Was ist RSS?

Drei Buchstaben erobern das Netz. Und auch Ihnen wird in diesem Jahr das Kürzel „RSS“ dank Web 2.0, Windows Vista und Podcasting sicherlich vermehrt begegnen. Wir klären auf, was RSS eigentlich ist und warum es die Art Nachrichten zu lesen verändern wird.

RSS.

Drei Buchstaben, die bereits seit einigen Jahren durch die Webgemeinde geistern, hier und da genannt wurden, aber außerhalb der Blogosphäre bis vor einigen Monaten kein Begriff waren. Seit nun jedoch das Internet unter dem Label „Web 2.0“ zu neuen Höhen aufbricht, kommt auch der Begriff RSS aus seiner dunklen Ecke hervor und präsentiert sein meist orangefarbenes Kleid auf immer mehr Websites. Mittlerweile gar nicht mehr nur in trendigen Weblogs und Communities. Zunehmend trifft man RSS auch bei großen Websites wie der New York Times, dem Spiegel und sogar eBay (unter jeder Suchabfrage) oder den Google News, wo sich Suchabfragen über RSS abonnieren lassen (links, unter dem Menü).

Formate wie Podcasting wären ohne RSS gar nicht denkbar. Denn das technische Herzstück des „Self Made Radio“-Trends ist RSS, der Abonnenten eines Podcasts automatisch auf neue Folgen einer Sendung hinweist und diese zu ihnen auf den Rechner bringt. Wie genau das funktioniert, erklärt podcast.de.

Was eigentlich ist RSS?

Kurz gesagt: RSS ist ein Format, mit dem Informationen von verschiedenen Geräten und Programmen gelesen werden können. Es ist also kein direkt für Menschen lesbares Format. Ähnlich wie man für HTML einen Webbrowser benötigt, braucht es für RSS ein Programm oder eine Website, die RSS einlesen und als lesbares Format wieder ausgeben kann.

RSS bringt Informationen von einer Website zur anderen. Oder direkt in Ihren RSS-Reader. Und so ein Reader wiederum funktioniert wie ein E-Mail Programm. Nur, dass er keine E-Mails empfängt, sondern Nachrichten, die Sie über RSS „bestellt“ haben. Meist spricht man von einer RSS-Datei als „RSS Feed“ (bzw. nur „Feed“, „Newsfeed“ oder „Webfeed“).

RSS gibt es in verschiedenen Versionen. Auch RDF- oder Atom-Feeds stellen die gleichen Funktionen zur Verfügung. Sie unterscheiden sich nur in technischen Spezifikationen.

Das ist ungefähr wie bei einem Auto: Egal welche Marke, es bringt Sie zum Ziel. Auch wenn die Technik, die darin steckt – wie ABS oder EBS -, bei jedem Hersteller ein wenig anders benannt ist.

Genauere Erklärungen der unterschiedlichen Versionen von RSS und seinen verwandten Formaten finden Sie in der Wikipedia.

Wozu braucht man RSS?

Mit RSS bestimmen Sie selbst, welche Quellen Sie in welcher Form, wo und wann lesen. Maßgeschneidert – sozusagen. RSS bietet Ihnen die Freiheit, Nachrichten in dem Umfeld zu lesen, in dem Sie wollen. Egal, ob auf einer persönlich zusammengestellten Website wie MyYahoo oder netvibes, in einem RSS-Reader, als Ticker oder in Ihrem E-Mail-Programm.

Und: Die Nachrichten kommen zu Ihnen – Sie müssen sie nicht abholen. Ungefähr so wie die abonnierte Tageszeitung. Sie müssen – einmal einen RSS-Feed abonniert – nicht mehr den Browser öffenen, die URL eingeben und warten bis die Website fertig geladen ist.

Zwar bieten vor allem die etablieren Medien noch keine vollständigen Artikel in ihren RSS-Feeds an, als Nachrichtenticker eignen sich diese Angebote aber bestens. Und viele Weblogs verbreiten ihre Artikel bereits seit Jahren vollständig über RSS.

Wie nun RSS finden und lesen?

Mit den Browsern Safari, Opera, Firefox und auch dem neuen Internet Explorer 7 finden Sie RSS-Feeds leicht: Erscheint ein orangener Knopf mit drei Wellen in der URL-Leiste, verfügt die Seite über ein RSS-Angebot.

Ein Klick auf das Symbol, und Sie können den Feed abonnieren. Die Browser holen dann in regelmäßigen Abständen die Nachrichten über diesen Feed und informieren Sie so über Neues; automatisch und ohne Ihr weiteres Zutun.

Auch das Open-Source Mail-Programm Thunderbird und die zukünftige Outlook-Version wissen mit RSS etwas anzufangen. Schon heute ist es möglich, Outlook durch zusätzliche PlugIns mit einem RSS-Reader aufzuwerten. So können Sie RSS dann wirklich lesen, als wären es E-Mails.

Sie können die RSS-Angebote Ihrer Wahl allerdings auch als Zusammenstellung auf einer Startseite im Netz nutzen. Dies bieten beispielsweise MyYahoo oder netvibes.

Ein zusätzlicher RSS-Reader lohnt sich meist erst dann, wenn Sie mehr als zwei Dutzend RSS-Feeds verfolgen. Diese Reader – egal, ob webbasiert wie Bloglines oder eigenständige Programme für Windows, Mac OS X oder Linux – unterstützen Sie beim Lesen, Sortieren und Verwalten. Wie das ein Mail-Programm eben mit ihren E-Mails auch tut.

Weitere Informationen zum Thema RSS finden Sie auf den folgenden Seiten:

Alle RSS-Feeds bei …

Weiterhin ist von Heinz Wittenbrink das Buch „Newsfeeds mit RSS und Atom“ erschienen. Das Buch ist vor allem für Webworker empfehlenswert, die sich mit dem Thema RSS intensiver auseinander setzen wollen.

Thomas Gigold

Thomas Gigold

ist Journalist und Berufsblogger. Blogger ist Gigold bereits seit den letzten Dezembertagen des Jahres 2000, seit 2005 verdient er sein Geld mit Blogs und arbeitete u.a. für BMW, Auto.de und die Leipziger Messe. Selbst bloggt Gigold unter medienrauschen.de über Medienthemen.

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