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Tech Open Air Berlin: Klassentreffen im Kater Holzig

Die Netzpiloten besuchten letzte Woche das TEch Open Air Berlin 2013. Jenny Genzmer, Gordon Süß und Tobias Schwarz kommentieren das deutsche SXSW an der Spree im ersten Netzpiloten-Podcast.

Tech Open Air 2013 (Bild: Gordon Süß/Netzpiloten, CC-BY)

Am Donnerstag hat sich die Berliner Startup Szene zum 2. Tech Open Air (TOA) im Kater Holzig in Berlin versammelt. Eine meiner Beobachtungen: Soziale Netzwerke und Bewertungsportale, Sharing-, Verabredungs- oder Online-Plattformen sind die Grundbausteine jeder zweiten Startup Idee. Eine Mischung aus Foursquare und Qipe oder Xing und Facebook, sei es zum Flirten oder zum wissenschaftlichen Austausch – das Konzept scheint unausschöpflich und der Markt noch lange nicht gesättigt. Im Gegenteil – die Startup-Szene wirkt auf mich wie die perfekte Antwort auf die Verwandlung und Liberalisierung der postindustriellen westlichen Welt.


  • Die Berliner Startup-Szene wirkt wie eine Reaktion auf die Verwandlung und Liberalisierung der postindustriellen westlichen Welt.
  • Es gibt Kritiker und Philosophen, die vor der Ökonomisierung und Kapitalisierung von Technik warnen.
  • Viele Startups haben scheinbar wenig Ahnung von den gesellschaftlichen Auswirkungen ihrer Geschäftsidee.

In Berlin wächst eine digitale, dezentrale Szene heran. Sie ist sichtbar und auffällig, aber auch auffällig ungreifbar. Ich – finde sie ungreifbar. So schnell, wie sich ein Startip gründet – so schnell verschwindet es oft. Es geht um Projekte, es geht um Selbstverwirklichung und selbstverständlich um Geld. Verwerflich finde ich das nicht – immerhin ist es unser aller Traum, von dem zu leben, was wir interessant und wichtig finden. Aber was finden diese jungen Kreativen denn interessant und wichtig? Tobias Schwarz von den Netzpiloten hat dazu sehr treffend gesagt, dass Gründer seiner Erfahrung nach wenig Ahnung von den gesellschaftlichen Auswirkungen ihrer Geschäftsidee haben. Wie sehr sich ihre Ideen in unserem Handeln und unseren Traditionen am Ende niederschlägt, interessiert sie meist nicht Die Verlagerung von Kommunikation in die digitale Welt, die kleinen Smilys und Emotions, die wir versenden, um unsere Gefühle in Chats auszudrücken, die praktische App für alle Lebenslagen. Bei den Hofgesprächen im Kater Holzig hat sich das Phänomen von seiner besten Seite gezeigt.

Unter den Speakern fanden wir aber noch einen ganz anderen Typ des Digital Native. Menschen, die vor der Tech-Industrie warnen, die die Ökonomisierung und Kapitalisierung von Technik befürchten oder gar die Entmenschlichung, die mit ihr einher zu gehen scheint. Manche von Ihnen plädieren für einen rein wissenschaftlichen Umgang mit Technologie. Andere für einen technologischeren Umgang mit Wissenschaft – damit sie sichtbar und frei zugänglich wird. Manche verkleiden sich, um Menschen zum kritischen Umgang mit Technik zu provozieren. Andere sind ihrer Zeit weit voraus und stecken mitten drin in einem symbiotischen Maschine-Mensch-Experiment. Tobias Schwarz, Projektleiter von Netzpiloten.de, Gordon Süß vom Internet & Gesellschaft Co:llaboratory e.V. und ich haben diese Menschen getroffen, um ein paar Aspekte dieses technischen und gesellschaftlichen Wandels, den wir durchleben, ein wenig zu diskutieren. Das Ergebnis ist ein einstündiger Podcast, den wir euch hier präsentieren wollen:

Die Bilder sind von Gordon Süß für die Netzpiloten und stehen unter der Creative Commons Namensnennung (CC-BY). Mit Süß seinen Fotos starten wir auch das Tumblr-Blog Netzpiloten, um die vielen Fotos, die wir meist nicht für unsere Artikel verwenden können, zentral zu sammeln.

Der Podcast „Podpiloten – Der suspekte Podcast: Tech Open Air 2013“ steht unter der Creative Commons Namensnennung-Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland (CC BY-ND 3.0 DE). Nichtsdestotrotz dürfen natürlich Aussagen der drei Podcaster für die Auseinandersetzung damit zitiert werden. Die Verwendung von O-Tönen der Interviewpartner ist untersagt.


Dieser Beitrag erschien zuerst auf Neuspreeland und steht unter CC BY-NC-ND 3.0.


Teaser by Tech Open Air Berlin


Image by Gordon Süß/Netzpiloten (CC-BY)

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Jenny Genzmer

Jenny Genzmer

hat in Heidelberg Geschichte und Übersetzungswissenschaft studiert. Sie sammelte bei der Studierendenzeitung ruprecht ihre ersten journalistischen Erfahrungen und probierte sich dann durch Tageszeitungen, Fernsehen und Radio in Peru, Mexiko und Frankreich. Zurzeit absolviert sie ihren Master in Zeitgeschichte an der Universität Potsdam und arbeitet nach einem Praktikum bei der Deutschen Welle und Deutschlandradio Kultur als freie Redakteurin. Sie bloggt unter neuspreeland.wordpress.com und ist neuspreeland auf Twitter.

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