkt erklärt wird. Wenn ihr die Übersicht über euer Postfach behalten wollt, könnt ihr natürlich auch einfach direkt auf den besagten Seiten schauen. Den Netzpiloten-Newsletter zu abonnieren, vergößert übrigens auch den Wortschatz. ;-)

… eine Kartei mit Wort- und Satzkarten anlegt!

… und zwar mit Wörtern und/oder Sätzen, die euch besonders konvenieren (das Wort habe ich bei Thesaurus gefunden. Hübsch, oder?). Es ist besser, ganze Sätze auf eine Karte zu schreiben, da diese einem eher im Gedächtnis bleiben als einzelne Wörter. Damit eure Kartei für euch auch aus dem Kopf abrufbar ist, lest euch eure Karten in regelmäßigen Abständen durch oder sprecht die Sätze auf eine Kassette und hört sie euch beim Autofahren an.

… die App „Wortschatz Trainer“ herunterladet!

In der kostenlosen App findet ihr 300 Wörter mit Beschreibung, Synonymen und Beispielen. Diese Wörter sind alphabetisch geordnet, sodass ihr die Kartei leicht durchsuchen und eure Favoriten auf eine Merkliste setzen könnt. Außerdem könnt ihr zwischen verschiedenen Modi wählen; ob Lernmodus für Interessierte, Quizmodus für Liebhaber der deutschen Sprache oder „Scramble“ für Hochbegabte, diese App bietet jedem einen Lerneffekt. Eure Versuche werden hinterher ausgewertet, sodass ihr euren Fortschritt anhand einer Statistik ablesen könnt.

 


Image „barack“ by Clker-Free-Vector-Images (CC0 Public Domain)


 

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Charlotte Diekmann

Charlotte Diekmann

kommt aus Münster und studiert Angewandte Medien- und Kommunikationswissenschaft an der TU Ilmenau. Sie hat ein Praktikum in der Netzpiloten-Redaktion absolviert.

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