Tipps für den Social Commerce Einstieg

Nachdem wir vor ein paar Wochen schon Social Commerce definiert und die beiden größten Player Etsy und DaWanda verglichen haben, geht’s jetzt ans Eingemachte. Wir machen unseren eigenen Shop. Ein paar Empfehlungen gegen Stolpersteine – und wenn ihr eigene Empfehlungen habt, meldet euch in den Kommentaren!

Ideen sind das A, gute Präsentation ist das O

Ganz am Anfang steht eine simple Frage: Was verkaufe ich eigentlich? Ein paar Dinge fallen direkt schon mal raus, wenn man die Nutzungsbedingungen anschaut, mit denen viele Social-Commerce-Plattformen aufwarten. Meistens dürfen nur selbstgemachte oder alte Dinge verkauft werden. Als nächste Empfehlung gilt: Erst mal gucken, was man am besten kann und was einem selbst gefällt. Was würde ich kaufen, was würden meine Freunde kaufen? Wird etwas Ähnliches schon verkauft, und wenn ja, zu welchen Preisen und mit welchem Erfolg? Wie kann ich mich davon unterscheiden? Und wenn ihr eine eigene Idee habt, die noch von niemandem realisiert wurde, dann überlegt euch gut, was daran das Besondere ist, das ihr unbedingt hervorheben solltet.

Social Commerce heißt auch, die Produktvielfalt mit dem Erscheinungsbild in Einklang zu bringen

Diese Fragen mögen auf den ersten Blick etwas überzogen klingen. Aber der Vorteil davon, wenn man sich die obigen Fragen klar und deutlich beantworten kann, liegt in der besseren Präsentation des Shops. Die meisten Social-Commerce-Plattformen erlauben gewisse Gestaltungsmöglichkeiten über ein individuelles Header-Bild oder eine Beschreibung des Shops. Das muss unbedingt zu den Produkten, zum Stil und zum Selbstbild passen – meist hat man nur einen Augenblick, um die Käufer für seinen Shop einzunehmen.

Entdecke die Möglichkeiten

Social-Commerce-Plattformen bieten diverse Möglichkeiten an, den eigenen Shop und seine Angebote bekannter zu machen. Da wären zum einen diverse Bezahlangebote wie zum Beispiel Logenplätze, die das eigene Angebot oben auf der Seite bewerben. Nicht unterschätzen sollte man auch Aktionen wie beispielsweise DaWandas aktuelles 11%-Special zur Fußball-WM. Zudem sitzt ein Team regelmäßig daran, besondere Shops und Produkte redaktionell zu pushen – indem etwa aktuelle Produkte zu einem Thema gesondert hervorgehoben werden. Hier hilft es, auf gute Produkte und eine gute Präsentation zu achten – und vielleicht der ein oder andere dezente, freundliche Hinweis.

Social Commerce ist Kommunikation – auch Kritik gilt es zuzulassen

Zum anderen aber – und nur das macht Social Commerce zu dem, was es ist – ist es die Meinung der Community, die einen Shop erfolgreich macht. Deshalb gilt: Regt zum Austausch an. Schafft einen offenen Kommunikationsstil – und das bedeutet gerade auch, dass ihr auf Nutzerfragen und Kritik reagiert. Ihr müsst nicht damit einverstanden sein, wenn jemand an euch oder euren Produkten Kritik äußert – aber seht es pragmatisch: Das ist kein Super-GAU, jede Meinung ist lediglich eine von vielen Meinungen. Aber wenn ihr nicht darauf reagiert oder gar versucht, sie zu unterdrücken, wird das Strohfeuer verheerend sein. Und noch was: Wenn ihr euch an der Kommunikation in der Community beteiligt, betrachtet das nicht zu sehr als reine Werbung. Wer auf die Frage nach einem geeigneten Geschenk immer nur die eigenen Produkte empfiehlt, macht sich auf Dauer unglaubwürdig.

Social Commerce, jetzt auch für Commerce und so

Wer eher einen eigenen Shop betreiben möchte und trotzdem tapfer bis hierher gelesen hat, soll natürlich auch nicht vergessen werden: Social-Commerce-Elemente lassen sich natürlich auch ohne weiteres in den eigenen Shop aufbauen. Eine Reihe von Tools für den Social-Commerce-Einstieg hat Daniel Hoffmann im Social Media Blog versammelt. Eine seiner wichtigen Empfehlungen ist die Meebo Bar, mit der Besucher direkt mit ihren Freunden über ein Produkt chatten können. Für beliebte Shop-Plattformen gibt es spezialisierte Plugins wie beispielsweise Facebook Connect Social Shopping für Magento, mit denen man sich Social-Commerce-Funktionalitäten in den eigenen Shop holen kann. Eine genaue Recherche lohnt sich. Auch hier gilt allerdings: Erst muss man sich im Klaren sein, was man für den eigenen Shop benötigt und wer die Zielgruppe ist – dann klärt sich die Frage nach den richtigen Erweiterungen fast von selbst.

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Björn Rohles

Björn Rohles

ist Medienwissenschaftler und beobachtet als Autor („Grundkurs Gutes Webdesign“) und Berater den digitalen Wandel. Seine Themenschwerpunkte sind User Experience, anwenderfreundliches Design und digitale Strategien. Er schreibt regelmäßig für Fachmedien wie das t3n Magazin, die Netzpiloten oder Screenguide.

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