Preview Cards auf Twitter könnten Publishern weiterhelfen

Dank eines neuen Designs bei Twitter, könnten die Tweets von Publishern bald um einiges wertiger werden. Das Unternehmen gab kürzlich bekannt, dass es eine neue Einstellung namens Twitter Cards geben soll, die eine erweiterte Zusammenfassung eines Links darstellt, die dann auf den iOS- oder Android-Geräten zu sehen sein wird. Was genau das für die Medienunternehmen, oder eigentlich für jeden, der seine Links bei Twitter verteilt, bedeutet: den Artikeln soll mehr Platz eingeräumt werden. Sie werden komplett mit Leitartikel und den ersten paar Worten angezeigt.

Wenn Sie schon eine Weile auf Twitter unterwegs sind, haben Sie vielleicht bemerkt, dass dies ein Teil der Pläne des Unternehmens ist, um mehr Medieninhalt in Ihren Feed zu bringen. Features wie Autoplay von Videos, GIFs, oder Werbeanzeigen haben dafür gesorgt, dass das Twitter-Erlebnis kein ununterbrochener Wasserfall an Texten mehr ist.

Casey Newton von The Verge erklärt diese Veränderung:

Die ausführlicheren Previews sind noch ein neues Feature bei Twitter (lesen Sie hierzu: “Summary card with large image”) und Sie sehen nur die automatisch erweiterten Links der Publisher, die diese Einstellungen auf ihrer Seite vorgenommen haben. Man muss aber erwarten, dass die meisten Publisher diesem Trend folgen werden, denn indem man die ersten paar Worte des Artikels in den Tweet mit dem entsprechenden Link einfügt, heben sich die großen, bunten Felder von den Nachrichten mit dem twittertypischen Limit von 140 Zeichen deutlich ab. Und natürlich führen auch die  Werbetreiber, die mindestens genauso gierig nach   Favorisierungen und Retweets sind, dies in großen Mengen ein.

Es gibt einen deutlichen Vorteil der Medienunternehmen, die um die Aufmerksamkeit der Leser kämpfen, vor allem, seit wir wissen, dass mehr und mehr Leser ihre Nachrichten über soziale Netzwerke wie Twitter beziehen. Die Twitter Cards sind ein bisher wenig benutztes Werkzeug für die meisten Publisher. Wir bei NiemanLab konnten beispielsweise die Twitter Lead Generation Card nutzen, um die Abonnementzahlen für unseren täglichen Email-Newsletter zu vervielfachen.

Natürlich macht Twitter das alles nicht ganz uneigennützig; wenn die Leute mehr Zeit damit verbringen, durch ihre Twitter-Timeline zu scrollen, hat Twitter natürlich auch etwas davon (man vergleiche diese Entwicklung mit den Instant Articles von Facebook). Diese Entwicklung sorgte für Diskussionen im Nachrichten-Business, ob dies eine weitere Bedeutung in dem Kampf um ‘distributed content’ haben könnte , oder ob man dabei als Publisher tatsächlich noch gewinnen kann.

Dieser Artikel erschien zuerst auf NiemanLab. Übersetzung von Anne Jerratsch.


Teaser & Image “Twitter” (adapted) by Andreas Eldh (CC BY 2.0)


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Justin Ellis

Justin Ellis

ist Redaktionsassistent im "Nieman Journalism Lab". Davor arbeitete er als Autor beim Portland Press Herald/Maine Sunday Telegram, wo er über die Themen Wirtschaft, Politik, Kultur und Technologie berichtete. Ellis war Fellow des "Knight Digital Media Center" und für "Investigative Reporters and Editors" tätig.

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